Yayue

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Yayue, Yǎyuè oder Ya-Yüeh (chinesisch, 雅樂), Gagaku (japanisch, 雅楽), Aak (koreanisch, 아악) oder Nhã Nhạc (vietnamesisch) heißt wörtlich übersetzt „elegante Musik“ und ist eine ursprünglich aus China stammende Hofmusik Südostasiens.[1]

Hintergrund

Trotz ihrer gemeinsamen Herkunft klingen die Stile in ihren nationalen Ausprägungen, wenn davon überhaupt die Rede sein kann, sehr spezifisch. Dafür ist zu allererst das je verwendete Instrumentarium verantwortlich. Zudem hat Yayue bereits eine derartige Vielfalt von Formen anzubieten, dass es schwierig ist, Ansatzpunkte für Ähnlichkeiten zu finden, die Videos sind bereits nach Ähnlichkeit ausgesucht:

China: Yayue

Yīnyuè heißt „Musik“, Yayue „elegante“ oder „vornehme“ Musik, das "Ya" referiert in China auf konfuzianische Sakralmusik. Diese Spielart der Hofmusik ist zum erstenmal im 5. Jahrhundert vor Christus bei Konfuzius zu finden.

雅樂#2

Weblinks

  • Artikel Yayue [8] bei der en.wiki
  • 【唐風】純正華夏宮廷雅樂 Chinese Royal Court Music [9] „Chinesischer Gagaku der Tang Dynastie“ bei Youtube
  • 釋奠禮樂【昭平之章】(中國雅樂, Chinese Court Music) [10] „Trinkritus der Zhaoping (chinesische Musik)“ bei Youtube

Japan: Gagaku

"However, the general impression is one of controlled action and symmetry, don't look for a story in Gagaku or even an emotion. Experience instead the wonderful design of choreography."[2] Gagaku ist die älteste Konzerttradition der Welt.[3] Traditionelle japanische Musik ist monophon. Der Vortrag soll in der Kontrolle von Mikrotönen, Klangfarben und komplexen Rhythmen überzeugen.[4] Die traditionelle Musik Japans entwickelte sich zwischen dem buddhistisch-zeremoniellen Gigaku, der höfischen Musik, Gagaku, und dem höfischen Tanz, Bugaku.

‪Gagaku‬

Zwischen Mitte des 5. Jahrhundert n. Chr. und Mitte des 8. Jahrhunderts gab es einen regen Austausch unter den Musiken Chinas, Japans und Koreas. 701 wurde in Tokio nach dem Vorbild des chinesischen Musikamtes das Amt für vornehme Musik gegründet. Einer der Haupteinflüsse aus dieser Zeit war die Musik der chinesischen Tangdynastie, Tōgaku, mit der die unterschiedlichsten internationalen Stile nach Japan gelangten. Mit dem Komagaku kam auch koreanische Musik nach Japan. Der Gagaku des 8. Jahrhunderts kann bereits panasiatisch genannt werden. Als gegen Ende dieser Zeit auch indische Musik in Japan ankam, wurde das vielfältige und weitgehend ungeordnete Repertoire systematisiert und die meiste internationale Musik dem Tōgaku zugeordnet.

Vom 9. bis zum 12. Jahrhundert war Gagaku die offizielle Musik für Zeremonien bei Hofe und wurde auch zur Unterhaltung aufgeführt. Vielleicht führte auch die neue Funktionsbestimmung dazu, dass der Gagaku bald nicht mehr authentisch genug erschien und im 13. Jahrhundert striktere Umsetzungen angefordert wurden.

Zugleich verfiel Japans aristokratische Hofkultur[5] und der Gagaku wurde bis Ende des 16. Jahrhunderts nur in Tempeln aufgeführt. Bis zum 19. Jahrhundert erfolgte wieder eine langsame Rückkehr an den Hof, die 1869 dazu führte, dass mit der Herausbildung eines modernen Nationalstaates das kaiserliche Hoforchester gegründet wurde, das bis heute besteht. In der Folge wurde allgemeiner Musikunterricht ermöglicht und der traditionelle Gagaku öffentlich aufgeführt. Die Musiker wurden verpflichtet, europäische Instrumente zu lernen und vorzuführen, was zur Folge hatte, dass bis heute viele japanische Interpreten klassischer und moderner Musik besonders durch ihre technische Virtuosität glänzen.

„Das Gagakuorchester besteht aus folgenden Instrumenten: Querflöte (nōkan), Mundorgel (Shō), Oboe (hi-shiriki), Fasstrommel (kakko), große Trommel (taiko) und Gong (shōko). Die drei Blasinstrumente, die im Orchester meist mehrfach besetzt sind, spielen die Melodie und geben den charakteristischen Klang der Gagaku; die drei Schlaginstrumente bilden die Taktgruppe und bilden formal das tragende Gerüst der Musikstücke. Saiteninstrumente treten nur bei reinen Instrumentalstücken hinzu. Dabei handelt es sich dann in der Regel um Koto oder Biwa.“[6]

Gagaku wird auf Grundlage vor allem ganztöniger japanischer Pentatonik gespielt.[7] 2009 wurde der Gagaku von der Unesco als Weltkulturerbe identifiziert.

Weblinks

  • Artikel Gagaku [11] ausführlich bei der de.wiki
  • Artikel Gagaku [12] bei der en.wiki
  • Etenraku (Gagaku) [13] bei Youtube

Korea: Aak / Ah-Ahk

Aak oder Ah-Ahk ist Jeongak (traditionelle Musik) im Gegensatz zu Minsogak, der koreanischen Folklore. Die gefälligere Form der koreanischen Hofmusik, die im 12. Jahrhundert durch ein Instrumentengeschenk des chinesischen Kaisers mit dem Yayue aus China nach Korea kam, ist heutzutage selten anzutreffen. Ursprünglich gab es 456 unterschiedliche Melodien im Repertoire des Aak. Mitte des 15. Jahrhunderts gab es eine kurze Renaissance, nachdem diese Musik lange Zeit untergegangen war.[8] Heute gibt es nur noch zwei Melodien, der Aak wird selten zu bestimmten Zeremonien gespielt.

So-Mu (Royal Ancestor's Music) - Ah-Ahk (Korean Court Music)

„Das Orchester sitzt je zur Hälfte auf der Terrasse des Schreins und vor dessen Toren. Die langsame getragene Musik ist antiphonal. […] Aak [wird] äußerst langsam gespielt, wobei einige Schläge über drei Sekunden andauern können. Die Schlagrate folgt entsprechend asiatischer Vorstellung dem Atem, nicht dem Herzschlag. Diese Musik hat einen besinnlichen und meditativen Charakter, mit einem weichen Klang. Dieser rührt daher, dass die traditionellen Instrumente – bis auf Trompete, Gong und Becken – aus nichtmetallischen Materialien gebaut sind. Saiteninstrumente haben Saiten aus Seide und fast alle Blasinstrumente sind aus Bambus.“ [9]

Zum Aak gehört auch der Munmyo jeryeak (hangul: 문묘제례악; hanja: 文廟祭禮樂), der bei einer jährlichen konfuzianischen Zeremonie zum Einsatz kommt. Die Musiker für diese Musik werden ausschließlich vom National Gugak Center rekrutiert. Instrumente: Flöten (hun, so, Bambusflöten), Zithern (seul, geum), Schlagwerk aus Stein (pyeongyeong), Bronzeglocken (pyeonjong), unterschiedliches Schlagwerk mit Klöppeln, tigerförmige hölzerne Raspel (eo), eine hölzerne Box (chuk) mit hölzernen Klöppeln (bak). Eine weitere Differenzierung unterscheidet traditionelle koreanische Musik als Gugak von Musik westlicher Prägung (Yangak). Siehe dazu den Artikel Yŏmillak.

Weblinks

  • Artikel Koreanische Kultur, Abschnitt Traditionelle Musik [14] bei der de.wiki
  • Artikel Aak [15] bei der en.wiki

Vietnam: Nhã Nhạc

Nhã Nhạc ist die vietnamesische Variante des Yayue, diese Musik wurde vom 13. bis zum 20. Jahrhundert in Vietnam gepflegt, ist aber heutzutage kaum noch anzutreffen. Nhã nhạc wird alle zwei Jahre auf dem Festival von Huế (Nhã nhạc cung đình Huế) aufgeführt, das 2003 von der UNESCO als Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit registriert wurde.

Dai Nhac – Song Tau Trong Ken

Instrumente umfassen die kèn bầu (konische Oboe), đàn tỳ bà (birnenförmige Laute mit vier Saiten), đàn nguyệt (mondförmige zweisaitige Laute), đàn tam (bundlose dreisaitige Laute, mit Schlangenleder bezogen), đàn nhị (zweisaitige vertikale Fiedel), sáo oder sáo trúc (Querflöte aus Bambus), trống (Trommel mit Klöppeln) und andere Schlaginstrumente.

Weblinks

  • Artikel Kultur Vietnams, Abschnitt Musik [16] bei der de.wiki
  • Artikel Nhã Nhạc [17] bei der en.wiki
  • Nha Nhac, Vietnamese Court Music, Kurzdoku der UNESCO [18] englisch bei Youtube

Siehe auch

Ca Trù (Vietnam)

Einzelnachweise

  1. Der Artikel dient zur weiteren Recherche. Zur Zeit konstituiert er sich zum großen Teil aus Wikipedia-Artikeln, aber vielleicht ist er für einen Überblick interessant, wenn ein gewisses Anfangsinteresse an der betreffenden Musik oder südostasiatischer Musik im Allgemeinen besteht. Wer Interesse hat, sich an der Fertigstellung dieses Artikels zu beteiligen, ist herzlich willkommen.
  2. ‪Gagaku: The Court Music of Japan ‬ [1] bei min. 4:58 bei Youtube, Uploader: David MacDonald
  3. ebd.
  4. Artikel Gagaku und Bugaku [2] bei Universal Lexikon.deacademic.com
  5. Artikel Gagaku [3] bei der de.wiki
  6. Artikel Gagaku [4] bei Universal Lexikon.deacademic.com
  7. Artikel Japanische Tonleitern [5] bei der de.wiki
  8. Artikel Aak [6] bei der en.wiki
  9. Artikel Koreanische Kultur [7] bei der de.wiki

Links im Juli 2017.