The Yardbirds

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The Yardbirds
The Yardbirds im Jahr 2008
The Yardbirds im Jahr 2008
Herkunft: London, England
Aktiver Zeitraum: 19631968, seit 1992
Genres: Bluesrock, Psychedelic Rock, Rhythm and Blues
Labels: Columbia, Capitol, Epic
Homepage: TheYardbirds.com
Line-Up:
Chris Dreja: Gitarre
Jim McCarty: Schlagzeug
Ben King: Gitarre (seit 2005)
David Smale: Bass (seit 2009)
Andy Mitchel: Gesang, Mundharmonika (seit 2009)
Ehemalige Mitglieder:
Keith Relf: Gesang, Mundharmonika (1963-1968)
Top Topham: Gitarre (1963)
Eric Clapton: Gitarre (1963-1964)
Jeff Beck: Gitarre (1964-1966)
Jimmy Page: Gitarre, Bass (1966-1968)

The Yardbirds sind eine Band aus London, die in ihrer ersten Existenzphase von 1963 bis 1968 nicht nur zu den einflussreichsten Rockgruppen der 1960er Jahre zählte, sondern mit Jeff Beck, Jimmy Page und Eric Clapton auch drei der berühmtesten Rockgitarristen aller Zeiten hervorbringen sollte. The Yardbirds sind seit 1992 mit den verbliebenen Urmitgliedern Chris Dreja (Gitarre) und Jim McCarty (Schlagzeug) sowie weiteren Mitstreitern wieder aktiv.

Bandgeschichte

The Yardbirds entsprossen als eine der ersten Bands dem aufblühenden Blues-Underground im London der frühen Sechzigerjahre. Sänger Keith Relf, die Gitarristen Chris Dreja und Top Topham, Schlagzeuger Jim McCarty und Bassist und Hauptsongschreiber Paul Samwell-Smith fanden sich im Jahr 1963 zusammen, um ihren Vorbildern Sonny Boy Williamson, Howlin' Wolf und Muddy Waters nebst diversen Weiteren mit elektrischem Blues zu huldigen. Das Quintett erspielte sich rasch einen Ruf als Liveband und ging schließlich gar mit Williamson auf Tournee. Im Herbst 1963 verließ Topham die Band, um vom ersten der drei zukünftigen Weltklassegitarristen in der Yardbirds-Ahnenreihe ersetzt zu werden: Eric Clapton spielte das erste Album "Five Live Yardbirds" sowie drei Singles – darunter der erste große Hit For Your Love – mit der Gruppe ein, bevor er die Yardbirds 1964 bereits wieder in Richtung John Mayall's Bluesbreakers verließ, da sie zu lasch mit dem von ihm hochgehaltenen klassischen Blueserbe umgingen. Sein Nachfolger sollte eigentlich ein schmächtiger junger Gitarrist namens Jimmy Page werden, doch wollte dieser zunächst nicht auf sein sicheres Einkommen als Studiomusiker verzichten und schlug stattdessen einen etwas temperamentvolleren Kollegen vor. Besagter Jeff Beck trat den Posten dann auch an und setzte mit seinem innovativen Stil, der Fuzz, Feedback und orientalische Klangmuster in die Beat- und Blues-geprägte Rockmusik der mittleren Sechziger einführte, weit reichende Maßstäbe. Bis 1966 erschienen in diesem Lineup unter anderem Hitsingles wie das Bo Diddley-Cover I'm a Man und das Studioalbum "Yardbirds".

1966 stieg Bassist und Songwriter Paul Samwell-Smith aus, um sich ganz auf seine Produzententätigkeit zu konzentrieren. Die Band reaktivierte ihre Connections zu Jimmy Page, der zustimmte, einstweilen den vakanten Bassposten auszufüllen, bis Chris Dreja – vormals Rhythmusgitarrist – auf den Viersaiter "umgeschult" hatte. Die Single Happening Ten Years Time Ago, welche als ein Meilenstein des Psychedelic Rock gesehen wird, zeigte dann sowohl Jeff Beck als auch Jimmy Page an der Gitarre, während im Studio bei dieser Nummer ein Mann namens John Paul Jones am Bass aushalf. Aufgrund Becks besagten mitunter etwas schwierigen Temperaments trennten sich im Herbst 1966 die Wege von Band und Gitarrist; als "Abschiedsgeschenk" hatten Beck, Page und Jones sowie The Who-Drummer Keith Moon und Session-Pianist Nicky Hopkins zuvor noch eine Nummer namens Beck's Bolero aufgenommen, die schließlich einer von Becks Trademark-Songs werden sollte. Die Yardbirds unterdessen gingen weiter auf Tour, mit Page als nunmehr unumschränkten musikalischen Chef. Der Gitarrist führte zwar das später bei seiner nächsten Band Led Zeppelin berühmt gewordene Spiel mit dem Cellobogen sowie den Einsatz des Wah Wah-Pedals ein, konnte den kommerziellen Niedergang der Band allerdings nicht aufhalten. In ihrer letzten Existenzphase zwischen 1967 bis 1968 wälzte sich die Gruppe dafür in raumgreifenden Liveshows, bei denen Bluesklassiker, Folksongs und Elemente aus klassischer Musik – darunter das ebenfalls durch Led Zeppelin berühmt gewordene Dazed and Confused – durch den psychedelischen Fleischwolf gedreht wurden. Inzwischen hatte sich innerhalb der Gruppe aber auch ein Graben zwischen der Folk- und Klassikfraktion um Relf und McCarty einerseits sowie dem Psychedelic-Power-Blues, wie ihn Dreja und Page an ihren Kollegen Jimi Hendrix und Vorgänger Eric Claptons neuer Band Cream bewunderte, andererseits gebildet. Nach einigen letzten, erfolglosen Singles und einem finalen Konzert in London am 7. Juli 1968 lösten sich die Yardbirds schließlich auf.

Nun stand zur Debatte, wie es mit den Beteiligten weitergehen sollte. Gitarrist Page und Bassist Dreja hatten eigentlich vorgehabt, gemeinsam ein neues Projekt, das prophylaktisch schlicht The New Yardbirds heißen sollte, auf die Beine zu stellen. Es fehlte noch ein Sänger, und nachdem Procol Harum-Vokalist Terry Reid aus Vertragsgründen nicht mitmachen konnte, wurde auf dessen Vorschlag hin der unbekannte Birminghamer Sänger Robert Plant von der Band of Joy hinzugeholt. Dieser brachte mit seinem Bandkumpel John Bonham auch gleich einen Drummer mit, und als Chris Dreja schließlich kurz vor Beginn der bereits gebuchten Tour der New Yardbirds die Reißleine zog, um sich fortan der Musikfotografie zu widmen, sprang einmal mehr – und diesmal dauerhaft – Sessionveteran John Paul Jones ein. Mithin war das Lineup komplett, und nach besagter Skandinavien-Konzertreise benannte sich das neue Quartett dann in Led Zeppelin um, um schließlich zu einer der größten und einflussreichsten Hardrockbands der Musikgeschichte aufzusteigen.

Die übrigen Ex-Yardbirds widmeten sich verschiedenen Bands und Projekten zwischen Blues, Folk und Psychedelic, darunter Renaissance mit Keith Relf und Jim McCarty, und mit der Just-for-fun-Reuniongruppe Box of Frogs spielten in den 1980ern McCarty, Chris Dreja und Paul Samwell-Smith mit anderen Ex-Yardbirds gelegentlich die Hits der alten Zeit. Jedoch erst nach der Einführung der Band in die Rock and Roll Hall of Fame im Jahr 1992 wurde die Vorstellung einer dauerhaften Yardbirds-Reunion konkreter: Zumindest Dreja und McCarty ließen sich zu einem neuen Versuch überreden, auch wenn Sänger Relf inzwischen verstorben war und die nunmehr längst selbst zu Megasellern aufgestiegenen Ex-Gitarristen Plant und Clapton keine Zeit hatten. Dessen ungeachtet sind Dreja und McCarty als Yardbirds mit gelegentlich wechselnden Mitstreiten nunmehr wieder fast zwanzig Jahre am Stück auf Tour, und neben diversen Livealben und Best-Ofs erschien 2003 sogar ein neues Album unter dem Titel "Birdland", das auch Gastbeiträge von Saitenhexern der jüngeren Generation wie Joe Satriani, Steve Vai und Slash beinhaltet.

Kollaborationen

Diskographie

Alben
Sonstige
  • 1964 Five Live Yardbirds (Live, Columbia)
  • 1966 Sonny Boy Williamson and the Yardbirds (Live, Fontana / Mercury)
  • 1967 The Yardbirds Greatest Hits (Best Of, Epic)
  • 1991 Yardbirds... On Air (BBC-Sessions 1965-1968, Re-Rerelease 1997, Warner)
  • 1999 Reunion Jam (Live 1992, Mooreland St.)
  • 2000 Reunion Jam Vol. II (Live 1992, Mooreland St.)
  • 2007 Live at B.B. King Blues Club (Live 2006, Favored Nations)

Referenzkasten

Referenzbands

Weblinks