The Orb

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The Orb
The Orb 2007 (l. Thomas Fehlmann, r. Alex Paterson)
The Orb 2007 (l. Thomas Fehlmann, r. Alex Paterson)
Herkunft: London, England
Aktiver Zeitraum: seit 1987
Genres: Ambient, Dub, Electronica
Labels: Big Life, Island Records, Sanctuary, Kompakt, Traffic Inc.
Homepage: TheOrb.com
Line-Up:
Alex Paterson (seit 1987)
Thomas Fehlmann (seit 1995)
Ehemalige Mitglieder:
Jimmy Cauty (19871990)
Kris Weston (19911994)
Andy Hughes (19952001)
Simon Philips (20012004)

The Orb wurden 1987 in London gegründet. Sie waren eine der ersten Formationen im Electronica-Bereich, die Techno mit Elementen aus Ambient und Dub kreuzten. Neben Gründungsmitglied Alex Paterson ist Thomas Fehlmann heute einziges festes Mitglied der Band.

Bandgeschichte

The Orb zählen zu den Pionieren des Electronica-Bereiches zwischen Ambient, Dub, House, Trance und Psychedelic. Gestartet 1987 als DJ-Duo, das aus den beiden Musikern Alex Paterson und Jimmy Cauty (KLF) bestand, machten sich The Orb auf, House und Techno um deren harte Beats zu erleichtern und in flächige Klangstrukturen umzuwandeln. Daraus entstand eine wegweisende Verschmelzung aus Chill-Out, Ambient, House und Dub, den das Duo mit einem sehr kreativen Umgang mit Samples würzte und die unter der Genrebezeichnung Ambient House bekannt wurde. Erste Ergebnisse dieser Zusammenarbeit wurden zunächst in Live-DJ-Sets im Londoner Club "Heaven" unter der Schirmherrschaft des dortigen DJs Paul Oakenfold präsentiert, wo die "Chill-Out-Parties" von The Orb rasch zu einer gut besuchten Institution wurden. Erste Plattenaufnahmen folgten 1989, darunter der klassische Orb-Track A Huge Ever Growing Pulsating Brain That Rules from the Centre of the Ultraworld, der mit seinen 22 Minuten und ungezählten Samples wohl einer der ungeöhnlichsten Songs sein dürfte, die je die Top 100 der britischen Charts erreichten (seine höchste Positionierung war Platz 78). In der Zwischenzeit jedoch war es bereits zu Differenzen zwischen Cauty und Paterson gekommen, wobei letzterer befürchtete, The Orb könnten als reines Seitenprojekt von The KLF in den Archiven verschwinden. 1990 beendeten die beiden Musiker, die kurz zuvor noch an neuen Tracks für ein noch unbetiteltes Album gearbeitet hatten, ihre Zusammenarbeit. Cauty nahm das Material aus den Sessions mit und releaste es als KLF-Album (mit dem passenden Titel "Chill Out"), während Paterson fortan mit wechselnden Mitstreitern das Projekt The Orb weiterführen sollte.

Unterstützt von u.a. Killing Joke-Bassist (und Jugendfreund) Youth, dem Programmierer Kris Weston und anderen Gastmusikern kam schließlich doch noch das erste Orb-Album zustande. Um die beiden bisher veröffentlichten Singles (neben Pulsating Brain auch noch Little Fluffy Coulds von 1990, das ebenfalls die Top 100 erreichte) herum sollte sich dann das erste Album von The Orb entwickeln, das unter dem Titel "The Orb's Adventures Beyond the Ultraworld" im Jahre 1991 erschien. Auf zwei CDs breiteten Paterson und seine Mitstreiter den klassischen Orb-Sound aus, der als Blaupause des Ambient House gilt und aufgrund seiner spacig-psychedelischen Atmosphäre Kritiker zu Vergleichen mit Pink Floyd hinreißen ließ. Den ungewöhnlichen Erfolg der ersten Single konnten The Orb mit der 1992 erschienenen Maxi Blue Room noch übertreffen, da das Stück mit seinen 40 Minuten der längste Titel war, der je die UK-Charts – und in diesen sogar Platz 8! – erreichen konnte. (Legendär war auch der Promo-Auftritt der Band dazu bei Top of the Pops, bei der die Musiker auf der Bühne saßen und Schach spielten, während der Track im Hintergrund lief.)

Ihren größten Erfolg konnten The Orb dann wenige Monate später mit ihrem zweiten Album "U.F.Orb" feiern, das die Pole Position der UK-Charts erreichte und klangmäßig erstmals auch Elemente aus Drum'n'Bass in den Orb-Sound integrierte. 1993 wechselten Paterson & Co die Plattenfirma, um fortan bei Island Records zu veröffentlichen (das Live-Album "Live '93" war dort der erste Release); zu dieser Zeit stieg auch Kris Weston wieder aus, um durch Thomas Fehlmann (Palais Schaumburg) ersetzt zu werden, der seitdem festes Bandmitglied ist. Einer einmaligen Kollaboration mit King Crimson-Chef Robert Fripp (unter dem Namen FFWD) folgte 1994 "The Orb's Little Album" "Pomme Fritz", das fast nur aus seltsamen Samples bestand und für den ersten Verriss eines Orb-Albums seitens der britischen Presse sorgte. Ein ähnliches Schicksal ereilte 1995 "ORBVS TERRARVM", das sich nicht nur durch seinen Titel von der spacigen Ausrichtung bisheriger Orb-Platten unterschied, sondern auch musikalisch eher in düsteren bis, nun ja, erdigen Gefilden bewegte. Außerhalb des Vereinigten Königreichs wurde die Platte allerdings als Meilenstein des Ambient gefeiert. Der Nachfolger "Orblivion" von 1997 erhielt dann wieder gnädigere Kritiken, was auch mit der klanglichen Wiederausrichtung auf Raum und Zeit zu tun haben mochte, obgleich man auch verstärkt härtere Beats verwendete. Die Single "Toxygene" wurde mit dem Erreichen von Platz 4 der UK-Singles-Charts sogar zur erfolgreichsten Singleauskopplung von The Orb überhaupt. Abgeschlossen wurde die kommerziell erfolgreichste Ära der Bandgeschichte mit der Best Of "U.F.Off" von 1998.

Der Release von "Cydonia", das bereits 1999 fertiggestellt worden war, verzögerte sich aufgrund der Umstrukturierung von Island Records wegen der Übernahme durch die Universal Music Group bis 2001, wobei diverse Kritiker The Orb bescheinigten, sie hätten ihren Zenit bereits überschritten. Dem versuchte Paterson erst mit der Gründung eines eigenen Labels namens badorb.com und dann mit dem Wechsel von Label (zum Kölner Technolabel Kompakt) und Sound (Minimal-Techno als Gebot der Stunde) zu begegnen. Während das Label nach kurzer Zeit pleite ging, schien sich der neue Klangansatz – auf dem "Bicycles & Tricycles"-Album von 2003 waren auch "echte" Vokalisten und sogar Rapper zu hören – auszuzahlen. Inzwischen war Thomas Fehlmann das einzige verbliebene Bandmitglied außer Alex Paterson und hatte auch für den Techno-Ansatz der Kompakt-Platten verantwortlich gezeichnet. Der bislang letzte Release von 2007 mit dem Titel "The Dream" featurte neben dem Kernduo Paterson/Fehlmann auch alte Bekannte wie Steve Hillage (der bereits auf dem ersten Orb-Album Gitarre gespielt hatte) und Youth. Klangmäßig wandte man sich hierbei allerdings wieder mehr den Frühneunziger-Orb-Sounds zu.

2001 hatte Alex Paterson übrigens eine Neuauflage der Zusammenarbeit mit Jimmy Cauty unter dem Projektnamen Transit Kings in die Wege geleitet, deren erstes und bislang einziges Album "Living in a Giant Candle Winking at God" im August 2006 veröffentlicht wurde.

Kollaborationen

Diskographie

Alben
Sonstige

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV NL F P NOR FIN DK AUS NZ
1991 The Orb's Adventures Beyond the Ultraworld 29
1992 U.F. Orb 1
1991 Live '93 23
1994 Pomme Fritz 6
1995 ORBVS TERRARVM 20
1997 Orblivion 19 174
1998 U.F.Off – The Best of The Orb 39
Singles
1992 Blue Room 8
1992 Assassin 12
1993 Little Fluffy Clouds 10
1994 Perpetual Dawn 18
1995 Oxbow Lakes 38
1997 Toxygene 4
1997 Asylum 20
2001 Once More 38

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Spex
1992 U.F.Orb 8 21
1993 Live ‘93 42

All-Time-Charts

The Orb's Adventures Beyond the Ultraworld

Referenzbands

Videoclips

Weblinks