The Monkees

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The Monkees
The Monkees auf einer Sammelkarte von 1967
The Monkees auf einer Sammelkarte von 1967
Herkunft: Los Angeles, Kalifornien, USA
Aktiver Zeitraum: 1966-1971, später diverse Reunions (1985–1989, 1994–1997, 2000–2002, seit 2010)
Genres: Pop, Beat
Homepage: Monkees.net
Line-Up:
Michael Nesmith: Gesang, Gitarre
Davy Jones: Gesang, Percussion
Micky Dolenz: Gesang, Schlagzeug
Peter Tork († 2019): Gesang, Bass

The Monkees waren die erste Retorten-Popgruppe und wurden 1966 für die Fernseh-Musik-Comedyserie gleichen Namens gecastet. Sie erzielten mit Songs wie I'm a Believer und Last Train to Clarksville Pop-Evergreens, überwarfen sich dann aber mit ihrem Management und reüssierten erstaunlicherweise auch als eigenständige Musiker.

Bandgeschichte

Es war der Beatles-Film "A Hard Day's Night", der in Zusammenhang mit der damaligen Weltherrschaft der Fab Four über den Pop-Kreislauf der mittleren Sechziger für die Gründung der Monkees sorgte. Die beiden US-amerikanischen Fernsehautoren Bob Rafaelson und Bert Schneider beschlossen, eine den Beatles nachempfundene Beat-Gruppe zusammenzustellen, die mittels einer TV-Serie und von professionellen Songwritern verfasster Musik zum Erfolg führen sollte. Mit den drei Amerikanern Micky Dolenz, Michael Nesmith und Peter Tork sowie dem Quoten-Engländer Davy Jones war dann auch das "Lineup" für die Serie "The Monkees" beisammen, in der die vier lustigen Gesellen Albernheiten und Musikperformances aufführten und die zu einem großen Erfolg wurde. Im Zuge dessen erschien auch das selbstbetitelte Debütalbum der "Band", auf dem Dolenz, Nesmith, Tork und Jones zwar singen durften, die Songs aber von anderen geschrieben und gespielt wurden. Mit Last Train to Clarksville war auch ein Single-Hit dabei, und das Album selbst verbrachte dreizehn Wochen an der Spitze der US-Charts und erreichte auch im Vereinigten Königreich die Pole Position. Bis heute hat es sich mehr als fünf Millionen Mal verkauft. Da allerdings auch Livekonzerte und weitere Fernsehauftritte geplant waren, mussten die Monkees zumindest die Grundbegriffe des Rock-Instrumentariums beherrschen, so dass es – entgegen der persönlichen Präferenzen – zur Rollenverteilung mit Jones als Percussionist und Dolenz als Schlagzeuger (weil Jones zu klein war, um von den Kameras hinter dem Drumkit richtig erfasst zu werden!), während Nesmith und Tork sich bei Gitarre, Bass und Banjo abwechselten. Dieses Arrangement funktionierte erstaunlich gut, und live wurden die Monkees bald zu einer ebenso großen Attraktion wie als Fernsehfiguren. Die Kritik stürzte sich allerdings mit Verve auf die Retorten-Band und stempelte sie als künstliches Beatles-Imitat ab, während die vier Pilzköpfe selbst sich als Fans der Monkees outeten und den Humor wie auch die Musik der US-Band lobten. (Die Monkees wohnten gar der Aufnahme des Beatles-Meilensteins "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" bei, was sie in dem Song Randy Scouse Git verarbeiteten.)

1967 kam es allerdings zum Clash zwischen den Monkees und ihrem Produzenten Don Kirshner, da sie sich nicht länger von dessen Geschäftspolitik bestimmen lassen wollten, denn Kirshner hatte unter anderem ein zweites Monkees-Album ("More of the Monkees") ohne das Wissen der Vier veröffentlicht. In Folge dessen machten sich Jones, Nesmith, Tork und Dolenz selbstständig und nahmen das Album "Headquarters" als eigene Band und mit einem Großteil selbst geschriebener Songs auf, unterstützt lediglich von Sessionmusikern. Das Album schoss zwar auf Platz eins der Charts, wurde dann aber von besagtem "Sgt. Pepper" auf den zweiten Platz verdrängt. Unterdessen standen die Monkees weiter in der Kritik, wobei ihnen insbesondere das Engagieren von Sessionmusikern – unter ihnen große Namen wie Neil Young, Eric Clapton und Stephen Stills – vorgeworfen wurde, obwohl dies bei zahlreichen wohlgelittenen Acts der Zeit ebenfalls gängige Praxis war. Das vierte Monkees-Album "Pisces, Aquarius, Capricorn, & Jones Ltd." wurde dann von der Kritik komplett zerrissen, gleichzeitig gingen die kreativen Richtungen innerhalb der Band auseinander. Trotzdem war der Platte wie auch den folgenden immer noch guter kommerzieller Erfolg beschieden. 1968 stiegen die Musiker aus der Produktion der bis dato immer noch laufenden "Monkees"-Fernsehserie aus, weil sie mit dem albernen Format unzufrieden waren, jedoch wurde im selben Jahr noch ein thematisch ähnlich witzig-psychedelischer Film namens "Head" mit den Vier als Hauptdarstellern gedreht. 1969 verließ Peter Tork die Band, im März 1970 gefolgt von Michael Nesmith. Jones und Dolenz blieben als Monkees-Duo übrig, das 1970 mit "Changes" tatsächlich noch eine Platte aufnahm, 1971 jedoch die Rechte am Bandnamen verlor, so dass die Monkees vorerst zu den Akten gelegt wurden.

Als die "Monkees"-Fernsehserie Mitte der 1980er auf dem noch jungen Musikfernsehsender MTV (zu dessen Gründern ausgerechnet Michael Nesmith gehörte) wieder ausgestrahlt wurde, erlebte die "Monkeemania" ein kleines Revival, das sich bald zu einem größeren entwickelte. Im Zuge dessen begruben auch die vier Musiker ihre Differenzen und gingen für den Rest des Jahrzehnts auf erfolgreiche Revival-Tourneen, während das neue Album "Pool It!" 1987 (ohne Nesmith) kein großer Hit wurde. Seitdem sind die Monkees – zumeist aus dem Kerntrio Jones-Tork-Dolenz bestehend und gelegentlich von Nesmith verstärkt – zu einem On-Off-Projekt geworden, das immer mal wieder auf Tour geht und 1996 auch ein weiteres neues Studioalbum aufnahm. Die vier "Affeen" scheinen mittlerweile aber wenig altersmilde geworden zu sein, denn trotz verstärkter Gerüchte um eine Tour 2011 anlässlich des 45jährigen Bandjubiläums teilen die Altpopper gerne und vor allem online gegeneinander aus – Unterhaltung im Zeichen der Monkees scheint also weiterhin geboten zu werden.

Diskographie

Alben
  • 1966 The Monkees
  • 1967 More of The Monkees
  • 1967 Headquarters
  • 1967 Pisces, Aquarius, Capricorn & Jones Ltd.
  • 1968 The Birds, The Bees & the Monkees
  • 1968 Head
  • 1969 Instant Replay
  • 1969 The Monkees Present
  • 1970 Changes
  • 1987 Pool It!
  • 1996 Justus

Trivia

  • Die Mutter von Michael Nesmith war die Erfinderin der amerikanischen Form des Korrekturmittels Tipp-Ex ("Liquid Paper") und hinterließ ihrem Sohn ein Multimillionenerbe.

Referenzbands

Weblinks