The Gun Club

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The Gun Club
Herkunft: Los Angeles, Kalifornien, USA
Aktiver Zeitraum: 19801996
Genres: Punk, Punk-Blues, Cowpunk
Labels: Ruby Records
Animal Records
Red Rhino Records
New Rose Records
What's So Funny About
Homepage: myspace.com/thegunclub
Line-Up:
Jeffrey Lee Pierce (Gesang, Gitarre, Bass)
Ehemalige Mitglieder:
Pleasant Gehman (Gesang) (1980)
Kid Congo Powers (Gitarre) (1980, 1983-1987, 1996)
Brad Dunning (Schlagzeug) (1980)
Don Snowden (Bass) (1980)
Rob Ritter (Bass) (1980-1982)
Ward Dotson (Gitarre) (1980-1982)
Terry Graham (Schlagzeug) (1980-1982, 1983)
Dee Pop (Schlagzeug) (1982-1983)
Jim Duckworth (Gitarre) (1982-1983)
Desperate (Schlagzeug) (1984)
Patricia Morrison (Bass) (1983-1984)
Romi Mori (Bass, Gitarre) (1987-1994)
Nick Sanderson (Schlagzeug) (1987-1991)
Simon Fish (Schlagzeug) (1991)

The Gun Club waren eine amerikanische Punk-Band aus Los Angeles, die von 1980 bis zum Tod ihres einzigen konstanten Mitglieds Jeffrey Lee Pierce im Jahr 1996 existierte.

Bandgeschichte

The Gun Club werden Anfang der 80er von Jeffrey Lee Pierce gegründet, der zuvor Blondie-Fanclub-Vorsitzender und Autor beim Slash Magazine (einem Punk-Fanzine) war. Die Idee für eine Band entstammt dabei der Hoffnung möglichst viele freie Getränke und ähnliches von Presse- und Musikvertretern zu erhalten. Außerdem macht er nach einem Pere Ubu-Konzert in New York die Bekanntschaft von Kid Congo Powers und will die Band um Powers' Gesang herum aufbauen. Dieser lässt sich jedoch nur zum Gitarrenspiel überreden, obwohl er dies bis dahin gar nicht konnte. Pierce leiht ihm Alben von The Slits und Bo Diddley, um das Spielen zu lernen und bald steht der erste Auftritt der Band an. Dieser findet noch unter dem Bandnamen "The Cyclones" statt, Pleasant Gehman singt, Brad Dunning spielt Schlagzeug und Don Snowden (ein Musikkritiker der L.A. Times) Bass. Nach nur einem Auftritt steigt Gehmann aus und Pierce übernimmt fortan den Gesang. Kurzzeitig nennt sich die Band nun "Creeping Ritual" und nach einigen Auftritten in Chinarestaurants in L.A. (u.a. als Vorband von X) findet sich schließlich der Name The Gun Club durch Keith Morris (damals bei Black Flag), einem Mitbewohner von Pierce. Ziel der Band ist es jedweden aktuellen Musiktrend der Stadt zu zerstören, sei es Punk oder Blues. Dunning und Snowden steigen früh aus, weil sie lieber "anständige" Jobs wollen, und werden durch Terry Graham und Rob Ritter (beide Ex-The Bags) ersetzt. Auch Kid Congo Powers steigt aus (und wechselt zu The Cramps) und wird durch Ward Dotson ersetzt (der den Job bei The Cramps nicht bekommen hatte).

1981 erscheint mit dieser Besetzung das Debütalbum "Fire of Love", das in etwa zwei Tagen aufgenommen, von Tito Larriva und Chris D produziert und bei Ruby Records veröffentlicht wird. Für ihr zweites Album "Miami" unterschreiben sie bei Animal Records, dem New Yorker Label von Chris Stein (Blondie), der das Album auch produziert. Obendrein singt Debbie Harry bei einigen Songs als Backgroundsängerin (unter dem Pseudonym "D.H. Lawrence Jr."), Rob Ritter ist mittlerweile ausgestiegen, so dass nur das Trio aus Pierce, Graham und Dotson auf dem Cover abgebildet ist. Bis zum Ende des Jahres feuert Pierce auch diese beiden, da niemand mit ihm und seinem Verhalten klarkommt. Neben seinem extravaganten und flamboyanten Auftreten hält er es mit der Wahrheit nie sehr genau und beschäftigt sich dafür umso ergiebiger mit Alkohol und Drogen. Ritter bringt Patricia Morrison noch einige Bassläufe bei, bevor sie später zur Band wechselt, vorher kommen noch Jim Duckworth (vorher bei Panther Burns) und Dee Pop (vorher bei Bush Tetras) als neue Mitglieder hinzu, dieses Line-Up bleibt für acht Monate bestehen. In dieser Zeit entsteht die EP "Death Party", bei der Jimmy Joe Uliana Bass spielt, da Morrison bei den Aufnahmen nicht anwesend ist. Terry Graham kehrt kurzzeitig wieder zur Band zurück, doch nach finanziellen Schwierigkeiten weigern er und Duckworth sich zu einer Tour in Australien mitzufliegen, so dass Pierce mit Morrison alleine fliegt und später Kid Congo Powers nachkommt, der somit wieder Teil der Band ist. Nach der Tour will Duckworth nicht zurück in die Band, so dass Pierce, der bisher nur gesungen hatte, wieder die Gitarre in die Hand nehmen muss. Zusammen mit Congo, Morrison und Graham entsteht 1984 das dritte Album "Las Vegas Story", das etwas poppiger als die Vorgänger gerät. Während einer Europa-Tour setzt sich Graham in Paris ab, weil er Pierce nicht mehr erträgt. Er wird durch den bisherigen Roadie Desperate ersetzt und in dieser Besetzung geben The Gun Club Ende 1984 einige Abschiedskonzerte in London, da Pierce die Band auflösen will. Bei einem dieser Konzerte lernt Pierce seine spätere Partnerin und Bassistin Romi Mori kennen.

Ab 1985 versucht Pierce sich als Solokünstler, veröffentlicht ein Soloalbum und beginnt eine kurze Karriere als Spoken Word-Künstler. 1987 werden The Gun Club wieder ins Leben gerufen, mit an Bord sind Congo Powers (der zwischenzeitlich mit Nick Cave & the Bad Seeds unterwegs war), Romi Mori und Neuzugang Nick Sanderson. Beim folgenden Album "Mother Juno" produziert Robin Guthrie, die Aufnahmen finden in Berlin statt. Danach nimmt Pierce ein zweites Soloalbum auf, 1990 entsteht das nächste Gun Club-Album "Pastoral Hide & Seek", das Pierce diesmal selbst produziert, 1991 erscheint die "Divinity EP" nach der Nick Sanderson aussteigt, um sich auf seine andere Band World of Twist zu konzentrieren. Simon Fish übernimmt das Schlagzeug bis Sanderson ein Jahr später wieder zurückkehrt, während dafür Kid Congo endgültig aussteigt und zurück nach Los Angeles geht, so dass das 1993 aufgenommene Album "Lucky Jim" ohne ihn entsteht.

Sanderson und Romi Mori kommen sich im Laufe der Zeit näher, verloben sich 1994 und steigen aus, was Pierce, obwohl er eine Affäre mit Moris Freundin Kayo Hosaka angefangen hatte, in Liebeskummer und Depressionen stürzt. Ein kurzfristig abgesagtes Konzert und eine Solotour von Pierce bestätigen das endgültige Auseinanderbrechen der Band. Pierce absolviert Auftritte mit den Bad Seeds und Kim Salmons Surrealists, wandert nach dem Ablauf seines Englandvisums nach Holland aus und träumt davon in Japan zu leben. Nachdem die Versuche, dort Fuß zu fassen scheitern, kehrt er nach L.A. zurück und beginnt seine Autobiografie zu verfassen, in der er über seine ehemaligen Bandkollegen herzieht. Er versucht außerdem The Gun Club wieder auferstehen zu lassen und ist interessiert an einer Kombination aus Rap (er ist mit Snoop Doggs Dogg Pound-Crew befreundet) und der japanischen Sprache, was er Rappanese nennen will. Seine Gesundheit verschlechtert sich jedoch rapide, er braucht eine Lebertransplantation, die er sich nicht leisten kann und macht NME-Schlagzeilen, weil er sich im Viper Room mit Noel Gallagher anlegt. 1996 spielt er drei letzte Shows mit Kid Congo, Mike Martt, Elisabeth M und Brock Avery, mehr schafft er nicht. Um sich zu erholen reist er zu seinem Vater nach Utah, wo er einen Schlaganfall erleidet und am 31. März 1996 im Alter von 37 Jahren während einer Operation an einem Blutgerinnsel im Gehirn stirbt. Damit sind The Gun Club für immer Geschichte, auch wenn die restlichen Bandmitglieder weiter Musik machen. 2006 dreht Kurt Voss den Dokumentarfilm "Ghost on the Highway" über Pierce und die Band.

Kollaborationen

Diskografie

Alben
Singles/EPs
Live
Compilations
VHS/DVD

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Spex Spex
1982 Miami
43
1984 The Las Vegas Story
1
1
1987 Mother Juno
26
42
8
1990 Pastoral Hide & Seek
39
Singles
1984 War Song
20
1988 Breaking Hands
18

All-Time-Charts

Fire of Love
Miami
Las Vegas Story

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Blondie widmeten der Pierce und der Band 1999 den Song Under the Gun, in dem es heißt: "'Say did you hear I've got a band? / Some guys I know from L.A. / We'll own the Rio Grande / I'll pay you back next Friday / You know it sure ain't big, just some cats I dig / They said they'd do the gig' / I know you did your best, but you thought that you did not / I wish that I had known before I heard the last shot"

Referenzbands

Coverversionen

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Weblinks