The Clash

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The Clash
Aftritt im Chateau Neuf in Oslo (Norwegen) am 21. May 1980
Aftritt im Chateau Neuf in Oslo (Norwegen) am 21. May 1980
Herkunft: London (UK)
Aktiver Zeitraum: 1976 bis 1985
Genres: Punk
Homepage: theclash.com
Line-Up:
Joe Strummer
(Gitarre, Gesang)
Mick Jones
(Gitarre, Gesang)
Paul Simonon
(E-Bass)
Topper Headon
(Schlagzeug)
Ehemalige Mitglieder:
siehe unten

The Clash gründeten sich im Juni 1976 in der ersten Welle der britischen Punk-Bewegung.

Bandgeschichte

Paul Simonon (London SS) und Mick Jones (London SS) wurden am 31. Mai von ihrem späteren Manager Bernie Rhodes mit Joe Strummer (101er's) bekannt gemacht. Keith Levene, der anfangs den 2. Gitarristen geben sollte, verabschiedete sich bald nach der eigentlichen Gründung (und wurde später Mitglied bei Public Image Ltd., John Lydons Post-Punk-Nachfolgeband der Sex Pistols). Einen Drummer fand man mit Terry Chimes.

Das erste Konzert der Clash fand ebenfalls 1976 zusammen mit den Sex Pistols statt. Bereits im Herbst des Jahres hatten sie einen Majorvertrag mit CBS Records, und 1977 erschien die erste Single White Riot sowie das Album The Clash, mit denen sie neben den Sex Pistols zur wichtigsten Kraft im britschen Punkrock heranwuchsen. Im Vergleich zum eher nihilistisch geprägten Oeuvre der Pistols waren The Clash eindeutig politisch in ihren Texten.

Neben dem Debütalbum erschienen mehrere Singles, die allesamt nicht auf dem Album enthalten waren, aber mit "Complete Control" und vor allem "White Man In Hammersmith Palais" zum besten gehören, was The Clash Zeit ihres Lebens produzieren sollten (weshalb auch die später veröffentlichte US-Version des Debutalbums vier Singles aufnimmt und an ihrer statt einige Albumtracks weglässt). Ersteres behandelt insbesondere die Schwierigkeiten der Band bei einem Major-Label unter Vertrag zu stehen und kritisiert die Machenschaften eines Major-Labels offen. Neben dem Junior Murvin Cover "Police & Thieves" war vor allem "White Man In Hammersmith Palais" ein Hinweis, dass The Clash im Gegensatz zu vielen anderen Punkbands der ersten Stunde sich selbst nicht von den engen Grenzen des 1-2-3-4-Punk einengen wollten. Die Verbindung klassischen jamaicanischen Skas mit Power-Chords und der Aggressivität des Punk wie einem überaus raffinierten, im stream-of-consciousness-Stil geschriebenen Text Strummers zu "White Man In Hammersmith Palais", der nach einem Bericht über einen von ihm besuchten Reggae/Ska-Abend in Hammersmith gegen Ende sowohl die sie umgebende Punkszene kritisiert ("Punk rockers in the UK / They won't notice anyway / They're all too busy fighting / For a good place under the lighting / The new groups are not concerned / With what there is to be learned / They got burton suits, ha you think its funny / Turning rebellion into money") wie der britischen Gesellschaft den Spiegel vorhält ("All over people changing their votes / Along with their overcoats / If adolf hitler flew in today / They'd send a limousine anyway") half The Clash sich von den eindimensionalen Erwartungen nach ihrem fulminanten Garagen Punk Debut zu befreien.

Kurz nach ihrem selbstbetitelten Debütalbum verabschiedete sich Terry Chimes und wurde durch den Topper Headon ersetzt. Einzug in die Punkfolklore hielt der Trennungsgrund von Chimes mit The Clash. Insbesondere der politisch engagierte Joe Strummer war mit der Antwort, was Chimes sich von The Clash erwarte nicht zufrieden: „The straw that broke the camel's back may have been an argument over a Maserati. We used to check each other saying what do you want out of this and Terry said ‚I want a Maserati’. Imagine our reaction... He was very honest, he just didn't understand we were trying to see if something new could be forged. The next day he never showed up.“ [1].

Die Band nahm mit dem früheren Produzenten von Blue Oyster Cult, Sandy Perlman, ihr zweites Album auf, was wegen der Zusammenarbeit mit einem Produzenten, der aus einem Umfeld kam, gegen das Punk einst explizit angetreten war, kritisch beäugt wurde. Der Sound war erwartungsgemäß reicher wie glatter als der des Debuts, was zum Teil, trotz hoch geschätzter Singles wie "Safe European Home" (über einen Ausflug Strummer und Jones nach Jamaica) als Ausverkauf gesehen wurde.

The Clash antworteten darauf – wiederum nach einigen Zwischensingles – mit dem Doppelalbum "London Calling", das bis heute zu den meistgefeierten Alben der Musikgeschichte zählt (siehe Alltimecharts) und u.a. vom US-Rolling-Stone zum besten Album der 80er (trotz des Releasejahres 1979) gewählt wurde. Neben dem Titeltrack war – vor allem in den USA – der in letzter Minute noch mit aufgenommene Song "Train In Vain" der Durchbruch zur breiten Masse.

Die beiden Eckpunkte "Train In Vain" als letztes Lied, das vor allem vom Motown-Soul beeinflusst war, und "London Calling", einer musikalisch urenglischen Mischung aus The Kinks, The Who, Mod und Punk mit apokalyptischen Beatles-dissenden Texten, als Opener zeigten bereits die stilistische Bandbreite auf, die The Clash auf ihrem dritten Album bestreiten sollten: von Rockabilly über klassischen Punk, Reggae, Ska, Pop oder einem vom Klavier getragenen Song wechselten The Clash mühelos zwischen den verschiedensten Stilen, wobei ihnen gelang, dass das Album gerade als Ganzes so ungemein überzeugen konnte.

Die Folge des erfolgreichen Experiments "London Calling", das als Meilenstein der Musik- und Punkgeschichte gelten kann, weil es die engen stilistischen Grenzen eines Genres erfolgreich aufhob, war ein Mut zu einem noch wilderen Stilgemisch: "Sandinista!". Auf Drängen der Band wurde "Sandinista!" als Triple-Album zum normalen Albumpreis veröffentlicht. Der Legende nach stimmte die Plattenfirma nur zu, weil die Band sich bereit erklärte, die kleinere Marge für das Label aus ihrem Umsatzanteil auszugleichen. "Sandinista!" konnte nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen und bedeutete einen ersten Bruch in der Clash-Historie.

Doch bei Album Nummer 4 angelangt, erreichten The Clash ihren kommerziellen Höhepunkt. Die Singles "Rock The Casbah" und "Should I Stay Or Should I Go" bescherten ihnen in den USA den endgültigen Durchbruch. Gewisse kreative Ermüdungserscheinungen im Vergleich zu den vorangegangenen Feuerwerken konnten jedoch kaum übersehen werden, so dass wenig später das eigentliche Ende der Clash folgen sollte, als sich die Songwriter-Partnerschaft zwischen Mick Jones und Joe Strummer trennte (wohl auf Strummer hin). Letzterer formierte eine neue Gruppe um sich, mit denen er das letzte Clash-Album "Cut The Crap" aufnahm, das allerdings zumeist in allen Historien negiert wird und als schwaches Ende einer großen Band gelten darf.

Trotz der Ausräumung der Differenzen zwischen Jones und Strummer wenig später widerstanden The Clash allen Reunion-Angeboten – ein Thema das sich mit dem tragischen, viel zu frühen Tod des Frontmanns Joe Strummer 2003 endgültig erledigen sollte.

Line-Up

beim Album "The Clash" und "Combat Rock":

vor dem ersten Album:

The Clash Mk 2 (Cut The Crap Album, 1985)

Kollaborationen

  • Jimmy Pursey (Sham 69) übernimmt bei dem legendären Rock Against Racism Open-Air die Vocals bei White Riot
  • Mickey Dread: vocals bei Living In Fame (auf Sandinista!)

Diskographie

* für die komplette Diskographie siehe den Artikel The-Clash-Diskographie

Referenzkasten

The Clash

  • White Riot: White riot – I wanna riot / White riot – a riot of my own wird manchmal als rassistisch missverstanden (was natürlich nur in völliger unkenntnis von The Clash gehen kann, die ja eine der antirassistischsten Punkbands überhaupt waren) bezieht sich aber vielmehr auf die Riots in London 1976, bei denen die schwarze Bevölkerung in Straßenschlachten mit der Polizei verwickelt wurde. In einen dieser Riots war Strummer involviert und er wollte, dass auch die Weißen Londons aufstehen und gegen Unterdrückung rebellieren
  • 1977: No Elvis, Beatles or the Rolling Stones in 1977
  • Clash City Rockers: You owe me a move say the bells of St. Groove / Come on and show me say the bells of Old Bowie / When I am fitter say the bells of Gary Glitter / No one but you and I say the bells of Prince Far I – ähnlich wie in 1977 (dort Elvis, Beatles und die Stones) wird die alte Garde (hier Bowie, Glitter) aufgefordert, den Weg freizumachen. Andererseits verweisen The Clash positiv auf den Roots Reggae von Prince Far I.
  • White Man In Hammersmith Palais: gilt als einer der ersten Songs, die Punk und Reggae mischen und erzählt anfangs von einem von Strummer besuchten Reggae-Konzert in Hammersmith (er dort: der einzige "White Man"). Enttäuscht von den Auftritten von Dillinger and Leroy Smart beginnt der Song mit einem stream of consciousness Review, in dem er auch noch Ken Boothe und Four Tops namedroppt, bis er auf eine Kritik an der Punkbewegung selbst (punk rockers in the UK / won't notice anyway / they are all too busy fighting / for a good place under the lighting) und der Regierung umschwenkt. Die Stelle They got Burton suits / ha, you think its funny / turning rebellion into money bezog sich laut Strummer auf The Jam. All over people changing their votes / Along with their overcoats / If Adolf Hitler flew in today / They'd send a limousine anyway nimmt Volk und Regierung für den unkritischen Umgang mit Faschismus und Rechtsradikalismus auf das Korn.

Give Em Enough Rope

  • Safe European Home: erzählt von Strummer/Jones' Ausflug nach Jamaica und zitiert in Whoa, the harder they come, n’ the home of ol’ Bluebeat den Film The Harder They Come und mit Bluebeat eine Variante von Ska/Reggae.

London Calling

  • Guns Of Brixton: His game is called survivin' / At the end of the harder they come bezieht sich auf den Reggae/Gangster-Film The Harder They Come. Im Clash-Film Rude Boy läuft auch The Slickers' "Johnny Too Bad" vom Soundtrack des Films.

Sandinista!

  • Die Sandinistas waren eine linke Befreiungsbewegung in Nicaragua, die 1979 die dortige Diktatur stürzte
  • Washington Bullets: ist sogar für The Clash Verhältnisse überdeutlich politisch. unter anderem werden angesprochen
    • Salvador Allende (Regierungschef von Chile, durch Militärputsch entmachtet): Remember Allende, and the days before
    • Viktor Jara (chilenischer Musiker, gefoltert und ermordet im Laufe des Putschs von 1973): Please remember Victor Jara, in the Santiago Stadium
    • die Unterstützung des Reagan-Regimes der Contra-Rebellen in Nicaragua gegen die Sandinisten (When they had a revolution in Nicaragua, There was no interference from America)
    • die Schlacht in der Schweinebucht (USA-Invasion auf Kuba): And in the Bay of Pigs in 1961
    • Fidel Castro (For Castro is a colour / Is a redder than red / Those Washington bullets want Castro dead) und John F Kennedy (Havana fought the playboy in the Cuban sun)
    • die sowjetische Besetzung von Afghanistan ('N' if you can find a Afghan rebel / That the Moscow bullets missed / Ask him what he thinks of voting Communist)
    • den Dalai Lama und die chinesische Politik (Ask the Dalai Lama in the hills of Tibet / How many monks did the Chinese get?)

Referenzen anderer

  • Billy Bragg - Old Clash Fan Fight Song (unter dem Namen Johnny Clash)
  • Beatsteaks – "Hello Joe" (über Joe Strummer): "Hello hello Joe / I‘d like to have advice but you won‘t tell I strain my ears to STRAIGHT TO HELL / Down in London town in these times of war / You won't raise your voice no more"
  • Wild Billy Childish & The Musicians Of The British Empire - "Joe Strummer's Grave"
  • Crass – "White Punks On Hope": "They said that we were trash/Well the name is Crass, not Clash." (inbezug auf Werte der Punkszene, nicht die Musik)
  • The Hold Steady - "Constructive Summer": "Raise a toast so Saint Joe Strummer. I think he might have been our only decent teacher."
  • Bob Marley – "Punky Reggae Party": "...I'm saying... / The Wailers will be there / The Damned, The Jam, The Clash / Maytals will be there / Dr. Feelgood too..."
  • Pascow - "Joe Strummers Gewissen": spielt auch noch auf den Clash Hit "I Fought The Law" an.
  • Rancid – "Radio": "When I got the music / I got a place to go / RADIO CLASH / MAGNIFICIENT 7 / I was a choir boy / you showed me no heaven"
  • Television Personalities - in "Part Time Punks" werden The Clash genannt, in "Happy Families" Joe Strummer

Referenzbands

Coverversionen

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  • und unzählige bekannte und unbekannte Punk-, Rock- und Popbands

Trivia

  • Die US-Version des Debutalbums kam in Amerika erst nach dem zweiten Album heraus und hatte eine andere Tracklist (sowohl Reihenfolge als auch Songauswahl). Es wurden Songs von den nicht auf den Alben enthaltenen Singles und EPs aufgenommen: White Man In Hammersmith Palais, Complete Control, Clash City Rockers und I Fought The Law (sowie Jail Guitar Doors) statt Deny, Protex Blue, Cheat und 48 Hours. Kurioserweise finden sich so auf der US-Edition die besseren Songs, doch ist das UK-Album die bessere LP als Ganzes. Außerdem ist die Farbe des Covers der US-Version ein wenig anders (z.B. dunkleres grün).
  • Manager von The Clash war Bernard Rhodes
  • Normalerweise sind alle The Clash Songs in der Tradition von Jagger/Richards und Lennon/McCartney unter Strummer/Jones verbucht. Ausnahmen:
    • What's My Name: Strummer/Jones/Levene (Keith Levene war Mitglied von The Clash vor dem ersten Album)
    • Guns On The Roof: Strummer/Jones/Simonon/Headon
    • Guns Of Brixton: Paul Simonon
  • I'm so bored with the U.S.A. war ein Mick Jones – Song, der ursprünglich I'm So Bored With You hieß und über eine verflossene Liebe ging. Joe Strummers Text macht daraus einen der aggressivsten Polit-Punk-Songs der Clash.
  • Jail Guitar Doors: war ursprünglich ein Song von Strummers erster Band The 101ers, von The Clash mit neuen Lyrics aufgenommen
  • Remixe von The Call-Up (The Cool Out) und The Magnificient Seven (The Magnificient Dance) waren als Pepe Unidos angegeben, was ein Alias für Strummer / Simonon / Rhodes war
  • This Is Radio Clash und Radio Clash waren ursprünglich ein Song, der aber nicht auf eine Single passte und so in a- und b-Seite geteilt wurde.
  • Das berühmte Cover von "London Calling" zeigt ein Foto von Penny Smith, wie Paul Simonon seinen Bass auf der Bühne zerschmettert. Dieses Foto wurde vor einigen Jahren zum definitiven Rockfoto gekürt. Das weitere Design ist an ein Elvis Presley Album angelehnt.

Literatur

Weblinks