Temple of the Dog – Temple of the Dog

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Temple of the Dog
Temple of the Dog
Veröffentlicht: 16. April 1991
Label & Vertrieb: A&M
Albumlänge: 55:02 Min.
Produziert von: Rick Parashar und Temple of the Dog
Genre: Grunge, Hardrock
Formate: LP, CD
Singles: 1992 – Hunger Strike
1992 – Say Hello 2 Heaven (Promo)
1992 – Pushin Forward Back (Promo)
Chronologie

Temple of the Dog

"Temple of the Dog" ist das erste und einzige Album der gleichnamigen Grunge-Supergruppe und erschien im Jahre 1991.

Zum Album

Eines der zentralen Alben aus dem musikalischen Kontinuum von Seattle entstand aus dem Verlust eines geliebten Mitglieds davon. Andrew Wood, Sänger von Mother Love Bone, war 1990 an den Folgen seiner Drogenabhängigkeit gestorben und hinterließ verstörte Bandkollegen und einen trauernden Freund und ehemaligen Mitbewohner. Doch "Life rules", wie Ex-MLB-Bassist Jeff Ament im Booklet der Platte zu Protokoll gab, die einfach den Namen der Band trug, die dem toten Freund ein Denkmal setzen wollte: "Temple of the Dog". Soundgarden-Sänger Chris Cornell schrieb einige Songs, um den Schmerz über den Verlust in Worte und Töne umzusetzen. Viele, wenn auch nicht alle davon bezogen sich in der einen oder anderen Weise auf "L'Andrew the Love Child", wie Wood sich selbst auch genannt hatte. (Zu diesen besonderen "Andy-Stücken" der Platte gehören Say Hello 2 Heaven (über den Tod des Freundes), Reach Down (über Woods glamouröses, charismatisches Auftreten) und Times of Trouble (über die Heroinabhängigkeit).) Stilmäßig orientierten sie sich deutlich mehr am klassischen bis bluesig-balladesken Stadionrocksound von Mother Love Bone als an den damals noch sehr zähen, aggressiven Soundgarden. Im Vergleich zum seinerzeit noch die Charts regierenden Hardrock und Hair Metal waren die Songs jedoch um einiges kantiger und bestachen durch ihre emotionale Tiefe. In diesem Sinne ist "Temple of the Dog" auch als Richtungsweiser für das zu verstehen, was letztlich das Markenzeichen des Grunge werden sollte, nämlich den Versuch, Rockmusik abseits von Klischees und Oberflächlichkeiten zu schreiben.

Für die aufzunehmende Platte tat Cornell sich zunächst mit Jeff Ament und MLB-Gitarrist Stone Gossard zusammen, die auch noch zum Songwriting beitrugen. Dazu stießen Soundgarden-Trommler Matt Cameron, Mike McCready und ein gewisser Eddie Vedder; man nahm im Herbst 1990 zehn Songs unter der Anleitung von Rick Parashar auf und veröffentlichte sie etwa ein Jahr nach Andy Woods Tod. Soweit blieb der Effekt auf die Mitwissenden und Mittrauernden beschränkt, denn von dem Wort Grunge hatten außer ein paar Szenespezis noch nicht viele Leute etwas gehört.

Ein gutes Jahr später, im Sommer nach "Nevermind", sah die Situation auf einmal ganz anders aus: Pearl Jam, die Band, bei denen Ament, Gossard, McCready und Vedder inzwischen zusammen spielten, waren durch den Erfolg ihres Erstlings "Ten" inzwischen zu veritablen Megastars geworden, und auch Soundgarden hatten mit "Badmotorfinger" die Platin-Grenze geknackt. Den Promotern von A&M, die das Temple-Album seinerzeit veröffentlicht hatten, wurde plötzlich klar, dass sie eine Kollaboration zweier der heißesten Bands der Stunde in Händen hielten, was anscheinend noch niemandem aufgefallen war. Flugs wurde "Temple of the Dog" wiederveröffentlicht und das Vedder-Cornell-Duett Hunger Strike als Single ausgekoppelt, wozu auch ein Video gedreht wurde. Im Nu schoß das Album in die Top 5, und der Clip rotierte heftigst auf MTV. Die Platte verkaufte sich nun mehr als eine Million Mal und wurde mit einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet. Dabei blieb es den Bandmitgliedern vorbehalten, nicht die Supergroup-Sensation oder die phänomenalen Plattenverkäufe im Vordergrund zu wissen, sondern das Andenken an den verstorbenen Andy Wood, der, wie Stone Gossard zufrieden meinte, "von dem Ding umgeblasen worden wäre".

Line-Up

Tracklisting

  1. Say Hello 2 Heaven (6:22)
  2. Reach Down (11:11)
  3. Hunger Strike (4:03)
  4. Pushin Forward Back (3:44)
  5. Call Me a Dog (5:02)
  6. Times of Trouble (5:41)
  7. Wooden Jesus (4:09)
  8. Your Saviour (4:02)
  9. Four Walled World (6:53)
  10. All Night Thing (3:52)

Andere Versionen

  • Auf dem Soundgarden-Bootleg "Stolen Prayers" sind mit Reach Down, Angel on Fire und Black Cat drei Demoversionen von Temple of the Dog-Stücken enthalten, wobei es aber nur das erste Stück auf die Platte schaffte.

Singles

  • 1992 Hunger Strike
  • 1992 Say Hello 2 Heaven (Promo)
  • 1992 Pushin Forward Back (Promo)

Weblinks