Tears for Fears

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Tears for Fears
Tears for Fears live 2010
Tears for Fears live 2010
Herkunft: Bath, England
Aktiver Zeitraum: seit 1981
Genres: New Wave, Synthie-Pop, Rock
Labels: Epic, Gut Records, Mercury
Homepage: Fanpage
Line-Up:
Roland Orzabal
Curt Smith
Ehemalige Mitglieder:
Ian Stanley: Tasteninstrumente
Manny Elias: Schlagzeug

Tears for Fears sind eine britische Pop-Band, die seit 1981 im Kern aus Roland Orzabal und Curt Smith besteht. In den 1980ern hatte das Duo weltweite Hits mit Songs wie Mad World, Shout oder Sowing the Seeds of Love, zerstritt sich dann sehr öffentlich, worauf Orzabal den Namen alleine weiterführte, und ist heute wieder zu zweit aktiv.

Bandgeschichte

Eines der Drama-Couples schlechthin aus der schönen Welt der Popmusik ist mit Sicherheit das Duo Roland Orzabal und Curt Smith. Die beiden lernten sich in den Siebzigerjahren als Teenager im englischen Bath kennen und probierten ihre künstlerischen Ambitionen zunächst in diversen eher Mod-inspirierten Ensembles wie Neon und Graduate aus (Letztere hatten 1980 auch eine Hommage an Elvis Costello als Single namens Elvis Should Play Ska veröffentlicht). 1981 dann gründeten die nun deutlich stärker von New Wave à la Talking Heads und dem Avantgarde-Pop von Peter Gabriel und Brian Eno beeinflussten Orzabal und Smith Tears for Fears, das sie als kreatives Kernduo mit wechselnden Gastmusikern konzipiert hatten. (Damals gehörten noch Keyboarder Ian Stanley und Drummer Manny Elias zum Lineup.) Nach den ersten, eher verhalten aufgenommenen bis schlicht ignorierten Singles "Suffer the Children" und "Pale Shelter" platzte dann mit dem Debütalbum "The Hurting" 1982 der Knoten: Mad World und Change wurden zu UK-Top-5-Erfolgen, und der Longplayer selbst – trotz seines schon im Titel angedeuteten eher deprimierenden Konzepts von Chefkomponist Roland Orzabals unglücklicher Kindheit und ihrer psychologischen Folgen – erhielt eine Platinschallplatte. Dennoch hatten Orzabal und Smith das Gefühl, den Sound der Band verändern zu müssen, und nach der experimentelleren, aber weniger erfolgreichen Zwischensingle "The Way You Are" war es der im November 1984 veröffentlichte nachmalige Überhit Shout, der den Megaerfolg des zweiten Tears for Fears-Albums "Songs from the Big Chair" (1985) ankündigte. Auch bei dieser Platte, die mehrfaches Platin einheimste und auch die höchsten Positionen der US-Charts erreichte, ging es um Tiefenpsychologie und vergrabene Konflikte; mit Everybody Wants to Rule the World und Mothers Talk waren auch weitere weltweite Singleerfolge dabei.

Im weiteren Verlauf der 1980er blieb es dann eigentümlich ruhig um Tears for Fears. Allerdings verbrachte die Band auch schier unendlich lange Zeit mit der Produktion ihres dritten Albums, das schließlich nach Entstehungskosten von über einer Million Pfund im Jahr 1989 unter dem Titel "The Seeds of Love" herauskam. Die Platte zeigte nach den primär Synthie-Pop-geprägten Vorgängern eine große stilistische Vielfalt von Jazz bis Klassik auf, und insbesondere der minutiös durchkomponierte Quasi-Titeltrack Sowing the Seeds of Love war als Hommage an die Platte des "summer of love", "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" von den Beatles, zu verstehen. Das Album wurde erneut ein großer Erfolg, wenn es auch nicht ganz die gigantischen Umsätze von "Songs from the Big Chair" erreichen konnte. Die extrem lange und aufwändige Produktion der Platte hatte allerdings auch einen Keil zwischen Smith und Orzabal getrieben, denn wo Letzterer jedes kleinste Detail kritisch beäugte, wollte Ersterer einfach nur vorankommen. So kam es, dass das Duo im Jahr 1991 getrennte Wege ging, und während Curt Smith eine Solokarriere anstrebte (die allerdings komplett danebenging), machte Roland Orzabal unter dem "Tears for Fears"-Logo weiter. Nach der Best Of "Tears Roll Down" von 1992 kam dann im darauf folgenden Jahr das gitarrenlastige Album "Elemental" heraus, für das Orzabal die Musik (erneut) komplett allein verantwortete und das mit Break It Down Again zumindest eine Top-20-Single enthielt. Die ganz großen Erfolgstage waren allerdings vorbei, und auch das 1995 erschienene "Raoul and the Kings of Spain", in dem Orzabal seinen spanischen Wurzeln nachspürte, konnte in der veränderten Musiklandschaft der Neunziger nicht mehr viel erreichen. Eine letzte Welttournee schloss dann das aktive Kapitel Tears for Fears erst einmal ab.

Erst im Jahr 2000 traten Smith und Orzabal wegen rechtlicher Angelegenheiten – der Tears for Fears-Backkatalog hatte die Plattenfirma gewechselt, zudem waren die ersten drei Alben der Band 1999 remastert worden – wieder über ihre Anwälte in Kontakt, was nach einiger Zeit des Beschnupperns erst zu einem gemeinsamen Abendessen der beiden Ex-Partner und dann schließlich zur Wiederaufnahme des gemeinsamen Musikmachens führte. Das Ergebnis dieser Wiedervereinigung, an dem erstmals ein fast gleichberechtigter Anteil an Songwriting-Credits von Smith, Orzabal sowie Smiths neuem Mit-Schreiber Charles Pettus erreicht wurde, erschien Anfang 2004 unter dem etwas sarkastisch anmutenden Titel "Everybody Loves a Happy Ending". Zuvor war das Interesse an Tears for Fears zwar noch durch Gary Jules' weltweit erfolgreiche Coverversion von Mad World (ursprünglich auf dem Soundtrack von "Donnie Darko" enthalten) gesteigert worden, doch konnte das neue Album der Band trotz der Top-40-Single "Closest Thing to Heaven" nicht über einen Kerngruppenerfolg und etwa 100.000 verkaufte Einheiten hinauskommen.

Trotzdem sind Tears for Fears seitdem weiterhin aktiv und auf Tour. Nach Roland Orzabals Solodebüt "Tomcats Screaming Outside" von 2001 hat Curt Smith im Jahr 2007 mit "Halfway, Pleased" sein zweites Soloalbum veröffentlicht.

Diskographie

Alben
  • 1982 The Hurting
  • 1985 Songs from the Big Chair
  • 1989 The Seeds of Love
  • 1993 Elemental
  • 1995 Raoul and the Kings of Spain
  • 2004 Everybody Loves a Happy Ending

Referenzkasten

  • Der Bandname entstammt dem Konzept der Urschreitherapie von Arthur Janov, die durch John Lennons Stück Mother bekannt wurde und nach der sich auch Primal Scream benannt haben.

Referenzbands

Weblinks