Tabea Blumenschein

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Die 1952 in Konstanz geborene Tabea Blumenschein ist eine deutsche Schauspielerin, Musikerin und Schriftstellerin. Sie war zeitweilig Mitglied der Avantgarde-Band Die Tödliche Doris

Leben

Tabea Blumenschein war in den 1970er und 1980er Jahren in West-Berlin eine schillernde Persönlichkeit, die in den späten 1970er Jahren in Kontakt kam mit der frühen Berliner NDW-Szene um den Laden Eisengrau. 1980 veröffentlichte sie mit Frieder Butzmann, Gudrun Gut und Bettina Köster die Single "White Christmas" auf Marat Records. 1982 machte sie die Covergestaltung für die Single Berlin Bleibt Doch Berlin von der Berliner New Wave Band Hongkong Syndikat.

Von 1982 bis 1984 war sie dann Mitglied von Wolfgang Müllers Band Die Tödliche Doris. Für die Band entwarf und schneiderte sie Kostüme, schrieb Texte und Musik. Mit der Band trat sie unter anderem auch in New York und auf Helgoland auf. Beteiligt war sie auch am Jahreswechsel 1983/84 an der Performance Die lange Nacht des Gesamtkunstwerkes im Delphi Theater in Berlin. Neben den Liveauftritten und Perfomances von Die Tödliche Doris war sie auch an dem Album Chöre & Soli sowie den Kassettenalbum Tabea Und Doris Dürfen Doch Wohl Noch Apache Tanzen und dem Livetape Helgoland 23.7.1983 beteiligt. In Blumenscheins "Modeentwürfen" posierten plötzlich einbeinige Models mit Irokesenfrisur, ungeheuer dick oder viel zu dünn, am Körper verziert mit brutalen Knast-Tattoos, Männer wie Frauen - offensichtlich aus den Proportionen sämtlicher Schönheitsraster und Ideale geraten. Diese wunderbaren Zeichnungen veranlassten mich seinerzeit, Tabea anzusprechen beschreibt Wolfgang Müller seinen ersten Kontakt mit ihr.

Sie war eng befreundet mit der Krimiautorin Patricia Highsmith, dem Schauspieler Udo Kier und der Tänzerin Valeska Gert, mit der sie auch in dem Film Die Betörung der blauen Matrosen spielte. Sie hat Filme, Maske und Kostüme für Ulrike Ottinger, Herbert Achternbusch oder Walter Bockmeyer gemacht. Sie ist Schauspielerin, Musikerin und hat Mode für Claudia Skoda entworfen. 1981 bekam sie das Filmband in Gold verliehen für die Ausstattung in Looping, einem Film von Rolf Bührmann und Walter Bockmayer, mit dem sie gut befreundet ist.

Nach ihrem auf Super-8 von Christoph Dreher gedrehten Fernsehspiel Zagarbata (eine Koproduktion mit dem ZDF, 1985) wurde es leiser um die Künstlerin. Sie zog sich zunehmend zurück und widmete sich der Malerei und Zeichnung. Ende der achtziger erschien von ihr das Buch Das Kreuz der Erfahrung mit Faksimiles, Fotos und Zeichnungen. Heute lebt sie zurückgezogen in Berlin Hellersdorf und tritt selten öffentlich in Erscheinung.

Diskografie

  • Tabea Blumenschein, Frieder Butzmann, Gudrun Gut & Bettina Köster - White Christmas (7"Marat Records 024) 1980
  • Die Tödliche Doris - Tabea und Doris dürfen doch wohl noch Apache tanzen, Kassettenkombinat 1982 und 2004 auf LP bei Vinyl-On-Demand], Friedrichshafen
  • Die Tödliche Doris - Helgoland 23.7.1983 (Cassette, Eigenproduktion , Auflage 50, 1984)
  • Die Tödliche Doris - *Chöre & Soli (8x4", Col + Box) Pure Freude, Gelbe Musik 1983
  • Die Tödliche Doris - Chöre Und Soli - Live Im Delphi-Palast Sylvester 83/84 (LP, Ltd) Vinyl-On-Demand 2004

Bücher

  • Das Kreuz der Erfahrung. Martin Schmitz Verlag, Kassel 1991. ISBN 3-927795-06-2
  • Die Bartfrau Florette, in: Hormone des Mannes. Ein deutsches Lesebuch. Herausgegeben von Wolfgang Müller, Martin Schmitz Verlag, Kassel 1994. ISBN 3-927795-15-1

Filme

  • Die Betörung der blauen Matrosen (Ulrike Ottinger 1975)
  • Madame X - Eine absolute Herrscherin (Ulrike Ottinger 1978)
  • Bildnis einer Trinkerin (Ulrike Ottinger 1979)
  • Taxi zum Klo (Frank Ripploh, 1980)
  • Das Graupelberhuhn (Die Tödliche Doris, 1982)
  • Uliisses (Werner Nekes, 1982)
  • Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse (Ulrike Ottinger 1984)
  • In Afrika ist Muttertag (Ralf Huettner, 1984)
  • Zagarbata (Regie und Buch: Tabea Blumenschein 1985)

Weblinks