Soft Cell – Tainted Love

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Backcover der Maxi

Tainted Love ist ein Northern-Soul-Klassiker, der 1964 von Ed Cobb für Gloria Jones, eine Backgroundsängerin Elvis Presleys und der späteren Lebensgefährtin Marc Bolans, komponiert wurde und in der Version von Soft Cell 1981 in der Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien und fünfzehn weiteren Ländern die Top-Chartspositionen erreichte und weltweit die gesamten 1980er Jahre über die Tanzflächen der Clubs füllte.[1][2]

Hintergrund

Das Stück war die B-Seite von Gloria Jones' My Bad Boy's Coming Home, ein flotter Northern SoulNorthern-Soul-Geheimtipp, der zwar keine Chartspositionen zu verzeichnen hatte, aber genug Aufsehen erregte, als dass er durch die 1970er hinweg bis ins Jahr 1981 getragen wurde, wo er dann von zwei Kunststudenten aus dem Umfeld des Leedser Warehouse, Marc Almond und David Ball als Soft Cell, gecovert wurde.[3] Marc Almond sang, David Ball spielte die Synthesizer. Soft Cell interpretierten das Stück erheblich langsamer als das Original und transponierten es komplett um eine Quarte abwärts, wodurch eine insgesamt bassigere Abmischung möglich wurde.

Die Soft Cell 12" ist wohl auch deshalb so erfolgreich gewesen, weil die Aufnahme lange, kaum variierte repetitive Tanzparts aufwies, das Stück wurde dann auch zusätzlich noch mit einer übergangslos angehängten Version von Where did our love go von den Supremes, einer Art Improvisation über das exponierte rhythmische Zweitonschema des Synclaviersounds, auf 8:57 min. gedehnt. Die Drums wurden größtenteils von einer Roland CR-78 besorgt.[4] Auf der B-Seite der 12" befindet sich das von Daniel Miller produzierte Memorabilia. Vor der 12" gab es eine Demoaufnahme des Stücks von 1980, die sich am Tempo des Originals orientierte.

"I borrowed Kit Hain's primitive Roland, noting that a bit of proxy star quality on the session wouldn’t hurt. It had one output only. The only way that engineer Paul Hardiman could separate the kick drum from the tinny electronic noise burst that functioned as the snare sound was by using equalization and recording them on different tracks. The danceability didn't seem to be compromised, though. My Synclavier […] made the distinctive piano rhythm sounds, the orchestral swells, the big French horn sound in the middle of the club 12" and more besides. […] An assortment of electronic drums, mine and the group’s, made their own basic sounds, although in one case (the opening 'bink bink'), a snare-ish noise was mangled through a distinctive delay line (Delta Labs' DL4) to generate the metallic ringing which became such a signature and has since gone on to occupy so many other people’s sample machines. […] It was one of those dream sessions where everything worked. Everything we reached for seemed to fit effortlessly, whether it was the surprisingly effective horn sustain in the middle or the classic 'bink'. Time passed very pleasantly, and very energetically."[5]

  •                     bei Youtube [5] <------------ Demo 1980 | Original -----------> [6] bei YouTube

Zusätzlich gab es als zweites Stück der B-Seite eine Instrumentalversion mit dem Titel Tainted Dub. Die Maxisingle wurde 1980 im Stage One Studio in London an einem Tag auf 16 Spuren aufgenommen, verwendet wurde Marc Almonds erste Gesangseinspielung.[6] Live spielten Soft Cell das Stück mit Unterstützung eines Revox-Tonbandgerätes (siehe Backcover oben).

Versionen

1964: Gloria Jones, 1979: Neuaufnahme von Richard Searling, 1981: Soft Cell, 1982: Dave Phillips & The Hot Rod Gang, (Rockabilly-Version) auf der LP Wild Youth (Rockhouse Records), 1985: Coil, auf der 12-Zoll-Single Panic/Tainted Love, 1992: The Flying Pickets, auf dem Album The Warning, Inspiral Carpets, auf dem Album Ruby Trax, 1996: Bluekilla, auf dem Album Ska-a-Gogo, 1997: Atrocity, auf dem Album Werk 80, 1998: The Living End, B-Seite zur Single All Torn Down, 2001: Marilyn Manson, als 7", als Bonustrack auf The Golden Age of Grotesque und für den Soundtrack Not Another Teen Movie 2001: Max Raabe, auf dem Album Superhits Nummer 2, 2002: Prozac+, auf dem Album Miodio, 2002: Night Shift, auf dem Album Undercovers, 2005: The Pussycat Dolls, auf dem Album PCD, 2006: Rihanna samplet das Stück in SOS, 2006: Milk Inc., auf dem Album Supersized, 2006: Alejandra Guzmán, im Soundtrack des mexikanischen Films Cansada De Besar Sapos, 2008: Shades Apart, auf dem Album Save It, 2009: The Pigeon Detectives, Wohltätigkeitssingle für "Cash for Kids", 2010: Flo Rida sampelte das Stück bei Zoosk Girl (featuring T-Pain), 2010: Imelda May, auf dem Album Mayhem, 2010: Bilal, 2011: Scorpions, auf dem Album Comeblack, 2012: Bo Deal, auf dem Mixtape The Chicago Code 2, produziert von Lil Lody.

Eine Version von The Cure gibt es nicht, dafür zwei Youtube-Videos, die das Original unter Cure / The Cure verbuchen und entsprechend viele Anfragen im Internet.

Diskografie

Einzelnachweise

  1. Edd Cobb war als Produzent wesentlich erfolgreicher als als Musiker bei den Four Prebs, Artikel Ed Cobb [1] bei der en.wiki
  2. Christian BielefeldtSoft Cell: Tainted Love [2] bei Songlexikon.de
  3. Marc Almond soll in dem Club eine zeitlang die Toiletten gereinigt haben. Auf dem Backcover der Platte wird darauf referiert: "Thanks to everyone at the Warehouse".
  4. Richard Buskin – Soft Cell: Tainted Love (2012) [3] bei Soundonsound.com
  5. ebd.
  6. Artikel Tainted Love [4] bei der de.wiki

Weblinks

Links im Juli 2017.