Ska

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Abgrenzung
Ursprünge: Rhythm and Blues
Herkunft: Jamaika
Zeitraum: seit den 1960ern
Anders als: Rocksteady, Reggae, Punk

Einführung und Geschichte

In der Geschichte des Ska gibt es drei Wellen: in den 1960ern auf Jamaika, im England der 1970er und weltweit ab Mitte der 1980er.

Die erste Welle: Jamaican Ska

Die musikalischen Wurzeln der ersten Welle von Ska waren amerikanischer Rhythm and Blues (besonders Fats Domino war sehr populär auf Jamaika) und der Mento, die erste jamaikanische populäre Musik, die in den 1930ern durch den Einfluss afrikanischer Sklaven entstand. Als der rauhe amerikanische Rhythm & Blues dem glatteren Soul wich, entstand ein Vakuum, aus dem "Jamaican Boogie" oder "Blue Beat" entstand - eine jamaikanische Version des US-amerikanischen R&B. In der Folge verlegten die jamaikanischen Bands Klavier und Gitarre vermehrt auf die Backbeats, wodurch sich der jamaikanische R&B vom amerikanischen Vorbild unterschied und nun zum Ska wurde.

Seinen Namen hat der Ska angeblich von der Band The Skatalites, die fand, dass das Wort Ska am besten zu der Musik passen würde. Ska war auf Jamaika weit verbreitet, meist wird die Musik aber in Verbindung mit den Rudeboys (oder Rudies), den jamaikanischen Arbeiterjugendlichen gebracht, die Vorbild für die Hooligan-Bewegung waren.

Der Legende nach sorgte ein überdurchschnittlich heißer Sommer für das Ende der ersten großen Ska-Welle. Die dem Ska eigenen Rhythmen waren zu schnell, zu anstrengend um sie in großer Hitze zu tanzen und so entwickelten die jamaikanischen Bands langsamere Sounds – 1966 wurde damit der Rocksteady geboren, aus dem sich wiederum 1968 der Reggae entwickelte, der die führende Rolle des Ska eindeutig übernahm und diesen in den Hintergrund drängte, bis die englische Welle um die Specials jenen ursprünglichen Sound wieder in die Erinnerung rief.

Die zweite Welle: 2-Tone

Ende der 70er Jahre entstand der englische Ska, der auch von Punk und New Wave beeinflusst war. Zu den Hörern gehörte auch hier Jugendliche aus dem Arbeitermilieu, hauptsächlich Skinheads und Rudeboys, aber auch Suedeheads und Mods, die sich mit Hut und schwarz-weißem Anzug kleideten. Ausschlaggebend für das Ska-Revival im England der ausgehenden 70er Jahre war in erster Linie die Weiterentwicklung des Punk, um den sich vor allem The Clash verdient machten. Schon mit einigen ihrer frühen Songs, wie "White Man In Hammersmith Palais" oder das Junior Murvin-Cover "Police & Thieves", versuchten die Clash jamaikanische Musik – und hier in erster Linie Ska – mit dem britischen Punk zu verbinden. Zugleich war auch Bob Marleys Popularität auf einem ersten Höhepunkt und die Reggae/Dub- und die Punk-Szenen, sich beide wohl ihres Außenseiterstatuses bewusst, begannen sich zu vermischen (was auch in Bob Marleys "Punky Reggae Party" nachzuhören ist).

Eine weitere zentrale Rolle spielte Don Letts, Resident-Reggae/Ska-DJ im Londoner Punkclub The Roxy, der seit 1978 etliche Filme über Punk und experimentelle Musik gedreht hat. Durch seinen Einfluß fand die Punkszene Zugang zu jamaikanischer Musik, wovon wiederum die darauffolgende zweite Ska-Welle profitierte, die sich als Verbindung von klassischem Ska und einer politischen, durch Punk beeinflussten Attitüde und eines etwas schnelleren Sounds vom Ursprungs-Ska unterscheidet.

Die Welle hat ihren Namen vom 2tone Label von Jerry Dammers, dem Songwriter und Keyboarder der Specials. Charakteristisch ist das schwarz-weiße Schachbrettmuster, das bereits auf der ersten 2Tone Single zu sehen war. Es sollte das gute Zusammenarbeiten und die Freundschaft von schwarzen und weißen Menschen zeigen.

Während The Specials vor allem in England enorme Erfolge feierten, waren Madness (die ebenfalls auf 2tone ihre erste Single veröffentlichten) ein wenig plakativer und versuchten eine Annäherung an den Mainstream-Pop der Zeit.

Die dritte Welle: International

Mitte der 1980er Jahre breitete sich Ska weiter nach Amerika und Deutschland aus. Die Bands waren direkt von jenen der 2-Tone-Welle beeinflusst.

Weiterentwicklungen: Skacore und Skapunk

Zeitgleich mit der dritten Welle kam mit den Mighty Mighty Bosstones und Operation Ivy auch eine Vermischung von Ska mit Punk-, Hardcore- und Metal-Elementen auf. Viele dieser Bands, oftmals mit eindeutigen Anleihen bei The Clash, haben bei Punkrock-Labels wie Fat Wreck Chords und Epitaph unterzeichnet und beziehen Ihr Publikum aus deren Umkreis. Auch Bands aus dem Indie-Umfeld wie die Ordinary Boys, Hard-Fi und The Dead 60s sind stark vom Ska beeinflusst, meist aber über den Umweg von The Clash.

Instrumentierung

Die Besetzung einer Skaband besteht üblicherweise aus einer Rhythmusgruppe mit Gitarren, Bass, Klavier oder Orgel und Schlagzeug und Bläsern wie Saxofon, Trompete oder Posaune.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands

Wichtige Alben

Wichtige Songs

Wichtige Compilations

Wichtige Labels

Trivia

In der Comedy-Serie „Die nackte Pistole: Testimony of Evil (Dead Men Don't Laugh) (#1.6)“ (Zucker/Zucker/Abrahams, mit Leslie Nielsen 1982): "Johnny, some kids on the show yesterday mentioned a new kind of music, ska." Der Informant Johnny: "Nothing but a modern offshoot of reggae, updated white rock influences, definitely upbeat. It'll never become really popular because even though they've made the back beat more conventional, it's still too exotic for mass acceptance."[1]

Einzelnachweise

  1. Police Squad! ► S01E06: Testimony Of Evil (1982) [1] ab min. 20:38 bei Youtube

Weblinks