Singer/Songwriter

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Der Begriff Singer/Songwriter kommt aus der US-amerikanischen Folk/Country-Musik der 1950er Jahre. Dort war es üblich – wie auch heute noch in der kommerziellen Musik, nicht aber im Independent-Bereich – das Schreiben eines Songs personell vom Darbieten des Songs zu trennen. Es gab Sänger und Songschreiber, und als Spezialfall eben die Singer/Songwriter, die beides taten. Heutzutage präsentiert sich das Genre derart, dass nicht nur Noel Gallagher sich deutlich ablehnend gegenüber Sängern äußert, die ihre Songs auf ähnlich Weise vortragen, aber beim Songwriting Co-Autoren oder Ghostwriter bemühen.[1]

Hintergrund

"It's the singer, not the song."

Ansich sollte jede Musik als Songwriting gelten, die in ein Lied- oder Songformat gezwängt wird, wo also weder Tracks programmiert werden, wie im Techno oder Ambient, noch Improvisation die Musik generiert, wie zum Teil im Jazz oder auch Hiphop oder Songstrukturen generell gesprengt werden, wie in der Klassik und ähnlichem. Songwriter impliziert schon, dass ein Einzelner im Vordergrund steht, also nicht unbedingt eine Band gleichberechtigter Musiker danebensteht. Überhaupt ist es aber schwierig, den Begriff gegenüber Rock, Pop, Soul usw. streng abzugrenzen. Die typischen Songwriter-Genres sind Blues, Folk und Country. In welche Schublade steckt man dann aber Singer/Songwriter wie Patrick Wolf, Stephin Merritt (The Magnetic Fields) oder Antony von Antony and the Johnsons, die einen eklektizistischeren Ansatz verfolgen und eher am Klavier als an der Gitarre komponieren? Wie alle anderen Genres ist Singer/Songwriter daher auch eine Behelfskategorie, um sich mit wenigen Worten der Musik eines Musikers/einer Musikerin anzunähern.

Das Songwriting

Die Musik beschränkt sich bei vielen ihrer Vertreter auf minimalistische Harmonien und teilweise auf ebenso minimale oder auch experimentelle Besetzungen. Beliebte Instrumente sind vor allem das Klavier und die Gitarre, was wohl noch aus den Ursprüngen in der Folk/Country-Musik zu erklären ist. Oft entstehen die Songs intuitiv, es gibt aber auch regelrechte Produktionspläne zum Schreiben von Songs, so zum Beispiel für Neil Sedakas Oh! Carol! von 1959.

Vor allem in der heutigen Zeit ergänzen viele Musiker dieses Genres ihre Kompositionen durch Elektronik oder lassen diese zum Mittelpunkt eines Songs werden.

Bekannte Vertreter:

Einzelnachweise

  1. Annette Schimanski – Noel Gallagher über Jake Bugg: „Das ist der Grund, weshalb Musik stirbt“ (2015) [1] beim Musikexpress