Scott Weiland

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Scott Weiland
Scott Weiland mit den Stone Temple Pilots 2011
Scott Weiland mit den Stone Temple Pilots 2011
Herkunft: San Jose, Kalifornien, USA
Geboren: 27. Oktober 1967 (50 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1986
Genres: Post-Grunge, Alternative Rock, Hardrock
Instrumente: Gesang, Gitarre, Tasteninstrumente
Labels: Atlantic, Softdrive Records
Homepage: ScottWeiland.com
Bands:
Stone Temple Pilots
Magnificient Bastards
The Wondergirls
Velvet Revolver
Camp Freddy

Scott Weiland (1967-2015) kam als Sänger und Gründungsmitglied der Stone Temple Pilots während der Hochphase des Grunge zu (allerdings nicht unumstrittener) Berühmtheit und war in den 2000ern Frontmann der Supergroup Velvet Revolver. Daneben hat er auch Soloalben veröffentlicht, kollaborierte mit unzähligen anderen Bands und Künstlern und geriet auch immer wieder wegen Drogenvergehen in die Schlagzeilen (bzw. die Reha oder vor Gericht). Er starb am 3. Dezember 2015.

Biographie

Der 1967 als Scott Richard Kline geborene Scott Weiland geriet schon während seiner High-School-Zeit zwei für seine Zukunft entscheidenden Dingen in Berührung: Rockmusik und Drogen. Während er bereits als Teenager eine Disposition zur Abhängigkeit von Kokain, Crack und Alkohol entwickelte, traf er 1986 am Rande eines Black Flag-Konzerts in Huntington Beach, Kalifornien auf seinen zukünftigen Bandpartner, den Bassisten Robert DeLeo. Zusammen mit DeLeos Bruder Dean und Schlagzeuger Eric Kretz gründeten Scott und Robert noch im selben Jahr die Gruppe Mighty Joe Young, die sich später aufgrund eines Rechtsstreits mit einer gleichnamigen Band erst in Shirley Temple's Pussy, dann in Stereo Temple Pirates und schließlich – auf Druck der Plattenfirma Atlantic, die musikalisch ansonsten sehr angetan von dem Alternative-inspirierten Hardrock der Band war – in Stone Temple Pilots umbenannte. Deren Debüt namens "Core" wurde 1992 veröffentlicht und fiel somit genau in die hypertrophe Hype-Phase des von Nirvanas "Nevermind" ausgelösten Grunge-Phänomens, was auch umgehend weidlich von der Musikpresse ins Visier genommen wurde. Dank der Ähnlichkeit der Riffs von Hits wie Plush – das gleichwohl mit einem Grammy ausgezeichnet wurde – oder Sex Type Thing mit der Hardrock-Variante des "Seattle-Styles", wie ihn Pearl Jam und Alice in Chains kurze Zeit vorher populär gemacht hatten, glaubte man hier die ersten dreisten Trittbrettfahrer des neuen angesagten Sounds aufgespürt zu haben, die noch nicht einmal (wie die ähnlich geschmähten Candlebox) aus Seattle selbst kamen. Insbesondere Scott Weilands damals latent knödeliger Gesang wurde zudem gerne auch als von Pearl Jams Eddie Vedder oder Alice in Chains-Frontmann Layne Staley abgekupfert abgetan. Weiland hingegen bestand darauf, seit jeher eher von Classic Rock-Größen wie Jim Morrison, David Bowie oder Led Zeppelin beeinflusst zu sein.

Trotz aller Häme verkauften die Pilots Millionen von Schallplatten (acht Millionen vom Debüt, auch der etwas experimentellere Zweitling "Purple" von 1994 immer noch sechs Millionen) und machten Scott Weiland zum schwerreichen Rockstar. Die Kombination aus Fan-Verehrung und Platin-Erfolg einerseits, heimlichen Selbstzweifeln und der Sehnsucht nach Anerkennung seitens der Rock-Kritik andererseits beförderten allerdings maßgblich Weilands Hinwendung zu härteren Drogen, insbesondere Heroin und Crack (wozu ihn angeblich Butthole Surfers-Chefriese Gibby Haynes hingeführt hatte, was dieser allerdings bestritt). 1995 wurde der Sänger zum ersten Mal von der Polizei beim Drogenerwerb gefasst, danach wurde es erst einmal schlimmer, bevor es besser wurde: Ausgerechnet mit der bekanntermaßen dem Heroin zugeneigten Cobain-Witwe und Hole-Röhre Courtney Love zog Weiland in eine gemeinsame Wohnung, wo sie laut Aussage des Sängers zwei Monate lang non-stop Drogen nahmen. Anstatt sich dann aber seiner Hauptband zu widmen, deren Instrumentalsektion ungeduldig auf Beiträge ihres Sängers für das neue Album wartete, rief Weiland lieber eine eigene neue Band namens Magnificient Bastards ins Leben, zu der unter anderem auch Drummer Victor Indrizzo (später u.a. Queens of the Stone Age) und Zander Schloss (Circle Jerks) gehörten, die aber letztlich nichts veröffentlichte. Dann schaffte Weiland es 1996 gerade eben so für die Aufnahmen des dritten STP-Albums "Tiny Music... Songs from the Vatican Gift Shop" mit seinen Bandkumpels ins Studio, doch musste die anschließende Tour aus mittlerweile wohlbekannten Gründen abgesagt werden, und die Stone Temple Pilots wurden vorerst auf Halde gelegt. Scott Weiland schien dies zunächst nichts auszumachen, da er sich einerseits der Erstellung seines ersten Soloalbums namens "12 Bar Blues", das nach diversen Verzögerungen 1998 erschien, den Umständen entsprechend arg psychotisch ausfiel und wenig mit dem gefälligen Post-Grunge-Sound der Pilots zu tun hatte, und andererseits wieder ungestört seiner Drogensucht widmen konnte.

Als Weiland aber spitzkriegte, dass die DeLeo-Brüder nebst Eric Kretz 1997 ebenfalls eine neue Band namens Talk Show mit dem Ten Inch Men-Sänger Dave Coutts auf die Beine gestellt hatten, war der Musiker dann doch erzürnt und drohte seinem Quasi-Nachfolger gar Prügel an. Die zugehörige Platte wurde von der mäßig beeindruckten Presse allerdings als "STP ohne Weiland" abgefertigt, und so beruhigten sich die Egos allmählich wieder. Scott Weiland, der mittlerweile ernsthafte Anstalten machte, sich von seiner Drogensucht zu befreien, stellte sich 1998 den gerichtlichen Anschuldigungen und trat eine einjährige Haftstrafe an. Erstaunlicherweise gelang es den Pilots, selbst unter so widrigen Umständen mit "No. 4" 1999 ein weiteres Album vorzulegen, das wieder etwas hardrockiger ausfiel und mit Down und Sour Girl auch zwei Hitsingles beinhaltete. Ebenfalls 1999 trat Weiland der kurzlebigen Supergruppe The Wondergirls bei, die außer ihm noch diverse Mitglieder bekannter Rockbands wie Sugar Ray, The Cult, Porno for Pyros oder Queens of the Stone Age beinhaltete, insgesamt jedoch nur zwei Songs veröffentlichte.

Als bei den Pilots jedoch nach Release des fünften Albums "Shangri-La Dee Da" 2001 wieder mal die zwischenmenschlichen Fetzen flogen und die Band aufs Neue pausierte, trat der mittlerweile wieder zwischen erfolglosen und erfolgreichen Reha-Aufenthalten wechselnde Scott Weiland 2003 dem nächsten Allstar-Vehikel bei, das bedeutend länger als das vorige halten und auch deutlich erfolgreicher sein sollte: Velvet Revolver setzten sich aus den Ex-Guns N' Roses-Mitgliedern Slash, Duff McKagan und Matt Sorum sowie dem Loaded-Musiker Dean Kushner zusammen und spielten einen Alternative-getunten Hardrock-Sound. Ihr Debütalbum "Contraband" von 2004 wurde ein Nummer-Eins-Erfolg, verkaufte sich mehr als drei Millionen Mal und enthielt mit Slither und Fall to Pieces gleich zwei Hitsingles. Zudem wurde Weiland für seinen Gesang bei dem Slither einen Grammy für die "Beste Hardrock-Performance". Zwischendurch spielte Weiland auch bei der Just-for-Fun-Allstar-Coverband Camp Freddy, die mit zahllosen illustren Musikergästen wie Dave Navarro (Porno for Pyros), Taylor Hawkins (Foo Fighters), Gavin Rossdale (Bush) oder selbst Ozzy Osbourne Rock'n'Roll-Standards zum Besten gab. Das zweite Velvet Revolver-Album "Libertad" von 2007 – das einzige Album außer dem STP-Debüt, das Weiland tatsächlich nüchtern eingesungen hatte und in dessen Texten er unter anderem den Drogentod seines Bruders Michael verarbeitete – verkaufte sich allerdings schon deutlich schlechter, und so war es nicht ganz verwunderlich, als Scott Weiland einem Angebot von Dean DeLeo zustimmte, die Stone Temple Pilots zunächst für einige Festivalauftritte zu reformieren. Ähnlich wie bei der anderen Alternative-Supergruppe der Nullerjahre, Audioslave, war die Instrumentalsektion von Velvet Revolver vom Alleingang ihres Sängers sowas von gar nicht angetan, dass die Band schließlich komplett hinschmiss.

Der unverbesserliche Weiland hingegen – zwischendurch wieder mal für einen Tag im Gefängnis wegen nicht-nüchternen Autofahrens, außerdem zu Sozialarbeit und Geldstrafe verurteilt – ging tatsächlich mit den Pilots auf erfolgreiche Tournee, und die Band kam auch wieder so gut klar, dass es für ein neues Album reichte. Zuvor war aber Weilands zweite Solo-LP dran, und "'Happy' in Galoshes" erschien 2008 mit deutlichem Psychedelic-Einschlag. 2010 erschien dann das selbstbetitelte sechste Pilots-Album, das sich stärker denn je von klassischem Rock der Marke Led Zeppelin und The Beatles beeinflusst zeigte und mühelos den ersten Platz der US-Albumcharts erreichte. Ein neues Soloalbum des viel beschäftigten Sängers, der mittlerweile sowohl ein eigenes Label namens Softdrive Records als auch eine eigene Modekollektion gestartet hat, ist unter dem Titel "Most Wonderful Time of the Year" für 2011 angekündigt.

Solo-Diskographie

Kollaborationen

Kompilationsbeiträge

Trivia

  • Scott Weiland war zweimal verheiratet und hat drei Kinder. Er leidet außerdem an manischer Depression.

Weblinks