Saint Vitus

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Saint Vitus
Dave Chandler mit Saint Vitus 1984
Dave Chandler mit Saint Vitus 1984
Herkunft: Los Angeles, Kalifornien, USA
Aktiver Zeitraum: 19791995 (Reunion 2003 & 2009), seit 2010
Genres: Doom
Labels: SST Records
Volcom Entertainment
Roadrunner Records
Southern Lord
Hellhound Records
Season of Mist
Homepage: SaintVitusBand.com
Line-Up:
Dave Chandler (Gitarre, 1979–1995, 2003, 2009, seit 2010)
Mark Adams (Bass, 1979–1995, 2003, 2009, seit 2010)
Scott "Wino" Weinrich (Gesang, 1986–1990, 2003, 2009, seit 2010)
Henry Vasquez: Schlagzeug (seit 2009)
Ehemalige Mitglieder:
Scott Reagers (Gesang, 1979–1986, 1995)
Armando Acosta (Schlagzeug, 1979–1995, 2003)
Christian Lindersson (Gesang, 1994)

Saint Vitus waren eine der ersten und einflussreichsten Bands des Genres Doom Metal und existierten von 1979 bis 1995. Eine jeweils „einmalige" Reunion fand im Jahre 2003 und 2009 statt, seit 2010 ist die Band um Gründungsmitglied und Gitarrist Dave Chandler mit ihrem langjährigen Sänger Scott "Wino" Weinrich wieder in Vollzeit aktiv.

Bandgeschichte

Ihr Name muss – neben den anderen Säulenheiligen The Obsessed, Trouble und Pentagram – fallen, wenn es um die Gründerväter des Genres Doom Metal geht: Saint Vitus aus Kalifornien. 1979 riefen die vier Black Sabbath- und Black Flag-Fans Scott Reagers (Gesang), Dave Chandler (Gitarre), Mark Adams (Bass) und Armando Acosta (Schlagzeug) die Band Tyrant ins Leben, welche jedoch rasch in Saint Vitus – nach dem Sabbath-Song St. Vitus' Dance – umbenannt wurde. In dieser Besetzung agierten die Vier als Pioniere des Doom, jener Musikform, welche den Metal als extrem langsames Leidensfest zelebriert und hauptsächlich von besagter Ozzy Osbourne-Combo inspiriert ist. Ein Plattenvertrag mit SST kam zustande, wo 1984 auch der erste Longplayer namens "Saint Vitus" veröffentlicht wurde. Es folgte ein weiteres Album und eine EP, bis 1986 Sänger Reagers wegen gesundheitlichen Problemen die Band verlassen musste. Ersatz kam in Form des ehemaligen und bald wieder aktiven Frontmannes der Marylander Doom-Legende The Obsessed, Scott "Wino" Weinrich. Mit Wino nahmen Saint Vitus drei weitere Studioalben auf, darunter 1987 das epochale "Born Too Late", sowie eine Liveplatte und die "Thirsty and Miserable"-EP. Dann hatte Wino davon Wind bekommen, dass Hellhound Records – seinerzeit das Label von Saint Vitus – eine CD seiner alten Band The Obsessed herausgebracht hatte, was ihn dazu bewog, selbige mit neuen Mitstreitern zu reformieren und Vitus den Rücken zu kehren. Christian Lindersson von den schwedischen Doom-Metallern Count Raven verließ seinerseits seine Band, um den prestigereichen Posten am Vitus-Mikro auszufüllen, blieb jedoch nur für das Album "C.O.D." von 1993, bis sich der Kreis schloss und Scott Reagers wieder einsatzbereit war. Das Abschiedsalbum von Saint Vitus erschien in dieser Besetzung 1995 unter dem Titel "Die Healing", danach war die Band fürs Erste Geschichte. Gitarrist Dave Chandler machte in der Band Debris, Inc. weiter.

2003 kam es dann zu einer einmaligen Reunion des "mittleren Lineups" mit Wino als Sänger. Saint Vitus spielten einen Auftritt in Chicago, der auch auf DVD veröffentlicht wurde, sowie auf dem deutschen "With Full Force"-Festival. Eine weitere Wiedervereinigung der Leidenskönige, diesmal zum „allerletzten Mal", fand 2009 auf dem Roadburn Festival in den Niederlanden statt, gefolgt von drei weiteren Auftritten in Deutschland. Entgegen der besagten Auflösungsankündigung arbeitete die aktuelle Saint Vitus-Crew inklusive Wino (wobei Schlagzeuger Armando Acosta, der am 25. November 2010 im Alter von 58 Jahren verstarb, mittlerweile von Ex-Blood of the Sun-Trommler Henry Vasquez ersetzt wurde) aber an neuen Songs, die 2011 schließlich auch als Grundlage für das erste Studioalbum seit "Die Healing" dienten. Zudem wurden in jüngster Vergangenheit diverse Vitus-Alben in verschiedener Form bei SST wiederveröffentlicht, darunter das vergriffene Vinyl von "Hallow's Victim" und "The Walking Dead" auf einer CD.[1]

Das achte Saint Vitus-Studioalbum mit dem Titel "Lillie: F-65" – benannt nach einem "Downer"-Medikament, das insbesondere Dave Chandler in alten Bandtagen gerne konsumierte – erschien am 27. April 2012 auf Season of Mist und enthielt mit Blessed Night auch einen über halbstündigen Song. 2013 folgte mit "Marbles in the Moshpit" die Veröffentlichung eines Liveauftritts von 1984 auf CD.

Diskographie

Alben
Singles/EPs
  • 1985 War Is Our Destiny (7"/12", SST Records)
  • 1985 The Walking Dead (12"-EP, SST Records)
  • 1987 Thirsty and Miserable (12" EP, SST Records)
  • 2011 Born Too Late/Saint Vitus (7", Volcom Entertainment)
  • 2012 Blessed Night/Look Behind You (Live) (7", Season of Mist)
  • 2013 Saint Vitus/The Casualties (Split-7")
Sonstige
  • 1990 Live (CD/LP, Hellhound Records, wiederveröffentlicht 2005 auf Southern Lord))
  • 1991 Heavier Than Thou (Best Of, SST)
  • 2005 Live in Chicago (DVD)
  • 2010 Hallow's Victim / The Walking Dead (CD-Re-Release, SST)
  • 2013 Marbles in the Moshpit (Livealbum von 1984, Buried by Time and Dust Records)

Kompilationsbeiträge

  • 1986 War Is Our Destiny, White Stallions, Darkness und White Magic / Black Magic auf "Program: Annihilator" (SST)
  • 1986 Look Behind You auf "The Blasting Concept Volume 2" (SST)
  • 1987 Thirsty and Miserable auf "SST Godhead Storedude In-Store Play Device #3" (SST)
  • 1991 I Bleed Black auf "Dark Passages" (Rise Above Records)
  • 1993 Children of Doom auf "Rock Hard Presents Tough Enough" (Roadrunner Records)
  • 2004 I Bleed Black auf "Let There Be Doom II: A Kult Collection of Massive Sub-Harmonics" (Southern Lord)
  • 2006 Mystic Lady auf "Darkness Hath No Boundaries" (Southern Lord)

Referenzkasten

  • Der Bandname bezieht sich auf den christlichen Märtyrer Vitus (im Deutschen Sankt Veit), der im 2. Jahrhundert nach Christus lebte und vom römischen Kaiser Diokletian aufgrund seines Glaubens in siedendem Öl gefoltert und hingerichtet wurde. Auch die spastische Krankheit des "Veitstanzes" ist nach dem Heiligen benannt.[2]

Referenzbands

Coverversionen

Saint Vitus covern...

  • Thirsty and Miserable von Black Flag (auf "Thirsty and Miserable")

Saint Vitus werden gecovert von...

Weblinks

Quellen

  1. Interview mit Dave Chandler bei HSS vom 12. Januar 2010
  2. Eintrag in der deutschen Wikipedia