Robert Johnson

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Robert Johnson
Einer von Robert Johnsons Grabsteinen
Einer von Robert Johnsons Grabsteinen
Herkunft: Hazlehurst, Mississippi, USA
Geboren: 8. Mai 1911
Gestorben: 16. August 1938
Aktiver Zeitraum: ca. 1929-1937
Instrumente: Gesang, Gitarre
Labels: Columbia
Homepage: Seite bei Deltahaze.com

Robert Johnson ist eine der legendärsten Personen in der Geschichte des Blues und auch einer der einflussreichsten Musiker für die Entwicklung der Pop- und Rockmusik insgesamt. Seine revolutionäre Art des Blues-Vortrags, sein wegweisendes Instrumentalspiel sowie sein geheimnisumranktes, kurzes Leben haben ihn zu einem Mythos der Rock'n'Roll-Geschichte werden lassen.

Biographie

Es gibt wohl wenige Gestalten aus der Prä-Elvis-Ära der populären Musik, die ein solcher Mythos umrankt wie der Bluesmusiker Robert Johnson. Lange Zeit waren nicht einmal gesicherte Daten über sein Leben bekannt, außer den Studiosessions, bei denen er sein schmales, aber dafür umso wirkmächtigeres Oeuvre auf Band aufnehmen ließ. Man war auf Hinweise anderer Blueskollegen angewiesen, die sich jedoch ebenfalls oft widersprachen oder gar nicht erst ins Detail gingen, so dass der Mythos Robert Johnson nur noch schwerer zu fassen schien. Bis in die frühen 60er Jahre war der Sänger und Gitarrist dann auch fast vergessen, als seine Stücke wiederveröffentlicht wurden. Damit wurde Johnsons Vermächtnis einer sich völlig gewandelten musikinteressierten Öffentlichkeit zugängig gemacht und löste fast im Alleingang den Singer/Songwriter- und Bluesrock-Boom der Sechziger aus.

Was man heute über das Leben von Robert Johnson weiß, ist in etwa Folgendes: 1911 in Mississippi geboren, begann der junge Robert, mit etwa siebzehn, achtzehn Jahren durch seinen Heimatstaat zu ziehen und dabei musikalische Kenntnisse im Blues zu erwerben. Laut Zeitzeugen wie dem ebenfalls legendären Bluesman Son House habe Johnson dabei zunächst versucht, seine Vorbilder zu kopieren, was aber nicht gefruchtet habe. Dann, um 1929, kommt die Episode ins Spiel, welche einen zentralen Bestandteil des Johnson-Mythos bilden sollte und deren Motiv auch im Johnson-Klassiker Cross Road Blues auftaucht: Angeblich sei an einer Wegkreuzung der Teufel auf Robert Johnson zugekommen, habe ihm die Gitarre weggenommen, sie anders gestimmt und dem jungen Mann angeboten, ihn zum besten Bluesmusiker der Welt zu machen – als Austausch gegen seine Seele. Als Beleg für diesen mirakulösen Handel führten Zeitzeugen an, dass Robert Johnson für eine Zeitlang aus der Gegend verschwunden sei, und als er wiederkam, über phantastische musikalische Fähigkeiten verfügt habe.

Danach verbesserten sich Robert Johnsons Einnahmen als wandernder Bluesmusiker deutlich, da viele Menschen den talentierten jungen Musiker hören wollten und er zudem über ein einnehmendes Wesen – gerade gegenüber Frauen – verfügte. Er blieb allerdings nie lange an einem Ort, wodurch sich auch sein Ruf mehr über Hörensagen denn durch Fakten verbreitete. 1936 schließlich gelange es Robert Johnson, Kontakt zu einem Plattenproduzenten aufzunehmen, der ihm die Möglichkeit bot, seine Songs in einem Tonstudio einzuspielen. Dies geschah im November 1936 in San Antonio, Texas, wo sechzehn von Johnsons Stücken aufgenommen wurden, darunter Cross Road Blues, Terraplane Blues und Come On in My Kitchen. Als Schellack-Platten veröffentlicht, verkaufte sich Terraplane Blues beispielsweise mehr als fünftausend Mal, was für die damalige Zeit und mit dem beschränkten Absatzmarkt von schwarzer Musik eine erhebliche Summe war. Die zweite und, wie sich herausstellen sollte, letzte Aufnahmesession folgte im Jahr 1937 in Dallas, Texas, wo weitere legendenbildende Songs wie Stones in My Passway, Me and the Devil oder Hellhound On My Trail eingespielt wurden, die auch wieder Begegnungen mit unheiligen Kreaturen zum Thema hatten.

Den vorläufigen Schlussstein im Mythos des Robert Johnson sollte dann sein früher Tod mit nur siebenundzwanzig Jahren bilden. Im Sommer 1938 hatte der Musiker eine Zeitlang in der Nähe der Stadt Greenwood in Mississippi in einer Kneipe gespielt, und eine der langlebigsten Vermutungen über Johnsons Tod war (und ist noch), dass der Musiker mit der Ehefrau des Barbesitzers zu sehr geflirtet habe, so dass dieser ihm eine Flasche vergifteten Whiskey untergejubelt habe, an dessen Folgen Robert Johnson wenig später gestorben sei. Letzte Gewissheiten über die Todesursache, ebenso wie die letzte Ruhestätte, sind jedoch nicht einzuholen. Lediglich der Tag seines Todes ist mit dem 16. August 1938 genau zu bestimmen.

Nachdem Robert Johnson gestorben war und seine Platten vergriffen waren, fiel das Vermächtnis des Musikers wie gesagt zunächst dem Vergessen anheim. Als das Label Columbia Records 1961 jedoch die Retrospektive "King of the Delta Blues Singers" veröffentlichte, war die musikalische Öffentlichkeit elektrisiert vom Mysterium Robert Johnson und seiner Musik. 1970 erschien der zweite Teil, und 1990 wurden mit "The Complete Recordings" erstmal alle jemals aufgenommenen Stücke von Robert Johnson auf einer Edition versammelt. Zu den zahllosen Künstlern, die sich seitdem von diesen Aufnahmen inspirieren ließen, gehörten unter anderen Bob Dylan, Eric Clapton, die Rolling Stones, Jimi Hendrix, Jimmy Page, Neil Young sowie Nachwuchs-Blueser wie White Stripes-Chef Jack White.

Robert Johnson, der von manchen als "die erste Legende des Rock'n'Roll" bezeichnet wird, gilt auch heute noch als eine der prägendsten Figuren im Pantheon der populären Musik. 1986 wurde ein von Johnsons Legende inspirierter Film namens "Crossroads" über einen jungen Bluesmusiker gedreht, der seine Seele dem Teufel als Gegenleistung für die Meisterung des Blues verkauft. Die "Complete Recordings" wurden 1991 mit einem Grammy als "Best Historical Album" ausgezeichnet und 2003 in die Audiothek der Kongressbibliothek der Vereinigten Staaten aufgenommen.

Solo-Diskographie

All-Time-Charts

King of the Delta Blues Singers
King of the Delta Blues Singers, Vol. II

Trivia

  • Robert Johnson wurde mit dem Song „Terraplane Blues“ von 1936 in die Liste 100 Great Voices des britischen Magazins Mojo gewählt (1994).

Referenzbands

Coverversionen

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Weblinks