Quicksand

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Quicksand
Quicksand bei der Reunion 2012
Quicksand bei der Reunion 2012
Herkunft: New York City
Aktiver Zeitraum: 19901995, 19971998, 2012
Genres: Hardcore
Post-Hardcore
Emocore
Labels: Island Records, Polydor, Revelation Records
Homepage: Fanpage bei MySpace
Line-Up:
Walter Schreifels: Gesang, Gitarre
Tom Capone: Gitarre
Sergio Vega: Bass
Alan Cage: Schlagzeug

Quicksand waren eine Post-Hardcore-Gruppe aus New York um den vormaligen Youth of Today- und Gorilla Biscuits-Musiker Walter Schreifels. Die Band existierte von 1990 bis 1995 und löste sich nach einer gescheiterten Reunion 1997/98 auf. 2012 kam es zu einem Sonderkonzert anlässlich des fünfundzwanzigjährigen Bestehens von Revelation Records.

Bandgeschichte

Das Bandvehikel der ersten Hälfte der Neunzigerjahre für den vormaligen Pionier des Straight Edge/Emocore Walter Schreifels nannte sich Quicksand. Nachdem Schreifels sich in den Achtzigern bei Youth of Today und den Gorilla Biscuits um die Verbreitung einer gewalt- und drogenfreien Einstellung zum New York-Hardcore verdient gemacht hatte, wollte er mit seinen Mitstreitern Tom Capone, Sergio Vega und Alan Cage nun musikalisches Neuland betreten. Ähnlich wie die ebenfalls im Hardcore wurzelnden, doch sich davon emanzipierenden und damit den Gitarrenrock der Neunziger mit definierenden Fugazi und Helmet verzichteten Quicksand auf das "Härter-Schneller-Lauter"-Credo des NYHC, um sich – inspiriert durch Alternative-Vordenker wie die Pixies – auch die Bedeutung von Tempovariationen, Dissonanzen versus Melodien und einer energischen, aber nicht zwangsläufig aggressiven Grundhaltung zu erschließen.

Die erste 4-Track-EP namens "Quicksand" erschien noch 1990 beim legendären Hardcore-Label Revelation Records, gefolgt von intensivem Touren mit u.a. Helmet, Fugazi, White Zombie und Rage Against the Machine. Da das Bekanntwerden von Quicksand zudem noch mit dem rasanten Aufstieg von Nirvana, Grunge und alternativer Rockmusik im Allgemeinen zusammenfiel, kam die Band 1993 ebenfalls zu einem Majordeal, und der erste Longplayer mit dem Titel "Slip" erschien noch im selben Jahr bei Polydor. Doch obwohl der Videoclip zur Single Dine Alone einige Verwendung bei MTV fand und das Album mit einem überraschenden Cover des Smiths-Evergreens How Soon Is Now aufwartete, blieben die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück, und so wechselten Quicksand für ihr zweites – und letztes – Album zu Island Records. "Manic Compression" kam am Neujahrstag 1995 in die Läden und zeigte die Band stilistisch sehr vielseitig, da das Spektrum von Hardcore-Kloppern wie dem Opener Backward über fast schon poppige Hymnen à la Landmine Spring bis zum sich langsam aufbauenden, über sechs Minuten langen Schlusstitel It Would Be Cooler If You Did reichte. Trotz sehr guter Kritiken blieb auch "Manic Compression" unter den Erwartungen, da es teilweise selbst die Fans der Band zu überfordern schien, obwohl es heute als unterbewerteter Klassiker gilt. Resultat der Frustrationen war schließlich die Auflösung von Quicksand im Herbst 1995.

Danach machten die Ex-Treibsandler in unterschiedlichen, insgesamt jedoch recht kurzlebigen Projekten weiter: Walter Schreifels gründete World's Fastest Car, die jedoch über Studiosessions nicht hinauskamen, während die von Tom Capone ins Leben gerufene Hardcore-Supergroup Handsome (mit u.a. Mitgliedern von Helmet und Murphy's Law) 1997 immerhin ein positiv aufgenommenes Album produzierte, bevor sie sich wieder auflöste. Da das Erbe von Quicksand im mittlerweile immer populärer werdenden Emocore aber inzwischen fast kultähnliche Züge angenommen hatte und Epigonen wie Fireside den Bandsound nahezu in Originalform nachspielten, fand sich das Quartett 1997 wieder zusammen, um Shows zu spielen und Ideen für ein drittes Album zu sammeln. Dies ging zunächst gut – man teilte die Bühne u.a. mit den Deftones und Snapcase – doch schließlich brachen die alten persönlichen und kreativen Differenzen wieder auf, und so wurde das Thema Quicksand Ende 1998 erneut und diesmal endgültig zu den Akten gelegt.

Walter Schreifels hat seitdem u.a. die recht poppigen Projekte Rival Schools und Walking Concert initiiert, die beide auch überschaubare Erfolge erzielen konnten, und ist heute als Akustikkünstler auch auf Solopfaden unterwegs. Bassist Sergio Vega blieb seinen Tourfreunden der Deftones treu und übernahm nach dem tragischen Verkehrsunfall des Deftones-Bassisten Chi Cheng 2008 dessen Aufgaben im Studio und auf der Bühne. Alan Cage spielte einige Zeit bei der Emocore-Band Seaweed Schlagzeug und kollaborierte auch mit der Krishna-Core-Gruppe 108.

Am 10. Juni 2012 kamen Quicksand für ein einziges Konzert anlässlich des fünfundzwanzigjährigen Bestehens ihres alten Labels Revelation wieder zusammen. Ein Zusatzgig soll im September stattfinden, eine weitere Tour oder gar gemeinsame Aufnahmen sind allerdings nicht geplant.

Diskographie

Alben
Singles/EPs
  • 1990 Quicksand (4-Track-EP, Revelation Records)
  • 1992 Dine Alone (7", Polydor)
  • 1993 Fazer (Single, Polydor)
  • 1993 Dine Alone (Single, Polydor)
  • 1993 Omission (Single, Polydor)
  • 1993 Freezing Process (Single, Polydor)
  • 1994 Divorce (7", Island Records)
  • 1995 Thorn in My Side (Single, Island Records)
  • 1995 Landmine Spring (Single, Island Records)
  • 1995 Delusional (Single, Island Records)

All-Time-Charts

Manic Compression

Kompilationsbeiträge

  • 1995 Shovel auf "Metallurgy Vol. 1"

Referenzbands

Coverversionen

Quicksand covern...

Videoclips

Weblinks