Pluramon

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Pluramon ist ein Musikprojekt des 1968 in Köln geborenen Musikers und Komponisten Marcus Schmickler. Schmickler ist aktiv in den Bereichen Elektronische Musik, Instrumentalmusik, improvisierte und komponierte Musik.[1] Er hat außerdem Werbejingles für Konzerne wie Coca Cola, Mercedes Benz oder die Deutsche Telekom erstellt. 1995 war er Mitbegründer des wegweisenden Elektronik-Labels a-musik. Schmickler erhielt zahlreiche Preise und Stipendien und war Jurymitglied des Deutschen Musikrats, unterrichtete in New York und schreibt Artikel zur elektronischen Musik.

Hintergrund

Als Kind lernte Schmickler die Musik Karlheinz Stockhausens kennen. Ab 1991 studierte er Elektronische Musik bei Johannes Fritsch und Hans-Ulrich Humpert in Köln und trat dem Ensemble Kontakta bei. Seine Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Musik Gottfried Michael Koenigs. 1988 erschien eine erste Kassette zusammen mit Frank Dommert auf Dommerts Kölner Label Entenpfuhl[2], 1993 Onea Gako als CD auf Odd Size Records, 1996 Pickup Canyon mit Julee Cruise als Sängerin auf Mille Plateaux unter dem Pseudonym Pluramon und im Jahr 2000 eine Kollaboration mit Thomas Lehn, danach weitere Alben in weniger als jährlichem Abstand meistenfalls auf a-musik, 2011 erschienen schließlich gleich drei Alben inklusive eines weiteren mit Thomas Lehn.

Musik

Schmickler vertritt einen datenbasierten Ansatz der algorithmischen Komposition, bei dem Genres durch Software-Tools wie SuperCollider, Max/MSP oder Logic Metasynth erforscht und ausgewertet werden.[3] Schmickler konstatiert, es bestehe ein Interesse, den Klang „von seinen Mikroeigenschaften her zu komponieren“[4], das Neue in der elektronischen Musik sei „in einer Art Crossover verschiedener Genres und Techniken zu finden“.[5]

Merkmale zeitgenössischer Musikproduktion seien 1) eine besonders ausgeprägte Idiosynkrasie, 2) eine besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich des Verhältnisses von Klangfarbe und Geräusch, 3) Emanzipation des Geräusches in Form einer „Dialektik aus Zerstörung und detaillierter Konstruktion“[6]. Schmickler verwendet auch zellulare Automaten für seine Kompositionen. Mit Pluramon beschäftigt er sich hauptsächlich mit Shoegaze. Im Mittelpunkt seiner sonstigen Arbeiten stehen besonders Crossover-Techniken aller Art.

Weitere Projekte

Wabi Sabi, MIMEO, für Ensemble Recherche und Paragon Ensemble, Musikfabrik NRW und Staatskapelle Weimar, als Produzent für Jaga Jazzist und Tape

Zusammenarbeiten

Zusammenarbeiten gab es mit Peter Rehberg, Julee Cruise und John Tilbury (AMM, Piano), Thomas Brinkmann, Thomas Lehn, Keith Rowe, Toshimaru Nakamura, Fennesz, Mathias Mauersberger, Georg Odijk und Jan St. Werner (Mouse on Mars), Frank Gratkowski und Simon Nabatov, Hayden Chisholm und anderen.

Einflüsse

Iannis Xenakis und weitere, Aphex Twin, Venetian Snares, The Beach Boys, David Bowie, Pierre Henry, Merzbow und weitere, Claude Debussy, Béla Bartòk, György Ligeti und weitere (Crossover), Jim O'Rourke, Noise, Pierre Schaeffer, Radu Malfatti und Axel Dörner und Keith Rowe (Rauschen), My Bloody Valentine, Shoegaze

Diskografien

Solo:

Mit Pluramon:

  • Profil Pluramon [4] bei Discogs

Mit MIMEO:

  • Profil MIMEO [5] bei Discogs

Siehe auch

Shoegaze, Post Rock, Postdigital, Algorithmische Komposition, Elektronische Musik, Karlheinz Stockhausen, Gottfried Michael Koenig, Computermusik.

Einzelnachweise

  1. Marcus Schmickler – Ueber Elektronische Musik / On Electronic Music (2007) [1] Infotext bei Vimeo, Uploader: Institut Fuer Musik Und Medien
  2. Profil Entenpfuhl [2] bei Discogs
  3. Marcus Schmickler – Ueber Elektronische Musik / On Electronic Music, bei min. 4:40
  4. ebd., bei min. 7:00
  5. ebd., bei min. 13:28
  6. ebd., bei min. 15:30, auch min. 36:05

Weblinks

  • Homepage [6] bei Marcus Schmickler
  • Homepage [7] bei Pluramon
  • Artikel Marcus Schmickler [8] bei der en.wiki
  • Ralph Smarzoch – Lehn / Schmickler. Kölner Kranz / Navigation im Hypertext (2008) [9] bei der Spex
  • Profil [10] bei Discogs

Links zuletzt am 11. Januar 2016 eingesehen.