Pierre Bourdieu zur Musik: Unterschied zwischen den Versionen

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(Kritik: Mangel an kulturellem Kapital: Geschmacklosigkeit, kulturelles vs, ökonomisches Kapital)
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*Soweit sich die Geldströme nicht in kapitalistischer Manier auf sich selbst beziehen, ist es heute so, dass kulturelles Kapital dem ökonomischen oft übergeordnet erscheint. Das ist bereits derart logisch nachzuvollziehen, dass ökonomisches Kapital in hohem Maße dazu eingesetzt wird, kulturelles zu erwerben. Kulturelles Kapital ist schöner als ökonomisches.
 
*Soweit sich die Geldströme nicht in kapitalistischer Manier auf sich selbst beziehen, ist es heute so, dass kulturelles Kapital dem ökonomischen oft übergeordnet erscheint. Das ist bereits derart logisch nachzuvollziehen, dass ökonomisches Kapital in hohem Maße dazu eingesetzt wird, kulturelles zu erwerben. Kulturelles Kapital ist schöner als ökonomisches.
  
*Ökonomisches und kulturelles Kapital werden heute oft in Konkurrenz zueinander verwaltet. Der Besitz von ökonomischem Kapital ist in vielen Fällen ganz unmittelbar mit einem Mangel an kulturellem Kapital, kurz gesagt: Geschmacklosigkeit, gleichzusetzen. Schließlich ist heutzutage übers [[Musik im Internet|Internet]] endlos kulturelles Kapital fast zum Nulltarif erhältlich. Es ist dann eine Frage der Sozialisation und Erziehung und weiterer Faktoren (Situationen / Umstände), ob diese Formen kulturellen Kapitals wahrgenommen werden oder werden können.
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*Ökonomisches und kulturelles Kapital werden heute oft weitgehend unabhängig voneinander verwaltet. Der Besitz von ökonomischem Kapital ist in vielen Fällen ganz unmittelbar mit einem Mangel an kulturellem Kapital, kurz gesagt: Geschmacklosigkeit, gleichzusetzen. Schließlich ist übers [[Musik im Internet|Internet]] endlos kulturelles Kapital fast zum Nulltarif erhältlich. Es ist dann eine Frage der Sozialisation und Erziehung und weiterer Faktoren, ob diese Formen kulturellen Kapitals wahrgenommen werden oder werden können.
  
 
== Trivia ==
 
== Trivia ==

Aktuelle Version vom 4. Dezember 2019, 09:02 Uhr

Pierre Félix Bourdieu (* 1. August 1930; † 23. Januar 2002 in Paris) war Philosoph und Soziologe und ist besonders durch den Anschluss der Soziologie an Feldtheorien, postmarxistische Konzeptionen von Klasse und Kapital sowie durch den Begriff Habitus bekannt. In einigen Veröffentlichungen hat er sich zur Musik geäußert. Seine Theorien verfolgen ausdrücklich soziale Ziele und sind nicht dazu da, in Auseinandersetzung mit anderen Theorien zu bestehen. Pierre Bourdieu hat das bis dahin gültige Klassen- und Schichtenmodell, bei dem Kapital ausschließlich an ökonomischen Faktoren festgemacht wurde, in Richtung kultureller Kapitalformen erweitert. Dabei ging es ihm darum, einen Begriff von Klasse überhaupt „außer Kraft zu setzen“.[1] Nicht nur in den Musikwissenschaften wird Bourdieus Werk heute vielfach kritisiert. Kaum Spielraum oder nicht zeitgemäß sind die Hauptargumente. Kritik regt sich auch, wo unterschiedliche Kulturen mit ihren jeweiligen Hörgewohnheiten konstatiert werden.

Biografie

Als Sohn eines Landwirts und Postangestellten studierte Bourdieu ab 1951 Philosophie an der École normale supérieure in Paris. 1954 / 55 finanzierte er seine Studien durch eine Arbeit als Gymnasiallehrer. Nach der Agrégation begann er mit einer Dissertation, die er jedoch 1957 abbrach. Bereits 1955 wurde er im Rahmen des allgemeinen Wehrdienstes aufgrund einer Disziplinarstrafe im Algerienkrieg eingesetzt. Dort beschäftigte er sich mit ethnologisch-empirischer Feldforschung, für die er sich die Methoden als Autodidakt angeeignet hatte. Nach dem Militärdienst arbeitete Bourdieu zur Kultur der Berber und veröffentlichte im gleichen Jahr eine erste Abhandlung Sociologie de l'Algérie. Bis zu seinem Tod erschienen Texte zur arabischen Sprache, zur Entstehung der Lohnarbeit in Algerien, zur Landwirtschaft, Zerstörung der Gesellschaft sowie den Folgen von Umsiedlungsaktionen durch die französische Armee. 1964 wurde er durch Die Illusion der Chancengleichheit. Untersuchungen zur Soziologie des Bildungswesens am Beispiel Frankreichs bekannt, eine Zusammenarbeit mit dem Soziologen Jean-Claude Passeron. 1968 war er Mitbegründer des Centre de sociologie européenne (CSE).

Das Hauptwerk La distinction erschien 1979 im Original und drei Jahre später als Die feinen Unterschiede in deutscher Übersetzung. 1981 folgte er einem Ruf an das Collège de France und wurde dort 1985 Direktor des CSE. Ebenfalls 1985 wurde er vom damaligen sozialistischen Staatspräsidenten Frankreichs, François Mitterand, aufgefordert, sich am Umbau des französischen Bildungswesens zu beteiligen und Vorschläge vorzulegen. Als politischer Intellektueller unterstützte er zahlreiche soziale Bewegungen direkter Demokratie, wie den Streik von Bahnarbeitern 1995, die Arbeitslosenbewegung, attac und Aktionen gegen den Neoliberalismus.

Forschung und Werk

„Ich glaube, dass die Handelnden weder alles berechnen, noch bloße Spielzeuge der Notwendigkeit sind, sondern dass sie gewitzt, subtil und schlau sind.“[2]

Die Arbeit Bourdieus stellt die Frage nach den Spielräumen, über die Menschen im Verlauf ihrer Sozialisation verfügen, und damit der Freiheit des Individuums. Die Arbeiten sind empirisch angelegt und beschäftigen sich mit dem Alltag der von ihm dargestellten Gesellschaften. Sein wissenschaftlicher Ansatz wird heute, in Bezugnahme auf eins seiner Werke von 1972, als Theorie der Praxis bezeichnet. Damit steht er in einer kurzen Tradition von Praxeologen, die sich anhand einer „Kritik an der theoretischen Vernunft[3] gegen die Abgehobenheit universitärer Forschung richtet.

„Unbewusst und trotzdem genau angepasst an das soziale Feld ist diese Praxis deshalb, weil der Habitus geschichtlich erst in Reaktion auf ein immer schon vorhandenes soziales Feld entsteht. Der Habitus ist daher das Produkt eines geschichtlichen Prozesses. In ihm manifestieren sich die objektiven Notwendigkeiten und Möglichkeiten des Handelns einer Klasse und werden mittels eines Klassenethos in subjektiven Sinn verwandelt.“[4]

Bourdieu versuchte, sich hinsichtlich der Universalienfrage soweit wie möglich zwischen idealistischen und materialistischen Positionen aufzuhalten.[5] Sein Schaffen schließt besonders an Émile Durkheim, Max Weber und Karl Marx an. Qualitative (Auswertungen von Interviews) und quantitative (analytische) Formen der empirischen Sozialforschung werden berücksichtigt. Das Vorgehen ist stark strukturierend.

Seine Distanz gegenüber dem Lehrbetrieb wird zum Teil auf seine Herkunft zurückgeführt.[6]

Habitus

Der Habitus beschreibt eine Gesamtansicht eines Menschen aus einer Übersicht oder übergeordneten Position heraus. Er ist mit der Herkunft festgelegt und wird in Folge ausschließlich variiert. Die Muster werden von frühester Kindheit an internalisiert. Bourdieu orientiert sich an der üblichen dreiteiligen Grundvorstellung einer Klassengesellschaft und deren Auszeichnungen:

  • Bourgeosie / herrschende Klasse – eloquente Sprache, entwickelter Umgang mit der Sprache
  • Kleinbürgertum / Mittelklasse – Strebsamkeit
  • Arbeitermilieu / Arbeiter und Bauern – unreflektierte Unterordnung an bestehende Werte

Der Begriff Habitus besteht seit der Antike und geht auf Aristoteles zurück. Er bezeichnet das „Auftreten oder die Umgangsformen einer Person, die Gesamtheit ihrer Vorlieben und Gewohnheiten oder die Art ihres Sozialverhaltens“.[7] Bourdieu entlehnte den Begriff wahrscheinlich von Noam Chomsky, ohne ihn inhaltlich ganz zu übernehmen. Der Begriff kann so auch bei Bourdieu als Gesamtheit generativ-grammatischer Strukturen verstanden werden. Im Gegensatz zu Chomsky geht Bourdieu davon aus, dass der jeweiige Habitus nicht angeboren ist, sondern früh erworben wird.

Das Interesse der Genderforschung an Bourdieu erklärt sich durch seine Geschlechterstudien hinsichtlich des Habitus. Er entwickelt den Begriff der symbolischen Gewalt. Was die Zweigeschlechtlichkeit betrifft, zeigt sie sich im unbewussten Einverständnis von Mann und Frau hinsichtlich der Herrschaft des Mannes gegenüber der beherrschten Frau. Der Habitus ist, Bourdieu zufolge als ein „System von Grenzen“, soweit internalisiert, dass er die weiteren Verhaltensweisen im Leben „vorstrukturiert“ und selbst unveränderbar bleibt.[8] Er prägt damit eine Art ästhetischer Kompetenz des inkorporierten kulturellen Kapitals.

Das Individuum wird als Habitus-Träger verstanden. Ausgehend von den entsprechenden Sozialisationsformen sind kaum Eigenleistungen zu erwarten. Daher wird Bourdieus Konzept hin und wieder Fatalismus und Determinismus vorgeworfen. Mit viel Mühe können aber auch gesellschaftliche Schranken überwunden werden, wenn zum Beispiel schichtenübergreifend Freundschaften geschlossen werden. Eine derartige Leistung von Individuen wird bei ihm Distinktionsgewinn genannt[9], der sich in einem Raum der Lebensstile bemerkbar macht.[10] Reproduktion und Anpassung spielen, was Klassen und Klassenunterschiede betrifft, gleichermaßen eine Rolle (Theorie der Reproduktion). Ein ökonomischer Aufstieg korreliert dabei nicht notwendigerweise mit dem kulturellen. Ein von der Herkunft her kulturell geprägtes Umfeld erleichtert aber den sozialen Aufstieg.

Der Begriff Habitus bezeichnet „Steuermechanismen für geistige Einstellungen und Gewohnheiten (zum Beispiel Kunst- oder Musikgeschmack)“, Hexis wird in Bezug auf die „körperliche Dimension (zum Beispiel Gestik, Mimik, Körperhaltung, Wahl der Sportart)“ verwendet.“[11] Es schließt sich der Begriff Reproduktion eher als Entwicklung an. Der Habitus ist derart als strukturiert und strukturierend zu verstehen. „Durch das Konzept des Habitus vermittelt der Soziologe zwischen dem absolut freien Subjekt des Existentialismus und dem in seinen Möglichkeiten determinierten Subjekt des Strukturalismus.“[12]

Ein weiterer Soziologe, der den Begriff Habitus für die Soziologie erschloss, war Norbert Elias, zu dessen Werk und Interessen es Parallelen gibt und der mit Bourdieu im Briefaustausch stand. Für den Habitus gibt es als Entsprechung in der Psychologie den Begriff der Habitualisierung.

Feldtheorie, der soziale Raum

Unterschieden wird das soziale Feld in Form von politischem und das literarischem Feld. Das konzept des sozialen Raums wird ähnlich stark strukturiert vorgestellt wie der Habitus.

Der soziale Raum ist nicht deckungsgleich mit dem sozialen Feld. Innerhalb des sozialen Raum gibt es soziale Felder. Die. Politik oder Uni ist ein soziales Feld der soziale Raum ist das Gesamte.

Gernhardt: Feldtheorie der Komik. Feldtheorie der Musik? http://www.esv.info/download/katalog/inhvzch/9783503137442.pdf

Schule: Die im Grunde leistungsorientierte Institution Schule reproduziert soziale Ungeleichheiten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Raum

Der soziale Raum: Dadurch, dass die Oberklasse heutzutage an der populären Kultur teilhat, entstehen Sphären innerhalb der Musik in den Genres und Subgenres, die die Klassengesellschaft reproduzieren. Wo aber die Argumentationen affekthaft und im Fluss sich befinden, da kann kein Bezug als Klassenverhalten ausgemacht werden. So lässt es sich aus der Perspektive der Oberklasse durchaus begründen, Hardrock oder Heavy Metal à la Rainbow oder auch Deep Purple zu lieben. Die Idee aber, experimentelle Formen des Hardrock, wie zum Beispiel Danzig oder Motörhead zu hören, geht aufgrund des mangelnden Interesses an den entsprechenden Informationen, das durch die Bildungshorizonte, sprich die musikalische Sozialisation, vorgegeben ist, an ihnen vorbei.

Der Staat darf aus dem öffentlichen Wohl keine Privatsache machen![13]

Kapital und Klasse

Die Begriffe Klasse und Kapital übernimmt Bourdieu von Marx und erweiterte sie über die ökonomischen Aspekte hinaus. Ebenso den Begriff Klassenkampf. Zur Bestimmung der sozialen Klasse wird eine Sammlung von Kapitalformen ausgemacht: Ökonomisches, kulturelles, symbolisches und soziales Kapital. Weitere Kapitalformen kamen später dazu. Zwischen diesen Kapitalformen besteht ein Austauschverhältnis, bei dem zum Beispiel ökonomisches Kapital eingesetzt wird, um kulturelles Kapital zu gewinnen usf. Kulturelles Kapital wird verstanden und selbst hervorgebracht. Es hängt unmittelbar mit Bildungserfolgen zusammen und ist, was die kulturellen Felder betrifft, übertragbar. Es gibt somit generalisierte und spezifische kulturelle Kompetenzen, wobei die generalisierten besonders in schulischen Kontexten entwickelt werden. Für den Lernerfolg selbst ist hauptsächlich der früh erworbene Habitus durch das „kulturelle Klima“ im Elternhaus verantwortlich. „Schüler und Studenten mit hohem inkorporiertemkulturellem Kapital sind in ihren Interessen vielseitiger und verfügen über die Fähigkeit, Werkeder klassischen Hochkultur zu verstehen und zu genießen (Bourdieu / Passeron 1977).[14] Dabei spielt es nicht nur eine rolle, was im Einzelnen rezipiert wird, sondern auch wie es rezipiert wird. Geschmackspräferenzen und Hochkultur sind die Schwerpunkte von Bourdieus Untersuchungen.

Ökonomisches Kapital: Hartz IV oder CEO? Kulturelles Kapital: Leinen oder Flanell? Markensocken oder Tennissocken? Soziales Kapital: Facebook oder Facebook-Diss?

Weitere Kapitalformen kommen hinzu. Sprachliches oder symbolisches Kapital, ökologisches Kapital ...

Das kulturelle Kapital unterteilt er in drei Abteilungen. Es ist 1) institutionalisiert, 2) objektiviert und 3) inkorporiert. Die Werke der klassischen Hochkultur bezeichnet er als „legitime“.

Die feinen Unterschiede

Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft von 1979 zählt für viele zu den zehn wichtigsten soziologischen Werken des 20. Jahrhunderts.[15] Das Buch, das seine Ansätze bis dahin zusammenfasst, wurde in deutscher Übersetzung Die feinen Unterschiede genannt, wahrscheinlich weil Bourdieus System eine hohe Ausdifferenzierung gesellschaftlicher Hintergründe vorweist.

Bourdieu ist ein brillianter Beobachter, was sich möglicherweise durch die Vorrangstellung empirischer Methoden erklärt. Bourdieus Vorstellung von der Klassengesellschaft umfasst eine Volksklasse, eine Mittelklasse und eine Oberklasse, wobei kulturelles Kapital und ökonomisches Kapital in Konkurrenz gegenübergestellt werden. Hinzu kommt das soziale Kapital, die Qualität und Quantitäten sozialer Beziehungen.[16]

Hörgewohnheiten, Klassenregeln. Nicht nur die Pragmatik ist körperlich, sondern auch die Ästhetik, Musik ab min. 22.10, zitieren entgegen Adorno: „Für Bourdieu wäre es nicht erlaubt, “ Veränderungen der kulturellen Landschaft führt er auf Veänderungen im Bildungssystem zurück.

ab min. 30 als Positivist kritisierbar. Auch als deterministisch. Meine originellsten theoretischen Gedanken sind mir in der Praxis gekommen. Marx, Weber, Durkheim sind Vorbilder. Die ganze Religionssoziologie, die Weber gemacht hat, hätte eigentlich Marx machen sollen, wäre er nicht in seiner vereinfachenden Widerspiegelungstheorie hängengeblieben. Norbert Elias. Strukturen objektiver Beziehungen > Feld.

ab min, 37:00 der Vorwurf des Antiintellektualismus sein nicht unbegründet und durch seine Herkunft begründet.

ab min, 40:00 Im Zentrum meiner Arbeit steht, so glaube ich, die Bloßstellung des Missbrauchs symbolischer Macht.

Pierre Bourdieu: Habitus-Konzept (2016) [1] bei Youtube: nichts Interessantes

"species of capital", "field", "habitus", "symbolic violence"[17]

Bourdieu Paul WIllis[18]

  • the very success of groups like Blackbox and the Technotronics is due to the fact they made an artform out of what Bourdieu has called diversity within homogeneity: sounding different while sounding the same.

http://www.australianhumanitiesreview.org/archive/Issue-August-1997/buchanan.html

  • Feldtheorie d. h. mit Blick auf seinen differenzierungs- und gesellschaftstheoretischen Anspruch

differenzierungstheoretischer Gehalt In der theorievergleichenden Zusammenschau ergibt sich mit dieser Studie das Bild Bourdieus als das eines modernen Klassikers, der fest auf den Schultern der Riesen des Faches steht, sich gegenüber einer oft unterstellten Nähe zu Marx jedoch als heimlicher Nachfolger Simmels erweist. http://www.amazon.de/Klassiker-Bourdieus-Feldtheorie-Gr%C3%BCnderv%C3%A4ter-Soziologie/dp/3867645787

  • Artikel Die feinen Unterschiede [2] bei der de.wiki

Zur Musik

Bourdieu beschäftigt sich vornehmlich mit der Geschmacksforschung: „Geschmack klassifiziert – nicht zuletzt den, der die Klassifikationen vornimmt. Die sozialen Subjekte, Klassifizierende, die sich durch ihre Klassifizierungen selbst klassifizieren, unterscheiden sich voneinander durch die Unterschiede, die sie zwischen schön und hässlich, fein und vulgär machen – Unterschiede.“ (Zitat, Deutschlandfunk) Hauptansatzpunkt ist für die Bourdieu-Studien der Geschmack. Durch den Geschmack setzt sich ein Individuum von anderen Individuen ab. Auch welche Musik gehört oder nicht gehört wird, ist abhängig vom Habitus. Der Kampf um Anerkenung im gesellschaftlichen Spiel korreliert mit der Selbstwahrnehmung und Ausdifferenzierung als Individuum.

„Ein Unterschied (…) wird nur dann zum sichtbaren, wahrnehmbaren, nicht indifferenten, sozial relevanten Unterschied, wenn er von jemandem wahrgenommen wird, der in der Lage ist, einen Unterschied zu machen – weil er selbst in den betreffenden Raum gehört (…) und weil er über die Wahrnehmungskategorien verfügt, die Klassifizierungsschemata, den Geschmack, die es ihm erlauben (…) zu unterscheiden – zwischen einem bunten Bildchen und einem Gemälde oder zwischen Van Gogh und Gauguin.“ (Zitat Deutschlandfunk)

„Der klassischen Musik wird dabei eine große Bedeutung zugemessen. Besonders „Opernmusik ist ein ausgesprochen gutes Beispiel, um Bourdieus Thesen über die Rolle von kulturellem Kapital im Prozess der Kunstrezeption zu testen, da er der Musik eine besonders klassifizierende Wirkung zuspricht (Bourdieu 1982).“[19] Hier kommt besonders zum Ausdruck, auf welche Weise kulturelle Werke rezipiert werden – oberflächlich oder tiefgehender. Die Musik wird als eine der am stärksten klassifizierenden Formen der legitimen Kultur bezeichnet.[20] Die rezeption unter formalen und stilistischen Aspekten der oberflächlichen Betrachtung vorgezogen. Die Hypothesen im Einzelnen:

  • H1: Je häufiger sich eine Person mit hochkultureller Musik beschäftigt, desto stärker wird siediese decodierend rezipieren.
  • H2: Je höher die Ausstattung einer Person mit feldspezifischem kulturellem Kapital, destostärker wird sie Musik decodierend rezipieren.
  • H3: Je höher die Bildung einer Person, desto stärker wird sie Musik decodierend rezipieren.H4: Je höher das kulturelle Kapital im Elternhaus einer Person, desto stärker wird sie Musikdecodierend rezipieren.[21]

Eine Kantate aus dem 18. Jh.[22]

Eines der Ergebnisse, die sich bei Bourdieu direkt auf die Musik beziehen, war, „dass in Frankreich trotz der formalen Wahlfreiheit in Fragen des ästhetischen Geschmacks künstlerische Präferenzen – wie zum Beispiel klassische Musik, Rock und Chanson – stark mit der (kulturellen) Klassenzugehörigkeit korrelieren.“[23]

Opus operatum und Modus Operandi erinnern an Genre und Stil in der Musik und werden in etwa ähnlich gehandhabt.[24] Vereinfacht wird darunter das Werk im Gegensatz zu den Handlungsweisen verstanden. (Verhaltensweisen?) Bourdieu unterscheidet derart strukturierte und strukturierende Struktur. Was den Habitus betrifft, können desweiteren Ansichten auf die Retro-Szenen, Vintage und den Trash-Pop gewonnen werden. Post-Genres]] können in diesem Zusammenhang aufschlussreich sein. Ganz konkret auf musikalische Entwicklungen von Bands und Szenen bezogen: Wie findet sich die Musik von Joy Division in der Musik New Orders im Sinne eines Distinktionsgewinns der Musiker wieder. Wie bei Gilles Deleuze finden sich statische und ein variable Elemente als Hauptverantwortliche für Sozialisationen.

Auffassungen, dass und inwieweit die musikalische Sozialisation in Kindheit und Jugend den Musikgeschmack und dementsprechend auch die Vielfalt der musikalischen Äußerungen bei der muskalischen Praxis von Musikern beeinflussen, sind oft in Musikerbiographien deutlich vertreten und entsprechen in gewisser Weise einem allgemein gültigen Verstehenshorizont.

„Je komplexer eine Gesellschaft ist, desto größer ist der Handlungsspielraum“.[25] Post-Genres, Neo-Stile. „Sozialen Wandel und Innovation“ (de.wiki) gibt es nur vor dem Hintergrund der eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten der Individuen.

„In der britischen Castingshow „Britain’s got talent“ trat 2007 ein gewisser Paul Potts mit einer ungewöhnlichen Darbietung auf. Statt eines Pop- oder Rocksongs sang er die Arie „Nessun dorma“ aus Puccinis Oper Turandot. Seine Interpretation ging nicht nur der Jury zu Herzen. Nach dem Gewinn des Wettbewerbs bekam der 1970 geborene Paul Potts einen Plattenvertrag und wurde innerhalb kürzester Zeit steinreich. Was zu seinem Aufstieg beitrug, war das spektakuläre Narrativ, dass sich rasch um seine Person bildete: Vater Busfahrer, Mutter Supermarktkassiererin, Sohn erobert die Hochkultur.

Für Paul Potts sozialen Aufstieg sorgte ein Urteil, dass von einem bestimmten Milieu erzeugt und von anderen reproduziert wurde. Es war weder geschmackssicher noch besonders differenziert. Professionelle Musikkritiker wiesen darauf hin, dass Paul Potts bei allem Mut, den er mit seinem Auftritt bewiesen hatte, ein eher mittelmäßiger Künstler sei. Während des Singens verbrauchte er zuviel Kraft, zudem sang er den Text falsch. Hinzu kam, dass er alles andere als ein kulturell unterbelichteter Underdog war: Er hatte ein Philosophiestudium und eine klassische Gesangausbildung absolviert.“[26]

„Die Beatles beispielsweise waren Arbeitersöhne reinsten Wassers, mit allem, was man damit verbindet: rüpelhaftes Benehmen, rauflustig und trinkfreudig. Was sie jedoch nicht daran hinderte, Mitte der 1960er‑Jahre die Kompositionslehren von Gustav Mahler und Karlheinz Stockhausen zu studieren und erfolgreich für ihre Songs zu adaptieren. Bei den Rolling Stones war es umgekehrt: Aus der Mittelklasse stammend, orientierten sie sich an dem Musikstil des Rhythm ‚n‘ Blues, der in den USA ursprünglich vor allem von den Unterschichten gespielt und gehört wurde.“[27]

Castingshows sind zum Teil so angelegt, dass sie die Illusion sozialer Anerkennung fördern.

Bei der Rezeption von Kunst und also auch Musik wird ein Dekodierungsprozess vorausgesetzt. Kunstwerke können daher auf unterschiedliche Art und Weise rezipiert werden. Das Argument lässt sich hinsichtlch der Werke der Hochkultur ebenso verfolgen, wie hinsichtlich Populärer Musik.

„Für viele Personen der unteren und mittleren sozialen Klassen stellen Werke der zeitgenös-sischen Kunst aber insofern eine Quelle von Verwirrung und Missverständnis dar, als sie zu-meist ihr alltägliches Wissen nutzen, um diese Kunstwerke zu entschlüsseln (Bourdieu 1970:161f). Dieses alltägliche kulturelle Kapital erlaubt allerdings nur eine Entschlüsselung deroberflächlichen Bedeutung von Kunstwerken. Dies führt typischerweise dazu, dass Personenaus den unteren und mittleren sozialen Klassen Kunstwerke vor allem dann als schön emp-finden, wenn sie Dinge darstellen, die selbst als schön betrachtet werden können, wie eineattraktive Frau oder ein Sonnenuntergang (Bourdieu 1982: 53ff; Bourdieu et al. 1981). Dieformalen und stilistischen Aspekte eines Kunstwerks, die aus der Stellung seines Produzentenin der Geschichte des künstlerischen Feldes erwachsen und die erst ein tiefer gehendes Ver-ständnis und damit den Genuss des Kunstwerks ermöglichen, bleibt diesen Betrachtern ver-borgen. Damit verlieren Angehörige der unteren und mittleren Klassen typischerweise auchdas Interesse und die Motivation zur Beschäftigung mit zeitgenössischer Kunst, da diese meistals verstörend und wenig interessant wahrgenommen wird (Bourdieu 1970: 177). “[28] „Von allen Produkten, die der Wahl der Konsumenten unter-liegen, sind die legitimen Kunstwerke die am stärksten klassifizierenden und Klasse verlei-henden, [...]“ (Bourdieu 1982: 36). Die Musik stellt für Bourdieu die reinste und legitimsteForm der Kunst dar, hier müssten sich daher auch die stärksten Klassifikationswirkungen finden lassen (Bourdieu 1982: 42; Rössel / Hackenbroch / Göllnitz 2002)[29]

Kritik

  • Die meisten, die bei Youtube versuchen, den Habitus zu beschreiben, stoßen an die Grenzen der Sprache und fangen an zu stottern. Inhaltlich ist anscheinend kaum etwas vorzufinden.
  • Die ästhetischen Perspektiven, die Bourdieu hinzuzieht, sind im Grunde den sozialen untergeordnet.
  • Ob das System der Artschools in England nicht der Auffassung engegenwirkt, dass sozialer Wandel und Innovation nur mit Rücksicht auf die Möglichkeiten der Entwicklung des Einzelnen im rahmen des früh erworbenen Habitus möglich sind? Es kann auch auf die Musik der Sex Pistols verwiesen werden, die neben bodenständigem Gitarrenpunk, wie andere Bands auch (zum Beispiel Blondie), auch Dub und Hip-Hop berücksichtigt haben. Ähnlich wird auch argumentiert, „dass die Hochkultur, die laut Bourdieu im Frankreich dersechziger Jahre von großer Bedeutung für die Klassenreproduktion war, in den VereinigtenStaaten nur eine untergeordnete Rolle einnimmt, da in dieser Gesellschaft selbst die Eliten eher die Populär- und Massenkultur rezipieren. Zudem sei eine klassenspezifische Distinktion anhand marginaler Unterschiede nicht nachvollziehbar.[30]
  • Wo der hoch bewertete Beruf das A und O ist, stellt Bourdieu sich als typischer Karrierist heraus. Wie auch immer er das kritisieren mag.
  • Atypische Arbeitsverhältnisse sind durch die neoliberale Globalisierung zur Regel geworden, wodurch eine Prekarisierung auch des Mittelstands erfolgt.
  • Durch die Globalisierung sind die Unterschiede heutzutage noch feiner geworden.
  • Wo es Bourdieu um die Aufstiegsmöglichkeiten über Schichten hinweg ging, ist zum Beispiel bei Oliver Nachtweyh inzwischen die Rede von einer Abstiegsgesellschaft.

Wenn ich schon Schicht höre, regt sich Widerstand bei mir. Kann ich wirklich Schichten ausmachen oder sehe ich nicht mehr Gewinn und Scheitern als Grundformen der sozialen und ästhetischen Wahrnehmung. Wobei die Herkunft nicht unbemerkt bleiben muss, deshalb jenseits jeder Wertung, was die Herkunft betrifft. Bildung ist den Leuten oft anzusehen. Ich persönlich kann sagen, dass ich alle Schichten kennengelernt habe, außer vielleicht die Tempel des ökonomischen und politischen Kapitals. Was das kulturelle Kapital betrifft, ist das so. Welche Unterschiede sind mir aufgefallen. Eines ist, dass sich entgegen dem Ideal der akademischen Bildung an den Universitäten in öffentlich-prekären Umgebungen eine Art Sprachskeptizismus bis hin zur Kulturverweigerung bemerkbar macht, der vor allem die gesprochenen und geschriebenen Sprachen betrifft. Für denjenigen, der sich mit den Umfeldern beschäftigt, erfolgt eine Umgewichtung von diesen Sprachen zu anderen und möglicherweise auch darüber hinaus von der Sprachlichkeit zum Kairos als verbindendem Moment bei Kommunikationen.

Bourdieu repräsentiert sozusagen das Halbdomestizierte.

Bemerkenswerte empirische Studie von Jörg Rössel: „Um die Rezeption von klassischer bzw. Opernmusik in der Befragung zu erheben, konnteauf eine Itembatterie aus der Musikpsychologie zurückgegriffen werden, die von Behne (1986)entwickelt wurde und seitdem in einer ganzen Reihe von Studien verwendet wurde (Lehmann1993, 1994; Behne 1997, 2001). Behne hat diese empirischen Indikatoren entwickelt, um sichvon einer stark normativen Perspektive auf das Hören von Musik abzugrenzen, wie sie z. B.von Adorno entwickelt wurde (1976). Ähnlich wie Bourdieu in seinen Ausführungen überKunstrezeption favorisiert Adorno einen intellektuellen, strukturierten Zugang zur Musik unddisqualifiziert anders geartete Zugänge als minderwertig.“ ... „So weist Bourdieu darauf hin, dass schon die wiederholte Beschäftigung mit Kunstwerken zu einem besseren Verständnis beiträgt, das allerdings auf das jeweils spezifische Genre beschränkt bleibt.“[31] Auf der ersten Dimension (Gefühle, emotional vs. sentimental) laden vor allem Items, die auf einen gefühlsmäßigen und stimmungsorientierten Zugangzur Musik verweisen. Dagegen taucht als zweite Komponente (Analyse) eine Rezeptionsformauf, die dem von Adorno favorisierten intellektuellen Hören bzw. der von Bourdieu als ange-messene Decodierung bezeichneten Form der Kunstrezeption entspricht. Diese Dimensionkann verwendet werden, um die Hypothesen 1 bis 4 systematisch zu prüfen. Auf ihr ladenItems, die ein bewusstes Analysieren des musikalischen Aufbaus und der musikalischen Formzum Gegenstand haben. Ganz anders geartet ist dann wiederum die dritte Hörweise, die sichin der Faktorenanalyse herauskristallisiert (Eskapismus). Hier deutet sich eine Form des es-kapistischen Musikgenusses an, der zwar auf der einen Seite auch durch einen emotionalenZugang zur Musik charakterisiert ist, auf der anderen Seite aber die Musik vor allem als einenAusweg aus der Wirklichkeit begreift und damit den Charakter von Weltflucht hat. Eine vierteForm der Musikrezeption (Oberflächlich) begreift die Musik vor allem als Hintergrund undwendet sich zum Teil anderen Gedanken zu bzw. ist nur sehr begrenzt tatsächlich auf die Musikkonzentriert. Die fünfte Dimension (Vegetativ, zum Beispiel beim Tanzen zu Tanzmusik) scheint auf den ersten Blick kaum in das Sze-nario einer Opernaufführung zu passen, da hier die Musik vor allem vegetativ wahrgenommen4.246Jörg Rössel wird. ... Resultat: Aus dieser empirischen Analyse von Formen des Musikhörens wird deutlich, dass die Rea-lität der Kunstrezeption vielgestaltiger ist als Bourdieus Theorie der Kunstrezeption es vor-sieht. Lediglich die Dimension „Analyse“ entspricht vollständig dem Gegensatz zwischen ei-nem oberflächlichen Hören auf der einen Seite und einem intellektuellen, decodierenden Hörenauf der anderen Seite. Die anderen Hörweisen lassen sich nicht eindeutig in der von Bourdieutheoretisch begründeten Spannbreite von Rezeptionsformen von Kunst einordnen. Damit kannals erstes Zwischenergebnis an dieser Stelle festgehalten werden, dass eine vollständige so-ziologische Theorie der Kunstrezeption auch die verschiedenen Formen der Rezeption ange-messen erfassen und theoretisch erklären muss, was für Bourdieus Theorie offensichtlich nichtgilt. Gleichzeitig gibt es aber eine Dimension der Musikrezeption, die dem von Bourdieu dis-kutierten decodierenden Verständnis entspricht, so dass die aus seiner Theorie der Kunstre-zeption abgeleiteten Hypothesen 1 bis 4 hier empirisch geprüft werden können. ... Personen mit einerabgeschlossenen Hochschulausbildung neigen etwas stärker zur emotionalen Hörweise (Ge-fühle) als die Vergleichsgruppen. Dieses spezifische Ergebnis deutet darauf hin, dass auch eingefühlsmäßiges Verständnis von Musik bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich des Erfas-sens und des Verstehens von Musik hat. Doch insgesamt wird deutlich, dass die schulischeBildung keine besonders wichtige Einflussgröße ist. ... Allerdings zeigt sich auch für dasaktive Musizieren als einer Form des musikspezifischen kulturellen Kapitals nur ein statistischsignifikanter Effekt über den oben schon genannten hinaus. Personen, die aktiv Musik betrei-ben, neigen weniger zu einer eskapistischen Herangehensweise an Musik. Ein vergleichbaresResultat lässt sich für das kulturelle Klima im Elternhaus feststellen: Dieses hat wiederum nureinen statistisch signifikanten positiven Effekt auf das konzentrierte Hören von Musik. ... Dies spricht dafür, dassBourdieus Theorie die verschiedenen Formen der Kunstrezeption nicht nur unzulässig auf eineDimension verkürzt, sondern auch die erklärenden Faktoren nur ausschnitthaft thematisiert.Interessanterweise ist das Lebensalter die Variable mit den stärksten statistisch signifikantenEffekten: es hat einen positiven Einfluss auf das konzentrierte und das eskapistische Hörenund einen negativen auf das gefühlsmäßige und oberflächliche Hören. ... Während der Rezeption von Populärkultur zumeist eska-pistische und affektive Motive und Rezeptionsweisen zugeschrieben wurden, wurde die Hoch-kultur typischerweise als eine Domäne einer konzentrierten und vornehmlich intellektuellenWahrnehmung der Künste betrachtet (Levine 1990; DiMaggio 1982b). Die vorliegenden Er-gebnisse verdeutlichen, dass dieser Unterschied keineswegs so deutlich ausgeprägt ist und dassauch im Bereich der Opernmusik, als einem prototypischen Beispiel für die klassische Hoch-kultur, oberflächliche, emotionale und eskapistische Zugangsweisen im Publikum verbreitetsind. Zweitens wurde aber deutlich, dass die Ausstattung mit kulturellem Kapital, die hier miteiner Vielzahl von Indikatoren erhoben wurde, nur die analytische Rezeption von Musik an-gemessen erklären konnte. Dagegen hat das kulturelle Kapital nur unwesentliche Relevanz fürdie anderen Formen der Musikrezeption. Darüber hinaus wurde auch deutlich, dass vor allemdie musikspezifischen Formen des kulturellen Kapitals besonders erklärungskräftig waren,während die generalisierten Formen des kulturellen Kapitals, die in Elternhaus und Schuleerworben werden, eine geringere Bedeutung haben. Allerdings könnte dies auf die Tatsachezurückzuführen sein, dass im Publikum der Oper eine starke Überrepräsentation von Personenmit hohem schulischem kulturellem Kapital existiert. Zudem muss hier in Rechnung gestelltwerden, dass für Ostdeutschland wiederholt festgestellt wurde, dass Lebensstile und Hoch-kulturkonsum in geringerem Maße durch die Bildung beeinflusst werden. ... Die Variable mit den meisten und den stärkstenstatistisch signifikanten Effekten auf die Musikrezeption ist das Lebensalter. ... Eine Vielzahl von empirischen Resul-taten weist darauf hin, dass vor allem die in der Phase der späten Adoleszenz und des frühenKulturelles Kapital und Musikrezeption 251 Erwachsenenalters präferierte Musik prägend für das gesamte Leben bleibt (North / Hargreaves2008: 107ff). ... Daher sollte an dieser Stelle zweitens auf den Beitrag der sogenanntenInformationsästhetik verwiesen werden (North / Hargreaves 2008: 76ff). Diese geht davon aus,dass zwischen der Komplexität von musikalischen Werken und dem subjektiven Gefallen anihnen ein umgekehrt u-förmiger Zusammenhang besteht, der in einer Reihe von zumeist ex-perimentellen Studien auch demonstriert werden konnte. Sehr einfache und sehr komplexeWerke werden von Hörern eher negativ bewertet, während Stücke mittlerer Komplexität po-sitiv eingeschätzt werden. Die subjektiv wahrgenommene Komplexität eines Musikstückshängt allerdings von der wiederholten Beschäftigung und Vertrautheit mit einem Werk ab.Insofern werden Personen, die über viele Erfahrungen im Umgang mit komplexen Musikstü-cken, also z. B. Werken der klassischen Musik, verfügen diese positiver bewerten und einengrößeren Hörgenuss erleben. Mit zunehmendem Alter und damit einer umfangreicheren Be-schäftigung mit Musik nehmen Personen Stücke subjektiv daher als zunehmend weniger kom-plex wahr, so dass zunehmend komplexere Werke im Verlauf des Lebens positiv bewertetwerden. Damit einher geht dann auch die Fähigkeit zu einem konzentrierteren Hören, das nichtabschweift, während Menschen mit weniger Fähigkeiten einen geringeren Genuss verspürenund komplexen Werken nicht konzentriert folgen können. ... Die Relevanz des Lebensalters in dervorliegenden Studie deutet an, dass die Musikrezeption nicht allein durch das kulturelle Kapitalgeprägt wird, das aufgrund unterschiedlicher Klassenherkunft erworben wird, sondern auchdurch das kulturelle Kapital, dass durch langwierige Partizipation in einem ausdifferenziertengesellschaftlichen Feld erlernt wird.

Kritisiert werden können auch die Kritiker Bourdieus, wie sie die Zeichen der Zeit hinnehmen und das kritische Potential im Dahinschreiben von Gegebenheiten, wie bei Adorno, der immerhin den ersten umfassenden Text zur Popmusikforschung überhaupt geliefert hat, möglicherweise übersehen.

  • In der Psychologie gibt es einen ähnlichen Begriff der Habitualisierung
  • Am Helmholtzplatz ist es anders, wie an der Uni. Am Helmholtzplatz beschimpfen sich zwei aufs Übelste und schubsen sich sogar. Kaum zwei Minuten später sitzen sie wieder nebeneinander und tragen sich nichts nach, auch wenn die Nase noch blutet. An der Uni werden Auseinandersetzungen von vornherein so ausgetragen, dass jeder Teilnehmer komplett selbst dafür verantwortlich ist, wie er rüberkommt. Am Helmholtzplatz gibt es ein heimliches Einverständnis, das als Einsicht in die Schicksalhaftigkeit nicht nur von Ereignissen, sondern auch der Lebenswege selbst der Feinde bezeichnet werden kann. Des Geworfenseins und Ausgeliefertseins als Mensch. Es gibt doch irgendwo eine Studie, die besagt, dass Menschen, die auf die Nase fallen, zuerst einmal das Schicksal verantwortlich machen. Wenn ihnen aber etwas gelingt, dann sind sie es selber gewesen. Wo sind denn jetzt die Unterschiede?
  • Zum Habitus im Kommentar bei Youtube: „Ich beziehe mich aufs Habitus-Konzept, nicht auf Lehrpläne im Einzelnen. Mir erscheint es aber, mit dem Hintergrund dieses Konzepts, geradezu zynisch, dass Kinder und Jugendliche Lehrplänen ausgesetzt werden, wo ihre Sozialisation mit Bourdieu doch von vornherein nahezu festgelegt ist. Das Lehrplanwesen fördert die Befestigung der bekannten ungerechten Strukturen der Gesellschaft, ohne substanzielle Lernfortschritte zu erlauben. Das ist ja auch, was Bourdieu kritisiert. Es geht ihm um eine Abschaffung des Klassenbegriffs als solchem. Auch meiner Erfahrung nach ist der Klassenbegriff in den Schulen und durch sie nicht zu umgehen. Die Lehrer, die ich kennengelernt habe, würde ich zu 70 Prozent so einschätzen, dass Klassenauffassungen in den Schulklassen bei ihrem Lehrverhalten nicht ausgeschlossen werden können. Sohn oder Tochter von XY wird bei Lehrkräften oft unreflektiert von vornherein besser bewertet, als Soundso aus der Hochhaussiedlung Z. Hinzu kommt, und daran liegt das zum Teil vielleicht auch, dass besonders kulturelle Lehrinhalte hochgradig standardisiert sind.“ [3] Vielleicht, dass die Multimigration und europäische Einigung sich da vermittelnd auswirkt. Weiter fragt sich daher für mich, ob und auf welche Weise solche Repräsentationsmodelle den Umgang nicht nur mit repräsentativem kuturellen Kapital hinsichtlich dessen Vermittlung in Gesellschaften beeinflussen, sondern ob auch der direkte Zugang zu formalen Fundamenten auf andere Weise vorgenommen wird und die Resultate einer zum Beispiel musikalischen Idee oder Entwicklung sich im Umgang mit komplexen Texten und besonders Theorien auf die gleiche Weise zeigen. Ob also das, was Theorie der Praxis ist, sinnvoll rückführbar auf eine theoretische Debatte ist.
  • Eine Schönheit der Theorie ganz jenseits von „schlau“ auch, was ich so gemein finde, „Bauernschläue“ anzumerken. „Gemeinheit oder nicht ...“, schreien die Wissenschaftler, „aber ist es denn nicht wahr? Sieht er nicht aus wie ein oberschlauer Bauer und äußert sich auch so? Ist doch so!“ Also so, will ich dazu sagen, kommen wir nicht voran. Guck mal Fassbinder, wie sah der denn aus? Und heute schämt man sich, den nicht kennengelernt zu haben, nur weil seine Fresse so schlägermäßig aussah! Und klar ist das gegen die gute Erziehung, so eine Fresse! Mal mit Chomsky zu sprechen. Und wenn die Welt auch heult ...
  • Soweit sich die Geldströme nicht in kapitalistischer Manier auf sich selbst beziehen, ist es heute so, dass kulturelles Kapital dem ökonomischen oft übergeordnet erscheint. Das ist bereits derart logisch nachzuvollziehen, dass ökonomisches Kapital in hohem Maße dazu eingesetzt wird, kulturelles zu erwerben. Kulturelles Kapital ist schöner als ökonomisches.
  • Ökonomisches und kulturelles Kapital werden heute oft weitgehend unabhängig voneinander verwaltet. Der Besitz von ökonomischem Kapital ist in vielen Fällen ganz unmittelbar mit einem Mangel an kulturellem Kapital, kurz gesagt: Geschmacklosigkeit, gleichzusetzen. Schließlich ist übers Internet endlos kulturelles Kapital fast zum Nulltarif erhältlich. Es ist dann eine Frage der Sozialisation und Erziehung und weiterer Faktoren, ob diese Formen kulturellen Kapitals wahrgenommen werden oder werden können.

Trivia

Balzac und Flaubert zählen zu Bourdieus bevorzugter Lektüre. Er war bei der Beerdigung Michel Foucaults einer der Sargträger.

Literatur

  • Holt
  • Behne, Klaus-Ernst (1993): Musikpräferenzen und Musikgeschmack, in: Herbert Bruhn / Rolf Oerter /Helmut Rösing (Hrsg.), Musikpsychologie, Reinbek / Hamburg, S.339-353.

Es gibt auch den anderen Anspruch, auch in der Philosophie, eine Theorie sei schön. Wie sollte das aber diskutiert werden, wer sollte auf welcher Grundlage welche Urteile darüber fällen wollen. Auf irgendeine seltsame Art und Weise verbinde ich eine Art von Schönheit mit dieser Theorie. Oder es ist die Schönheit, die einen mit allen Theorien, die einer kennt, verbindet?

Einzelnachweise

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Weblinks

  • Artikel Pierre Bourdieu [4] bei der de.wiki

Er zeigte, dass in Frankreich trotz der formalen Wahlfreiheit in Fragen des ästhetischen Geschmacks künstlerische Präferenzen – wie zum Beispiel klassische Musik, Rock und Chanson – stark mit der („kulturellen“) Klassenzugehörigkeit korrelieren.

  • Sven Opitz – Die zwei Leben des Pierre Bourdieu (2002) [5] doppelter Nachruf bei der Intro. Vorweggstellt ein Zitat von Rainald Goetz: „Neben mir am Tisch liegt Bourdieus 'Elend der Welt', ein Prügel so elend wie Bourdieu selber – noch nie habe ich einen geistig so UNFREIEN Geist sich ausbreiten sehen wie Bourdieu in seiner Vorlesung, 1988, am Collège de France. Trotzdem ist sein Ding wichtig, das weiß ich, ich kann es intellektuell einsehen, aber nicht wirklich passioniert denken [...]“ (Aus: Abfall für alle, 1999). Das Systemische vielleicht mehr als das Systematische findet sich hier: „Die Gesellschaft konzipierte er als ein Patchwork relativ autonomer Handlungsräume mit jeweils eigener Sprache, eigenen Problemdefinitionen und spezifischen Interessenlagen. Politik, Kunst, Bildung und Wirtschaft sind nach dieser Auffassung eigensinnige und eigenlogische Felder, von denen keines alleine in der Lage ist, die moderne Gesellschaft als ganze zu repräsentieren oder zu steuern.“ Beides macht Bourdieu vor allem seit den 90ern sehr attraktiv für den Popdiskurs. Anhand seiner Terminologie tritt hervor, wie durch das Setzen feiner Unterschiede Distinktionsgewinne erwirtschaftet werden können. Dass dabei neben der Kritik der bürgerlichen Akkumulationsmodi heute vor allem gefragt werden muss, welche Dynamik die immense Wertsteigerung des subkulturellen Kapitals auslöst, ist offensichtlich. Bourdieu selbst hat die Veränderungen der letzten Jahrzehnte in dieser Richtung intellektuell nicht begleitet. Für ihn war das Feld der Kultur zwar etwas unübersichtlich, aber dennoch klar vermessen. In seinen Texten gibt es eine legitime Kultur, die einen Hoheitsanspruch vertritt, und eher populäre, illegitime Geschmacksvarianten, deren Minderwertigkeit von den Kennern eines relativ homogenen bürgerlichen Kanons naserümpfend zur Kenntnis genommen wird.

Viel Raum für das Verständnis von Doppeldeutigkeiten, Ungleichzeitigkeiten, Umdeutungen von Zeichen oder das Entstehen neuer Semantiken scheint da nicht zu bleiben. Warum aber interessieren sich in letzter Zeit das Goethe-Institut für Kölner Minimaltechno und Armani für das Sounddesign von Oval? Und was hat es gesellschaftlich zu bedeuten, dass die Intro-Leserin nach Abschluss ihres kulturwissenschaftlichen Studiums gerade aufgrund ihres subkulturellen Kapitals gute Chancen im immateriellen Kapitalismus besitzt, während der über die Aufklärung promovierte Germanist in vielerlei Hinsicht einen Ladenhüter produziert hat? Offenbar wird das subkulturelle Kapital in den großen Zirkulationsprozessen verstärkt nachgefragt, was zu grundlegenden Transformationen im sozialen Raum führt. Bleibt noch die Frage, zu welchen Bedingungen das geschieht.

  • Elena Sultanian – Musikstile als Ausdruck von Lebensstilen (ohne Jahr) [6] bei archives.sociologie.ch
  • Christian Papillou – Bourdieu lesen. Einführng in eine Soziologie des Unterschieds (2003) [7] bei transcript-verlag.de
  • Christiane Reinecke – Der (damalige) Geschmack der Bourgeoisie. Eine historische Re-Lektüre von Pierre Bourdieus »Die feinen Unterschiede« (1979) (2017) [8] bei zeithistorische-forschungen.de
  • Dominik Schatz – Musikkonsum, Distinktion undSzenekulturMusiksoziologische Analyse der Identitätsbildung in einerjugendlichen Szene am Beispiel der elektronischen Musik (2013) [9] Bachelor-Arbeit bei der Hochschule der Medien Stuttgart
  • Renate Müller – Ästhetische Urteile als soziale Gebrauchsweisen von Musik. Theoretische und forschungsmethodische Überlegungen zur empirischen Ästhetik ()2007 [10] bei der PH-Ludwigsburg
  • Andrew James Johnston – Philosoph der feinen Unterschiede. Aus kleinbürgerlichem Haus kam Pierre Bourdieu ins elitäre Milieu der Pariser Intellektuellen. Er entlarvte den Geschmack als Instrument der Macht. Bachs „Kunst der Fuge“ – wirkungsvoller als Wasserwerfer und Tränengas (2002) [11] „Der Mann mit dem Gesicht eines schlauen Bauern und einer maskulinen, fast groben Aura“ in einer fragwürdigen Grabrede bei der TAZ.
  • Autor unbekannt – Spiegel-Rezension vom 7. März 1983 zur deutschen Ausgabe von Die feinen Unterschiede' (1983) [12] beim Spiegel

„Wirklich revolutionär allerdings war Bourdieus Idee vom symbolischen Kapital, von Dingen, die den Menschen Prestige bringen. Er stellte Marx auf den Kopf, reduzierte die Bedeutung der ökonomischen Basis als Quelle der gesellschaftlichen Macht und ökonomisierte statt dessen Geist und Kultur, Ethik und Ästhetik.“ „So entdeckte Bourdieu etwa den Avantgardemechanismus, dessen zugrundliegende symbolische Öknomie besagt, dass im elitärsten Bereich der Kunst die Bewertungsmechanismen genau umgekehrt funktionieren wie im Bereich der Wirtschaft.“

Videos

  • Social Reproduction, Cultural Capital, Bourdieu and The Jam (2010) [13] bei Youtube. Info: "[Bourdieus ...] issues and concerns are reflected in the music of Paul Weller and The Jam, in songs such as Saturday's Kids, Eton Rifles and Mr Clean."

Pierre Bourdieu: Habitus-Konzept, Uploader: Theorieblabla

Habitus: Das Verbindungsstück zwischen Position und Handeln.


Hans Peter Zimmermann und Peter de Leuw – Pierre Bourdieu. Die feinen Unterschiede und wie sie entstehen. Pierre Bourdieu erforscht uneren Alltag () [14] bei Youtube

Book Descriptions: Pierre Bourdieu has been an extraordinarily influential figure in the sociology of music. For over four decades, his concepts have helped to generate both empirical and theoretical interventions in the field of musical study. His impact on the sociology of music taste, in particular, has been profound, his ideas directly informing our understandings of how musical preferences reflect and reproduce inequalities between social classes, ethnic groups, and men and women. Bourdieu and the Sociology of Music Education draws together a group of international researchers, academics and artist-practitioners who offer a critical introduction and exploration of Pierre Bourdieu’s rich generative conceptual tools for advancing sociological views of music education. By employing perspectives from Bourdieu’s work on distinction and judgement and his conceptualisation of fields, habitus and capitals in relation to music education, contributing authors explore the ways in which Bourdieu’s work can be applied to music education as a means of linking school (institutional habitus) and learning, and curriculum and family (class habitus). The volume includes research perspectives and studies of how Bourdieu’s tools have been applied in industry and educational contexts, including the primary, secondary and higher music education sectors. The volume begins with an introduction to Bourdieu’s contribution to theory and methodology and then goes on to deal in detail with illustrative substantive studies. The concluding chapter is an extended essay that reflects on, and critiques, the application of Bourdieu’s work and examines the ways in which the studies contained in the volume advance understanding. The book contributes new perspectives to our understanding of Bourdieu’s tools across diverse settings and practices of music education.[32]

Wie sich Geschichte am Individuum vollzieht, was die allgemeinsten Termen betrifft.
  1. Michael Reitz – Das Denken Pierre Bourdieus im 21. Jahrhundert. Noch feinere Unterschiede? (2017) [15] eine Sendung von Anna Panknin / Barbara Schäfer u.a. beim Deutschlandfunk, Bourdieu-Zitat von dort.
  2. Pierre Bourdieu: Die verborgenen Mechanismen der Macht (1998, 2017) [16] ab min. 0:22 bei Youtube. Im Original bei der Osterreichischen Mediathek: Kos, Wolfgang / Kneihs, Johann / Lachnit, Peter / Bourdieu, Pierre / ORF Radio Österreich 1/ Diagonal – Radio für Zeitgenossen - Zur Person - Pierre Bourdieu (1998) [17] bei mediathek.at
  3. de.wiki Bourdieu, 22. September 2019
  4. Artikel Habitus (Soziologie) [18] bei der de.wiki, abgerufen am 22. September 2019
  5. Artikel Universalienproblem [19] bei der de.wiki
  6. Distanz zum Lehrbetrieb und Herkunft: Bei der de.wiki:„...aus einfachsten Verhältnissen stammend ...“, am 22. September 2019
  7. Artikel Habitus (Soziologie) [20] bei der de.wiki, abgerufen am 22. September 2019
  8. Vorstrukturiert: ebd., de.wiki, Habitus (Soziologie)
  9. Artikel Distinktionsgewinn [21] bei der de.wiki
  10. Artikel Raum der Lebensstile [22] bei der de.wiki
  11. de.wiki Habitus
  12. Sven Opitz – Die zwei Leben des Pierre Bourdieu (2002) [23] Nachruf und tiefergehende Kritik bei der Intro.
  13. mediathek, bei min. 5:00
  14. zitiert nach Rössel
  15. Pierre Bourdieu: Die verborgenen Mechanismen der Macht (1998, 2017) [24] ab min. 7:14 bei Youtube. Im Original bei der Osterreichischen Mediathek: Kos, Wolfgang / Kneihs, Johann / Lachnit, Peter / Bourdieu, Pierre / ORF Radio Österreich 1/ Diagonal – Radio für Zeitgenossen - Zur Person - Pierre Bourdieu (1998) [25] bei mediathek.at
  16. Hans Peter Zimmermann und Peter de Leuw – Pierre Bourdieu. Die feinen Unterschiede und wie sie entstehen. Pierre Bourdieu erforscht unseren Alltag (1981) [26] ab min. 8:00 bei Youtube
  17. Pierre Bourdieu. An Introduction (2008) [27] ab min. 2:00 bei Youtube
  18. Bourdieu and Cultural Capital (2014) [28] bei Youtube
  19. Rössel
  20. Rössel
  21. Rössel
  22. Pierre Bourdieu: Die verborgenen Mechanismen der Macht (1998, 2017) [29] ab min. 5:20 bei Youtube. Im Original bei der Osterreichischen Mediathek: Kos, Wolfgang / Kneihs, Johann / Lachnit, Peter / Bourdieu, Pierre / ORF Radio Österreich 1/ Diagonal – Radio für Zeitgenossen - Zur Person - Pierre Bourdieu (1998) [30] bei mediathek.at
  23. de.wiki Bourdieu, Stile hier.
  24. Begriffe aus de.wiki, Habitus
  25. de.wiki Bourdieu
  26. Michael Reitz – Das Denken Pierre Bourdieus im 21. Jahrhundert. Noch feinere Unterschiede? (2017) [31] eine Sendung von Anna Panknin / Barbara Schäfer u.a. beim Deutschlandfunk
  27. Deutschlandfunk. Der Ansicht des Autoren, „Mallorca oder Karibik ist keine Frage des Geldbeutels mehr“, kann entgegengesetzt werden, dass die Ziele allerdings korrumpiert sind und werden. Denn Mallorca wäre vielleicht kein Anlaufpunkt für diejenigen, die ökonomisches und kulturelles Kapital gleichermaßen über die Zeit gepflegt haben – außer vielleicht das Hinterland zum Wandern. Ulrich Becks Risikogesellschaft von 1986 schließt mit seiner Individualisierungsthese an das Argument an.
  28. Rössel
  29. Rössel
  30. Jörg Rössel – Kulturelles Kapital und Musikrezeption. Eine empirische Überprüfung von Bourdieus Theorie der Kunstwahrnehmung (2009) [32] bei der Universität Zürich. Original in Soziale Welt 60, 2009, S. 239-257
  31. Rössel zu seiner Studie, einem Vorbild, was Genauigkeit emprischer Forschung betrifft.
  32. Pamela Burnard, Ylva Hofvander Trulsson, Johan Söderman – Bourdieu and the Sociology of Music Education (2015) [33] Leseprobe bei google.books