Peter Gabriel – Us

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Us
Peter Gabriel
Veröffentlicht: 29. September 1992
Label & Vertrieb: Real World Records
Albumlänge: 57:37 Min.
Produziert von: Daniel Lanois und Peter Gabriel
Genre: Rock, Progressive
Formate: LP, CD
Singles: Digging in the Dirt
Blood of Eden
Steam
Kiss That Frog
Chronologie

1986So

Us

2002Up

Andere:
1989Passion

"Us" von 1992 ist das sechste Studioalbum des britischen Progressive-Musikers Peter Gabriel. Es erschien sechs Jahre nach Gabriels größtem Mainstreamerfolg "So", umspannte eine Produktionszeit von Oktober 1989 bis Juni 1992 und wurde von Daniel Lanois sowie Peter Gabriel selbst produziert.

Zum Album

"So" war mit seinen Hitsingles "Big Time", "Red Rain", dem Kate Bush-Duett "Don't Give Up" sowie der megaerfolgreichen Motown-Hommage "Sledgehammer" das Pop-Album des Jahres 1986 gewesen und hatte aus dem Avantgarde-Kritikerliebling und vormaligen Genesis-Sänger Peter Gabriel einen waschechten Popstar mit Massenappeal gemacht. Anstelle aber baldmöglichst mit einer Platte in ähnlich eingängigem Stil nachzulegen, richtete Gabriel seine Aufmerksamkeit auf das bislang vom Mainstream vernachlässigte Feld der Weltmusik, komponierte den Soundtrack zur Jesus-Film-Kontroverse "Die letzte Versuchung Christi" (was 1989 als Gabriel-Album "Passion" veröffentlicht wurde) und richtete sich sein eigenes Aufnahmestudio und Plattenlabel namens Real World ein. Der offizielle Nachfolger zum Megaseller "So" ließ indes auf sich warten, und selbst als Gabriel im Herbst 1989 endlich das Studio enterte, dauerte es noch ganze drei Jahre, bis im September 1992 sein sechstes Studioalbum namens "Us" veröffentlicht wurde.

Im Vergleich zum Vorgänger gab sich das Album trotz Quoten-Soul wie bei den Singles "Steam" und "Kiss That Frog" vor allem schwer(verdaulich)er und tiefgründiger. Der Titel deutete schon an, dass es Gabriel bei "Us" vor allem um zwischenmenschliche Beziehungen ging, da sich das Privatleben des Sängers während der Entstehung alles andere als einfach gestaltet hatte – unter anderem war seine erste Ehe gescheitert und wurde von einer turbulenten Beziehung mit der Schauspielerin Rosanna Arquette gefolgt; das schwierige Verhältnis zu seiner erwachsenen Tochter war ebenfalls eine Inspiration gewesen. Musikalisch hatten die Kollaborationen mit afrikanischen und asiatischen Musikern seit "Passion" starken Einfluss auf das Songwriting zu "Us" gehabt, was sich in Tracks wie dem orientalisch angehauchten Only Us, dem Opener Come Talk to Me oder dem hypnotischen Fourteen Black Paintings niederschlug. Washing of the Water wies dagegen eher Gospel-ähnliche Strukturen auf, und im Blood of Eden betitelten Duett mit Sinéad O'Connor besang Gabriel direkt die vermeintliche Wurzel des Männer-Frauen-Dramas mit Adam und Eva. Eine Vielzahl von Gastmusikern wie Ex-Police-Drummer Stewart Copeland, Sting-Kollaborateur Manu Katché und King Crimson-Bassgigant Tony Levin nebst den Produktionslegenden Daniel Lanois (u.a. U2), David Bottrill (Tool) und William Orbit (später Madonna) sorgte für die klangliche Vielfalt des hochmodern produzierten Albums. In der Tradition der Videoclips zu den Auskopplungen von "So" – vor allem der Kurzfilm zu Sledgehammer gilt nach wie vor als einer der aufwändigsten und visionärsten Clips der Musikvideogeschichte – wurden auch die "Us"-Singles mit ausgefeilten bewegten Bildern versehen (Gabriel als computermorphender Froschkönig in Kiss That Frog, detailversessene Stop-Motion-Technik im MTV-Dauerbrenner Digging in the Dirt).

Wohl aufgrund seiner weniger leichten Verdaulichkeit – schon die Hälfte der zehn Stücke überschritt die Sechs-Minuten-Grenze, darunter gar die Single "Steam" – konnte "Us" den phänomenalen Erfolg des Vorgängeralbums nicht ganz wiederholen, obwohl es in Großbritannien wie in den USA Platz 2 der Albumcharts erreichte und Digging in the Dirt wie auch Steam die Pole Position der "Billboard Modern Rock Tracks" einnehmen konnten. Gleichwohl zog es eine erfolgreiche Welttournee – nach dem Albumcloser "Secret World Tour" benannt – nebst Live-Doppelalbum und Konzertfilm nach sich und bereitete auch den Weg für die erste interaktive CD-Rom der Musikgeschichte: "Xplora 1: Peter Gabriel's Secret World" erschien 1993 und führte später so beliebte Features wie beigefügte Musikvideos, kreatives Mischen von Gabriel-Stücken und andere Gimmicks in die Pop-Welt ein.

Line-Up

Für eine vollständige Liste der Gastmusiker, siehe den entsprechenden Eintrag in der englischsprachigen Wikipedia.

Tracklisting

  1. Come Talk to Me (7:06)
  2. Love to Be Loved (5:18)
  3. Blood of Eden (6:38)
  4. Steam (6:03)
  5. Only Us (6:30)
  6. Washing of the Water (3:52)
  7. Digging in the Dirt (5:18)
  8. Fourteen Black Paintings (4:38)
  9. Kiss That Frog (5:20)
  10. Secret World (7:03)

Singles

Weblinks