Nina Simone

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nina Simone
Herkunft: Tryon, North Carolina, USA
Geboren: 21. Februar 1933 als
Eunice Kathleen Waymon
Gestorben: 21. April 200
Aktiver Zeitraum: 19572003
Genres: Jazz, Blues, Gospel, Soul, Folk
Instrumente: Gesang, Klavier
Homepage: ninasimone.com

Nina Simone war Sängerin, Pianistin, Songschreiberin und Bürgerrechtlerin. Sie wurde am 21. Februar 1933 in Tryon, North Carolina (USA) geboren und starb am 21. April 2003 in Carry-le-Rouet (Frankreich).

Biographie

Nina Simone war Afroamerikanerin, wurde als Eunice Kathleen Waymon geboren und hatte sieben Geschwister. Ihre Mutter, Mary Kate Waymon, war aktiv in der lokalen Methodistengemeinde, und Eunice Waymon sang dort schon früh mit ihren vier Schwestern und ihrer Mutter im Kirchenchor. Sofort wurden ihre musikalischen Fähigkeiten deutlich, und mit sechs Jahren bekam sie erste Klavierstunden, die von von einem Gemeindemitglied bezahlt wurden.

Mit zehn Jahren gab sie schon ihr erstes Konzert in der örtlichen Bücherei. Ihre Familie war dort ebenfalls anwesend, durfte jedoch nicht in der ersten Reihe sitzen. Während sie am Klavier spielte, musste ihre Familie in die hinteren Sitzreihen wechseln, da einige Weisse ihre Plätze beanspruchten. Dies war für das Mädchen ein schlimmes, prägendes Erlebnis, und in ihrem spätere Leben engagierte sie sich immer gegen Rassismus und thematisierte dies auch in ihren Liedern.

Mit siebzehn Jahren zog Eunice Waymon nach Philadelphia, wo sie selber Klavier- und Gesangsunterricht gab, um Geld für ihr späteres klassisches Klavierstudium an der New Yorker "City's Juilliard School of Music" zu sparen. Zu dieser Zeit war für sie Bach der größte musikalische Einfluss, und sie träumte von sich als erste afroamerikanische klassische Pianistin. Sie bewarb sich in Philadelphia am "Curtis Institute of Music", wo sie jedoch nicht angenommen wurde. Dies geschah in ihren Augen aus rassistischen Motiven, offiziell jedoch waren es künstlerische Gründe.

Mitte der 1950er Jahre ging Eunice Waymon nach Atlantic City, und arbeitete dort im "Midtown Bar & Grill" auf der Pacific Avenue, wo sie als Pianistin Jazz, Blues und klassische Lieder spielte. Damit ihre Mutter nicht mitbekam, dass sie "the devil's music" spielte, trat sie erstmals unter dem Namen Nina Simone auf.

Ihre Auftritte in verschiedenen Bars waren sehr erfolgreich, und sie bekam einen Plattenvertrag von "Bethlehem Records", für das sie ihre erste LP, Little Girl Blue aufnahm. Sie bekam 3.000 Dollar von "Bethlehem Records" für die Rechte an den Liedern, was dazu führte, dass ihr Einnahmen von über einer Million Dollar nicht ausbezahlt wurden. Little Girl Blue wurde bis zum Ende eines ihrer erfolgreichsten Alben: mit Liedern, wie "I Loves You Porgy" aus der Oper "Porgy and Bess" [1], "My Baby Just Cares For Me", das in den 1980er Jahren für die Werbung von Chanel no5 genutzt wurde, oder "Plain Gold Ring", das unter anderem von Nick Cave and The Bad Seeds gecovert wurde.

Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums wechselte sie dann sofort zu "Colpix Records", für das sie einige Alben veröffentlichte, während von ihrem alten Label nach dem Wechsel noch eine LP erschien.

1964 schließlich wechselte sie zum niederländischen Lapel "Philips", da sie ihr bügerrechtliches Engagement unter "Colpix Records" nicht so wahrnehmen konnte, wie sie es sich vorstellte. Und ihr erstes Album für "Philips" eröffnete mit dem Song "Mississippi Goddam", in dem sie rassistische Ungerechtigkeiten offen anprangerte. Dieses Lied war eine Reaktion auf einen Bombenanschlag auf eine Kirche in Alabama, bei dem vier schwarze Kinder getötet wurden [2]. "Mississippi Goddam" wurde als Single veröffentlicht, und von einigen Südstaaten der USA boykottiert.

In den folgenden Jahren sang sie auf ihren Veröffentlichungen immer wieder Lieder der "Civil Rights"-Aktivisten , und schrieb auch eigene Songs für diese Bewegung. [3]

Nach dem Ende der Bewegung verließ Nina Simone dann auch die USA und lebte unter anderem in der Karibik, Afrika und Europa, wo sie weiterhin Platten aufnahm und Liveauftritte absolvierte.

1993 schließlich liess sie sich in Aix-en-Provence in Frankreich nieder, wo sie 2003 mit siebzig Jahren an ihrem Krebsleiden starb.

Zu ihren Lebzeiten erhielt sie die Ehrendoktorwürde der University of Massachusetts und der Malcolm X University in Chicago.

Diskographie

Anmerkung: Neben den hier aufgeführten, existieren unzählbare Live-LPs, Cds, Best Of Compilations, Wiederveröffentlichungen, DVDs, Videos, etc.

Ohne Label:

Bethlehem period:

Colpix period:

  • (1959) Amazing
  • (1959) At Town Hall
  • (1960) At Newport
  • (1961) Forbidden Fruit
  • (1962) At The Village Gate
  • (1962) Sings Ellington
  • (1963) Nina's Choice
  • (1963) At Carnegie Hall
  • (1964) Folksy Nina
  • (1966) With Strings

Philips period:

  • (1964) In Concert
  • (1964) Broadway-Blues-Ballads
  • (1965) I Put A Spell On You
  • (1966) Pastel Blues
  • (1966) Let It All Out
  • (1966) Wild Is The Wind
  • (1967) High Priestess of Soul

RCA period:

  • (1967) Sings the Blues
  • (1967) Silk & Soul
  • (1968) 'Nuff Said
  • (1969) And Piano!
  • (1969) To Love Somebody
  • (1970) Black Gold
  • (1971) Here Comes the Sun
  • (1972) Emergency Ward!
  • (1974) It Is Finished

European Years:

  • (1978) Baltimore (CTI)
  • (1980) Cry Before I Go (Manhattan)
  • (1982) Fodder on My Wings (Carrère)
  • (1985) Nina's Back (VPI)
  • (1985) Live & Kickin (VPI)
  • (1987) Let It Be Me (Verve)
  • (1993) A Single Woman (Elektra)
  • (1994) The Rising Sun Collection: Nina Simone (Just A Memory Records)
  • (1999) Live At Ronnie Scott's (Meteor)

DVDs

  • Live at Montreux 1976
  • Nina Simone And Guests
  • Live at Ronnie Scott's
  • The Legend
  • Live

Charts

Jahr Titel Charts
D US UK A CH S F NOR FIN NZ
1961 Nina At Newport - 23 - - - - - - - -
1964 Nina Simone In Concert - 102 - - - - - - - -
1965 I Put A Spell On You - 99 18 - - - - - - -
1965 Pastel Blues - 139 - - - - - - - -
1966 Wild Is The Wind - 110 - - - - - - - -
1967 Silk & Soul - 158 - - - - - - - -
1969 The Best Of Nina Simone - 187 - - - - - - - -
1969 Nuff Said - - 11 - - - - - - -
1970 Black Gold - 149 - - - - - - - -
1971 Here Comes The Sun - 190 - - - - - - - -
1988 My Baby Just Cares For Me 46 - - 4 21 - - - - -
1994 Feeling Good: The Very Best Of Nina Simone - - 9 - - - - - - -
1998 Blue For You: The Very Best Of Nina Simone - - 12 - - - - - - -
2003 Gold - - 27 - - 59 - - - -
2006 The Very Best Of Nina Simone - - 6 - - - - - - 25
Singles
1959 I Loves You, Porgy - 18 - - - - - - - -
1960 Nobody Knows You When You're Down And Out - 93 - - - - - - - -
1961 Trouble In Mind - 92 - - - - - - - -
1968 Do What You Gotta Do - 83 - - - - - - - -
1969 Ain't Go No (I Got Life) - 94 2 - - - - - - -
1969 I Put A Spell On You - - 28 - - - - - - -
1969 To Love Somebody - - 5 - - - - - - -
1970 To Be Young, Gifted And Black - 76 - - - - - - - -
1988 My Baby Just Cares For Me 11 - 5 8 5 - - - - -
1994 Feeling Good - - 40 - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts
NME
Singles
1982 My Baby Just Cares For Me
24

All Time Charts

Sinnerman (Song)
Black Is The Color Of My True Love's Hair (Song)
Young, Gifted And Black (Song)

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Bob Dylan wurde einige Male gecovert, z.B.:I Shall Be Released, Just Like A Woman, Just Like Tom Thumb's Blues, The Times They Are Are A-Changin'

Referenzen anderer

  • Peaches benannte sich nach dem Song "Four Women": My skin is brown/ And my manner is tough / I'll kill the first mother I see / Cos my life has been too rough / I'm awfully bitter these days / because my parents were slaves / What do they call me / My name is PEACHES
  • Le Tigre zollten auf ihrem ersten Album unter anderem Nina Simone Tribut.
  • Joe Strummer & The Mescaleros' zweites Album "Global A Go-Go" wird im Booklet als von Nina Simone inspiriert genannt.

Remixe

alle auf dem Sampler: Verve // Remixed

Trivia

Zum Pseudonym:

  • Nina ist der Kosename ihres damaligen Freundes, kommt aus dem spanischen, und bedeutet: Mädchen
  • Simone ist eine Anlehnung an die 1921 geborene Schauspielerin Simone Signoret [4]
  • 2007 ist ein Film über Nina Simone angekündigt, in dem Mary J. Blige die Hauptrolle spielen soll. [5]
  • Nina Simone wurde mit dem Song „He Needs Me“ von 1957 in die Liste 100 Great Voices des britischen Magazins Mojo gewählt (1994).

Coverversionen

Nina Simone wird gecovert von...

Literatur

  • Nina Simone, Stephen Cleary: I Put a Spell on You: The Autobiography of Nina Simone. Ebury Press, London 1991 ISBN 0-306-81327-0
  • Nina Simone, Stephen Cleary: Meine schwarze Seele. Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 1993 ISBN 3-492-12006-7

Weblinks