Nas

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Nas
Nas
Nas
Herkunft: Brooklyn, New York City
Geboren: 14. September 1973 (44 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1991
Genres: HipHop
Instrumente: Rap, Produktion
Labels: Columbia, Def Jam, Ill Will, The Jones Experience
Homepage: Nas bei Def Jam
Bands:
The Firm
Group Therapy

Nas ist ein Rapper aus New York, der mit seinem Debütalbum "Illmatic" von 1994 eines der wichtigsten HipHop-Alben aller Zeiten vorlegte und mit dem Nachfolgealbum "It Was Written" auch kommerziell großen Erfolg hatte. Desweiteren machte der anfangs auch als Nasty Nas bekannte Musiker durch seine Fehden mit anderen Rappern wie Jay-Z und Sean "Puffy" Combs sowie seine Beziehung zu Neo-Soul-Star Kelis Schlagzeilen.

Biographie

Anfänge und "Illmatic" (19911994)

Der 1973 als Sohn des Jazzmusikers Olu Dara geborene Nasir bin Olu Dara Jones wuchs in einem Wohnprojekt im Queensbridge/Brooklyn auf, wobei er sich einerseits schon im Grundschulalter mit Musik im Allgemeinen und HipHop im Besonderen auseinandersetzte, andererseits aber auch schon früh durch das Leben in einem sozialen Brennpunkt geprägt war. Die Schule verließ er nach der achten Klasse und bildete sich stattdessen selbst durch Lektüre von Bibel, Koran und afrikanischer Kultur. Als Teenager nannte er sich dann Nasty Nas und begann, erste Rhymes als MC vorzutragen. Dies brachte ihm 1991 einen Gastrap-Slot auf einer LP von Main Source ein, wo sein damals schon erstaunlicher Rhymeflow für Aufsehen sorgte. Über den befreundeten MC Serch von 3rd Bass gelangte Nas dann an einen Plattenvertrag mit Columbia Records, die 1994 sein Debütalbum "Illmatic" veröffentlichten. Die Platte schlug in der HipHop-Welt ein wie eine Bombe, denn die Geschwindigkeit und Präzision von Nas' Skills bildeten mit seiner als einzigartig bewerteten, von der Native Tongue-Bewegung ebenso wie von abgeklärten Helden wie Gang Starr geprägten lyrischen Verarbeitung des Lebens in den Straßen von New York eine Interpretation von HipHop, wie man sie zuvor nicht gehört zu haben glaubte. Das unter anderem von DJ Premier und Q-Tip produzierte "Illmatic" landete bei diversen Fachzeitschriften unter den besten Alben des Jahres und machte den zu diesem Zeitpunkt gerade einmal zwanzig Jahre alten Nas zu einem der bewundertsten MCs zumal des Ostküsten-HipHop.

"It Was Written" und Rap-Supergroups (19951997)

Bevor er sich der schwierigen Aufgabe eines Nachfolgealbums stellte, gastierte Nas 1995 zunächst auf diversen Tracks und Alben von Kollegen, darunter Mobb Deep, Raekwon und Kool G Rap. Columbia Records machten allerdings Druck, dass sich das zweite Album möglichst auch jenseits des HipHop-Zirkels verkaufen sollte, und so wartete das 1996 erschienene "It Was Written" dann auch mit einer gefälligeren Produktion und der Hitsingle If I Ruled the World (mit Gastvocals von Lauryn Hill, deren Fugees seinerzeit ebenfalls kommerziell durch die Decke gingen, sowie einem von Hype Williams gedrehten Videoclip) auf. Die Kritiken stellten zwar fest, dass "Illmatic" nicht übertroffen wurde, lobten aber weiterhin die einzigartigen Skills des Rappers. Zudem war auf der Platte erstmals die All-Star-HipHop-Combo The Firm zu hören, die neben Nas und dessen langjährigem Rap-Buddy AZ noch aus Foxy Brown und Nature bestand und 1997 auch ein Album veröffentlichte. Eine weitere Rap-Supergroup mit Nas' Beteiligung stellten Group Therapy dar, die auf Initiative von Dr. Dre auf dessen Album "Presents the Aftermath" für den Song East Coast/West Coast Killas zusammenkamen. Neben Dre und Nas nahmen B-Real (Cypress Hill), KRS-One und RBX an der Aufnahme teil.

"I Am..."/"Nastradamus" und die Puff-Daddy-Fehde (19982000)

Mit der Doppelproduktion des Albums bzw. der Alben "I Am" und "Nastradamus" hielten dann ab 1998 die beliebten Endneunziger-Themen Rapper-Fehden, Y2K-Paranoia und Internet-Musikpiraterie Einzug ins Nas-Oeuvre. "I Am..." hatte, wie schon der Titel vermuten ließ, einen autobiographischen Ansatz und enthielt unter anderem die in Kollaboration mit Sean "Puffy" Combs entstandene Single Hate Me Now, die für reichlich Stress im Nas-Lager sorgte: Im Videoclip zur Nummer ließen sich beide Rapper ans Kreuz nageln (was eine Antwort auf Sellout-Vorwürfe sein sollte, diese andererseits aber gerade erst provozierte), doch wollte Combs im letzten Moment seine Szene herausgeschnitten haben, da er schlechte Publicity fürchtete. Auf welche Weise auch immer gelangte der unzensierte Clip aber doch ans Musikfernsehen und wurde ausgestrahlt, woraufhin Combs nebst Leidgarde sich umgehend ins Produktionsbüro von Nas machte und dem dort anwesenden Manager eine Schampusflasche über den Schädel zog. (Der Fall wurde später außergerichtlich beigelegt.) Außerdem hatte der P2P-Teufel schon vor dem Release von "I Am..." zugeschlagen, so dass ein Großteil der eigentlich als Doppelalbum geplanten Platte frei im Netz verfügbar war und "I Am..." schließlich 1999 als einfache LP erschien. Columbia hatten den Rest der nun bereits bekannten Stücke eigentlich trotzdem als separates Album mit dem Titel "Nastradamus" veröffentlichen wollen und auch schon einen Releasetermin festgelegt, doch entschloss sich Nas äußerst kurzfristig, gänzlich neues Material einzuspielen, so dass das im Herbst 1999 auf Nas' eigenem Label Ill Will Records veröffentlichte und sehr wohlwollend rezensierte "Nastradamus" letzten Endes nur ein Stück aus den alten Sessions enthielt. Im Jahr 2000 rief Nas dann mit "QB's Finest" ein weiteres All-Star-Projekt ins Leben, das sich aus Rappern und Musikern aus Nas' alter Nachbarschaft in Queensbridge zusammensetzte und zu dem unter anderem Roxanne Shanté und Old-School-Legende Marley Marl Tracks beisteuerten.

Von "Stillmatic" zu allerlei Kontroversen (20012008)

In den 2000ern veröffentlichte Nas weiterhin Alben und kollaborierte mit Acts wie Korn, Busta Rhymes und Kanye West, machte in den Klatschspalten aber hauptsächlich durch eine weitere Auseinandersetzung unter Rappern Schlagzeilen: Sein Kontrahent war diesmal der phänomenal erfolgreiche Jay-Z, über den sich Nas u.a. auf dem Album "Stillmatic" (2001) ausließ und der mit gleicher Münze zurückzahlte. Allerdings kam im Gegensatz zur Puff-Daddy-Episode niemand dabei ernsthaft zu Schaden, und 2005 versöhnten sich die Streithähne live auf der Bühne und haben seitdem auch auf den Platten des jeweiligen Gegenübers gastiert. Das erstmals auf Def Jam veröffentlichte "God's Son" von 2002 wurde eines der am höchsten gelobten HipHop-Alben des Jahres und konnte durch die Hitsingle I Can auch bei den Plattenverkäufen punkten, während der Nachfolger, das ambitionierte Doppelalbum "Street's Disciple", zwar ebenfalls sehr gute Kritiken erhielt, sich aber schlechter verkaufte. 2006 platzte dann mit dem provokativ betitelten "Hip Hop Is Dead" eine weitere Bombe für die Schlagzeilen, da sich die HipHop-Community natürlich sofort über das angebliche Aussterben ihres Genres ereiferte. Nas selbst sagte, er sei mittlerweile eher von Querschläger-Genres wie Crunk oder Snap Music – beides Elektro-orientierte Unterarten des Südstaaten-HipHop – beeinflusst als von der klassischen Form dieser Musikkultur. Als sei das nicht genug, legte sich Herr Jones nicht nur mit Amerikas Konservativen (Anlass hier ein Schul-Amoklauf in Virginia, an dessen Gedenkkonzet auch der Rapper teilnahm, dem der Fox-News-Kommentator Michael O'Reilly wegen der gewalttätiger Lyrics Missachtung der Opfer vorwarf), sondern auch mit der traditionellen Bürgerbewegung und deren alten Leitfiguren Jesse Jackson und Al Sharpton an. Der Grund hierfür war das neunte Studioalbum von Nas, das laut seiner eigenen Ankündigung den Titel "Nigger" tragen sollte. Es folgte das alte Spiel zwischen Befürwortern und Gegnern in der schwarzen Community über die Verwendung dieses Ausdrucks, das Nas mit den Worten "All you old niggas' time is up" kommentierte, gleichzeitig aber bei seiner Kritik an konservativen Netzwerken wie Fox News festhielt. Das Album selbst erschien 2008 schließlich ohne Titel (aber mit einem nackten Nas-Rücken auf dem Cover, der mit Narben in Form eines N verunziert war) und stieg auf Platz 1 der Albumcharts ein – das Kalkül des Rappers war wieder einmal aufgegangen.

"Distant Relatives" und neues Album (seit 2009)

Als langjähriger Bewunderer von Bob Marley hatte Nas als nächstes Projekt ein Kollaborationsalbum mit Marleys Sohn Damian Marley angepeilt, das 2009 unter dem Titel "Distant Relatives" veröffentlicht wurde. Sein Thema war die Verwandtschaft der beiden Musiker, die sich sowohl auf das afrikanische Erbe wie auch das der Menschheit generell bezog. Ein Teil der Erlöse sollte sozialen und humanitären Projekten in Afrika gespendet werden, womit sich Nas wieder mehr als nachdenklicher denn auf Krawall gebürsteter Musiker zeigte. Der Arbeitsdrang des Rappers scheint nach wie vor ungebrochen, denn neben der zweiten Folge der Outtakes-Sammlung "The Lost Tapes" erschien 2012 mit "Life Is Good" auch schon wieder ein neues Studioalbum, an dessen Entstehung unter anderem DJ Premier, RZA und Dr. Dre beteiligt sein waren.

Solo-Diskographie

Trivia

  • Von 2005 bis 2009 war Nas mit der Neo-Soul-Sängerin Kelis verheiratet, was sogar in einer eigenen MTV-Reality-Show namens "Mr. and Mrs. Jones" verwurstet wurde.

Referenzbands

Weblinks