MySpace.com

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Myspace.com ist ein Soziales Netzwerk, das Anfang 2004 gegründet wurde. Es entwickelte sich rasch zu einer Plattform vor allem für Musiker, die dadurch direkt in Kontakt mit ihren Fans treten konnten. MySpace wurde im Juli 2005 für 580 Millionen US-Dollar von Rupert Murdoch gekauft, verlor ab ca. 2008 allerdings massiv an Bedeutung und ist heute nur mehr ein Schatten seines einstigen Ruhms.

Der Aufstieg

Vor allem bekannte und unbekannte Musiker und Bands (im Juli 2005 etwa 350 000) entdeckten Myspace für sich. Interessanterweise übertreffen hier die kleineren Künstler/Bands die Großen bei der Anzahl der Freunde. So haben z.B. The Roots 26681 Freunde gelistet, während Madonna nur 11736 Freunde zählt. Noch deutlicher aber wird der Vergleich zwischen Whitney Houston (1632) zu Arctic Monkeys (22909). Von Madonna bis The Roots fanden sich Bands, die hier ihre Musik und auch ihre Videos vorstellten. Insbesondere die Arctic Monkeys wurden zum Inbegriff der MySpace-Erfolgsgeschichte, da sie die erste Band waren, welche über auf MySpace veröffentlichte Demos zu starkem Publikumsinteresse, dann zu einem Plattenvertrag und schließlich zu Charts-Ehren (mit ihrem Album "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" von 2006) kamen. In Folge dieses Überraschungshits versuchten nun zahllose andere Bands und Künstler, ebenfalls über MySpace zum Erfolg zu kommen, und etablierte wie neue Acts nutzten die Plattform für Promotion und virales Marketing, da hier unter anderem Alben bereits vor ihrer Veröffentlichung im Stream einhörbar gemacht wurden.

Dem Normaluser bot MySpace mit seinen Profilen zudem die Möglicheit zum Chat mit anderen Benutzern, zum Hochladen von eigenen Songs und Bildern sowie zur Erstellung von Playlists, Blogs und Interessenlisten. Insbesondere das Einstellen von Photoshop-optimierten Fotos, die nicht selten als Kommunikationseinstieg dienten, wurde zu einem Phänomen des "Web 2.0" in der zweiten Hälfte der 2000er. Es sagt viel über den Begriff "Indie" zu jener Zeit aus, dass ausgerechnet MySpace eine der prätentiösesten Online-Communities überhaupt wurde, und manche sprachen in diesem Zusammenhang auch von "MySpace-Opfern" und "MySpace-Frisuren".

Der Niedergang

Nach seinem kometenhaften Aufstieg und dem Erwerb durch Medienmogul Rupert Murdochs News Corp. für die sagenhafte Summe von 580 Millionen Dollar im Jahr 2005 begann MySpace ab 2008 massiv Benutzer zu verlieren, da mit Facebook inzwischen ein als flexibler und angesagter empfundenes Netzwerk enormen Zulauf gewann. Hinzu kam der desaströse Umgang mit der Privatsphäre der Nutzer, deren Daten unter anderem nahezu wahllos an Werbekunden weitergegeben wurden. Immer neue technische Bugs, Mangel an benutzerfreundlichen Features sowie häufig auftauchende Sicherheitslücken sorgten schließlich auch dafür, dass MySpace – das 2010 sein zuvor mit großem Trara eröffnetes Büro in Deutschland schließen musste, nachdem es zuvor gar deutsche Web-Serien wie "They Call Us Candy Girls" produziert hatte – 2011 für 35 Millionen Dollar, einen Bruchteil seines vorigen Handelswertes, an ein Joint Venture zwischen der Firma Specific Media und Popsänger Justin Timberlake erneut verkauft wurde. Heute ist es fast eine Art virtueller Geisterstadt, da immer mehr tote Profile aufzufinden sind, die seit Jahren nicht mehr gepflegt wurden. Manche Bands und Künstler nutzen die Plattform allerdings nach wie vor, doch viele sind mittlerweile zu den komfortableren Plattformen Soundcloud und Bandcamp gewechselt.

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