Mastering: Unterschied zwischen den Versionen

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(Je besser ein Mix ist, desto eher kommt man auf die Idee zu sprechen.)
(Idee eines Stückes)
 
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Unter '''Master''' oder '''Mastering''' wird ein Schritt in der Post-Production einer Musik verstanden, bei dem Musik durch den Einsatz professioneller Mastertools an den Durchschnitt der zum Masterzeitpunkt üblichen Boxen und Hörverhalten angepasst wird. Es geht darum, den vorhandenen Mix soweit zu trimmen, dass er bestimmten Anforderungen genügt. Dazu gehören nicht nur die Anforderungen von Speakern, wie sie von der Industrie als Referenz entwickelt werden, sondern diejenigen sämtlicher verfügbarer Speaker weltweit. Ein generalisierter Klangeindruck soll ermöglicht werden. Ist eine Aufnahme zum Beispiel über den ''JBL Go'' wirklichkeitsnah abspielbar, dann ist sie insgesamt einer gemasterten sehr nah. Wie der Duden Sprachentwicklung dokumentiert, entwickelt sich auch der Masteringprozess mit der Zeit. Die Aufgaben eines [[CD]]-Masters sind zum Beispiel andere, als die eines [[Vinyl]]masters. Studiomonitore anstelle von Consumeranlagen bereiten ein Master bereits mit dem Mix vor. Das Aufkommen leistungsfähiger Eqs seit den 00er Jahren lässt die Frage zu, ob ein kostenaufwändiges Master überhaupt noch nötig ist, um Musik zum Beispiel auf den Tanzflächen zu vermitteln. Wer aber versucht, ein Master durch einen Equalizer zu erreichen, wird auf seine Weise scheitern. Zur Herstellung einer CD oder von Vinyl wird sowieso ein Schnittmaster angefertigt, das die Aufnahmen, bevor sie zum Presswerk kommen, vinyl- oder cdtauglich macht. Hardware-Mastertools unterscheiden sich deutlich von Softwarelösungen. Ein allgemeiner Irrglaube ist, dass Masterstudios am besten mit Mixen arbeiten können, die ohne Mastereffekte vorliegen. Es kann auf ein Master auch ein weiteres draufgelegt werden und Masterstudios, wie ''Dubplates & Mastering'', fragen inzwischen oft eher nach Premastern als nach Mixen.
 
Unter '''Master''' oder '''Mastering''' wird ein Schritt in der Post-Production einer Musik verstanden, bei dem Musik durch den Einsatz professioneller Mastertools an den Durchschnitt der zum Masterzeitpunkt üblichen Boxen und Hörverhalten angepasst wird. Es geht darum, den vorhandenen Mix soweit zu trimmen, dass er bestimmten Anforderungen genügt. Dazu gehören nicht nur die Anforderungen von Speakern, wie sie von der Industrie als Referenz entwickelt werden, sondern diejenigen sämtlicher verfügbarer Speaker weltweit. Ein generalisierter Klangeindruck soll ermöglicht werden. Ist eine Aufnahme zum Beispiel über den ''JBL Go'' wirklichkeitsnah abspielbar, dann ist sie insgesamt einer gemasterten sehr nah. Wie der Duden Sprachentwicklung dokumentiert, entwickelt sich auch der Masteringprozess mit der Zeit. Die Aufgaben eines [[CD]]-Masters sind zum Beispiel andere, als die eines [[Vinyl]]masters. Studiomonitore anstelle von Consumeranlagen bereiten ein Master bereits mit dem Mix vor. Das Aufkommen leistungsfähiger Eqs seit den 00er Jahren lässt die Frage zu, ob ein kostenaufwändiges Master überhaupt noch nötig ist, um Musik zum Beispiel auf den Tanzflächen zu vermitteln. Wer aber versucht, ein Master durch einen Equalizer zu erreichen, wird auf seine Weise scheitern. Zur Herstellung einer CD oder von Vinyl wird sowieso ein Schnittmaster angefertigt, das die Aufnahmen, bevor sie zum Presswerk kommen, vinyl- oder cdtauglich macht. Hardware-Mastertools unterscheiden sich deutlich von Softwarelösungen. Ein allgemeiner Irrglaube ist, dass Masterstudios am besten mit Mixen arbeiten können, die ohne Mastereffekte vorliegen. Es kann auf ein Master auch ein weiteres draufgelegt werden und Masterstudios, wie ''Dubplates & Mastering'', fragen inzwischen oft eher nach Premastern als nach Mixen.
  
Beim Premastern, wie wahrscheinlich auch beim Mastern, sind Tools und ist Hardware im Einsatz, bei denen der Gedanke an das ''bedingte Entstehen'' naheliegt. Wird hier etwas dazugetan, wird dort etwas abgezogen. Alle Einstellungen sind aufeinander bezogen. Mit jeder zusätzlichen Bearbeitung ist deshalb jedesmal weniger zu hören, und je weniger gehört wird, desto plausibler klingt die Musik. Per Anspruch soll ein geschlossenes System, ein Mix zum Beispiel, bearbeitet werden, ohne etwas Systemfremdes hinzuzutun. Geschlossene Systeme gibt es per Definitionem, aber nicht in Beobachtung – "There are no spectators". Je besser ein Mix ist, desto eher kommt man auf die Idee zu sprechen.
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Beim Premastern, wie wahrscheinlich auch beim Mastern, sind Tools und ist Hardware im Einsatz, bei denen der Gedanke an das ''bedingte Entstehen'' naheliegt. Wird hier etwas dazugetan, wird dort etwas abgezogen. Alle Einstellungen sind aufeinander bezogen. Mit jeder zusätzlichen Bearbeitung ist deshalb jedesmal weniger zu hören, und je weniger gehört wird, desto plausibler klingt die Musik. Per Anspruch soll ein geschlossenes System, ein Mix zum Beispiel, bearbeitet werden, ohne etwas Systemfremdes hinzuzutun. Geschlossene Systeme gibt es per Definitionem, aber nicht in Beobachtung – "There are no spectators". Je besser ein Mix ist, desto eher kommt man auf die Idee zu sprechen. Was also ein Master macht, das ist besonders die Idee eines Stückes herauszuheben
  
 
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Aktuelle Version vom 12. September 2019, 21:48 Uhr

Unter Master oder Mastering wird ein Schritt in der Post-Production einer Musik verstanden, bei dem Musik durch den Einsatz professioneller Mastertools an den Durchschnitt der zum Masterzeitpunkt üblichen Boxen und Hörverhalten angepasst wird. Es geht darum, den vorhandenen Mix soweit zu trimmen, dass er bestimmten Anforderungen genügt. Dazu gehören nicht nur die Anforderungen von Speakern, wie sie von der Industrie als Referenz entwickelt werden, sondern diejenigen sämtlicher verfügbarer Speaker weltweit. Ein generalisierter Klangeindruck soll ermöglicht werden. Ist eine Aufnahme zum Beispiel über den JBL Go wirklichkeitsnah abspielbar, dann ist sie insgesamt einer gemasterten sehr nah. Wie der Duden Sprachentwicklung dokumentiert, entwickelt sich auch der Masteringprozess mit der Zeit. Die Aufgaben eines CD-Masters sind zum Beispiel andere, als die eines Vinylmasters. Studiomonitore anstelle von Consumeranlagen bereiten ein Master bereits mit dem Mix vor. Das Aufkommen leistungsfähiger Eqs seit den 00er Jahren lässt die Frage zu, ob ein kostenaufwändiges Master überhaupt noch nötig ist, um Musik zum Beispiel auf den Tanzflächen zu vermitteln. Wer aber versucht, ein Master durch einen Equalizer zu erreichen, wird auf seine Weise scheitern. Zur Herstellung einer CD oder von Vinyl wird sowieso ein Schnittmaster angefertigt, das die Aufnahmen, bevor sie zum Presswerk kommen, vinyl- oder cdtauglich macht. Hardware-Mastertools unterscheiden sich deutlich von Softwarelösungen. Ein allgemeiner Irrglaube ist, dass Masterstudios am besten mit Mixen arbeiten können, die ohne Mastereffekte vorliegen. Es kann auf ein Master auch ein weiteres draufgelegt werden und Masterstudios, wie Dubplates & Mastering, fragen inzwischen oft eher nach Premastern als nach Mixen.

Beim Premastern, wie wahrscheinlich auch beim Mastern, sind Tools und ist Hardware im Einsatz, bei denen der Gedanke an das bedingte Entstehen naheliegt. Wird hier etwas dazugetan, wird dort etwas abgezogen. Alle Einstellungen sind aufeinander bezogen. Mit jeder zusätzlichen Bearbeitung ist deshalb jedesmal weniger zu hören, und je weniger gehört wird, desto plausibler klingt die Musik. Per Anspruch soll ein geschlossenes System, ein Mix zum Beispiel, bearbeitet werden, ohne etwas Systemfremdes hinzuzutun. Geschlossene Systeme gibt es per Definitionem, aber nicht in Beobachtung – "There are no spectators". Je besser ein Mix ist, desto eher kommt man auf die Idee zu sprechen. Was also ein Master macht, das ist besonders die Idee eines Stückes herauszuheben

1980

Ein professionelles Mastering empfiehlt sich besonders auch, um die Aufnahmen für den jeweiligen Tonträger oder das File selbst auf eine höchstmögliche Lautstärke zu bringen. Es gibt die Theorie, dass nicht nur DJs, sondern auch Hörer die Qualität einer Musik besonders auch nach dem erreichten Lautstärkelevel nach dem Master beurteilen. Der Loudness War der 1990er-Jahre hat das gelehrt. Wenn DJs bei 100 Platten, die sie hören, gerade einmal die Zeit haben, die Nadel aufzusetzen, und die Platte ist dann leiser, als die davor, dann wird sie eben eher zurückgestellt, so die Erfahrungen des Marktes. Wenn halbaufmerksame Musikhörer eine leise gemasterte Platte hören, ist ihr erster Impuls, die Lautstärke am Verstärker hochzuregeln, sofern nicht ein Lautheitsfaktor hinzukommt, zum Beispiel durch eine besonders schöne Melodie oder in Form einer Ballade oder durch sonstige Faktoren. In dem Moment, glaube ich, denken die Hörer automatisch an die Stromkosten – „lauter“ heißt nichts anderes als „teuerer“ und weil sie das nicht sofort durchblicken, stellt sich ein unangenehmes Gefühl ein und die Platte wird nicht so gern gekauft. Der große Knopf entscheidet zuerst. Auf Dauer etabliert sich auch ein Feinverständnis von Dynamik, das dann eine Differenz machen kann, aber wer hat die Zeit dazu? Und ...

1949

Weblinks

  • Homepage Dubplates & Mastering [1] bei dubplates-mastering.com
  • Benjamin WeissDubplates & Mastering. Von der Festplatte aufs Vinyl (2006) [2] bei der De:Bug
  • Nicolay Ketterer – Praxiswissen: Vinyl-Produktion, Teil 1. Mythos und Trend Vinyl – was Sie wirklich über das Medium wissen müssen (2014) [3] die Schritte beim Mastering im Einzelnen und ausführlich bei myownmusic.de