Lydia Lunch – Queen of Siam

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Lydia Lunch
Herkunft: New York
Aktiver Zeitraum: 1977 bis heute
Genres: Post-Punk, Avantgarde, Big Band
Homepage: Lydia Lunch.net
Line-Up:
Lydia Lunch, Billy VerPlanck-Orchestra

Queen of Siam erschien 1980 und überraschte damals durch ihre smoothe Easy-Listening-Attitüde im Gegensatz zu Teenage Jesus & The Jerks-Platten, ausgeklügelte Swing-Kompositionen und -Arrangements durch das Billy VerPlanck Orchestra und lange virtuose Gitarrensoli von Robert Quine. Nicht nur bei der en.wiki wird der Platte „Kultstatus“ eingeräumt.[1]

Musik

Queen of Siam ist eines der wenigen markanten Alben der Pop-Avantgarde, bei denen die InterpretInnen deutlich von ihrem sonstigen Schaffen abweichen. Bei diesem Album handelt es sich im Grunde um ein Album, das eine hochentwickelte Form von HR-3-Nachtmusik vorstellt, Billy VerPlanck hat hauptsächlich als Big-Bandleader in der Swing-Aera gewirkt, er spielte bei Jimmy und Tommy Dorsey sowie Coleman Hawkins, er verstarb im Jahr 2009. Billy VerPlanck ist auch Schöpfer des Flintstones-Jingles: [5]

Robert Christgau schreibt zu der Platte: "Having walked out on three different bands led by this dame, I have the credentials to certify this funny, sexy, accidental little record. Half the time she exaggerates her flat Cleveland accent into a hickish, dumb-and-dirty come-on or parody of same, and half the rest of the time she plays her foolish nihilist poetry for laughs, which leaves a quarter of the time when she's the nihilist fool I'll walk out on till the day she dies. Pat Irwin's big-band atonalisms suit her city-of-night shtick perfectly. And 'Spooky' is the cover of the year."[2]

| Cover des Foetus-Remasters: [6]

Piero Scaruffi nennt das Album "post-modernism turned upside down".[3]

Remaster

1991 erschien ein Remaster des Albums durch J. G. Thirlwell, bei dem allem Anschein nach die Absicht vorlag, die Platte möglichst laut zu mastern. Zu der Zeit kam der sogenannte Loudness War verstärkt ins Bewusstsein der DJs und Produzenten. Es ging darum, Djs und Konsumenten auf Anhieb durch eine lautere Abmischung zu gewinnen. Der Loudness War ergab sich aus Erfahrungen der Konkurrenz zwischen amerikanischen Radiosendern.[4] Die Platte hat ein gänzlich anderes, hellblaues Cover, das Summenpanorama ist vertauscht und an einigen Stellen clippen die Snares. Später erschien das Album wieder mit dem Originalmaster (CD):

„Das Remaster ist insgesamt fetter, die Toms wummern weniger, es klirrt weniger in den HiHats, dafür hört man einen Filter auf der Closed, sie rückt etwas in den Hintergrund und verliert an Feuchtigkeit. Die Snare clippt ein wenig, das Panorama ist vertauscht. Stimme, Backgroundchor und Gitarre sind in etwa ähnlich gemastert. Die Saxophone sind dagegen wesentlich schärfer und prägnanter im Ton, druckvoller. Wesentlich geringere Dynamikschwankungen ermöglichen eine insgesamt lautere Aufnahme. Interessant wäre, ob ein typischer Sound, wie Foetus ihn mit seiner eigenen Musik repräsentiert, in einem solchen Remaster wiederzufinden ist. Ich glaube, dass das der Fall ist, Foetus zeigt auch in seinen eigenen späteren Veröffentlichungen (trotz allem Krach) einen einigermaßen transparenten Sound. Das CD - Release von 1998 greift wieder auf das ursprüngliche Master zurück.“[5]

LP-Trackliste

S. 1:

S. 2:

  • Atomic Bongos (Pat Irwin, Lydia Lunch) = 2:17
  • Lady Scarface = 3:12
  • A Cruise to the Moon = 3:54
  • Carnival Fat Man = 2:11
  • Knives in the Drain = 4:00
  • Blood of Tin = 1:09

Line-Up

  • Bob Blank – Produktion, Toningenieur
  • Dougie Bowne – Drums
  • Pat Irwin – Gesang, Instrumente, arrangement
  • Lydia Lunch – Stimme, Gitarre auf "Tied and Twist" und "Carnival Fat Man", Klavier auf "Carnival Fat Man", Produktion
  • Robert Quine – Gitarre auf "Lady Scarface", "A Cruise to the Moon", "Knives in the Drain" und "Blood of Tin"
  • Jack RubyE-Bass
  • Billy VerPlanck – Arrangement auf "Lady Scarface", "A Cruise to the Moon", "Knives in the Drain" und "Blood of Tin"

Lydia Lunch

Lydia Lunch (*Lydia Anne Koch, 1959) ist Avantgarde- und No Wave-Musikerin in New York. 1977 gründete sie Teenage Jesus & The Jerks. Nach Auflösung der Band trat sie Solo in Erscheinung und hielt unter anderem auch Spoken-Word-Vorstellungen. Sie spielt außerdem in einigen Underground-Experimentalfilmen von Richard Kern und Beth B & Scott B.[6]

Zusammenarbeiten und Formationen von Lydia Lunch

Lydia Lunch spielte oder spielt in den Formationen Teenage Jesus & The Jerks, 13.13, 8 Eyed Spy, Beirut Slump, Big Sexy Noise, Bomb Gang Girlz, The und dem JLP Sessions Project und Harry Crews.

Zusammenarbeiten gab es mit J. G. Thirlwell (Foetus), Kim Gordon, Thurston Moore, Sonic Youth, Rowland S. Howard, Lucy Hamilton, Michael Gira, The Birthday Party, Nick Cave, den Einstürzenden Neubauten, Joseph Budenholzer (Backworld), Die Haut und Omar Rodriguez-Lopez, James White (als Stella Rico), Sort Sol, Clint Ruin, Exene Cervenka, Terry Edwards (Scapegoats}, Anubian Lights, Philippe Petit, No Trend, Glyn Styler, Minox, Suicide, H.O.F., Don Bajema, Hubert Selby Jr., My Life with the Thrill Kill Kult, Henry Rollins.

Lydia Lunch – Diskografie

Ausführliche Diskografie bei der de.wiki: [7]

Siehe auch

Gloomy Sunday, Diven und Dandys, No Wave, Big Band, Swing

Einzelnachweise

  1. Artikel Queen of Siam (Lydia Lunch album) [1] bei der en.wiki
  2. Robert Christgau – Consumer Guide Review [2] bei Robert Christgau
  3. Piero Scaruffi – Lydia Lunch [3] bei Piero Scaruffi
  4. Einer der Ursprünge der Verschärfung des Loudness Wars Anfang der 1990er waren die ersten Techno-Djs, die in den Plattenläden oft nur ein-, zweimal die Nadel aufsetzten, um ein Urteil über die Spielbarkeit in Clubs zu fällen.
  5. Budde, Dirk (2004) – High ideals and crazy dreams. Zur Darstellung von Topoi in Subkulturen und Randbereichen der Populären Musik, zur Zeit nicht online.
  6. Profil Queen of Siam [4] bei Discogs

Weblinks

Links im Juni 2017.