Los niños del parque: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 30. März 2012, 11:07 Uhr

Los niños del parque ist ein Song der Liaisons Dangereuses.

Los niños del parque

Für ihren Tanzhit „Los niños del parque“ (Die Kinder aus dem Park) war Krishna Goineau dabei, der danach mit Velodrom und alleine weiterarbeitete, seine Rolle als Sänger wurde bei Livesets der Band dann oft von GastsängerInnen wie Anita Lane oder Hideto Sasaki übernommen. Das fünf Minuten Stück erschien 1981 auf dem ersten Album der Liaisons Dangereuses (s/t) als zweites Stück der Platte und 1982 als Auskopplung aus dem Album (7" und 12"). Chrislo Haas hatte zuvor sporadisch bei DAF mitgewirkt und vielleicht da auch die Kombination von zwei MS-20 mit einem SQ-10-Sequencer kennengelernt, vorher war er Saxophonist. Nachdem DAF Mute Records für ein Majorangebot verließen, entstand Los niños del parque unter reger Beteiligung von Daniel Miller, dem Mute-Labelchef, und vielleicht auch Conny Plank, in dessen Studio es abgemischt wurde.

Anfang der achtziger Jahre und man kann wohl sagen die gesamten 80er hindurch war Los niños del parque von Independent- und Undergroundtanzflächen kaum wegzudenken. Es war dem Postpunk und der Electronic Body Music zuzuordnen, weniger der New Wave, obwohl es auch da passt/e (das hat was mit dem Veröffentlichungskontext zu tun). Später wurde es im Techno-Kontext zunächst vor allem von der Detroiter Technoszene und der Chicagoer Technoszene neu entdeckt. Auch heutzutage gehört es immer noch zum Repertoire vieler DJs.

Zu Beate Bartels Verwendung des Vierspurrekorders

Chrislo Haas ... [spielt] ... Synthesizer, während Beate Bartel einen mit Effekten versehenen 4-Spur Kassettenrecorder bediente. Die Parallele zu den DAF-Tape-Playbacks ist hier bloß der Tatsache zu verdanken, daß es damals sehr schwer möglich war, einen bestimmten, für ein Stück entwickelten Synthesizersound originalitätsgetreu zu reproduzieren, sodaß es im Gefolge dieser technischen Unmöglichkeit einige Bands gab, die, nachdem der Bann des Playback-Tabus gebrochen war, seit Ende der 70er Jahre live oder/und im Studio mit Kasetten-Tapes als zusätzlicher Soundquelle arbeiteten. Einige der in dieser Weise agierenden Bands kultivierten dieses Verfahren daraufhin zu einer Art performativem Stil , der sehr gut zur damals einsetzenden Absage an herkömmliche Band-Auftritts-Normen passte. Wer letztlich das Patent auf diese neue Live-Form hat, läßt sich im Wirrwar des damaligen elektronischen Aufbruchs schwer ermitteln und ist eigentlich auch nicht von Bedeutung. Für D.A.F. läßt sich zumindest feststellen, daß sie das Einlegen von Sythesizer-Playback-Tapes zu Gesten elektronischer Magie stilisierten, während Bands wie Throbbing Gristle mit öffentlichen Tape&Tonband-Anwendungen eher psychologische Decodierung zelebrierten.

Wolfram Hasch bei Lucid-zoom

Versuch, das Stück auseinanderzunehmen

Zwar ist Los niños del parque keinesfalls polyrhythmisch zu nennen (wie zuweilen geschrieben wird, z.B. Wikipedia), der Basslauf ist aber in ein repetitives 12 Step Schema gegen den langsamen 4/4tel Beat gesetzt[1] und der zweite MS-20 liegt ein wenig neben der Spur, was am Timing des SQ-10 liegen kann oder daran, dass die beiden in Folge getaktet wurden.[2]

Die funkig abgehackten Beats kommen entweder von Beate Bartels 4Spurrekorder oder vom Oberheim DX oder beides oder den möglichen Kombinationen mit dem zweiten KORG MS-20 anstelle des Oberheim DX (im Folgenden deshalb einfach: "Oberheim") und sind mit einem kurzen Reverse Echo oder und Predelay versehen, die ein wenig für das in die Eins rutschen verantwortlich sind. Möglicherweise kommen MS-20 (Sequenz) und "Oberheim" zusammen, indem ein sehr kurzer Ton vom MS-20 mit einem krassen Q-Wert, was das kultige Resonanzpfeifen des MS-20 angeht, am Mitzwitschern ist. Diese Einstellung wurde später von der Acid Szene mit der Roland TB-303 beansprucht.[3] Gewissermaßen ist wie mit der 8 gegen 12 - Einstellung auch die Dualität zwischen monodisch rhythmisierten und diadisch rhythmisierten Stücken ein wenig aufgehoben, auch hier besteht eine ungewöhnliche Vertaktung, indem die Lautstärke des Sounds auf den Backbeats weit unterhalb dem der Taktschwerpunkte gewählt wurde, wodurch eine zusätzliche metrische Unsicherheit, ein Schweben, inszeniert wird. Der Sound kommt wahrscheinlich aus Beate Bartels Vierspurrekorder ("Oberheim" / Ausführung des MS-20 Rauschgenerators). Hinzu kommt dann noch das eigenwillige Timing des SQ-10 als Sequencer. Zwischendurch haut Chrislo Haas immer mal wieder wild akzentuierend locker auf die Tasten des MS-20 – das besonders während der wenigen Passagen, in denen das Stück gesteigert wird und durch die dann dort stark synkopisch rhythmisierten Kickpattern zu einer Art Dancefloorclimax führen kann. Bartel und Haas Interjektionieren Goineaus Gesang das ganze Stück über in freudiger Begleitung.

Versionen

  • Offizielle Version mit Coverscreen [2] bei Youtube
  • Version 1 [3] Liveversion 5.12 min. bei Youtube mit ausführlichen Informationen, Chrislo Haas am SQ-10/MS-20
  • Version 2 [4] etwas unprofessioneller, bei Youtube mit ausführlichen Informationen, der SQ-10 steht rechts neben dem MS-20

Coverversion

KMFDMLos niños del parque [5] bei Youtube

Ähnliche Stücke

Single-Veröffentlichungen

12":

  • Los Niños Del Parque (5:00)
  • Être Assis Ou Danser (3:25)
  • Mystère Dans Le Brouillard (4:25)

7":

  • Los Niños Del Parque (5:00)
  • Mystère Dans Le Brouillard (4:25)

Weblinks & Referenzen

  1. Das 8 gegen 12 ist die erste und einfachste Lösung, die sich anbietet, wenn ein 4/4 Beat mit dem KORG MS-20 und dem SQ-10 ausgeführt wird, die zu der Zeit seit drei Jahren auf dem Markt waren. Das Stück beschreibt insofern auch eine mögliche Problemlösung, auf die Krishna Goineau dementsprechend zu Beginn des Stückes immer noch einmal hinweist, das auffällig langsame „Eins ...zwei ... drei ... vier“ verlegt die Aufmerksamkeit auf 24 Steps, damit ist der Nenner für das 8 gegen 12 Steps Problem gefunden. Der SQ-12 ist ein 2 x 12 Steps Sequencer, der dafür gebaut wurde, den MS-20 anzusteuern. Vielleicht aus Gründen der Instrumentengröße und aufgrund von Sparmaßnahmen wurde er als 12 und nicht 16 Stepsequencer wie eigentlich üblich gebaut. Die ganze KORG-Serie war auf Einsparungen ausgelegt, als eine Art Volkssynthesizer. Die 12 Steps mit einem 4/4tel Tanzstück in Einklang zu bringen bedeutet also von vornherein, dass entweder hingenommen wird, dass da etwas komisch klingt, obwohl es passt oder eine Einstellung herauszufinden, mit der 16 Steps gespielt werden. Mutig ist, das Gegeneinander von 6/4 auf 4/4 bei einem Tanzstück stehenzulassen, bis gemerkt wird, das das geht und sogar interessant ist und nicht gleich weiterzuprobieren bis ein straighter 8er in Folge funktioniert.
  2. Den zweiten MS-20 hört man mit zusätzlichen Grundtönen zur Sequenz nur oder am Besten, wo die Sequenz hochoktaviert ist. Bei den Liveaufnahmen fehlt er.
  3. Zu den Drums vgl. auch die Forumsdiskussion: [1] bei Sequencer.de