Los niños del parque: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Liaisons Dangereuses''' waren ein bundesdeutsches Duo, das sich hauptsächlich aus [[Chrislo Haas]] (1956-2004) am [[Synthesizer]] und seiner Freundin [[Beate Bartel]] (*1957) an einem [[Vierspurrekorder]] zusammensetzte. Die beiden übten zuerst zusammen unter dem Namen [[CHBB]] und brachten vier Kassetten (a je zehn Minuten) heraus (Diskografie).<ref> Die MCs werden zur Zeit neu editiert.</ref> Chrislo Haas spielte vorher bei [[Minus Delta t]] und [[DAF]], Beate Bartel bei [[Mania D]]. Danach arbeitete Beate Bartel unter anderem mit [[Bettina Köster]] von [[Malaria!]], Chrislo Haas mit [[Crime and the City Solution]].
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'''Los niños del parque''' ist ein Song der [[Liaisons Dangereuses]].
 
 
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''Verkürzte und immer wiederholte Textbotschaften (Message-Loops), minimalistische Beatrhytmen, Synthesizerloops, die ohne große Umwege das Körpergefühl einer Generation zum Sprechen brachten, die auf langen Text in jeder Hinsicht verzichten wollte. [...] Während [[DAF|Robert Görl]] '''Los Ninos del Parque''' als eine schlechte DAF-Kopie bezeichnete, schrieb die Musikzeitschrift [[Spex]] darüber: „Neben [[New Order]]s '''Blue Monday''' vielleicht eine der wichtigsten 12inches dieses Jahrzehnts, an deren genuiner Beat - und Sequenzstruktur sich noch viele Jahre später Techno- und Houseproduzenten bedienen und abarbeiten sollten.“''
 
 
 
:Wolfram Hasch bei ''Lucid-zoom''<ref>Einleitung zum Nachruf für Chrislo Haas [http://www.lucid-zoom.de/Vergesst%20mich.html] bei ''Lucid-zoom.de''</ref>
 
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== Musik ==
 
 
 
Vielleicht gibt es ein Staunen, dass so wenig Material von den ''Liaisons Dangereuses'' erschienen ist, schließlich waren sie mit ihrer einen LP-Veröffentlichung, aus der eine der meistverkauften 7"s im ganzen Indiesektor der Zeit ausgekoppelt wurde, auch in den Augen der Kritik Vorreiter und stilbildend, was die [[Elektronische Musik#Abgrenzung zu ''Elektronische Tanzmusik'' und ''Elektronische Popmusik''|Elektronische Tanz- und Popmusik]] der 80er angeht, aber:
 
 
 
''Chrislo Haas und Beate Bartel blieben ihrer ablehnenden Haltung gegenüber festen '''Liedern''' treu und entwickelten lieber eine Vielzahl neuer [[Stück|Track]]s und [[Sequenz]]en, statt – wie es für bestimmten Songs verpflichtete Musikgruppen unumgänglich ist – einen bereits bestehenden Track in der Arbeit an seiner möglichst optimalen Reproduzierbarkeit permanent zu wiederholen. Denn "die Grundstruktur hat uns gelangweilt, man wird so zum Sklaven seiner Musik. Das wollten wir nicht. Das ging soweit, das für uns nicht einmal mehr Aufnahmen interessant waren, sondern nur noch der musikalische Prozess". Und diesen Weg ging Chrislo sehr konsequent.''
 
 
 
:Wolfram Hasch zitiert Beate Bartel bei ''Lucid-zoom''
 
  
 
== Los niños del parque ==
 
== Los niños del parque ==
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*[[Propaganda – Sorry For Laughing]] | [[Coverversion]] von [[Josef K]]
 
*[[Propaganda – Sorry For Laughing]] | [[Coverversion]] von [[Josef K]]
  
== Tracklists ==
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== Single-Veröffentlichungen ==
 
 
LP:
 
 
 
*Mystère Dans Le Brouillard (4:25)
 
*Los Niños Del Parque (5:00)
 
*Etre Assis Ou Danser (3:25)
 
*Aperitif De La Mort (3:40)
 
*Kess Kill Fé Show (3:28)
 
*Peut Être ... Pas (6:18)
 
*Avant-Après Mars (3:48)
 
*El Macho Y La Nena (3:58)
 
*Dupont (3:50)
 
*Liaisons Dangereuses (1:41)
 
 
 
 
12":
 
12":
  
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*Mystère Dans Le Brouillard (4:25)
 
*Mystère Dans Le Brouillard (4:25)
  
== Diskografie ==
+
== Weblinks & Referenzen ==
 
 
===<small> CHBB </small>===
 
 
 
*''CHBB 4 - Silber'', C-10, 1981
 
*''CHBB 2 - Rot'', C-10, 1981
 
*''CHBB 3 - Blau'', C-10, 1981
 
*''CHBB 1 - Schwarz'', C-10, 1981
 
 
 
===<small> Liaisons Dangereuses </small>===
 
 
 
*''Liaisons Dangereuses'', Album, 1981 bei [[Teldec]] und [[Gig Records]], 1982 und 85 [[Roadrunner Records]], 2002 [[Hit Thing]]
 
*''Los niños del parque'', Single, Mute 1982
 
*''Los niños del parque'', Maxisingle, Mute 1982
 
 
 
== Einzelnachweise ==
 
 
 
 
<references />
 
<references />
 +
*[http://www.liaisonsdangereuses.de Homepage]
 +
*[http://www.discogs.com/Liaisons-Dangereuses-Los-Niños-Del-Parque/master/71073 Maxi ''Los niños del parque''] bei ''Discogs''
 +
*[http://www.discogs.com/artist/Krishna+Goineau Profil Krishna Goineau] bei ''Discogs''
  
== Weblinks ==
+
[[Kategorie:Songs]]
 
 
*Homepage [http://www.liaisonsdangereuses.de] ''Liaisons Dangereuses''
 
*Profil [http://www.discogs.com/artist/Liaisons+Dangereuses] bei [[Discogs]]
 
*Maxi ''Los niños del parque'' [http://www.discogs.com/Liaisons-Dangereuses-Los-Niños-Del-Parque/master/71073] bei ''Discogs''
 
*Wolfram Hasch – ''Vergesst mich'', Nachruf für Chrislo Haas [http://www.lucid-zoom.de/Vergesst%20mich.html] bei ''Lucid-zoom''
 
*Texte, Interviews usw. zum DAF-Umfeld, sowie eigene [[Drone]]s und eigene [[Stück|Tracks]] von des Webseitenbetreibers [http://www.lucid-zoom.de/index.html] bei ''Lucid-zoom''
 
*Profil Liaisons Dangereuses [http://www.myspace.com/liaisonsdangereuses] bei ''Myspace''
 
*Profil Chrislo Haas [http://www.discogs.com/artist/Chrislo+Haas] bei ''Discogs''
 
*Profil Beate Bartel [http://www.discogs.com/artist/Beate+Bartel] bei ''Discogs''
 
*Profil Krishna Goineau [http://www.discogs.com/artist/Krishna+Goineau] bei ''Discogs''
 
*DVD mit dem Stück [http://www.empty.de/Aufbruch.htm] ''Aufbruch in die Endzeit'', MT 2005
 

Version vom 30. März 2012, 11:07 Uhr

Los niños del parque ist ein Song der Liaisons Dangereuses.

Los niños del parque

Für ihren Tanzhit „Los niños del parque“ (Die Kinder aus dem Park) war Krishna Goineau dabei, der danach mit Velodrom und alleine weiterarbeitete, seine Rolle als Sänger wurde bei Livesets der Band dann oft von GastsängerInnen wie Anita Lane oder Hideto Sasaki übernommen. Das fünf Minuten Stück erschien 1981 auf dem ersten Album der Liaisons Dangereuses (s/t) als zweites Stück der Platte und 1982 als Auskopplung aus dem Album (7" und 12"). Chrislo Haas hatte zuvor sporadisch bei DAF mitgewirkt und vielleicht da auch die Kombination von zwei MS-20 mit einem SQ-10-Sequencer kennengelernt, vorher war er Saxophonist. Nachdem DAF Mute Records für ein Majorangebot verließen, entstand Los niños del parque unter reger Beteiligung von Daniel Miller, dem Mute-Labelchef, und vielleicht auch Conny Plank, in dessen Studio es abgemischt wurde.

Anfang der achtziger Jahre und man kann wohl sagen die gesamten 80er hindurch war Los niños del parque von Independent- und Undergroundtanzflächen kaum wegzudenken. Es war dem Postpunk und der Electronic Body Music zuzuordnen, weniger der New Wave, obwohl es auch da passt/e (das hat was mit dem Veröffentlichungskontext zu tun). Später wurde es im Techno-Kontext zunächst vor allem von der Detroiter Technoszene und der Chicagoer Technoszene neu entdeckt. Auch heutzutage gehört es immer noch zum Repertoire vieler DJs.

Zu Beate Bartels Verwendung des Vierspurrekorders

Chrislo Haas ... [spielt] ... Synthesizer, während Beate Bartel einen mit Effekten versehenen 4-Spur Kassettenrecorder bediente. Die Parallele zu den DAF-Tape-Playbacks ist hier bloß der Tatsache zu verdanken, daß es damals sehr schwer möglich war, einen bestimmten, für ein Stück entwickelten Synthesizersound originalitätsgetreu zu reproduzieren, sodaß es im Gefolge dieser technischen Unmöglichkeit einige Bands gab, die, nachdem der Bann des Playback-Tabus gebrochen war, seit Ende der 70er Jahre live oder/und im Studio mit Kasetten-Tapes als zusätzlicher Soundquelle arbeiteten. Einige der in dieser Weise agierenden Bands kultivierten dieses Verfahren daraufhin zu einer Art performativem Stil , der sehr gut zur damals einsetzenden Absage an herkömmliche Band-Auftritts-Normen passte. Wer letztlich das Patent auf diese neue Live-Form hat, läßt sich im Wirrwar des damaligen elektronischen Aufbruchs schwer ermitteln und ist eigentlich auch nicht von Bedeutung. Für D.A.F. läßt sich zumindest feststellen, daß sie das Einlegen von Sythesizer-Playback-Tapes zu Gesten elektronischer Magie stilisierten, während Bands wie Throbbing Gristle mit öffentlichen Tape&Tonband-Anwendungen eher psychologische Decodierung zelebrierten.

Wolfram Hasch bei Lucid-zoom

Versuch, das Stück auseinanderzunehmen

Zwar ist Los niños del parque keinesfalls polyrhythmisch zu nennen (wie zuweilen geschrieben wird, z.B. Wikipedia), der Basslauf ist aber in ein repetitives 12 Step Schema gegen den langsamen 4/4tel Beat gesetzt[1] und der zweite MS-20 liegt ein wenig neben der Spur, was am Timing des SQ-10 liegen kann oder daran, dass die beiden in Folge getaktet wurden.[2]

Die funkig abgehackten Beats kommen entweder von Beate Bartels 4Spurrekorder oder vom Oberheim DX oder beides oder den möglichen Kombinationen mit dem zweiten KORG MS-20 anstelle des Oberheim DX (im Folgenden deshalb einfach: "Oberheim") und sind mit einem kurzen Reverse Echo oder und Predelay versehen, die ein wenig für das in die Eins rutschen verantwortlich sind. Möglicherweise kommen MS-20 (Sequenz) und "Oberheim" zusammen, indem ein sehr kurzer Ton vom MS-20 mit einem krassen Q-Wert, was das kultige Resonanzpfeifen des MS-20 angeht, am Mitzwitschern ist. Diese Einstellung wurde später von der Acid Szene mit der Roland TB-303 beansprucht.[3] Gewissermaßen ist wie mit der 8 gegen 12 - Einstellung auch die Dualität zwischen monodisch rhythmisierten und diadisch rhythmisierten Stücken ein wenig aufgehoben, auch hier besteht eine ungewöhnliche Vertaktung, indem die Lautstärke des Sounds auf den Backbeats weit unterhalb dem der Taktschwerpunkte gewählt wurde, wodurch eine zusätzliche metrische Unsicherheit, ein Schweben, inszeniert wird. Der Sound kommt wahrscheinlich aus Beate Bartels Vierspurrekorder ("Oberheim" / Ausführung des MS-20 Rauschgenerators). Hinzu kommt dann noch das eigenwillige Timing des SQ-10 als Sequencer. Zwischendurch haut Chrislo Haas immer mal wieder wild akzentuierend locker auf die Tasten des MS-20 – das besonders während der wenigen Passagen, in denen das Stück gesteigert wird und durch die dann dort stark synkopisch rhythmisierten Kickpattern zu einer Art Dancefloorclimax führen kann. Bartel und Haas Interjektionieren Goineaus Gesang das ganze Stück über in freudiger Begleitung.

Versionen

  • Offizielle Version mit Coverscreen [2] bei Youtube
  • Version 1 [3] Liveversion 5.12 min. bei Youtube mit ausführlichen Informationen, Chrislo Haas am SQ-10/MS-20
  • Version 2 [4] etwas unprofessioneller, bei Youtube mit ausführlichen Informationen, der SQ-10 steht rechts neben dem MS-20

Coverversion

KMFDMLos niños del parque [5] bei Youtube

Ähnliche Stücke

Single-Veröffentlichungen

12":

  • Los Niños Del Parque (5:00)
  • Être Assis Ou Danser (3:25)
  • Mystère Dans Le Brouillard (4:25)

7":

  • Los Niños Del Parque (5:00)
  • Mystère Dans Le Brouillard (4:25)

Weblinks & Referenzen

  1. Das 8 gegen 12 ist die erste und einfachste Lösung, die sich anbietet, wenn ein 4/4 Beat mit dem KORG MS-20 und dem SQ-10 ausgeführt wird, die zu der Zeit seit drei Jahren auf dem Markt waren. Das Stück beschreibt insofern auch eine mögliche Problemlösung, auf die Krishna Goineau dementsprechend zu Beginn des Stückes immer noch einmal hinweist, das auffällig langsame „Eins ...zwei ... drei ... vier“ verlegt die Aufmerksamkeit auf 24 Steps, damit ist der Nenner für das 8 gegen 12 Steps Problem gefunden. Der SQ-12 ist ein 2 x 12 Steps Sequencer, der dafür gebaut wurde, den MS-20 anzusteuern. Vielleicht aus Gründen der Instrumentengröße und aufgrund von Sparmaßnahmen wurde er als 12 und nicht 16 Stepsequencer wie eigentlich üblich gebaut. Die ganze KORG-Serie war auf Einsparungen ausgelegt, als eine Art Volkssynthesizer. Die 12 Steps mit einem 4/4tel Tanzstück in Einklang zu bringen bedeutet also von vornherein, dass entweder hingenommen wird, dass da etwas komisch klingt, obwohl es passt oder eine Einstellung herauszufinden, mit der 16 Steps gespielt werden. Mutig ist, das Gegeneinander von 6/4 auf 4/4 bei einem Tanzstück stehenzulassen, bis gemerkt wird, das das geht und sogar interessant ist und nicht gleich weiterzuprobieren bis ein straighter 8er in Folge funktioniert.
  2. Den zweiten MS-20 hört man mit zusätzlichen Grundtönen zur Sequenz nur oder am Besten, wo die Sequenz hochoktaviert ist. Bei den Liveaufnahmen fehlt er.
  3. Zu den Drums vgl. auch die Forumsdiskussion: [1] bei Sequencer.de