Kiss

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Kiss
Kiss 1977 im New Yorker Madison Square Garden
Kiss 1977 im New Yorker Madison Square Garden
Herkunft: New York City
Aktiver Zeitraum: seit 1973
Genres: Hardrock, Heavy Metal
Homepage: KissOnline.com
Line-Up:
Gene Simmons: Bass, Gesang
Paul Stanley: Gitarre, Gesang
Tommy Thayer: Gitarre, Gesang (seit 2002)
Eric Singer: Schlagzeug, Gesang (1991–1996, 2001–2002, seit 2004)
Ehemalige Mitglieder:
Peter Criss: Schlagzeug, Gesang (1973–1980, 1996–2001, 2002–2004)
Ace Frehley: Gitarre, Gesang (1973–1982, 1996–2002)
Eric Carr: Schlagzeug, Gesang (1980–1991)
Vinnie Vincent: Gitarre, Gesang (1982–1984)
Mark St. John: Gitarre (1984)
Bruce Kulick: Gitarre, Gesang (1984–1996)

Kiss wurden 1973 in New York City gegründet. Sie definierten das Genre des Siebziger-Hardrock mit stark theatralischem Schock-Einschlag entscheidend mit und sind trotz diverser Lineup-Wechsel bis heute aktiv.

Bandgeschichte

Sie sind die Erfinder des Schock-Rock, gaben dem Hardrock/Heavy Metal das Image von feuerspuckenden, babyfressenden Horrormasken und waren die erste Band, die in punkto Merchandising jegliche Grenzen der Vorstellungskraft sprengte: Kiss. 1972 aus der Asche der Möchtegern-Progrocker Wicked Lester entstanden, kamen den vier Gesellen Gene Simmons (Bass), Paul Stanley (Gitarre), Ace Frehley (Gitarre) und Peter Criss (Schlagzeug) recht bald zwei erfolgversprechende Ideen: erstens, ihren Sound in Richtung deftigem Hardrock zu verlagern und sich zweitens Kostüme und Gesichts-Schminkmasken für eine entsprechend theatralische Liveshow zuzulegen. Ironischerweise war es dann auch ausgerechnet das Live-Doppelalbum "Alive!", welches der Band nach drei sich eher mäßig verkaufenden Alben in drei Jahren ("Kiss" von 1973, "Hotter Than Hell" von 1974 und "Dressed To Kill" von 1975) endlich den langersehnten Durchbruch brachte. Von nun an bis zum Ende der 70er wollten erst die Teenager Amerikas und schließlich die der ganzen Welt sehen, wie Ace Frehleys Gitarre explodierte, Peter Criss' Schlagzeugpodest rotierte oder Gene Simmons seine außerordentlich lange Zunge rausstreckte. Die folgenden Studioalben "Destroyer", "Rock And Roll Over" und "Love Gun" fuhren alle Mehrfachplatin ein, die Welttourneen waren regelmäßig ausverkauft, und schließlich gab es da ja auch noch jene legendäre Kiss Army; den größten Bandfanclub der Welt, der in den späten 70ern über 100.000 Mitglieder zählte. Musikalisch probierte sich die Band mal in Richtung Bombast, mal in Richtung Disco aus, verließ dabei aber nie wirklich den Weg des Stadionrock. Der Gipfel des Kiss-Trips schien 1978 mit der größenwahnsinnigen Idee von vier Soloalben aller Bandmitglieder gekommen, die alle am selben Tag veröffentlicht werden sollten, doch stattdessen mussten Kiss und ihr Manager Bill Aucoin damit den ersten Dämpfer seit Beginn der Band hinnehmen, als die Alben sich nicht so gut verkauften wie geplant. Im selben Jahr ging dann auch noch der Ausflug ins Filmgeschäft – eine Kreuzung aus "A Hard Day's Night" und "Star Wars" namens "Kiss Meets The Phantom Of The Park" – künstlerisch wie kommerziell in die Hose, und mit dem Anbruch der 80er Jahre schien auch der Anfang vom Ende der Kiss-Weltherrschaft gekommen. Das 1979er Album "Dynasty" konnte mit seiner Mischung aus Hardrock und Disco samt dem millionenfach verkauften und gespielten Singlehit I Was Made For Loving You den Abwärtstrend noch einmal anhalten, aufhalten jedoch nicht. Dies zeigte sich unter anderem auch in der zunehmend isolierten Rolle von Peter Criss (der auf dem Album nur noch bei einem Song Schlagzeug spielte) sowie der anschließenden Welttournee, die erstmals die Erwartungen in punkto Zuschauerzahlen nicht erfüllen konnte.

Die 80er waren – wie für viele Hardrockacts, die in den 70ern ihre großen Erfolge gefeiert hatten – ein schwieriges Jahrzehnt für Kiss. Am deutlichsten kam dies darin zum Ausdruck, dass erst Peter Criss und dann Ace Frehley sowohl aus persönlichen wie musikalischen die Gruppe verließen. (Das Flop-Konzeptalbum "Music From The Elder" von 1981, das Musik für einen Fantasyfilm enthielt, der nie gedreht wurde, war einer der Gründe dafür.) Die verbliebenen Urmitglieder Simmons und Stanley suchten ihr Heil in der Flucht nach vorn und veröffentlichten 1983 mit Ersatzmusikern (u.a. Eric Carr am Schlagzeug und Bruce Kulick als Gitarrist) das programmatische Album "Lick It Up", auf der sich die Band erstmals ohne Makeup und Kostüme zeigte. Dieser Schritt wurde zwiespältig aufgenommen, denn während die Käuferschaft einerseits den Bandsound wieder mehr goutierte (u.a. wurde "Crazy Nights" von 1987 eines der erfolgreichsten Alben der Bandhistorie), lehnten die Die-Hard-Fans die ungeschminkten Kiss eher ab.

In den 1990ern begann dann eine Welle der Kiss-Nostalgie anzurollen, da beispielsweise auch viele Grungebands die Schock-Rocker zu ihren (heimlichen) Einflüssen zählten. Es erschien unter anderem ein Tribute-Album namens "Kiss My Ass", auf dem Alternative-Combos wie Dinosaur Jr, The Lemonheads und The Mighty Mighty Bosstones ihren Hardrock-Helden die Ehre erwiesen, und 1995 schien die Zeit reif für eine Reunion der Originalbesetzung, als sowohl Criss als auch Frehley für die MTV Unplugged-Session von Kiss zu ihrer alten Band zurückkehrten. 1996 folgte dann eine pompös angekündigte Welttour (die "Pressekonferenz" anlässlich des Tourstarts wurde auf einem US-Marineflugzeugträger abgehalten), und 1998 erschien mit "Psycho Circus" das erste Album in der Besetzung Simmons/Frehley/Stanley/Criss seit "The Elder" von 1981. Allerdings hatte die Wiedervereinigung auf dem Papier mehr Substanz als in der Praxis, denn de facto hatten die beiden Rückkehrer kaum wirklich etwas auf der Platte selbst eingespielt, geschweige denn zum Songwriting beigetragen. Nichtsdestoweniger ging der Kiss-Kult weiter und fand (s)einen popkulturellen Höhepunkt in dem Film "Detroit Rock City" von 1999, in dem vier Teenager sich im Jahre 1978 auf dem Weg zu einem Kiss-Konzert machen. Als die nunmehr in erster Linie geschäftsmäßig zu denken scheinenden Kiss zur Jahrtausendwende das Ende des Revivals nahen sahen (und die alten Ressentiments in der Band wieder aufbrachen), wurde 2001 eine Farewell-Tour angekündigt, die noch einmal richtig Kohle in die Bandkasse spülte. Natürlich machten Kiss danach trotzdem noch weiter, obwohl Ace Frehley angesichts dessen wohl endgültig die Lust an der Maskerade verloren hatte und 2002 erneut seinen Austritt aus der Gruppe – bislang auch endgültig – erklärte. Der Vertrag von Peter Criss wiederum wurde 2004 seitens der Band nicht verlängert, und so nahmen Eric Singer (wieder) und Tommy Thayer (erstmals) den Platz am Schlagzeug bzw. hinter der Gitarre ein. Nach diversen Touren erschien in dieser Besetzung nach elf Jahren auch wieder ein neues Studioalbum, das 2009 veröffentlichte "Sonic Boom" im bewährten Hardrocksound, welches die Pole Position in den US-Charts nur knapp verfehlte.

Was die Zukunft für die Sch(m)ockrocker noch so bereithält, wird sich zeigen; aufhören scheint für die bösen Buben allerdings nicht in Frage zu kommen.


Diskographie

Alben
  • 1974 Kiss
  • 1974 Hotter than Hell
  • 1975 Dressed to Kill
  • 1976 Destroyer
  • 1976 Rock and Roll Over
  • 1977 Love Gun
  • 1979 Dynasty
  • 1980 Unmasked
  • 1981 (Music From) The Elder
  • 1982 Creatures of the Night
  • 1983 Lick It Up
  • 1984 Animalize
  • 1985 Asylum
  • 1987 Crazy Nights
  • 1989 Hot in the Shade
  • 1992 Revenge
  • 1998 Psycho Circus
  • 2009 Sonic Boom (2. Oktober)

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV NL F P DK NOR FIN AUS NZ
1974 Kiss 87
1974 Hotter than Hell 100
1975 Dressed to Kill 32
1975 Alive! 9 22 31
1976 Destroyer 36 22 11 4
1976 Rock and Roll Over 39 11 9
1976 The Originals 36
1977 Love Gun 18 4 6
1978 Alive II 7 28
1978 Double Platinum 22
1979 Dynasty 8 9 13 17 34
1980 Kiss Unmasked 4 35 3 17
1
1981 Music from The Elder 10 75 12 19 7
1982 Killers 28 14 41 6
1982 Creatures of the Night 42 22 45 22 31
1983 Lick It Up 18 7 24 13 10 3 7
1984 Animalize 25 11 20 14 9 8 14
1985 Asylum 43 12 20 15 3 11
1987 Crazy Nights 44 4 18 14 11 8
1988 Smashes, Thrashes & Hits 65 21 29 30 13
1988 Hot in the Shade 46 35 29 23 29 8
1992 Revenge 16 10 6 14 6 10 4
1993 Alive III 57 24 9 31 32 20 58 15
1996 MTV Unplugged 47 15 16 35 5 32 9 18
1996 You Wanted the Best You Got the Best 17 35 25 82 29 39
1996 Greatest Kiss 64 77 40 3 92 25 13 25
1997 Carnival of Souls – The Final Sessions 36 27 37 29 66 23 17
1998 Psycho Circus 5 3 25 30
1
51 71 4 5
2001 Box Set 128
2002 The Very Best of Kiss 80 52 30 16 25
2003 Alive IV – Symphony 15 18 39 28 23 40 70 28 5 30 14
2009 Kissology Vol.1 71
2009 Kissology Vol.2 66
2009 Sonic Boom 4 24 2
Singles
1974 Kissin' Time 83
1975 Rock and Roll All Nite 68
1976 Beth 7
1976 Detroit Rock City 7
1976 Flaming Youth 74
1976 Shout It Out Loud 31 16
1977 Calling Dr. Love 16
1977 Christine Sixteen 25
1977 Hard Luck Woman 34 15
1977 Love Gun 61
1978 Rocket Ride 39
1979 I Was Made for Lovin' You 2 11 6 2 19 10
1979 Dirty Livin' 25
1979 Sure Know Something About Love 28 47
1980 Shandi 28 47 10 4
1980 Talk to Me 32 10
1981 Tomorrow 70
1981 I 62
1982 A World Without Heroes 56
1983 Creatures of the Night 34
1983 Lick It Up 31 66 24
1984 Heaven's On Fire 49 19
1984 All Hell's Breakin' Loose 71
1985 Tears Are Falling 51
1987 Crazy Crazy Nights 4 65 7
1987 Reason to Live 33 64
1989 Hide Your Heart 66
1989 Let's Put the X in Sex 97 49
1990 Forever 8
1990 Rise To It 81
1992 God Gave Rock 'N' Roll to You II 9 4 16 4 24 18
1992 Unholy 26 26 19 2
1992 Every Time I Look at You 31
1998 Psycho Circus 4 98 8 22
1998 We Are One 31 18 40

All-Time-Charts

Alive!
Destroyer
Music From "The Elder"

Referenzkasten

  • Die Kiss-Fans der Melvins brachten 1992 drei Soloalben der einzelnen Bandmitglieder heraus, die in Aufmachung und Veröffentlichungsart exakt dem Vorbild der Kiss-Soloscheiben nachempfunden waren.
  • Die ebenfalls fanatischen Kiss-Anhänger von Weezer benannten ihren Fanclub zu Ehren der Kiss Army "Geek Army".

Referenzbands

Coverversionen

KISS covern...
  • 2,000 Man von den Rolling Stones
  • Any Way You Want It von Dave Clark Five
  • Do You Remember Rock 'n' Roll Radio von den Ramones
  • God Gave Rock & Roll To You von Argent
  • Great Expectations enthält ein Motiv von Beethovens Klaviersonate Nr. 8 in c-Moll, op. 13 ("Pathétique")
  • Hide Your Heart von Bonnie Tyler
  • Kissin' Time von Bobby Rydell
  • Rock And Roll Hell von Bachman-Turner Overdrive
  • Then She Kissed Me von Crystals
  • Thief In The Night von Wendy O'Williams
KISS werden unter anderem gecovert von...

Videoclips

Weblinks