Kim Cascone

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kim Cascone (* 21. Dezember 1955 in Michigan, USA) ist ein Komponist elektronischer und elektroakustischer Musik in den Bereichen Ambient und Industrial. Unter dem Namen Heavenly Music Corporation, unter dem er am bekanntesten ist[1], veröffentlichte Cascone von 1993 bis 1996 vier Alben und danach bis 2011 noch viele weitere.[2] Er ist Gründer des Labels Silent Records und betreibt sein eigenes Label Anechoic Media. Kim Cascone ist verheiratet mit Kathleen Cascone und hat einen Sohn, Cage, der nach John Cage benannt wurde.

Musikalischer Werdegang

Cascone studierte Musik mit Schwerpunkt Elektronische Musik am Berklee College of Music (197376), Toningenieur am Institute of Audio Research, New York City, und theoretische Grundlagen der Elektronik am RCA Institute New York City. Nach dem Studium arbeitete er in den 1980ern als Elektrotechniker für diverse Musikunternehmen wie Crumar, Eventide, die Hyde Street Studios und Orban Associates. 1983 zog er nach San Francisco. 1989 wurde er Assistant Music Editor für David Lynch (bei Twin Peaks und Wild at Heart) und arbeitete dann am Saul Zaentz Film Center und an George Lucas Skywalker Ranch.

1986 gründete er Silent Records, dann Pulsoniq Distribution, Furnace Records, Flask Records sowie Sulphur Records und veröffentlichte seine Musik unter dem Pseudonym PGR (Poison Gas Research). Seine ersten Veröffentlichungen sind stark von der ersten Welle des Industrial der 1980er Jahre beeinflusst.[3] Dennoch kann seine Musik kaum modernistisch genannt werden, in den meisten Stücken gibt Cascone sich betont postmodern.

1996 verkaufte Cascone Silent Records und Pulsoniq Distribution, um als Sounddesigner und Komponist für Thomas Dolbys Firma Headspace zu arbeiten. Danach arbeitete er als Content Director für Staccato Systems, einem Ableger des Center for Computer Research in Music and Acoustics der Stanford University, wo er bei der Entwicklung eines Algorithmus für realistische Audioatmosphären und Hintergrundmusik für Videospiele half. 1998 fing er wieder an, selbst Musik zu machen und hat seitdem auf verschiedenen Labeln wie auch seinem eigenen Label Anechoic Media hauptsächlich unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlicht.

Kollaborationen und Arbeitsweise

Cascone hat seit 1984 mehr als 40 Alben veröffentlicht und mit Oval, Merzbow, Keith Rowe, Tony Conrad, Scanner, John Tilbury, Domenico Sciajno, Pauline Oliveros, Peter Rehberg, Carsten Nicolai, Doug Aitken, David Toop und anderen gearbeitet. Die Arbeiten mit anderen Musikern erfolgen zumeist auf der Grundlage von Digidesigns Pro Tools, während er seine eigenen Arbeiten hauptsächlich mit Cycling74s Max/MSP komponiert bzw. designt.[4][5]

Artikel und Abhandlungen zur Musik

Außerdem hat er Artikel und Abhandlungen für akademische Journale und Medienmagazine verfasst, darunter für das Computer Music Journal des MIT, Artbyte, Contemporary Music Review, Soundcultures, Parachute Journal, Junk Jet, Geometer und Zehar. Besonders bekannt ist er für seine wegweisende Abhandlung The Aesthetics of Failure[6], in der die Verwendung von digitalen Störsignalen und systemischer Fehlbedienung im Rahmen post-digitaler Komposition und für die Laptopmusik aufgezeigt wird. Die Abhandlung wird von vielen Studenten in Kursen über digitale Medien an Universitäten gelesen.

Aktuelle Arbeiten

Zuletzt hat Cascone sich mit anthropogenen Geräuschen in ozeanischen Umgebungen beschäftigt und ein Sound-Art-Festival unter dem Namen Hydrophonia ins Leben gerufen, das bisher in Genua, San Sebastian und Barcelona stattfand.[7] Bei diesem Festival treten vor allem Klangkünstler auf, die mit Hydrophonen wie auch mit Lautsprechersystemen auf der Ebene bioakustischer und anthropogener Geräusche arbeiteten und auch Workshops zur Konstruktion von Hydrophonen anbieten. Seit 2009 beschäftigt er sich mit dem Schillinger Kompositionssystem. Er ist unter anderem Bandmitglied der Bands Astralfish, Hydrosphere, Patternclear (2), PGR, Satellite IV, der Spice Barons und der Thessalonians.

Siehe auch

Postdigital, Algorithmische Komposition], Ambient, Industrial, Elektronische Musik, Glitch, Ambient, Industrial, Schillinger-System.

Diskografie

Als Kim Cascone

  • Blue Cube [ ] (raster-noton, 1998)
  • Cathode Flower (Ritornell, 1999)
  • Residualism (Ritornell, 2001)
  • Dust Theories (c74, 2001)
  • The Crystalline Address, with Scanner (Sub Rosa, 2002)
  • Pulsar Studies (anechoic, 2004)
  • Rondo/7Phases/Blowback, with Merzbow (Sub Rosa, 2004)
  • Gravity Handler (CRC, 2004)
  • Statistically Improbable Phrases (anechoic, 2006)
  • The Astrum Argentum (anechoic, 2008)
  • Pharmacie: Green & Red (anechoic, 2008)
  • Music for Dagger & Guitar (Aural Terrains, 2008)
  • anti-musical celestial forces (Störung, 2009)
  • The Knotted Constellation (fourteen rotted coordinates) (Monotype, 2011)

Als PGR

  • Silence (PGR, 1985)
  • The Flickering of Sowing Time (RRRecords, 1986)
  • Cyclone Inhabited by Immobility (Permis de Construire, 1987)
  • The Black Field (Silent Records, 1989)
  • Fetish, with Arcane Device (Silent, 1990)
  • The Chemical Bride (Silent, 1992)
  • The Morning Book of Serpents (Silent, 1995)
  • A Hole of Unknown Depth (Silent, 1996)

Als Heavenly Music Corporation

  • In a Garden of Eden (Silent, 1993)
  • Consciousness III (Silent, 1994)
  • Lunar Phase (Silent, 1995)
  • Anechoic (Silent, 1996)

Mit KGB Trio

  • Swiss Pharmaceuticals (Utech, 2005)
  • Smoke on Devil’s Mountain (Scrapple Records, 2008)
  • Noise Forest (Aural Terrains, 2009)

Einzelnachweise

  1. Heavenly Music Corporation ist ein Stück auf Brian Enos und Robert Fripps Album (No Pussyfooting): [1] bei Youtube
  2. vgl. Profil [2] bei Discogs
  3. Interview [3] bei Angbase
  4. ebd.
  5. siehe auch Weblinks: Kim Cascone bei Cycling74
  6. Kim Cascone – The Aesthetics of Failure (2000), siehe Weblinks
  7. Startseite [4] bei Hydrophonia.com

Weblinks

  • Homepage [5] bei anechoicmedia.com
  • Kim Cascone – The Aesthetics of Failure: 'Post-Digital' Tendencies in Contemporary Computer Music (2000) [6] bei CCapitalia.net
  • Diskografie [7] bei Discogs
  • Profil [8] bei 12k
  • Biografie Heavenly Music Corporation [9] bei Artistdirect Music
  • Interview [10] bei Spiderbytes
  • Interview [11] bei Ctheory
  • Interview [12] bei cycling74
  • Interview KGB Trio [13] bei Scrapple Records

Links zuletzt am 11. Januar 2016 eingesehen.