Kerry Leimer

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Biographie

Kerry Leimer ist ein ursprünglich aus Kanada stammender Musiker, dessen Familie 1967 nach Seattle zog. Hier studierte er in den 1970er Jahren an der Kunsthochschule und begann Mitte des Jahrzehnts mit der eigenen Produktion von Ambient und experimenteller Elektronik-Musik. Wichtige Einflüsse waren hierbei einerseits die Solowerke von Brian Eno und King Crimson-Chef Robert Fripp ("No Pussyfooting") sowie andererseits der damals international erstmals anerkannte Krautrock aus Deutschland, wobei das zweite Album von Cluster mit seinen Tape-Loop-Experimenten Leimer besonders inspirierte. Unter dem Pseudonym K Leimer veröffentlichte er ab 1979 zahlreiche Platten auf seinem eigenen Label Palace of Lights, das sich in der DIY-Attitüde stark auf den zeitgleich aufstrebenden Punkrock-Idealismus späterer Indielabels wie K Records und Sub Pop bezog, ästhetisch und musikalisch freilich in eine ganz andere Richtung ging. Auch die Live-Präsentation seiner Musik vermied Leimer größtenteils, wobei sich seine Debüt-Solo-LP "Closed System Potentials" dennoch über dreitausend Mal verkaufte.

Palace of Lights blieb zunächst bis 1983 mit Künstlern wie Marc Barreca (u.a. Young Scientist) oder dem von Leimer geleiteten Projekt Savant aktiv, bei dem sich die beteiligten Künstler einzelne Musiktracks hin- und herschickten, ohne je gemeinsam im Studio zu sein, worauf das Endprodukt von Leimer koordiniert und zusammengestellt wurde. Daneben komponierte Kerry Leimer auch diverse Soundtracks für Filme und Klanginstallationen. Erst um das Jahr 2000 jedoch brachte er wieder Tonträger heraus, zunächst Neuauflagen alter Palace-Produktionen und seit Mitte des Jahrzehnts auch wieder ganz neue Aufnahmen. Sein bislang jüngstes Soloalbum nennt sich "Permissions" und erschien 2012, gefolgt von der ersten Kollaboration mit Marc Barreca auf Albumlänge mit dem Titel "Premap". Für Ende 2014 ist das Album "The Grey Catalog" angekündigt. Zudem erschien 2012 als reiner Digital-Release die Klanginstallation "Day Music", auf der in drei jeweils vierstündigen Suiten mit Intervallen und Variationen desselben Grundthemas gearbeitet wurde, so dass sich die drei Teile separat, aber auch gleichzeitig nebeneinander abspielen lassen.

Im Mai 2014 erschien mit "A Period of Review" eine Werkschau aus Leimers Archiv, die auf zwei LPs bzw. CDs insgesamt 31 bislang unveröffentlichte Tracks aus der Zeit von 1975 bis 1983 versammelte.

Bands

Solo-Diskographie

Alle Veröffentlichungen erschienen bei Palace of Lights.

  • 1979 Fiction / Decade (7")
  • 1980 Closed System Potentials (LP, CDr-Reissue 2002)
  • 1982 Land of Look Behind (Soundtrack-LP, CDr-Reissue 2002)
  • 1983 Imposed Order (LP, CD-Reissue 2002)
  • 1983 Installation View (MC)
  • 1983 Music for Land and Water (MC)
  • 2002 The Listening Room (CDr)
  • 2004 Statistical Truth (CD)
  • 2007 The Useless Lesson (CD)
  • 2007 Lesser Epitomes (CD)
  • 2010 Degraded Certainties (CD)
  • 2012 Permissions (CD)
  • 2012 Day Music 1–3 (MP3)
  • 2014 The Grey Catalog (tba)

Kollaborationen

Sonstige

  • 2014 A Period of Review (Original Recordings 1975-1983) (2CD/2LP, RVNG)

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Das "K" in Leimers Namen ist gleichzeitig eine Referenz an die literarische Gestalt "Josef K" aus Franz Kafkas "Der Prozess".

Referenzkünstler

Weblinks