Jim Jarmusch

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Jim Jarmusch
Jim Jarmusch
Jim Jarmusch
Herkunft: Cuyahoga Falls, Ohio, USA
Geboren: 22. Januar 1953 (66 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1979
Homepage: Jim-Jarmusch.net

Jim Jarmusch ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Autor und Musiker, der das Independent-Kino seit den 1980er Jahren mit Filmen wie "Night on Earth", "Dead Man" oder "Broken Flowers" maßgeblich geprägt hat.

Biographie

James R. "Jim" Jarmusch wuchs in Ohio auf, wo er früh eine Liebe zu Literatur, Film und Musik der Sub- und Gegenkultur entwickelte. In den 1970er Jahren ging Jarmusch zunächst nach Chicago und dann nach New York, wo er an der Columbia University Literatur studierte. Ein längerer Studienaufenthalt in Paris setzte ihn dann stark dem europäischen und japanischen Filmschaffen aus, was ihn wiederum dazu bewog, 1976 ein Filmstudium aufzunehmen, was ihn in Kontakt zu anderen späteren Independent-Filmemachern wie Spike Lee und Wim Wenders brachte und Jarmusch in die Art-Punk-Szene im CBGB eintauchen ließ. Sein erster Spielfilm war der 1980 veröffentlichte "Permanent Vacation", der zunächst wenig Aufmerksamkeit erregen konnte, heute aber als einflussreiches Dokument des No Wave-Kinos gilt. Das 1984 folgende Roadmovie "Stranger Than Paradise" hingegen zog hohes Kritikerlob auf sich, gewann die "Goldene Palme" in Cannes und gilt heute als Meilenstein des Independent-Kinos. Das Road-Movie-Genre, die Schwarzweiß-Ästhetik sowie die Arbeit mit parallel erzählten Geschichten arbeitete Jarmusch in den Filmen "Down by Law" von 1986 (eine Gangsterodyssee mit u.a. Tom Waits), "Mystery Train" (1989, mit Joe Strummer als "Elvis") und "Night on Earth" (1991, mit u.a. Armin Mueller-Stahl und Winona Ryder) weiter aus. Aus Furcht, sich auf ein Genre festzulegen, wählte Jarmusch in den 1990ern trotz Kritikerlobes und Zuschauererfolges einen experimentelleren und weniger ironischen Ansatz für seine Filme. Der Neo-Noir-Western "Dead Man" mit Johnny Depp in der Hauptrolle und u.a. Iggy Pop und Gibby Haines (Butthole Surfers) sowie Robert Mitchum in dessen letzter Rolle spielte in einer düster-gewalttätig-verkommenen "Frontier"-Szenerie, musikalisch untermalt von Neil Young. Im Gegenzug für dessen Beitrag führte Jarmusch bei der Tourdokumentation "The Year of the Horse" Regie. Obgleich beide Produktionen jeglicher Mainstream-Erfolg verwehrt blieb, erzielte Jarmusch mit "Ghost Dog" (dt. Untertitel: Der Weg des Samurai) 1999 einen überraschenden Kassenknüller, obwohl die Story um einen nach dem Samurai-Ehrenkodex lebenden Auftragskiller (gespielt von Forest Whitaker) nicht gerade leichtfüßig daherkam.

Der Schock der Terroranschläge vom 11. September 2001 brachte Jim Jarmusch dazu, seine Arbeit für mehrere Jahre ruhen zu lassen. Erst 2004 erschien mit "Coffee and Cigarettes" wieder ein neuer Film des Regisseurs, der sich genau genommen aus elf Kurzfilmen – gedreht von 1986 bis 2004 – zusammensetzte, die alle von Gesprächen bei den titelgebenden Kaffees und Zigaretten handelten. Zur Darstellerriege gehörten unter anderem Jarmuschs Langzeit-Kollaborateure Tom Waits, Iggy Pop, Roberto Begnini und Isaach de Bankolé, aber auch die Wu Tang Clan-Mitglieder RZA und GZA sowie das White Stripes-Duo Jack und Meg White. Bereits 2005 folgte "Broken Flowers", ein melancholischer Film mit Bill Murray in der Hauptrolle, 2009 gefolgt von "The Limits of Control", erneut mit Isaach de Bankolé. Zwischendurch drehte Jarmusch auch Musikvideos, so z.B. für den Raconteurs-Clip Steady as She Goes. In den 2010er Jahren verfolgte Jarmusch parallel verschiedene Kunstprojekte, die sich teilweise aufgrund von Finanzierungsproblemen aber stark in die Länge zogen. Darunter waren eine Dokumentation über The Stooges, eine Oper (!) über den visionären Erfinder Nikola Tesla sowie ein Filmprojekt mit u.a. Tilda Swinton, das schließlich 2013 unter dem Titel "Only Lovers Left Alive" in die Kinos kam.

Als Musiker

Neben seiner Tätigkeit als Filmemacher hat Jim Jarmusch sich auch immer wieder als Musiker betätigt. In den 1980er Jahren gehörte er u.a. zum Lineup der No Wave-Band The Del-Byzanteens, gastierte auf dem Album "Year of the Tiger" von Fucked Up und hat auch einen Remix des White Stripes-Songs Blue Orchid angefertigt. Die Musik zu Jarmuschs letztem Spielfilm "Only Lovers Left Alive" stammte zudem maßgeblich von Jarmuschs eigenem Projekt SQÜRL. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Jozef Van Wissem hat Jarmusch zudem bislang zwei Alben mit Minimal Music veröffentlicht.

Filmografie

  • 1980 Permanent Vacation
  • 1984 Stranger Than Paradise
  • 1986 Down by Law
  • 1989 Mystery Train
  • 1991 Night on Earth
  • 1995 Dead Man
  • 1999 Ghost Dog: The Way of the Samurai
  • 2003 Coffee and Cigarettes
  • 2005 Broken Flowers
  • 2009 The Limits of Control
  • 2013 Only Lovers Left Alive

Trivia

  • Jim Jarmusch ergraute bereits als Fünfzehnjähriger, was seinen Status als Außenseiter schon damals verstärkte.

Weblinks