Helmet

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Helmet
Helmet 2007
Helmet 2007
Herkunft: New York City, USA
Aktiver Zeitraum: seit 1989
Genres: Indie-Rock, Noisecore, Heavy Metal
Labels: Amphetamine Reptile, Interscope, Warcon, Work Song Records
Homepage: HelmetMusic.com
Line-Up:
Page Hamilton: Gitarre, Gesang (seit 1989)
Dan Beeman: Gitarre (seit 2008)
Kyle Stevenson: Schlagzeug (seit 2006)
Dave Case: Bass (live, seit 2010)
Ehemalige Mitglieder:
Peter Mengede: Gitarre (1989–1993)
Henry Bogdan: Bass (1989–1998)
John Stanier: Schlagzeug (1989-1998)
Rob Echeverria: Gitarre (1993–1996)
Chris Traynor: Gitarre, Bass (1997–1998, 2004–2006, 2010)
John Tempesta: Schlagzeug (2004–2006)
Frank Bello: Bass (2004)
Jeremy Chatelain: Bass (2004–2006)
Charlie Walker: Schlagzeug (2006)
Anthony Truglio: Bass (2006)
Mike Jost: Schlagzeug (2006)
Jon Fuller: Bass (2006-2009)

Die 1989 in New York gegründeten Helmet waren eine der prägenden Bands aus dem Bereich des von Jazz wie Noisecore beeinflussten alternativen Heavy Metal. Nach einer ersten Auflösung 1998 ist die Band um das einzige verbliebene Urmitglied, den Sänger, Songschreiber und Gitarristen Page Hamilton, mit zahlreichen Besetzungswechseln seit 2004 wieder aktiv; ihr aktuelles Album "Seeing Eye Dog" erschien 2010.

Bandgeschichte

Gründung und erste Erfolge (19891992)

Gegründet wurden Helmet Ende der 1980er Jahre von Page Hamilton. Nachdem er aus Oregon nach New York gezogen war und dort unter anderem im Gitarrenorchester von Glenn Branca gespielt sowie Jazz studiert hatte, traf er auf die übrigen Gründungsmitglieder Peter Mengede (Gitarre), Henry Bogdan (Bass) und John Stanier (Schlagzeug), und sie traten einige Jahre in verschiedenen lokalen Clubs auf. Hier wurde Tom Hazelmyer auf die Band aufmerksam, der sie für sein Label Amphetamine Reptile Records unter Vertrag nahm, auf dem 1989 ihre erste Single "Born Annoying" und 1990 die Debüt-LP "Strap It On" erschien. Schon in ihren Anfängen zeigten Helmet eine neue Auffassung von harter Rockmusik. In den Achtzigerjahren dominierten Heavy Metal oder Punk, bis Hamilton mit seiner Band rhythmisch präzise, druckvolle und laute Musik ohne ausufernde Gitarrensoli spielte; ein Stil, den Hamilton gerne als "a thinking person's heavy metal" bezeichnete. 1992 wechselten Helmet dann zur Plattenfirma Interscope und veröffenlichten mit "Meantime" das erfolgreichste Album ihrer Karriere. Es erhielt unter anderem Gold in den USA und verkaufte sich weltweit über eine Million mal. Ihrem alten Label blieb die Band allerdings bis zu ihrer Auflösung verbunden, indem immer wieder 7"-Singles sowie Vinyl-Versionen von folgenden Interscope-Alben auf AmRep erschienen.

Krise und Auflösung (19931998)

Danach allerdings begannen die persönlichen Spannungen zwischen Bandchef Hamilton und seinen Mitstreitern heftiger zu werden, und 1993 kam es zum offenen Rausschmiss von Gitarrist Peter Mengede. Für ihn kam Rob Echeverria an Bord, mit dem Helmet ihr drittes Album "Betty" einspielten. Dieses fiel etwas experimenteller aus als der Vorgänger und erreichte zwar die höchste Chartsplatzierung der Bandgeschichte, verkaufte aber nur noch ein Viertel der Einheiten von "Meantime". Nichtsdestoweniger gehörten Helmet zu den einflussreichsten Bands der Mitt-Neunziger-Alternative-Metal-Szene; 1995 erschien zudem eine B-Seiten-Sammlung mit dem Titel "Born Annoying" auf dem alten Helmet-Label AmRep. Nach Abschluss der Tour zu "Betty" stieg Echeverria wieder aus, um sich Biohazard anzuschließen, und als Ersatz kam der vormalige Orange 9mm-Gitarrist Chris Traynor an Bord, der die nächsten zehn Jahre die einzige Konstante im Helmet-Lineup neben Page Hamilton darstellen sollte. Die Aufnahmen für das vierte Album "Aftertaste" wurden im Sommer 1996 abgeschlossen, jedoch war Hamilton mit dem Mix der Platte unzufrieden, so dass es erst im Frühjahr 1997 erschien. Es erhielt erneut gute Kritiken, brachte jedoch nicht den erhofften Durchbruch zu breitenwirksamem Erfolg, und da sich auch die persönlichen Differenzen – insbesondere zwischen Hamilton, Bogdan und Stanier – weiter verschärften, lösten sich Helmet Ende 1998 unter nicht besonders freundschaftlichen Bedingungen auf. Henry Bogdan zog daraufhin nach Oregon und wechselte vom Bass zur Steel-Gitarre, während John Stanier zunächst das Trommeln ganz aufgeben wollte, später aber in so illustren Ensembles wie Tomahawk (mit Mike Patton) und Battles wieder die Sticks bediente. Page Hamilton schließlich war unterdessen nach Los Angeles umgezogen und sich dort dem Erstellen von Filmmusik gewidmet wie auch sich als Gastmusiker für u.a. David Bowie betätigt. Mit Gandhi hatte er auch ein neues Bandprojekt gestartet, das jedoch nicht über Probeaufnahmen hinauskam, und mit dem ehemaligen Testament/White Zombie-Schlagzeuger John Tempesta nahm Hamilton ebenfalls hin und wieder Songs auf, ohne jedoch genau zu wissen, was damit geschehen sollte.

Reunion und neues Lineup (seit 2004)

In diese Situation kam das Angebot der alten Helmet-Plattenfirma Interscope, das Hamilton/Tempesta-Material unter dem alten Namen Helmet zu veröffentlichen. Dagegen hatte Hamilton jedoch Vorbehalte, da er es ohne die alten Mitstreiter Bogdan und Stanier nicht als Helmet-Musik empfand. Weil das Verhältnis zwischen Bandchef, Drummer und Gitarrist jedoch nach wie vor zerrüttet war, war eine Reunion im alten Lineup nicht in Aussicht. Schließlich entschloss sich Hamilton, mit Hilfe von Tempesta und dem ihm nach wie vor verbundenen Chris Traynor an Gitarre und Bass ein neues Helmet-Album einzuspielen, das 2004 schließlich unter dem Namen "Size Matters" erschien und von milde positiven bis enttäuschten Kritiken begrüßt wurde. (Vorbereitet wurde der Release durch die Veröffentlichung der Best Of "Unsung" Anfang des Jahres.) Ein festes neues Lineup blieb allerdings weiterhin ein Problem der neuen Helmet-Inkarnation, und von 2004 bis 2006 wechselten die Plätze an Schlagzeug und Gitarre zwischen Studio und Tour im gefühlten Monatstakt. (Unter anderem zupften Jeremy Chatelain von Handsome (bei denen auch Ex-Helmet-Gitarrist Peter Mengede gespielt hatte) und Hamiltons Gandhi-Kollege Anthony Truglio die dicken Saiten.) 2006 erschien dann mit "Monochrome" das sechste Helmet-Album, das trotz Produktion von Wharton Tiers, der schon "Strap It On" und "Meantime" betreut hatte, ähnlich zwiespältig aufgenommen wurde wie der Vorgänger, da auch die Fans es teilweise nicht als "wirkliche" Helmet-Platte akzeptierten. Ende 2006 verließ dann innerhalb kurzer Zeit die komplette Band außer Page Hamilton das Projekt Helmet, und Hamilton stand erneut vor der Problem, neue Musiker aufzutreiben. Nach weiteren Scherereien stand Anfang 2008 endlich wieder ein relativ stabiles Lineup, das heute neben Page Hamilton aus Dan Beeman (Gitarre), Jon Fuller (Bass) und Kyle Stevenson (Schlagzeug) besteht. In einem Interview Anfang 2008 gab Page Hamilton zu Protokoll, dass er in Helmet noch Potenzial für zwei weitere Alben sehe und sich dann anderen Projekten widmen wolle. Das nach dieser Sichtweise vorletzte Album "Seeing Eye Dog" erschien im Herbst 2010 in verschiedenen Versionen, allerdings begleitet von einer weithin unbeeindruckten Musikkritik.

Kollaborationen

Diskographie

Alben

Singles/EPs

  • 1989 Born Annoying/Rumble (7", AmRep)
  • 1991 In the Meantime/No Nicky No (7", AmRep)
  • 1991 Unsung/Your Head (7", AmRep)
  • 1992 Unsung (12"/Maxi-CD, Interscope)
  • 1992 In the Meantime (12", Interscope)
  • 1993 Born Annoying/Rumble (7", AmRep)
  • 1993 Primitive/Born Annoying (7", AmRep)
  • 1993 Another Body Murdered (Faith No More & Boo-Yaa T.R.I.B.E.)/Just Another Victim (Helmet & House of Pain) (Split-12"/Maxi-CD, Epic)
  • 1994 Biscuits for Smut (12"/Maxi-CD, Interscope)
  • 1994 Wilma's Rainbow Australian Tour Colletors Edition (Maxi-CD, Interscope)
  • 1994 Wilma's Rainbow EP (Maxi-CD, Interscope)
  • 1997 Exactly What You Wanted (Maxi-CD, Interscope)

Sonstige

  • 1995 Born Annoying (B-Sides und Rarities, LP/CD, AmRep)
  • 2001 Unsung: The Best of Helmet 1991-2004 (Best Of, Interscope)

Charts

Jahr Titel Charts
D US US Independent UK A CH S F NOR FIN NZ
1992 Meantime - 68 - - - - - - - - -
1994 Betty 16 45 - - 18 32 13 - - - -
1997 Aftertaste 52 47 - - 22 - - - - 30 -
2004 Size Matters 97 121 - - - - - - - - -
2006 Monochrome - - 11 - - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Spex Musikexpress Spex Visions
1992 Meantime
16
-
18 -
1994 Betty
-
8
-
1
1997 Aftertaste
-
-
- 8
Singles
1993 Just Another Victim (mit House of Pain)
-
-
10 -

All-Time-Charts

Meantime
Betty

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Der Bandname geht der Legende zufolge auf die Deutsch sprechende damalige Freundin von Gitarrist Peter Mengede zurück, die den Namen "Helmut" vorschlug, was Page Hamilton dann in die anglisierte Form "Helmet" abänderte.

Trivia

  • Von Sebadoh wurde 1992 ein Album veröffentlicht, das den Namen Sebadoh vs. Helmet trägt.

Referenzbands

Coverversionen

Helmet covern...

  • Oven von den Melvins und Primitive von Killing Joke (auf "Born Annoying", 1995)
  • Army of Me von Björk (auf dem "Visions 75th Anniversary"-Sampler, 1999)
  • And Your Bird Can Sing von den Beatles (auf "Seeing Eye Dog", 2010)

Helmet werden gecovert von...

  • SnapcaseBlacktop (auf "Bright Flashes", 2003)
  • DeftonesSinatra (auf "Minerva", 2003)
  • Pig DestroyerIn the Meantime (auf "Painter of Dead Girls", 2004)
  • SoulflyIn the Meantime (auf "Prophecy", 2004)

Videoclips

Weblinks