Frankreich

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Frankreich
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Hauptstadt: Paris
Einwohner: 65 Millionen
Fläche: 543.965 km²
Weblink: wikipedia:Frankreich

Frankreich ist ein Staat in Westeuropa mit Überseegebieten und -inseln auf mehreren Kontinenten, der eine Fläche von 543.965 km² und etwa 60.500.000 Einwohner hat. Neben der Amtssprache Französisch werden in Frankreich mehrere Regionalsprachen gesprochen: Okzitanisch im Süden, Katalanisch in den östlichen Pyrenäen, Korsisch auf der Insel Korsika, Baskisch im Südwesten, Bretonisch in der Bretagne, Flämisch an der Nordspitze, Deutsch im Elsass und in Lothringen sowie Kreolsprachen, polynesische Sprachen und Kanak-Sprachen in Überseegebieten.

Musik

In Frankreich hat sich eine liedhafte Tradition eines eigenen musikalischen Genres herausgebildet, die als Chanson bekannt ist. Berühmte Vertreter sind Edith Piaf, George Brassens und Serge Gainsbourg. Letzterer hat auch Lieder in anderen Stilen geschrieben und interpretiert. In den 60ern schrieb er Lieder für die Nachwuchskünstlerin France Gall, deren Stil sich an der Beatmusik aus englischsprachigen Ländern orientierte und als Yéyé bezeichnet wurde. Daneben gibt es in Frankreich auch Vertreter von Pop, Rock und Jazz, die über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurden, darunter die Indiepop-Band Phoenix, der Hip-Hop-Musiker MC Solaar, das Electronica-Duo Air und die House-Formation Daft Punk. In Frankreich wurde außerdem Zeuhl erfunden, eine experimentelle Variante des Progressive Rock, die Musiker innherhalb und außerhalb Frankreichs beeinflusste, z. B. die Ruins in Japan und Guapo in Großbritannien. Als Erfinder dieses Stils gilt Christian Vander von der Band Magma, der dafür eine Kunstsprache erfunden hat, Kobaïanisch.

Der Musikgeschmack der englischsprachigen Französinnen und Franzosen unterscheidet sich ganz erheblich von den Imagevorlagen, die der beliebte Fernsehsender Arte so gerne verwendet. Die französische Top 400 von Rateyourmusic.com präsentiert sich Ende November 2010 reichlich zugedröhnt und fröhnt zu einem Viertel dem Metal in all seinen Spielarten. Besonders dominant sind in Frankreich der Black Metal und der Death Metal, wobei hier skandinavische Ensembles aus Norwegen und Schweden sehr stark vertreten sind. Aber auch Bands aus Krefeld (Blind Guardian), Bayern (Empyrium), der Schweiz (Coroner + Celtic Frost), den Niederlanden, Rumänien und Israel kommen hier ganz groß raus. Angeführt werden die französischen Charts von dem Chansonnier Serge Gainsbourg, dessen bestverkaufendes Album "Histoire de Melody Nelson" in vielen Teilen der Welt den Sprung in die Top 1000 geschafft hat. Platz 33 sieht noch einmal den Herrn Gainsbourg, knapp gefolgt von Brigitte Fontaine & Art Ensemble of Chicago auf Rang 37. Die französischen Neunziger Jahre halten bereits auf Position 79 mit Alain Bashungs "Fantaisie militaire" Einzug. Platz 91 ist bereits einer französischen Produktion des 21. Jahrhunderts gewidmet: "L'impudence" ebenfalls von dem rockenden Chansonnier Alain Bashung. Altmeister Jacques Brel lässt sich auf Rang 126 zum ersten Mal blicken. Auf Position 190 dann die französischen Schwarzmetaller von Gojira mit "From Mars to Sirius". Die alte Zeuhl Band Magma entert die Ränge 201 und 294, während auf den Plätzen 222 ­+ 256 mit Supuration und Deathspell Omega schon wieder Death Metal made in France angesagt ist. Position 347 erlebt noch einmal ein Comeback von Serge Gainsbourg, dann erst folgen auf Rang 400 die auch auf dieser Seite inventarisierten Alternative Rocker von Noir Désir. Eine nationale Ikone war der 2017 verstorbene Sänger Johnny Hallyday, der sich zwischen Rockmusik und Chanson bewegte.

Serge Gainsbourg & Jane Birkin, 1972. Laid Back in Szene gesetzt, besonders der Drummer imponiert. Was auch aus Frankreich für Musik kommt, ist mit dem seltsamen Tick überfrachtet, jede noch so leiseste musikalische Äußerung sozialkritisch zu verstehen und zu intellektualisieren, bis die ursprünglichen Affekte kaum noch zu verstehen sind. So weist Erik Satie das Publikum an, wie es seine Musik zu hören hat („parlez!“) und der Text von Yellos Bostich, der in Deutschland als nicht mehr als rhythmisches Gestottere gehört wird, erfährt in der französischen Version ein zusätzliches N'est ce pas?. Das kann auf Deutsche komisch wirken, weil in Deutschland das Denken mehr der Selbstverständigung zugehörig ist, als der Kommunikation. Mehr als der Musik, der Literatur, dem Film oder der bildenden Kunst usw., sind die Franzosen dem Camp verpflichtet, der jede kreative Äußerung aus Frankreich deutlich überblendet.[1] Damit einher geht eine pointierte Leichtigkeit und ein übersteigertes Nationalgefühl, das besonders an den Errungenschaften der Französischen Revolution und Charles de Gaulles', der sich als Monarchist verstand, festgemacht wird.[2] Die Widersprüche, die dadurch auftauchen, lassen sich für Nichtfranzosen nur erahnen. Die Sprache selbst ist, zum Beispiel im Vergleich zum toleranten Englischen, intolerant. So wird auch der Punk in Frankreich zu Le Punk (lö pönk). Der Zentralstaat als politisches System ist in Frankreich derart spürbar dominant, dass fast jede kulturelle Äußerung in Paris verortet werden kann. Zugleich war der Widerstand gegen den Faschismus im 20. Jahrhundert in Frankreich soweit ausgeprägt, dass der Begriff Résistance als Romanismus dem deutschen Sprachbestand inzwischen zugehörig erscheint. Den Imperialismus haben die Franzosen bis heute nicht überwunden. Vor jedem anderen Thema ist das Thema der Franzosen aber die Liebe, die dem Französischen sprichwörtlich zugeeignet erscheint. Aus der Perspektive des kommenden Europa kann behauptet werden, dass das französische Ohr ein anderes ist, als das deutsche. Entsprechend gestalten sich die Gegensätze in der Musik: Der Deutsche liebt die Reihe und Sequenz, der Franzose die Umgebungsaufnahme oder Aufnahme einer Gesellschaft und deren Repräsentation. Wenn mehrere Gedanken unter einem Dach, wie der EU zusammengefasst werden sollen, sind oft Bestrebungen aktiv, die Richtungen soweit auszurichten, dass Entsprechungen und Gegensätze aufgesucht oder konstruiert werden, die es nicht gibt. So ist de Gaulle sicher in keiner Hinsicht der Adenauer Frankreichs oder ähnliches.

Orte

Genres

Chanson, Yéyé, Zeuhl, Musique d'ameublement, Musique concrète. Das Objet trouvé spielt in der Geschichte der französischen Musik eine besondere Rolle.

Bands und Musiker

Pierre Henry, Edith Piaf, George Brassens, The Absence, Adam Kesher, Air, Aghast, Amanda Woodward, A.S. Dragon, Asphalt Duchess, Autour De Lucie, Binaire, Jane Birkin, Camille, Manu Chao, CocoRosie, Coralie Clément, Daft Punk, The Dude, Eyelash Pulse, Charlotte Gainsbourg, Serge Gainsbourg, Go Go Charlton, Johnny Hallyday, Hushpuppies, I AM, Justice, Last Barons, Luke, M83, Magma, MC Solaar, Mr. Neveux, Nelson, Noir Désir, Nouvelle Vague, Overmars, Phoenix, President KingKong, The Prototypes, ScanX, Sleep Talker, Stuck In The Sound, Tahiti 80, Trust, Yann Tiersen, Yvi Slan, Vanessa Paradis, Mireille Matthieu.

Magazine

Les Inrockuptibles

Bands, Songs, Alben und Texte über Frankreich

Songs mit Frankreich als Thema/Titel:

Berühmte Textzeilen über Frankreich:

Standing on the dock at Southampton / Trying to get to Holland or France
Burn your briefs, you leave for France tonight
Yesterday, I bought my beach house / A little place just off the coast of France
  • Suede - "Europe Is Our Playground":
Run with me baby let's take a chance / From Heathrow to Hounslow from the Eastern Block to France
  • Tomte - "Mit dem Mofa nach England":
Und irgendwo in Frankreich / Mit unter 30, mitunter glücklich
Never been to London / Never been to France

Bands mit Frankreich/France im Bandnamen:

Festivals

Labels

Einzelnachweise

  1. vgl. zu Camp den lesenswerten Artikel bei der de.wiki, der Begriff Camp stammt selbst vom französischen se camper (in etwa: posieren, siehe die Diskussionsseite, eingesehen am 28./29. Dezember 2017)
  2. Artikel Charles de Gaulle [1] bei der de.wiki