Duisburg

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Der 2006 stillgelegte Rangierbahnhof Wedau soll eines fernen Tages in ein Wohngebiet umgewandelt werden. Bis dahin hat dort trotz der malerischen Kulisse niemals ein Rave stattgefunden!

Einwohner- und flächenmäßig ist Duisburg die größte Stadt des westlichen Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen. In musikalischer Hinsicht ist sie dagegen ein recht aktiver Zwerg. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen nur das Eschhaus und die Szenekneipe Old Daddy als Anlaufstelle für kleinere Bands mit internationalem Publikum dienten.

Zur Stadt

Heute hat sich vor allem im Bereich Duisburg-Wedau und Duisburg-Hochfeld ein aktives Bermudadreieck herausgebildet, das der stellenweise verödeten Innenstadt lebhafte Konkurrenz macht. Die Kulturzentrale HundertMeister,das Eventschloss Pulp und etwas weiter südlich der Steinhof widmen sich mit abwechslungsreichem Programm den Publikumsgrößen unterhalb der 1000er Marke. Das Kulturzentrum Alte Feuerwache Hochfeld liegt zur Zeit auf Eis, da der Trägerverein 2010 Insolvenz anmelden musste. An einer Lösung wird gearbeitet. Die im April 2007 als Konzertsaal im City Palais wiedererstandene Mercatorhalle dient vorwiegend den Proben und Aufführungen der Duisburger Philharmoniker, während die traditionsreiche Rhein-Ruhr-Halle ungenutzt ihrem Abriss entgegensieht.

Besser ergeht es da schon der bildenden Kunst, die mit dem Museum Küppersmühle im Innenhafen und dem wiedereröffneten Wilhelm-Lehmbruck-Museum zwei renommierte Fixpunkte hat. Zudem verfügt Duisburg über zwei botanische Gärten, einen überregional bekannten Zoo, sowie über einen in den Abendstunden illuminierten Landschafts- und Skulpturenpark im Norden der Stadt, wo eine alte Industriebrache zum Erholungsgebiet umfunktioniert worden ist. Hier befindet sich auch der mit 4140 Plätzen größte aktive Veranstaltungsort Duisburgs, nämlich die Kraftzentrale. Am Rande der Innenstadt profiliert sich vor allem das von einer Musical-Produktionsgesellschaft übernommene Theater am Marientor mit seinen 1500 Plätzen. Holzvertäfelt und parkettversiegelt präsentiert sich linksrheinisch die Rheinhausen-Halle mit ihren 900 Sitzplätzen. Hier haben schon viele Alleinunterhalter Station gemacht.

Ein weiteres, wenn auch recht kleines Highlight ist der Nana- oder auch Lebensretterbrunnen von Niki de Saint Phalle in der Fußgängerzone auf der Höhe Königstraße/Sonnenwall.

Da die Duisburger Bevölkerung aus industriellen Gründen nicht einfach so am Rhein sitzen kann, um Landschaft und Architektur zu genießen, zieht sie sich gerne an eine idyllische Seenplatte in Duisburg-Wedau zurück, um hier Spiel und Sport zu frönen. Aber auch die Ruhr, der Rhein-Herne-Kanal und die Alte Emscher sind für Freizeitaktivitäten gut zugänglich. Duisburg steht Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern zwar aufgeschlossen gegenüber und hat ein recht langes Fahrradwegenetz vorzuweisen, muss sich aber Vorwürfen hinsichtlich des nur mäßigen Allgemeinzustands stellen, der das Durchschnittstempo stark drosselt. Hochstehende Asfaltkrusten und scharfe Bordsteinkanten lassen meist kein sportliches Fahren zu.

Wen berührt eigentlich dieses Denkmal?

Der Versuch, eine kulturelle Massenveranstaltung vom Schlage der Love Parade in die Stadt zu holen, misslang am 24. 7. 2010 auf tragische Weise. Mit 21 Toten und über 500 Verletzten blieb die Katastrophe in den schmalen Abzweigungen des Karl-Lehr-Tunnels noch am unteren Ende des Möglichen, da glücklicherweise nicht das gesamte Verantstaltungsgelände von einer Massenpanik heimgesucht wurde. Eine Stiftung des Landes Nordrhein-Westfalen schüttete bis Ende 2010 eine Million €uro zur Behandlung erlittener Traumata aus. Der Begründer der Love Parade, Dr. Motte, fand dies nicht ausreichend und gab im November 2010 die Gründung seiner Love-Stiftung bekannt. Der nach dem Unglück gegründete Bürgerkreis Gedenken sammelte zunächst nur Gelder, die zur psychosozialen Betreuung von Veranstaltungsopfern eingesetzt werden sollten. Am 21. Dezember 2010 wurde vom WDR bekanntgegeben, dass ein 2,50m x 6m großes Stahlrelief bei dem Duisburger Künstler Jürgen Meister in Auftrag gegeben worden sei, das bis zum Frühjahr 2011 in einem Park in der Nähe des Unglückstunnels an der Karl-Lehr-Straße aufgestellt werden sollte. Doch schon kurze Zeit später wurden Plagiatsvorwürfe laut. Meister hatte im Internet eine Fotovorlage für wenig Geld erstanden und wollte diese in sein Stahlrelief einbinden. Wegen der breiten und erregten Diskussion zu diesem Thema zog er seinen siegreichen Entwurf schließlich zurück. Der Bürgerkreis Gedenken benannte sich derweil in Initiative Spendentrauermarsch um und entschied sich am 11. Februar 2011 für einen zweiten Entwurf, für den sich diesmal der langjährige Sprecher der Duisburger Sezession, Gerhard Losemann, verantwortlich zeichnete. Die 21 Todesopfer werden hier als kollabierende dicke Eisenstäbe mit eingraviertem Namen dargestellt. Losemann selbst bezeichnete eine figürliche Darstellung des Unglücks als "nicht zumutbar für die Hinterbliebenen". Wenig später übernahm der Stahlkonzern Thyssen Krupp sämtliche Materialkosten der 10 Tonnen schweren Konstruktion und überließ ausgewählten Azubis den Zusammenbau des emotionsfreien Denkmals, das am 26. Juni 2011 an der Ostseite des Karl-Lehr-Tunnels von Alt OB Josef Krings eingeweiht wurde. Krings sprach von der "Zerbrechlichkeit der Welt" und dass auch Starke fallen können.

Die Love Parade Gedenkstätte an der Tunnelrampe zum Güterbahnhof verbreitet besonders in der Nacht eine gediegen bratschige Stimmung.

Im Dezember 2012 wurde schließlich die Duisburger Bahnhofsplatte mit einem Hain aus 21 Magnolienstämmen bepflanzt, um an die Opfer zu erinnern. Da die Bahnhofsplatte noch ihrer allgemeinen Umgestaltung harrt, handelt es sich um verstellbare Kübelpflanzen mit einer Gedenkplatte und Sitzgelegenheiten. Zum 3. Jahrestag der Tragödie am 24. Juli 2013 wurde nun eine dritte eher familiär wirkende Gedenkstätte am Ort des Geschehens eingeweiht, die mittlerweile auch viele Erinnerungsbilder zu Tode gekommener Veranstaltungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zeigt. Leider hat die kleine Anlage der unruhigen Duisburger Tierwelt nichts entgegenzusetzen und wird ab und zu kräftig durcheinandergewirbelt.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der sich an der Katastrophe schuldlos fühlte, weigerte sich lange Zeit die Verantwortung für die offensichtlichen Planungsfehler der Love Parade von 2010 zu übernehmen. Da sich viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt mit seinen Stellungnahmen und Verhaltensweisen nach dem Unglück (Dr. Motte von der Love Stiftung sprach gar von "Mord") nicht abfinden konnten, wurde für den 12. Februar 2012 ein Volksbegehren initiiert, das schließlich mit der klaren Abwahl des einstmals beliebten Oberbürgermeisters endete.

Nach jahrelanger Vorbereitung begann am 12. Februar 2014 in der Stadthalle von Duisburg-Rheinhausen die Vorverhandlung gegen 10 mutmaßlich Beschuldigte, die bislang nicht im Licht der Öffentlichkeit standen. Da sich die Regressforderungen der klagenden Love-Parade-Opfer jedoch direkt gegen das Land NRW, die Stadt Duisburg und die Firma Lopavent richten, ergibt sich für den Prozess eine verwickelte Ausgangslage, zumal viele in der Öffentlichkeit als "verantwortlich" bezeichnete Personen in den Zeugenstand berufen wurden. Der eigentliche Prozessauftakt verschiebt sich jedoch immer wieder, da Klagen wegen der vorgeblich unklaren Beweislage immer wieder abgewiesen werden. Schließlich wurde von Seiten des Gerichts sogar die Glaubwürdigkeit des zentralen Gutachtens von Professor Dr. Keith Still angezweifelt, da keine Einschätzungen anderer Experten vorliegen würden. Auf Betreiben des gegenwärtigen Oberbürgermeisters Sören Link musste der Gesamtkoordinator der Duisburger Loveparade, Wolfgang Rabe, im April 2014 den Posten des Ordnungsdezernenten abgeben. Rabe wurde vom Duisburger Stadtrat mit einer Mehrheit von 44 zu 22 Stimmen regulär abgewählt.

Das Landgericht Duisburg verkündete schließlich am 4. Juli 2017, dass der Strafprozess gegen die direkt verantwortlichen Personen des Veranstaltungsbüros und der Stadt Duisburg am 8. Dezember 2017 im Messekongresszentrum zu Düsseldorf beginnt. Klagen gegen das Land Nordrhein-Westfalen wurden demnach nicht zugelassen.

Hier geht's zum 1live Podcast der Soundstory Niemand kommt hier lebend wieder raus von Albrecht Kunze!

Indie-Bands

Aeronautix, Artless, Bate's Motel, Bettina Henrich Trio, Bröselmaschine, Peter Bursch, Call of Charon, Confusion Sucks, Defecation Area, DL, Dödelhaie, Dùmbra, Eisenpimmel, Flowerpornoes, Gesichtsporsche, hidden technology, Kokomo, Leo Can Dive, Manolu, Paperstreet Empire, Phono Royal, Radiant Boys, Reibelaut, Rent A Cow, Richies, Romeros, Subterraneans, Telemark, The Jinx, Tom Liwa, What?

Indie-Helden

Bröselmaschine

Duisburgs vielbeachteter Beitrag zum Kraut Rock hatte ab 1974 auch einen noch ganz anders orientierten Helge Schneider im Line Up. Mit dem in den Achtziger Jahren weit verbreiteten Gitarrenbuch von Frontmann Peter Bursch übte eine ganze Generation ihre ersten Gitarrengriffe.

Songs, Alben und Texte über Duisburg

Songs + Instrumentals mit Duisburg als Thema/Titel:


Berühmte Textzeilen über Duisburg:

  • Wo kommen die Toten Hosen her? Duisburg! (Eisenpimmel)
  • Ich komm aus einer kleinen Stadt - die kennt doch jedes Kind, weil Arbeit und Maloche hier zuhause sind. Rheinhausen heißt der schöne Ort, ist überall bekannt. Wir haben Stahl im Blut und keine Kohle auf der Bank. (Dödelhaie in Hey Boss, wir nehmen dein Geld).

Indie-Klubs

  • Pulp - Das Event Schloss
  • Djaezz - Konzerte, Bar, Club mit Schwerpunkt Jazz, 60s, Indie, Elektronik
  • Cafe Steinbruch - Konzerte, Kneipe, Cafe, Biergarten
  • Grammatikoff - Konzerte, Comedy & Kabarett auf zwei Bühnen, Kneipe, Café, Biergarten in direkter Nachbarschaft zum Filmforum!
  • Die Säule - Theater, Kabarett, Musik und Literatur in direkter Nachbarschaft zum Grammatikoff.
  • Kult Keller
  • Lokal Harmonie - Kein Club, sondern ein Kunstraum in Ruhrort
  • Baba Su - Lounge Bar mit umfangreichem Kulturprogramm in Duisburg-Neudorf

Indie-Kneipen

Indie-Veranstaltungen

Plattenläden

  • Andrä, Sonnenwall 42 (Neu & 2nd Hand, einzige rheinische Filiale des erfolgreichen Mini Discounters aus Westfalen)
  • (Geschlossen Garageland (Neu & 2nd Hand, ehemals legendärer Shop, der in den 80ern angeblich auch John Peel zu seiner Kundschaft zählte.)
  • Mad Flava Street Store, Friedrich-Wilhelm-Str. 23-25, Duisburg-Zentrum (Hip Hop und mehr)
  • Red Rose Records, Wallstrasse (solide Auswahl akuteller Indie-VÖs auf Vinyl)

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