Diskussion:Alan Vega

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würde ich jetzt in erster linie unter personen einordnen - vielleicht können wir ja als trennschärfe sowas wie eine "Diskographie" nehmen. also ist eine "Diskographie" vorhanden, dann auch unter Bands, sonst nur unter Personen? --Christian 09:31, 9. Sep 2005 (CEST)

würd ich auch so sehen, ja. -- Mawe 09:58, 9. Sep 2005 (CEST)

1996

Bei dem Jahr 1996, das zuerst für die Platte da war, hab ich wohl nicht wirklich gedacht. Interessant ist, was die Psyche mit solchen Informationen macht. Was für Geschichten! Und wie lang ... Es braucht einen Shiva, um derartige Systeme zum Einsturz zu bringen. 1996 ist die CD erschienen, immerhin. Der Viet-Jahr-Krieg hat das Epische bei der Recherche initiiert.--UU-ji (Diskussion) 22:44, 30. Okt. 2018 (CET)

Das Epische bei der Recherche: Spätestens Mitte der 80er hätte ich Alan Vegas Soloplatten kennen müssen! Die erste, da bin ich sicher, wurde mir von informierten Kreisen ans Herz gelegt, ohne dass ich mir die Platte angehört habe. Auf Mixtapes war nichts davon zu hören, warum eigentlich nicht? Es gab einfach die ganze Zeit Massen auch anderer Musik zu hören und mit Suicide fühlte ich mich gut genug beraten, indem die erste Suicide von 1977 wahrscheinlich die beständigste sein würde, was den Kultstatus des gesamten Outputs betreffen sollte. So in etwa meine Gedanken: Das Frühwerk hören, danach das Frühwerk anderer Bands, um mir soviel wie möglich Übersicht über alle möglichen Szenen zu verschaffen. Das Solowerk eines Bandmitglieds, das war bereits fragwürdig. So kommt es denn zustande, dass eine derart zentrale Platte über Jahre vergessen und über Jahrzehnte nicht wahrgenommen und gehört wird. Eine Lücke im Fundament einer löchrigen Theorie! „Eine Theorie, die Löcher hat“, wie bei Wer-war-das-noch?!

„Sagen wir, es ist eine Lücke in meiner Theorie. Da kann ich nicht mehr drüberspringen. Da sind dann neue Teilchen, die entweder grün oder gelb (sind) oder sprechen und ich weiß nicht, was alles machen. Die ersetzen das Loch in meiner Theorie. So behaupte ich: Jedes Teilchen, das wir heute in der Physik haben, ist die Beantwortung einer Frage, die wir nicht beantworten können.

I: Aber das ist doch schrecklich! Wie kann man denn auf der Grundlage einer Theorie, die Löcher hat, also auf so einem anscheinend wackligen Fundament, Maschinensysteme, weltweit sich ausdehnende Maschinensysteme, quasi ins Unendliche wachsen lassen.

H. v. F.: Ja.

I.: Ist denn das nicht riskant oder gefährlich?

H. v. F.: Ja. In diesem weltweit funktionierenden Maschinensystem sind alle Aussagen richtig. Und das ist natürlich das, was man gerne haben möchte. Und warum sind die richtig? Weil sie sich alle von anderen Aussagen ableiten lassen.

I: Wo führt das hin? Wie geht das denn weiter?

H. v. F.: Immer weiter ableiten.

I: Ja, aber es gibt doch irgendwo Grenzen.

H. v. F.: Eben nicht. Das ist das Schöne. Da kann man immer wieder weiter.

I: ... in der Logik.

H. v. F.: Yes. Genau.

I: ... aber in der Realität?

H. v. F.: Wo ist die Realität? Wo haben Sie die?“

„From now on, everything will be exactly the way you want it to be ...“ (Citizen Kane) Ich glaube nicht, dass es das ist, „was man haben will“, dass „alle Aussagen richtig“ sind. Vielmehr erwähnt Giorgio Agamben 2014 in Bezug auf Gilles Deleuze, 1978, dass der Widerstand im kreativen Akt enthalten sein soll, was ich persönlich für eine weit weniger beängstigende Vision halte. Johann Sebastian Bachs Musik zum Beispiel kann als Akt des Widerstands gegen die Opposition von Heiligem und Profanem verstanden werden. Zum Akt des Widerstands gehört aber besonders auch das Stillstehen und Abwarten, Warten. Auf was, wenn alles stimmt? Wenn alles stimmt, ist alles da, was da sein soll und alles weg, was weg sein soll. Das ist aus bestimmten Gründen nicht möglich. Wegen dem Sollen ist das nicht möglich. Mit Alan Vegas Soloschaffen wurde ich erst zufällig vor ein paar Jahren durch ein DJ-Set von Mika Vainio im Atélier Du Nord konfrontiert und habe mich im Anschluss darum gekümmert. Dass das Ego aber Geschichten auf dem Nichtwissen aufbaut, die den Fehler in einen Verstehenshorizont einbügeln, obwohl das Klangbild Bände vom Zeitpunkt seiner Veröffentlichung spricht, das erfordert weitere Maßnahmen bei der Validierung von Recherchen und Konzepten, über die ich mir weiter Gedanken machen will. Es klafft eine Lücke von dreißig, vierzig Jahren und bleibt fast unbemerkt. Auch, weil es an den Meisten vorbeigeht, ob bei irgendwem eine Lücke klafft, solange sie selbst nicht davon betroffen sind. Eins habe ich die Tage dann auch noch einmal feststellen können, und zwar, dass der Wikimedia-Editor sehr reizvoll ist und zu mehreren Bearbeitungen in Folge verführt. Auch das Schriftbild, die Sortierung der Artikel usw. ist ansprechend und es kostet ein wenig Überwindung, nicht jeden Gedanken in der Annahme sofort zu speichern, es handele sich um den letzten, was das Thema betrifft. Zumal es ja theoretisch möglich ist, dass am anderen Ende der Leitung jwelche sind, die die Texte lesen. Vielleicht einer, vielleicht mehrere ...--UU-ji (Diskussion) 07:27, 31. Okt. 2018 (CET)