Die Suurbiers / Frau Suurbier

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Suurbiers / Frau Suurbier
Herkunft: Hermsdorf, Berlin, Deutschland
Aktiver Zeitraum: seit 1981
Genres: Fun-Punk
Line-Up:
Overnight Suurbier – Gitarre, Gesang (19901991, seit 2014)
Bum Bum Suurbier – Bass (19851987, 19901991, seit 2014)
Ekki Suurbier - Akkordeon, Melodica, Gesang (19901991, seit 2014)
Heinz Suurbier – Gitarre (19861987, seit 2011)
Tex Suurbier – Gitarre (20012002, seit 2014)
Lu Suurbier – Schlagzeug (19861987, seit 2011)
Ehemalige Mitglieder:
Cäpt'N Suurbier – Gesang, Gitarre (1981-2014)
Tom Suurbier – Schlagzeug (19811982)
Hans Suurbier – Bass, Gesang (19811984)
Bela B. Felsenheimer – Schlagzeug (1982-1983)
Grandmaster Suurbier – Schlagzeug, Gesang (19831986, 2015)
Stink McSuurbier – Bass, Gesang (19841985, 2011-2014)
Det Suurbier – Bass, Gesang (19841985)
Marion Suurbier – Bass, Gesang (1985)
Ebbe Suurbier – Bass, Gesang (1987)
Dirk Suurbier – Schlagzeug (1987)
Bugs Suurbier – Schlagzeug (19902002, 2015)
Honky Tonk Suurbier – Bass, Gesang (19902002)
Sigi Suurbier - Farfisa-Orgel (2001)
Andrew Suurbier - Gitarre (20142015)

Frau Suurbier sind eine 1981 in Berlin gegründete Funpunk-Band, welche 1985 in Die Suurbiers umbenannt wurde.

Bandgeschichte

Die Suurbiers werden 1981 von drei Schulfreunden in West-Berlin gegründet. Die Band soll als eine Art Familienclan erscheinen, wie es schon bei den Ramones der Fall war. Also geben sich die drei für die Band die Künstlernamen Cäpt'N, Hans und Tom Suurbier.

Die drei sind gerade mit der Schule fertig und da ihr Hobby, das Spielen im Fußball-Verein VfB Hermsdorf, nicht so verläuft, wie sie es sich vorstellen und alle ihre Freunde bereits in Bands spielen, entscheiden auch sie sich, eine eigene Band zu gründen. Die Band soll jedoch nur als Hobby dienen und nicht zum Beruf werden.

Die Band bekommt den Namen Frau Suurbier, für welchen ein Sketch von Otto Waalkes die Inspiration liefert. In ihrer Band verbinden sie Punk und Rockabilly mit (anfangs) lustigen Texten. Man will möglichst weit weg von der Berliner Musik-Szene stehen und auf unkomplizierte und direkte Art Musik unter die Menschen bringen. Hagen Liebing (Ex-Nirvana-Devils- und Ex-Die-Ärzte-Bassist, heute Musikredakteur beim Tip Berlin) bezeichnet die Suurbiers in seiner Biographie "Meine Jahre mit Die Ärzte" als die Mutter aller Funpunk-Bands.

Cäpt'N Suurbier übernimmt in der Band die Rolle des Gitarristen, Hans übernimmt den Bass und Tom das Schlagzeug. Die Stücke komponiert und textet weitestgehend Cäpt'N Suurbier, der zum Großteil den Lead-Gesang übernahm.

Es folgen diverse Auftritte in Berliner Clubs. Frau Suurbier erspielen sich schnell eine eigene Fangemeinde und erlangen bald Kultstatus in der Berliner Szene.

Schon ein Jahr später, im Jahre 1982, steigt Hans parallel zu Frau Suurbier bei der soeben neu gegründeten Band Die Ärzte als Bassist ein.

Im gleichen Jahr haben Frau Suurbier ihre erste Veröffentlichung zusammen mit der Deutschen Trinkerjugend (kurz DTJ) auf dem Split-Tape "Live im Flöz", welches von Ralf Rexin produziert wurde und einen Konzert-Mitschnitt vom 13. August 1982 aus dem Berliner Flöz und vier Studio-Demos enthält.

Ende 1982 entsteht die erste Vinyl-Veröffentlichung auf dem neu gegründeten Berliner Label Schnick-Schnack (später Vielklang), das von Mitgliedern der Band Panzerknacker AG gegründet wurde: Der Sampler "Ein Vollrausch in Stereo – 20 schäumende Stimmungshits". Tom Suurbier hat jedoch mittlerweile andere Pläne und so fehlt Frau Suurbier ein Schlagzeuger. Diesen Part übernimmt Aushilfsweise Bela B. Felsenheimer von den Ärzten. Frau Suurbier steuern drei Songs zum Sampler bei ("Fiddle Diddle (Quertanz)", "Fred Feuerstein" und "Die Suurbiers"). Hans spielt für die Aufnahmen des Samplers neben Frau Suurbier und den Ärzten auch noch bei den Tangobrüdern, die sich aus Mitgliedern der Düsseldorfer Toten Hosen zusammensetzen. Auch die Deutsche Trinkerjugend ist bei diesem Sampler wieder mit von der Partie. Der Sampler erscheint zunächst in einer geringen Auflage mit Textheft, wird dann aber vielfach nachgepresst und erlangt schnell einen Kultstatus, der bis heute anhält. Die Veröffentlichung des Samplers wird mit einer Dampferfahrt am 11. Mai 1983 unter dem Motto "Stimmung - Im Vollrausch live an Bord" gefeiert, bei der die Panzerknacker AG, Frau Suurbier, die Deutsche Trinkerjugend, Die Ärzte sowie die als einzige nicht auf dem Sampler vertretene Band Die Mimmi's aus Bremen auftreten. Diese Dampferfahrt wird ein großer, wenn auch für die Veranstalter vom Schnick-Schnack-Label kostspieliger Erfolg, da die Gäste den Dampfer quasi in Schutt und Asche legen.

Während der Aufnahmen für den "Vollrausch"-Sampler lernt die Band Wölli kennen, der bald darauf Bela B. Felsenheimer am Schlagzeug ablöst und sich für Frau Suurbier den Namen Grandmaster Suurbier gibt.

Es folgen wieder diverse umjubelte Konzerte. Unter anderem sei hier noch das von Hans organisierte Festival "1. Berliner Oktoberfest" am 1. Oktober 1983 im Berliner Tempodrom erwähnt, welches zu einer wahren Gemüseschlacht (beim Song "Obst und Gemüse") zwischen Band und Publikum ausartet.

Da das Spielen bei den Ärzten immer mehr Zeit in Anspruch nimmt, musst sich Hans für eine der beiden Bands entscheiden. Da bei den Ärzten mehr Erfolg in Aussicht steht, verlässt Hans 1984 Frau Suurbier. Er wird durch Stink McSuurbier als Bassist ersetzt.

Kurz darauf benennt sich die Band in "Die Suurbiers" um und man gründet einen Verein zur Förderung junger musikalischer Talente.

1985 erscheint das bisher einzige Album der Band, eine Mini-LP mit dem Namen "Kein Mann für eine Nacht", benannt nach einem gleichnamigen Stück, auf dem Bremer Weser Label von Claus Fabian, dem Sänger der Mimmi's, auf dessen "We Are the Champions"-Tourneen die Suurbiers auch 1985 und 1986 mit von der Partie waren.

Im selben Jahr beschließt die Band auf dem Bier-Markt einzusteigen und wird Besitzer einer kleinen Privatbrauerei. Ihr nach eigenen Geschmacksvorstellungen gebrautes "Suurbier" wird in 0,33-l-Dosen auf Konzerten und über den Fanclub unters Volk gebracht.

Bum Bum Suurbier rückt bald als neuer Bassist nach. 1987 verlässt er die Band und wechselt zu den Rainbirds, später spielt er noch in Bela B.s neuer Band Depp Jones. Er betreut jedoch noch einige Jahre lang den "Suurbier-Talentschuppen" als "Trainer".

Am 18. Oktober 1986 spielen die Suurbiers beim Benefiz-Festival für Norbert Hähnel alias Der Wahre Heino, der vom echten Heino auf Unterlassung verklagt wurde. Das Benefizkonzert, bei dem unter anderem auch Die Ärzte und Die Toten Hosen auftreten, findet unter den Titel "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten!" im Berliner Tempodrom statt.

Kurz darauf verlässt Grandmaster die Suurbiers, und wechselt als neuer Drummer zu den Toten Hosen nach Düsseldorf.

Im Jahre 1991 veröffentlichen die Suurbiers, in der neuen Besetzung Cäpt'N, Bugs, Honkytonk und Overnight Suurbier, eine Single namens "Zwei Boys für jedes Girl! - Wir machen 'ne neue Revolution" bei Polydor. Die Single wird mit einer großen Aktion beworben, in der 6000 rote Luftballons steigen gelassen werden. Den Findern winkt ein persönliches Treffen mit der Band. Doch ihr erster richtiger Plattenvertrag hat nicht lange Bestand, da Cäpt'N Suurbier den Chef der Polydor angeblich auf der Record-Release-Party würgt.

Als sich 1997 ein Tribut-Sampler für Die Ärzte unter den Titel "GötterDÄmmerung" anbahnt, lassen es sich die Suurbiers nicht nehmen, auch ein Lied beizusteuern. Unter dem Pseudonym The Travelling Suurbiers wird der Titel "Wie ein Kind" aufgenommen. Dieser Titel, der auf der Ärzte-LP "Im Schatten der Ärzte" von 1985 zu finden ist, stammt ursprünglich aus der Feder von Cäpt'N Suurbier und wurde schon anno 1982 von Frau Suurbier live gespielt.

Es wird aus persönlichen Gründen einige Zeit ziemlich still um die Band. Im Jahr 2001 werden die Suurbiers von Wolfgang Rohde, der mittlerweile auch nicht mehr bei den Toten Hosen spielt und eine eigene Plattenfirma namens Goldene Zeiten besitzt, reanimiert. Es erscheint, unter der alten Führung von Cäpt'N Suurbier mit dem neuen Mitglied Tex Suurbier, eine Maxi-CD mit der Neuaufnahme des Suurbier-Hits "Möpse", welcher schon auf der Mini-LP von 1985 enthalten ist.

Ab 2007 wird nach eigenen Aussagen wieder an einem ersten Longplayer gearbeitet und 2008 gibt es auf der offiziellen Webseite regelmäßig neue Hörproben und Videos. In Zusammenhang mit dem Album ist die Rede von einem "Sing-, Hör- und Sprachspiel von einem der Auszog, das Fürchten zu lernen und zu lehren".

Im Februar 2014 wirft sich Cäpt'N Suurbier, der schon seit einigen Jahren unter psychischen Problemen litt, in Berlin vor eine U-Bahn.

Diskographie

Alben
  • 1985 Kein Mann für eine Nacht (Mini-LP, Weser Label)
  • 2015 Teenage Rebell (Do-LP/CD/Digital, Verein für Suurbier-Kultur und Handwerk. e.V.)
Singles/EPs

Kompilationsbeiträge

Trivia

  • Ärzte-Mitglied Farin Urlaub sah die Suurbiers anfangs als die viel bessere Band und Cäpt'N Suurbier als den viel besseren Texter an, wie er in der offiziellen Ärzte-Biografie "Ein überdimensionales Meerschwein frisst die Erde auf" zurückblickend erwähnt.

Referenzbands

Coverversionen

Die Suurbiers covern...

  • "Crazy With Love" von Guy Mitchell (auf D.T.J. + Frau Suurbier – Live im Flöz)

Die Suurbiers werden gecovert von...

  • Die Frohlix – Kein Mann für eine Nacht (auf Kein Mann für eine Nacht)

Videoclips

  • 1985 Kein Mann für eine Nacht
  • 2002 Frau Suurbier (Eigenregie)

Weblinks