Dead Moon

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Dead-Moon-Aufkleber möglicherweise im Taunus
Dead Moon war eine US-amerikanische Trash-Punkband aus Portland, Oregon, die 1987 von Fred Cole und seiner Ehefrau Kathleeen "Toody" Cole gegründet wurde und bis 2006 bestand. Kurz nach der Gründung kam Andrew Loomis als Drummer hinzu. Nachfolgeband sind seit 2006 die Pierced Arrows mit Kelly Halliburton (ebenfalls aus Portland) an den Drums. Dead Moon werden als Veteranen der Portland-Musikszene verstanden.

Hintergrund

Besonders bei Fahrten per Interregio oder Auto durch die Provinz kann es passieren, dass einem mitten im Niemandsland der Bundesrepublik überraschend einer der prägnanten Aufkleber von Dead Moon begegnet. Das erklärt sich durch die ausgiebige Tourpraxis der Band, die bei ihren Europatouren jedes noch so kleine Dorf berücksichtigte. Fred, die „Reinkarnation eines abgedrehten Dichters“ und Toody Cole sind auf diese Weise sympathisch "beyond hype".[1]

1964 erscheint Fred Coles erste Veröffentlichung, eine Single mit der kurzlebigen US-Trashband The Lords (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen deutschen Sixties-Trashband). Nach einer kurzen Phase unter dem Namen Deep Soul Cole als einzige Single ein Beitrag zur Sixties-Trash-Compilation Sixties Rebellion unter dem Namen The WeedsIt's Your Time (1966) [10] bei Youtube

Nachdem ein Konzert der Weeds als Vorband der Yardbirds scheitert, begibt sich die Band spontan auf Reise nach Kanada, in Portland geht ihnen der Sprit aus und Fred lernt bei einem Gelegenheitskonzert im Portland-Club Folk Singer[2] die Tresenkraft Toody kennen, die er 1967 heiratet und die 20 Jahre später bei Dead Moon Bass spielen soll. Die Band siedelt sich in Portland an, aber die Ehe soll, dem Willen des Weeds-Managers nach, zunächst geheim bleiben.[3]

Dead Moon wird 1987 gegründet. Bei einigen frühen Aufnahmen bedient anstelle von Andrew Loomis Louis Samora die Drums. 1990 hat die Band ihren Durchbruch in Europa, Dead Moon Night erscheint europaweit bei Music Maniac. 1993 wird mit It's O.K. eins der bekanntesten Dead Moon-Stücke als Auskopplung des 1994er Albums Crack In The System vorab veröffentlicht und später von Pearl Jam gecovert. 1996 erscheinen Dead Moon in der Seattle/Grunge-Doku Hype! von Doug Prey.[4] 2004 erschien abschließend mit Unknown Passage: The Dead Moon Story ein Dokumentarfilm zur Band[5], 2006 als Dokumentation des Gesamtwerks Echoes of the Past bei Sub Pop.

Musik

Fred Cole, dem besondere Fähigkeiten beim Songwriting attestiert werden können[6], arbeitet mit Emotiven wie Tremolos, ungefähren Stimmungen (zum Beispiel: Dead in the Saddle), mit einer hellen Stimme, einem bis zum Schreien verzerrten Hardrock-Falsett, das fast ein wenig wie eine trashige Version von Robert Plants Gesangsstil bei Led Zeppelin ankommen kann, radikalem Laid Back und ungefähren Einsätzen, antiker Aufnahmetechnik und ähnlichem. Für Dead Moon-Konzerte kann die Kerze auf der Bühne zusammen mit einer Rocker- und Junkieattitüde vergegenwärtigt werden, die sich auch in den Texten niederschlagen.[7] Zum Teil erinnern sie an die Wipers.

<– Dead in the Saddle (1990)

  • "Their music conjures images of hard-luck easy riders and lovers against the world. While their sound alternates between moody and aggressive, it is always remarkably genuine and energetic."[8]

<– It's O.K. (1993)

  • Clouds of Dawn [11] Prise Glam bei Youtube

Bei allmusic wird erwähnt, dass die meisten Dead Moon-LPs von Fred Cole selbst beim gleichen (altertümlichen) Presswerk in Mono gepresst wurden, wie die Kingsmen-Version von Louie Louie aus dem Jahr 1963 (Weblinks).[9][10] Desweiteren, dass die Musikauswahl der Sub Pop-Retrospektive 2006 „an keiner Stelle monochromatisch wird“, was von Mark Deming lobend hervorgehoben wird: "... a welcome sense of dynamics and diversity; while these songs may be simple, the band's approach never gets monochromatic, and over the course of 152 minutes that's a truly powerful virtue."[11] Dead Moon waren in Europa bekannter als in den USA, entsprechend verfügte die Band über ein eigenes Instrumentarium für Europa-Tourneen.[12]

Genres

Trash, Garage Rock, Punk, Folkrock, Country, Singer/Songwriter, Blues, Indie-Rock, Alternative

Diskografie

  • 1988 - Into the Graveyard (Tombstone)
  • 1989 - Unknown Passage (Tombstone)
  • 1990 - Defiance (Tombstone)
  • 1990 - Dead Moon Night (Music Maniac)
  • 1990 - Thirteen Off My Hook (Music Maniac)
  • 1991 - Live Evil (Music Maniac)
  • 1991 - Stranded In The Mystery Zone (Tombstone)
  • 1992 - Strange Pray Tell (Music Maniac)
  • 1994 - Crack In The System (Tombstone)
  • 1995 - Nervous Sooner Changes (Music Maniac)
  • 1997 - Hard Wired In Ljubljana (Live) (Music Maniac)
  • 1999 - Destination X (Music Maniac)
  • 2001 - Trash & Burn (Music Maniac)
  • 2004 - Dead Ahead (Music Maniac)

Komplette Diskografie, 2014 [12] beim Internet Archive

Tribut-Album

Tribute-Album In the Cole Mind. A Tribute to Fred Cole and Dead Moon (2004): [13] bei Discogs

Einzelnachweise

  1. Andrew Loomis in Kate Fix / Jason Summers – Unknown Passage: The Dead Moon Story (2004) [1] ab min. 2:30, Trailer bei Youtube
  2. Artikel Fred Cole, Abschnitt The Weeds [2] bei der en.wiki
  3. Bisher unbelegt im Artikel Fred Cole [3] bei der en.wiki
  4. Doug Prey – Hype! (1996) [4] im Bild ab min. 15:15 bei Youtube
  5. Trailer Unknown Passage, Anm. oben
  6. Viele Songs sind ähnlich konstruiert wie es sonst nur Glenn Danzig mit den Misfits geschafft hat, auch im Mix sind Dead Moon zum Teil ähnlich unkonventionell.
  7. Weitere Einflüsse bestehen sicher durch Nico / The Velvet Underground und, was Toodys Gesang betrifft, auch die Riot-Grrrl-Bewegung, und machen sich zum Beispiel bei der Coverversion I can't help falling in Love with You (Elvis Presley): Dead Moon-Version –> [5], bemerkbar.
  8. Alexandra Zorn – Dead Moon Biography [6] bei allmusic
  9. vergleiche ebd. bei allmusic, sowie Mark Deming, Anm. siehe unten
  10. Doug Prey – Hype! (1996) [7] im Bild ab min. 15:15 bei Youtube
  11. Mark Deming – Echoes of the Past (2006) [8] Review bei allmusic
  12. Zum verwendeten Equipment siehe den Artikel Dead Moon, Abschnitt Equipment [9] bei der en.wiki

Weblinks

  • Homepage [14] bei Dead Moon USA
  • Profil [15] bei Discogs
  • Bildnachweis: Tuuur – Taunusbas [16] bei flickr

Musik

  • Deep Soul Cole – Poverty Shack (1964) [17] bei Youtube
  • The Kingsmen – Louie Louie (1963) [18] bei Youtube

Links im Juni 2017.