Dead Boys

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Genre

Punk

Line-Up

Bandgeschichte

Die 1975 aus der wichtigen Cleveland-Proto-Punk-Band Rocket from the Tombs hervorgegangenen Frankenstein erhielten 1976 eines Tages eine Einladung von Marky Ramone von den Ramones, nach New York zu kommen und in der dortigen aufblühenden Punkszene mitzumischen. Das taten Stiv Bators, Cheetah Chrome, Jimmy Zero, Bobby Blitz und Bob Clearmountain dann auch und nannten sich fortan The Dead Boys. Rasch hatten sie sich als eine der radikalsten Bands der Szene etabliert, die sich auch deutlich an der Aggressivität der englischen Vorbilder wie den Sex Pistols mit Selbstverletzung auf der Bühne, Anspucken des Publikums und allerlei anderen Obszönitäten anlehnten. 1977 erschien das erste Album der Dead Boys namens "Young, Loud and Snotty", was das Image der Band gut auf den Punk(t) brachte und auch den Erkennungssong der Gruppe, das oft gecoverte Sonic Reducer enthielt.

Im Gegensatz zu Großbritannien jedoch, wo Punk seit 1976 einen gewissen "aufregenden" Appeal für den Mainstream hatte, war das Musikbusiness in den USA anscheinend noch nicht bereit für die Rotzigkeit der Dead Boys. Folglich wollte das Label, Sire Records, die Band dazu bringen, sich optisch und inhaltlich etwas leichtverdaulicher zu geben, was Bators und Co jedoch – ganz Punk – verweigerten. Ihr zweites Album mit dem Arbeitstitel "Down to Kill" hatte auch zunächst einen sehr rohen Sound gehabt und wurde zu Beginn von Lou Reed produziert, doch auch das hielt die Plattenfirma für kommerziell unvernünftig und setzte der Band Felix Pappalardi vor, der schon Cream produziert hatte und in deutlich Mainstream-lastigeren Gefilden zu Hause war. Schließlich erschien das Album 1978 unter dem Titel "We Have Come for Your Children", das mit Ain't It Fun zwar eine weitere Punk-Hymne enthielt, insgesamt aber weder die Fans der Band noch die Verkaufserwartungen der Plattenfirma zufriedenstellen konnte. Als Ergebnis dieses Fehlschlags lösten sich die Dead Boys entnervt auf. Zwar musste sich die Band kurze Zeit später noch einmal wieder vereinigen, um mittels eines Livealbums ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, doch danach war erst einmal Schluss mit den Dead Boys. Stiv Bators nahm ein Soloalbum auf und gründete mit anderen Punkgrößen die Lords of the New Church, mit denen er auch erfolgreich war.

Die Dead Boys kamen in den 80er Jahren für einige Konzerte wieder zusammen und hatten wohl auch geplant, wieder richtig zusammenzuarbeiten, doch machte Bators' Tod 1990 bei einem Autounfall diesbezügliche Pläne zunichte. 2004 und 2005 allerdings haben sich die verbliebenen Bandmitglieder für einige Spezialkonzerte (u.a. das Jubiläum des legendären New Yorker Punk-Clubs CBGB's 2005) wieder zusammengetan.

In den 90er Jahren erlebten die Dead Boys ein kleines Comeback, als unter anderem Guns N' Roses und Pearl Jam die Bandklassiker Ain't It Fun und Sonic Reducer coverten.

Diskographie

Alben
Singles/EPs
  • 1977 Sonic Reducer/ Little girl/ Down in flames (7", Sire Records)
  • 1978 Tell me/ Not anymore/ Ain't nothin' to do (7", Sire Records)
Sonstige
  • 1981 Night of the Living Dead Boys (live)
  • 1987 The Return of the Living Dead Boys
  • 1988 Liver Than You'll Ever Be
  • 1989 Younger, Louder & Snottier (Remix der ersten LP)
  • 1997 Twistin' on the Devil's Fork
  • 1998 All This and More (Compilation)
  • 1999 3rd Generation Nation
  • 2001 Buried Gems (7")
  • 2002 Liver Than You'll Ever Be

Charts

Jahr Titel Charts
D US UK A CH S F I NOR NL POR FIN MEX AUS NZ
1977 Young, Loud and Snotty 189

All-Time-Charts

Young, Loud and Snotty

Referenzbands

Coverversionen

Die Dead Boys covern...

Die Dead Boys werden gecovert von...

  • Guns N' RosesAin't It Fun (auf "The Spaghetti Incident?")
  • Pearl JamSonic Reducer (live)
  • SupersuckersWhat Love Is... (auf "The Songs All Sound the Same")
  • FoetusSonic Reducer (auf "Boil")
  • The HellacoptersAin't Nothin' to Do (auf "Cream of the Crap! Vol. 2")
  • OverkillSonic Reducer (auf "Feel the Fire")

Weblinks