David Lee Myers

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David Lee Myers (*1949 in den USA) ist Musiker im Bereich der experimentellen elektronischen Musik, insbesondere des Ambient und Drone sowie sowie des postindustriellen nordamerikanischen Noise und lebt und arbeitet in New York. Er beschäftigt sich seit Ende der 1980er Jahre mit Feedback-Systemen. Seit den 1990er Jahren versucht Myers, seine Ideen auch visuell umzusetzen. Von 1987 bis 1994 trat er unter dem Namen Arcane Device auf.

Musikalischer Werdegang

In den 1960er Jahren spielte Myers in einer Rockband, bevor er sich auf die klanglichen Möglichkeiten von Rückkopplungen und Effekten konzentrierte. Als Einflüsse der frühen Veröffentlichungen können Robert Fripp (insbesondere die von ihm entwickelten Frippertronics) und Brian Eno gelten.[1] Myers baute sich selbst ein modulares Effektrack, mithilfe dessen er in der Lage war, unterschiedliche Manipulationen von Feedback-Effekten einzustellen, durch das die Feedback-Qualitäten zum Teil wie Synthesizer, Rhythmusboxen, Industriegeräusche oder Ambient-Drones klingen („Feedback-Maschinen“).

David Lee Myers Musik entstand bereits als Arcane Device hauptsächlich auf der Grundlage von Feedback-Techniken (manipulierten Rückkopplungen). Arcane Device entwickelte sich von Noise (Diabolis Ex Machina, 1987) bis hin zu regulärem Ambient (Envoi In Cumin, bereits 1994). Engines of Myth erschien auf Recommended Records, nachdem Myers 1987 eine Kassette mit seinen ersten Experimenten an Chris Cutler geschickt hatte, der zu der Zeit als Gründungsmitglied von u.a. Henry Cow auch Kopf von Recommended war. In den nächsten Jahren wurde seine Musik von verschiedenen unbekannten Independent-Labeln veröffentlicht, bis sie dann bei Staalplaat und auf seinem eigenen Label Pulswidth Records erschienen. Von 1994 bis 1998 pausierte Myers, weil er glaubte, die Möglichkeiten der Feedbackmanipulation ausgeschöpft zu haben.[2]

Musik und Visuals

Seit Ende der 1990er veröffentlichte er unter seinem bürgerlichen Namen insgesamt etwa zwanzig Tonträger mit Live-Elektronik auf Labels wie Generator, Recommended, Silent, RRRecords, Staalplaat.

Seit 1991 beschäftigt er sich zunehmend auch mit der visuellen Umsetzung seiner Ideen. Er spricht in diesem Zusammenhang von einer (sehr geringen) „Bandweite“ menschlicher Wahrnehmung innerhalb des elektromagnetischen Spektrums, die die Kombination akustischer und visueller Komponenten nahelegt. Ein Oszilloskop ist hier eines seiner wichtigsten Instrumente (siehe dazu auch die Artikel Spektralmusik und Molekulare Musik). Die Bilder, die von Hand entstehen – Übersetzungen seiner digitalen Kompositionen – nennt er "Feedback Impressions".[3]

Feedback-Maschinen

David Lee Myers zu seinem Umgang mit „Feedback-Maschinen“:

„Die Outputs der elektronischen Geräte – besonders solcher, die dafür da sind, irgendeine Art der Veränderung zu einem Audiosignal hinzuzufügen, wie zum Beispiel Delays – werden durch normale Mixer mit ihrem eigenen Signal gefüttert. Auf diese Weise bekommen diese Geräte niemals Signale von der ‚Außenwelt‘, sondern stattdessen ein diätisches Ergebnis ihrer eigenen Produkte. Eine völlig neue Funktion dieser Geräte taucht auf, die wenig mit ihren eigentlichen Zwecken zu tun hat. So wie ich das sehe, kriegen die Geräte damit die Möglichkeit, ‚ihre eigenen Songs zu singen‘; die Resultate repräsentieren nichts anderes als die freie Zirkulation von innewohnenden Elektronen. Tatsächlich kommen diese Sounds von nirgendwo her und einige Hörer haben sich derart geäußert, dass sie ‚aus dem Äther‘ kommen.“[4]

Perzeption als kreativer Impuls

Er versteht sich dabei nicht als Agens der musikalischen wie visuellen Resultate und legt den Schwerpunkt des Schaffens auf die Erschließung von Eindrücken aus unbekannten Welten:

„Eigentlich mache ich selbst nicht die Sounds oder Bilder, ich erlaube latenten oder unsichtbaren Kräften und Prozessen sich anhand von einfachen Technologien selbst darzustellen. Ich wähle die Methoden, zeige was möglich ist, und wenn die Ereignisse entstehen, reagiere ich natürlich mit meinen eigenen ästhetischen Urteilen auf das Geschehen. Deshalb sind die Ergebnisse niemals rein zufällig oder aber eine Geste des Künstlers, sondern dazwischen. Ich glaube, dass das einer der vielversprechendsten Ansätze ist, um interessante Eindrücke unbekannter Welten zu gewinnen.“[5]

Zusammenarbeiten

Zusammenarbeite gab es mit Kim Cascone und Asmus Tietchens sowie Tod Dockstader, Marco Oppedisano, Vidna Obmana und Ellen Band.

Siehe auch

Rückkopplung, Time Lag Accumulator, Elektronische Musik, Algorithmische Komposition, Computermusik

Diskografie (Auszug)

Einzelnachweise

  1. Ted Mills – Arcane Device [1] bei allmusic
  2. ebd.
  3. Homepage [2] bei Pulswidth.com
  4. ebd.
  5. ebd.

Weblinks

Links im Juli 2017.