Das Auge Gottes

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Das Auge Gottes
Herkunft: Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern
Aktiver Zeitraum: 19891999
Genres: Crossover
Labels: Plattenmeister, Sony
Homepage: DasAugeGottes.de
Line-Up:
Gert "Eiche" Reichelt: Gesang
Andreas "Joseph" Homp: Gitarre
Jan Sören Eckert: Bass
Manfred "Manni" Uhlig: Schlagzeug
Jens-Uwe "Hagen" Schulz-Zachow: Keyboards
Matthias "Cutmaster Fresh" Mohr: DJ
Ehemalige Mitglieder:
Andreas "Griemer" Griem: Bass, Texte
Sven Berger: Bass
Susanne Vogel: Bass
Volker Voigt: Schlagzeug
Frank "Schalke" Mehnert: Schlagzeug
Richie: Schlagzeug
Tommy: Keyboards

Das Auge Gottes war eine Crossover-Band aus Schwerin, die von 1989 bis 1999 existierte. Sie entstammte dem späten DDR-Underground und war eine der ersten ostdeutschen Rockbands der jüngeren Generation, die mit deutschen Texten landesweit erfolgreich war.

Bandgeschichte

Im Chaos der späten DDR entstanden zahlreiche Musikformationen, die sich trotz noch existierenden Repressionsapparats an westdeutschen und internationalen Vorbildern aus Punk, Indierock, Metal und sonstigen Genres bedienten. Insbesondere das spätere "neue Bundesland" Mecklenburg-Vorpommern erwies sich dabei als fruchtbarer Nährboden, da ihm unter anderem Bands wie Dritte Wahl, Feeling B und später auch die unfassbar erfolgreichen Rammstein entsprossen. Mittdendrin in dieser aufblühenden Musikszene lag die Landeshauptstadt Schwerin, in deren spärlich gesäten Proberäumen sich Gruppen wie First Arsch (mit dem späteren Rammstein-Frontsiegfried Till Lindemann am Schlagzeug), Nackt durch Kairo und Das elegante Chaos an eigenen Interpretationen des Rock'n'Roll versuchten. Insbesondere die beiden letztgenannten Formationen befanden sich im ständigen Austausch von Ideen und Bandmitgliedern, und im Wendeherbst 1989 zogen die Beteiligten schließlich die Konsequenzen und schlossen sich zu einem gemeinsamen Ensemble zusammen, das nach einigen Zwischenstationen schließlich Das Auge Gottes getauft wurde. Musikalisch stand das Sextett mit einem Bein im Punk-Underground der (Ex-)DDR, arbeitete andererseits aber auch von Anfang an mit Samples, selbst gebasteltem DJ-Equipment und Drumcomputer. (Später kamen aber auch "richtige" Schlagzeuger und mit Cutmaster Fresh auch ein vollwertiger DJ an Bord.) Sänger Gert "Eiche" Reichelt wechselte zudem auch zwischen gerappten, gesprochenen und gesungenen Vocals hin und her.

Bis 1991 hatten Das Auge Gottes – der Name war noch aus dem Grund gewählt worden, um die DDR-Obrigkeit mit seiner religiösen Symbolik zu provozieren, hatte laut Bandaussage aber nichts mit einer etwaigen tieferen Religiosität der Musiker zu tun – lediglich einige wenige Konzerte in Schwerin gespielt und ein Demotape namens "Das Auge Gottes ...is watching you" aufgenommen. Dann aber sandte eine Freundin der Band das Demo zum "John Lennon Talent Award" ein, der in Kiel stattfand und bei dem Das Auge Gottes schließlich den zweiten Platz belegten. Der Preis war die Finanzierung einer Singleproduktion, die in der 1992 auf dem Plattenmeister-Vorläuferlabel "Devil Dance Records" erschienenen Maxi "So isses Baby" mündete. Die Produzenten der Maxi verfügten ihrerseits über gute Kontakte zum Sony-Ableger Epic, so dass mit dem Label ein Vertrag für einen richtigen DAG-Longplayer zustandekam. Außerdem schrieb die Gruppe auch die Musik für mehrere Theateraufführungen des Schweriner Staatstheaters, woran sie auch selbst teilnahm. 1993 erschien dann die selbstbetitelte Debüt-LP, begleitet von den bei MTV und dem jüngst gegründeten VIVA für (damalige) Indie-Verhältnisse erstaunlich wohlwollend platzierten Auskopplungen Du hast Jesus Christus an das Kreuz genagelt und Vorbei ist vorbei. Das Auge Gottes fanden sich mitten im Aufschwung von deutschsprachigem HipHop und (einheimischem) Rap-Rock-Crossover wieder, und das 1995 erschienene Nachfolgealbum "Das kleine Leben" mit u.a. der bombastisch instrumentierten und textlich höchst symbolisch aufgeladenen Single Das Ding das durch den Wind geht präsentierte einen deutlich gitarrenlastigeren Sound. Die Band spielte in dieser Zeit mehr als 100 Konzerte und trat unter anderem auf dem Bizarre Festival sowie auf Einladung des Goethe-Instituts in Skandinavien auf.

1996 wurden dann die Aufnahmen zum dritten und letzten Longplayer gemacht, der im darauf folgenden Jahr unter dem Titel "Zärtlich auf die Wunden" erneut auf Epic erschien. Die Platte wies einerseits eine stilistische Verbreiterung des Materials von Seemannsromantik bis zu Reggae auf, zeugte andererseits aber auch von der Schwierigkeit, kommerziellen und künstlerischen Interessen gleichzeitig gerecht zu werden. Ende des Jahres 1997 beschlossen dann die Mitglieder der Band, Das Auge Gottes zu den Akten zu legen, was 1998 nach einer Abschiedstournee auch in die Tat umgesetzt wurde. Lediglich anlässlich der "Pop 2000"-Reihe wurde die Band noch einmal reaktiviert, um eine Coverversion des Einstürzende Neubauten-Songs Sehnsucht einzuspielen.

Diskographie

Alben
  • 1993 Das Auge Gottes (LP/CD, Epic)
  • 1995 Das kleine Leben (LP/CD, Epic)
  • 1997 Zärtlich auf die Wunden (LP/CD, Epic)
Singles/EPs
  • 1992 So isses Baby (Maxi, Plattenmeister)
  • 1994 Du hast Jesus Christus an das Kreuz genagelt (Maxi, Epic)
  • 1994 Vorbei ist vorbei (Maxi, Epic)
  • 1995 Kleines Lied (Maxi, Epic)
  • 1997 Mach ma locker (Maxi, Epic)
  • 1997 Ich zieh nur noch einmal um (Maxi, Epic)
Sonstige
  • 1990 ...is watching you! (Demotape, Eigenvertrieb)
  • 1996 Die Remixe (CD, Epic)

Kompilationsbeiträge

  • 1992 Du hast Jesus Christus an das Kreuz genagelt (auf "Hallo 13 – Die Rückkehr der FNL", Vielklang)
  • 1993 Gott wohnt in Deutschland (auf "SOS Deutschland - Stop Rassismus! Stop Faschismus!", Rough Trade)
  • 1994 Six Hands (auf "Unsere Mitarbeiter des Jahres 94", Columbia)
  • 1995 Allah sei mit dir (auf "Hand In Hand - All Different All Equal", Sony)
  • 1996 Du hast Jesus Christus an das Kreuz genagelt (Shizo Mix) (auf "Das ist Epic", Sony)
  • 1997 Behinderung (Cowboy Remix) (auf "Zensur!?", Plattenmeister)
  • 1999 Du hast Jesus Christus an das Kreuz genagelt (auf "Pop 2000", Grönland Records)

Referenzbands

Coverversionen

Das Auge Gottes covert …

Weblinks