Curtis Mayfield

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Curtis Mayfield
Herkunft: Chicago, Illinois, USA
Geboren: 3. Juni 1942
Gestorben: 26. Dezember 1999
Aktiver Zeitraum: 19581999
Genres: Soul, Funk, Rhythm and Blues
Instrumente: Gesang, Gitarre, Bass, Tasteninstrumente, Saxophon
Labels: Curtom Records, Warner Bros., Rhino Records
Homepage: CurtisMayfield.com
Bands:
The Impressions

Curtis Mayfield war ein Soul- und Funk-Musiker, der in den 1960er und 1970er Jahren seine größten Erfolge feierte und maßgeblich auf die Entwicklung einer politisch bewussten schwarzen Popmusik eingewirkt hat. Er starb im Jahr 1999 im Alter von 57 Jahren.

Biografie

Wenn es einen Musiker gab, der den Soundtrack zur schwarzen US-Bürgerrechtsbewegung in den 1960er und 1970er Jahren schrieb, dann war es Curtis Mayfield. Der 1942 in Chicago geborene Multiinstrumentalist wurde bereits mit vierzehn Jahren Mitglied der erfolgreichen Rhythm and Blues-Band The Impressions, die in den Sechzigerjahren diverse von Mayfield (mit-)verfasste Hits wie Amen oder Keep on Pushing erzielte. Ab etwa 1964 entwickelte sich Mayfields Songwriting in eine politisch bewusstere Richtung weiter, wie der größte Impressions-Hit People Get Ready bewies. Weitere Songs, welche die in der Praxis nach wie vor existierende Rassentrennung in den USA thematisierten, folgten mit Choice of Colors, Check Out Your Mind und This Is My Country. Seine Stücke wurden zum festen Bestandteil der Bürgerrechtsbewegung und wurden gar auf eine Ebene mit den Reden Martin Luther Kings gestellt. Gegen Ende des Jahrzehnts wurden Mayfields Positionen radikaler, und der Musiker wurde zusammen mit den anderen Funk-Übervätern James Brown und Sly & the Family Stone zu einem der Sprachrohre der "Black Power"-Bewegung, die Mayfields 1967er Hit We're a Winner zu ihrer Hymne erklärte.

1970 machte Curtis Mayfield sich als Solomusiker und auch Produzent und Plattenfirmenchef (Curtom Records) selbstständig. In den folgenden Jahren sollte er den Gipfel seines musikalischen Schaffens wie auch seines Einflusses auf die schwarze (Musik-)Community erreichen, was sich in dem Soundtrack zum Blaxploitation-Film "Super Fly" von 1972 manifestierte. Im Gegensatz zu Isaac Hayes' Score zum anderen Blaxploitation-Klassiker "Shaft" glorifizierte Mayfield nicht das Leben in den Schwarzenghettos Amerikas, sondern kritisierte sogar die eigentliche Message des Films (Drogen, Waffen und Frauen als Werte an sich), was das Album laut seinen Rezensenten in eine Reihe mit anderen Black Consciousness-Klassikern wie Marvin Gayes "What's Going On" oder Stevie Wonders "Innvervisions" stellt. Musikalisch stellte die Musik von "Super Fly" einen Meilenstein in der Entwicklung des Funk dar, der sich durch treibende Bassläufe und härtere Arrangements von der bisherigen Soulmusik unterschied. Curtis Mayfield blieb dem Schaffen von Filmsoundtracks in den nächsten Jahren treu und verfasste die Musik für weitere Filme, die sich mit afro-amerikanischen Themen befassten; gesungen wurden Mayfields Songs dazu unter anderem von den Soul-Ikonen Gladys Knight & the Pips, Aretha Franklin und Mavis Staples. Mayfields selbst gesungener Titel Doo Doo Wop Is Strong in Here zum Gefängnisdrama "Short Eyes" von 1977, in dem der Musiker auch selbst mitspielte, wurde dabei zu einem seiner größten Soloerfolge.

In den 1980er Jahren gelangen Curtis Mayfield keine größeren Erfolge mehr, auch wenn sein Ansehen in der Community und darüber hinaus unvermindert hoch war. 1990 erlitt er einen schweren Unfall, als während eines Konzerts ein Teil der Bühnenbeleuchtung auf ihn fiel und ihn vom Hals abwärts lähmte. Doch selbst davon ließ sich Mayfield nicht in seinem künstlerischen Schaffen bremsen und komponierte und sang weiter, bis sein letztes Studioalbum "New World Order" (das 1997 erschien) fertig eingespielt war. 1998 musste sein rechtes Bein amputiert werden, und nachdem er seiner Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame im Jahr 1999 – seine alte Band The Impressions waren bereits 1991 eingeführt worden – schon nicht mehr persönlich beiwohnen konnte, starb Curtis Mayfield am zweiten Weihnachtstag 1999 an den Folgen seines sich stetig weiter verschlechternden Gesundheitszustandes. Er hatte zuvor noch mehrere Grammys für sein Solowerk wie auch seine Arbeit mit den Impressions erhalten und wurde von seinen Musikerkollegen als einer der wichtigsten Soul- und Funk-Künstler aller Zeiten gewürdigt.

Solo-Diskografie

Studioalben

  • 1970 Curtis
  • 1971 Roots
  • 1973 Back to the World
  • 1974 Got to Find a Way
  • 1974 Sweet Exorcist
  • 1975 There's No Place Like America Today
  • 1976 Give, Get, Take and Have
  • 1977 Never Say You Can't Survive
  • 1978 Do It All Night
  • 1980 Heartbeat
  • 1980 Something to Believe In
  • 1980 The Right Combination (mit Linda Clifford)
  • 1982 Love is the Place
  • 1983 Honesty
  • 1985 We Come in Peace with a Message of Love
  • 1990 Take It to the Streets
  • 1997 New World Order

Soundtracks

Referenzbands