Cocteau Twins

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cocteau Twins
Cocteau Twins 1984 in England
Cocteau Twins 1984 in England
Herkunft: Grangemouth, Schottland
Aktiver Zeitraum: 19791997
Genres: Dark Wave, Gothic, Post-Punk, Shoegaze
Labels: 4AD, Capitol, Fontana, Bella Union
Homepage: CocteauTwins.com
Line-Up:
Elizabeth Fraser: Gesang
Robin Guthrie: Gitarre, Tasteninstrumente, Bass, Diverses
Will Heggie: Bass (1979-1983)
Simon Raymonde: Bass (1984-1997)

Die 1979 gegründeten Cocteau Twins waren eine schottische Band aus der Post-Punk-Szene, die Wichtiges für die Stilarten von Dark Wave und Shoegaze leistete.

Bandgeschichte

Als die Ausläufer von Punk bzw. dessen Nachbeben auch das schottische Hochland erreichten, fanden sich Ende der 1970er neben den späteren Stadion-Poppern der Simple Minds auch die Cocteau Twins (benannt nach einem Song der Simple Minds-Vorläufer Johnny and the Self-Abusers) zusammen. Zunächst bestand die Band nur aus Gitarrist/Alleskönner Robin Guthrie und Bassist Will Heggie, doch kam kurze Zeit später mit Sängerin Elisabeth Fraser, die mit Guthrie dann auch eine Beziehung hatte, die entscheidende Komponente für den späteren Erfolg dazu. Unter dem Eindruck von Post-Punk-Pionieren wie Siouxsie and the Banshees, Joy Division und besagten Simple Minds entwickelten die Cocteau Twins ihre eigene Variante des Genres, das durch träumerische, oft unverständliche Vocals, minimalistische Bassrhythmen und verhallte Gitarrenklänge – ein Vorläufer des späteren Shoegaze – geprägt war. Die Schlagzeugparts übernahm ein Drumcomputer. Das Debütalbum "Garlands" erschien 1982 auf 4AD und erhielt gute Kritiken, ebenso die folgenden EPs "Lullabies" und "Peppermint Pig". 1983 verließ Will Heggie die Band, um sich Lowlife anzuschließen, so dass der Rhythmusteil zugunsten der Vocals und der Gitarrenwände in den Hintergrund trat (nachzuhören auf der noch 1983 erschienenen LP "Head Over Heels"). 1984 wurde der Basspart dann mit Simon Raymonde wieder besetzt, der bis zur Auflösung der Gruppe dabeibleiben sollte. Mitte bis Ende der Achtziger verfeinerten die Cocteau Twins ihren Stil auf einer ganzen Reihe von EPs und Alben, die alle auf 4AD erschienen. Das sechste Studioalbum "Heaven or Las Vegas" von 1990 wurde dann zum kommerziell erfolgreichsten der Band und erreichte Platz 7 der UK-Charts, allerdings markierte es sowohl das Ende der Zusammenarbeit mit dem bisherigen Stammlabel als auch einen Wendepunkt in Stil und persönlichem Verhältnis von insbesondere Guthrie und Fraser, da Ersterer immer mehr unter Drogen- und Alkoholabhängigkeit litt und Letztere durch die Geburt der gemeinsamen Tochter (von der auch viele Texte des Albums handeln) sich von diesem Lebensstil abgestoßen fühlte. Immerhin überwand sich Guthrie und ging in die Reha, während sich Fraser in der Psychotherapie ihren eigenen Problemen stellte, und das folgende Album "Four-Calender Café" klang in vielerlei Hinsicht deutlich aufgeräumter als die Vorgänger. Dies goutierten Fans und Presse allerdings nur bedingt und warfen – beliebter Volkssport – den Cocteau Twins Ausverkauf vor. Die Band selbst experimentierte einfach weiter und veröffentlichte bis zu ihrer Auflösung 1997 weitere Platten, die teils akustisch, teil elektronisch geprägt waren.

1997 war dann aber – trotz einer erfolgreichen Tour, die erstmals mit Live-Schlagzeug aufgeführt worden war, und angefangenen Sessions für ein neues Album – nach dem achten Studioalbum "Milk and Kisses" Schluss, hauptsächlich wegen der Trennung des Paares Guthrie-Fraser. Fraser gastierte als Sängerin unter anderem bei Massive Attack (bei deren Hit Teardrop vom Album "Mezzanine") und Peter Gabriel, während Guthrie und Raymonde sich um ihr gemeinsames Label Bella Union (auf dem 1999 auch eine Doppel-CD-Retrospektive der Cocteau Twins namens "BBC Sessions" erschien) kümmerten und jeder auch Soloalben veröffentlichten. Eine Cocteau Twins-Reunion kam um 2005 in den Klatschspalten auf, doch scheiterte diese an Fraser, die es sich im letzten Moment anders überlegte. 2008 erschienen die Drei jedoch immerhin gemeinsam bei den Q Awards, um ihren "Inspiration Award" abzuholen.

Diskographie

Alben
  • 1982 Garlands (LP/CD, 4AD)
  • 1983 Head Over Heels (LP/CD, 4AD)
  • 1984 Treasure (LP/CD, 4AD)
  • 1986 Victorialand (LP/CD, 4AD)
  • 1986 The Moon and the Melodies (mit Harold Budd, LP/CD, 4AD)
  • 1988 Blue Bell Knoll (LP/CD, 4AD)
  • 1990 Heaven or Las Vegas (LP/CD, 4AD)
  • 1993 Four-Calender Café (LP/CD, Mercury/Fontana)
  • 1996 Milk and Kisses (LP/CD, Mercury/Fontana)
  • 1999 BBC Sessions (2-CD, Bella Union)
Singles/EPs
  • 1982 Lullabies (EP, 4AD)
  • 1983 Peppermint Pig (EP, 4AD)
  • 1983 Sunburst and Snowblind (EP, 4AD)
  • 1984 The Spangle Maker (EP, 4AD)
  • 1985 Aikea-Guinea (EP, 4AD)
  • 1985 Tiny Dynamine (EP, 4AD)
  • 1985 Echoes in a Shallow Bay (EP, 4AD)
  • 1986 Love’s Easy Tears (EP, 4AD)
  • 1990 Iceblink Luck (EP, 4AD)
  • 1993 Evangeline (EP, Mercury/Fontana)
  • 1993 Snow (EP, Mercury/Fontana)
  • 1994 Bluebeard (EP, Mercury/Fontana)
  • 1995 Twinlights (EP, Mercury/Fontana)
  • 1995 Otherness (EP, Mercury/Fontana)
  • 1996 Tishbite (EP, Mercury/Fontana)
  • 1996 Violaine (EP, Mercury/Fontana)
Sonstige
  • 1985 The Pink Opaque (US-Compilation)
  • 1986 Tiny Dynamine/Echoes in a Shallow Bay (2 EPs auf 1 CD)
  • 1988 Head Over Heels/Sunburst and Snowblind (LP+EP)
  • 1991 The Box Set
  • 2000 Stars and Topsoil (Best of der 4AD-Jahre)
  • 2005 Lullabies to Violaine (4-CD-Best Of)

Referenzkasten

  • Jean Cocteau war ein französischer Regisseur, Schriftsteller und Maler.

Referenzbands

Coverversionen

Cocteau Twins covern …

Cocteau Twins werden gecovert von …

  • Diversen auf "Dark Treasures: A Gothic Tribute to the Cocteau Twins"
  • Deftones - Wax and Wane (auf „B-Sides and Rarities“, 2005)

Weblinks