Berlin@kt·i·ve Videos

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Hier gibt's einen großen Querschnitt durch die Berliner Musikszene unter Aussparung einiger gut geläufiger NDW-Gemeinplätze. Man muss ja auch nicht jeden Berlin-Sampler mit elektronischer Musik gehört haben, der mehrmals im Jahr erscheint! Da es sich hier größtenteils um Vimeo Videos handelt, könnte ein Start bis zu drei Klicks benötigen! Die Seite gliedert sich in zwei Teile, weil es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sie nach dem Anschauen einer längeren Titelsequenz einfriert und manövrierunfähig wird. Also immer nur einen Teil auf einmal schauen, gell?

T-E-I-L 1:

  • Free-Jazz-Videoclips sind eine sehr seltene Angelegenheit. Auch von der Pianoveteranin Aki Takase wurden jahrzehntelang nur kurze Live-Mitschnitte veröffentlicht. Erst jetzt zum Erscheinen von "Thema Prima" gibt es ein berlin@kt·i·ves Video, das sich mit ihrer neuen Formation Japanic in ihrem Berliner Umfeld beschäftigt. Auch wenn die Kochvideo-Sequenzen kaum jemandem etwas bedeuten mögen, ist es doch positiv zu sehen, dass es eine Gruppe gibt, die nicht nur kalte Ravioli aus der Dose frisst.

  • Wir tanzen und wir tanzen und wir tanzen und wir fühlen nix. Das Duo Prada Meinhoff bemüht sich redlich, die musikhistorische Kontinuität zu '80er Jahren Alte-Deutsche-Welle-Klängen aufrechtzuerhalten. Aber ist dieser Act auch erste Wahl, wenn man gerade ein steifes Bein hat?

  • City Crimerin und Alexander-Hacke-Gefährtin Danielle de Picciotto stellt hier einen Song aus ihrem neuen Album "Deliverance" vor, das im Mai 2019 auch auf Vinyl erschienen ist und viele exklusive grafische Drucke enthält.

  • Punk Blues ist in Berlin offenbar ein virales Phänomen. Ausgehend von Nick Cave und Crime & The City Solution hat er die Einstürzenden Neubauten wie auch Andrea Schroeder infitriert. Auch Herbst in Peking blieb von diesem langsamen und intensiven Stil nicht verschont, eignet er sich doch optimal zur musikalischen Untermalung sogenannter Lost Places. Die Band wurde im Herbst 2011 offenbar im Berliner Umland schon nicht mehr fündig und musste nach Karlovac in Kroatien ausweichen, um aus dem Song "Shame" ein Tanzstück in Ruinen zu kreieren.

  • Mittekill, der Mann, der eure Jobs nicht will, hat sich als Filmemacher auch schon durch Wikipedia-Statistiken gewühlt und das dann vertont. Der Video-Routinier Opaque wählte für den Song "Schlangen" vom Mittekill Album "All But Bored, Weak and Old" eine ganz andere Herangehensweise. Er orientierte sich bei der Bebilderung an klassischen Versatzstücken des Horror-Genres, wie Stalking und Metamorphose. Heraus kam dabei eines der spannendsten und meistgesehenen Videos mit Mittekill-Musik.

  • Kscope präsentiert hier einen der raren offiziellen Tangerine Dream Clips. Die Gruppe werkelte zu Edgar Froeses Zeiten immer mal wieder an irgendwelchen Film-Soundtracks, produzierte aber so gut wie keine eigenen Videoclips. Die übrig gebliebene Rumpfbesetzung bestehend aus Thorsten Quaeschning, Ulrich Schnauss and Hoshiko Yamane hat da offensichtlich Nachholbedarf!

  • Motorik goes Shoegaze! Die Berliner Gitarrencombo Camera bringt in ihrem jüngsten Video einen fitten Hybriden aus zwei Stilwelten zu Texturen und Strukturen aus der Makrowelt. Damit alles schön abstrakt bleibt, dürfen exotherme Reaktionen natürlich nicht fehlen. Ihr Label bureau-b hat für den November 2018 schon mal einen Termin zum kollektiven Detoxen, sprich Entgiften bekanntgegeben. Ist das die neue Alternative für Deutschland?

  • Die aus der Grafschaft Essex stammende Gemma Ray lebt ungefähr seit 2013 in Berlin. Hier traf sie auf die beliebte Berliner Trickfilmregisseurin Lucy Dyson mit ihrem unverwechselbaren Stil. Einmal mehr gibt's von ihr grellbunte, poppig animierte Trickfilm-Zeichnungen, die mit collagierten Fotos verbunden werden.

T-E-I-L 2:

  • Magdalena Ganter, Simon Steger und Martin Bach fanden schon 2008 im Rahmen eines experimentellen Theaterprojekts in Berlin zusammen, bevor sie 2010 zum ersten Mal als Mockemalör in Erscheinung traten. Die Gesangssprache war zunächst das Schwarzwälder Alemannisch, bevor sich die Sängerin und Performerin Magdalena Ganter frontal dem Hochdeutschen zuwandte. Ihr offener und in Maßen experimenteller Stil wurde schon als Elektro Chanson oder Art Pop etikettiert. Mit dem Album "Science Fiction" rückte das Trio in den Fokus der Berliner Programmzeitschrift Zitty.

  • Dagmar Schürrer macht ein erzählendes Video mit interessanter Bildaufteilung zur Musik von Chris Imler. Der seufzt zum Thema "Fahrvergnügen" nach dem Auffinden einer verlorenen, aber äußerst wichtigen Tasche nur: "Hab ich den Krieg verdient, den ich kriege?" Klar, dass es hier auch einmal richtig krachen muss!

  • Berlin, die kalte Stadt, in der jeder Mensch irgendwelche Sorgen hat. Spätestens seit Bob Mould's "Sunshine Rock" existiert auch noch ein ganz anderer Blickwinkel! Kitty Solaris bedient in ihrem Clip noch einmal ein gut bekanntes Achtziger-Jahre-Klischee.

  • Vor langer Zeit gab es in Berlin mal eine Rapperin namens Uma, die es trotz vorhandener Qualitäten nicht zum nationalen Allgemeinplatz gebracht hatte. Im Jahr 2018 meint man mit Uma eher ein melancholisches Elektropop-Duo, das wegen seiner markanten Videoclips wohl etwas länger im kollektiven Gedächtnis verbleiben wird. Im Video "Remedy" sehen wir einen ausgeflippten Gesichtschirurgen bei der Arbeit. Jedoch staunen wir immer nur über das Resultat und sehen nie den Meister selbst.

  • Gurr ist ein Berliner Gewächs, das aus einem überdrehten weiblichen Teenagerprojekt für Kindergeburtstage hervorgegangen ist. Der spieltechnische Reifungsprozess schreitet dabei erfreulicherweise immer weiter voran. Der Track "Hot Summer" beschreibt mit Sicherheit die nicht endenwollende Glut des Jahres 2018, die viele Singvögel frühzeitig ins Exil trieb. Es gab sogar einen Rettungsappell für Eichhörnchen!

  • Der Elektroniker Grischa Lichtenberger hatte vor längerer Zeit auch mal eine jazzige Seite, wie man in dem Clip "Nyfallin snjor" der Isländerin Lovisa Ulfsdottir erstaunt feststellen kann. Ein Filmchen voller Filter und groovender Unschärfe!

  • Hier sehen wir eine intensive Performance der Nachwuchshoffnung Hope. In Kindergarten und Grundschule wird das Personal schnell hysterisch, wenn die lieben Kleinen sowas nachzustellen versuchen!

  • Einen Wald bei Berlin und ein bisschen Trockeneisnebel. Mehr braucht es eigentlich nicht für einen stimmigen Clip. Trotzdem können sich die Ergebnisse trotz der einfachen Zutaten sehr voneinander unterscheiden. Die Herren Delgado und Bernal lassen jedenfalls nichts anbrennen und inszenieren den Track "Inframince" der Wahlberlinerin Lucrecia Dalt mit einem sicheren Gespür für optische Wirkungen.