Benutzer:UU-ji

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Eines der wenigen Stücke mit einer Roland TR-909 auf 100 Records, 2005. Overdubs von N.U. Unruh: Euphorie im Zeitalter der digitalen Informationsübertragung, 2000. Mit Visuals: Müll Records, 2019.

Mit der Musik verhält es sich wie mit den Menschen selbst, es gibt ein Mindestmaß an Irrationalität als Voraussetzung ihres Bestehens. Die irrationalen Momente einer Aktion, auch von Interaktionen und Kommunikationen, wollen angesprochen werden. Erst wenn genügend Irrationales nachweisbar ist, kann Musik Musik genannt werden. Je reduzierter ein Mensch oder eine Musik auftritt, desto eher verliert sich dieser Anspruch oder verliert sich in der Repetition. Desto eher wird der Mangel an Vielfalt und Komplexität spürbar, desto eher versinkt das ehemals vermeintliche Gegenüber in einer Spur, deren pure Aggression sich durch Repetitionen vor dem Moment der geahnten Irrationalität bemerkbar macht. Repetition selbst beleidigt den Geist und wird als Aggression erfahren, ganz besonders dann, wenn sie sich nicht erklärt, ihr keine ersichtliche Funktion zukommt. Ist das aber der Fall, wird gelernt, mit der Aggression umzugehen und ihr zum Beispiel durch Tanzen oder eine besondere Spielpraxis, zum Beispiel an der E-Gitarre, gerecht zu werden. Eine passende Antwort zu liefern. Oft macht es den Eindruck, es handele sich beim Balancieren am Rande der Aggression darum, zu beweisen, dass die zerstörerische Kraft mächtiger ist, als die produzierende. Am Ende aber hat die Produktion durch Tricks gewonnen und bestätigt die These einer Evolution des Musiksystems durch dessen Überwindung und Entwicklung. Einer dieser Tricks ist die Auffassung von Retro als eigenständige Szene oder Kunstform in einer Zeit. Artikel Retro [1] bei der de.wiki. Aber in jedem Jahrzehnt wird auch der Stillstand als Bewegung gefeiert und das nicht nur von der Masse. Heute und in der Musik mehr denn je auch durch die Masse an Ideen und singulären Ereignissen. Ich bin, der ich bin – der Stillstand. Wie sehr das Verlangen nach einer Bestandsaufnahme, die die eigene Geschichte, auch die Geschichte der Waren, wenn nicht Artefakte, enthält, bei den Generationen verankert ist, wird deutlich, wenn Jean Baudrillard zu Beginn der 1970er Jahre feststellt, dass selbst vor dem Faschismus nicht Halt gemacht wird:

„Während so viele Generationen, und besonders die letzte, im Laufschritt der Geschichte gelebt haben, in der euphorischen oder katastrophischen Perspektive einer Revolution – hat man heute den Eindruck, daß die Geschichte sich zurückgezogen hat, einen Nebel der Indifferenz hinter sich zurücklassend, durchquert zwar von Strömen (?), aber all ihrer Bezüge entleert. In dieser Leere fließen die Phantasmen einer versunkenen Geschichte zusammen, in ihr sammelt sich das Arsenal der Ereignisse, Ideologien und Retro-Moden – nicht so sehr deshalb, weil die Leute daran glauben oder darauf noch irgendeine Hoffnung gründen, sondern einfach, um die Zeit wiederaufleben zu lassen, in der es wenigstens Geschichte gab, in der es wenigstens Gewalt (und sei es faschistische Gewalt) oder wenigstens einen Einsatz des Lebens oder des Todes gab.“ (Jean Baudrillard – Kool Killer. Geschichte: Ein Retro-Szenario, 1978, S. 50)

In Über Pop-Musik von 2014 erzählt Diederichsen von einem Typ, der Musik hasst, weil sie sogar für Begleitungen, zur Rhythmisierung von Hinrichtungen eingesetzt wird und ubiquitär in den Welten der Ignoranz und Beihilfe zum Mord erscheint. Das lässt sich nachvollziehen. Kaum ein Thriller kommt drumrum, Bach oder Vivaldi einzusetzen, um die billigste Larmoyanz, den Effekt des Intellektuellen in artifizieller Stilisierung als die eigentliche, zynische Perversion auszustellen. Pervers erscheint das Metrum entgegen dem, was in solchen Fantasien das Wirkliche ist, den Abgründen. Ein Etikett zur Stilisierung von Disziplin an ungewöhnlichen Orten des Faschistoiden bis hin zum Sozialistischen per se oder eben des Wahnsinns. Was geht? Pragmatics-only? Die Stilisierung des Sozialistischen zur Bestätigung des bürgerlichen Konsens', wie bei Laibach und Rammstein? Die virulenten Eigenschaften jeder Art von Sensation, auch in Form von Idiomen oder sprachlicher Extreme, beweisen sich besonders durch die Musik. Wie geil ist denn das? Diskussion zur Geiselnahme von Gladbeck [2] bei der de.wiki.

Was oder wen unterstütze ich, wenn ich das Wissen zur Musik fördere? Eine Generation von wildgewordenen Twens, die nichts besseres damit vorhaben, als ihre Ansichten verdrehter Welten zu bestätigen und mögliche Karrieren in solchen Welten darauf zu gründen? Die Unvereinbarkeit eines großen Teils der Funktionen einer Musik, der nicht unmittelbar ästhetischen, mit dem Gedanken ihrer Komposition gewaltsam auszuhebeln und eine Dimension zu erzeugen, in der das Unwahrscheinliche plausibel wird? Um was für akustische Welten handelt es sich oder handelt es sich überhaupt um akustische und dient nicht nur der Erregung des Nervensystems? Dann wäre wohl ein organisierter Druck auf molekularer Ebene ausreichend. Ist das Bild beteiligt, liegt die Täuschung noch näher. Musik allein ist, einmal umgekehrt gesehen, nämlich abzüglich der Visuals, kaum noch in der Lage, Leute jenseits des Nebenbei bei Stimmung zu halten. Der Aufwand, eigene Geschichten zu gründen, scheint zu hoch, schließlich gibt es anscheinend schon jede noch so abgefahrene oder triviale Geschichte. Ist das Bild nicht beteiligt, wird Geschichte mehr zur Entwicklung der musikalischen Syntax oder Rationalisierung des Kompositionsprozesses eingesetzt, was der ursprüngliche Gedanke einer gelungenen Komposition ist.

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Alle per Youtube eingebetteten Videos in einer Playlist: [3]

Peking-Oper? [4] bei der de.wiki. Artikel Sieg über die Sonne (Oper) [5] bei der de.wiki. Hier: Ferneyhough für Anfänger.

  • Kann es sein, dass die Populäre Musik sich genauso intensiv mit der Ausdifferenzierung von Deessentialisierungsstrategien befasst, wie die Neue Musik mit Essentialisierungsstrategien?
  • Zum Erschließen von Chartsmusik empfiehlt sich aus musikwissenschaftlicher Perspektive zuweilen eine Einstellung, die besagt: Wenn ich das Zeug nicht höre, hört es niemand in der Welt ...
  • Zur Ästhetik einer Musik jenseits der Zeit. Frequenzfreie Musiktheorie (WiP bis Dezember 2020) [9] bei Wordpress. Stand: Dezember 2018.

MimmiMess@t-online.de | Subject: List


Circumferential – Berlin, Exquisite City I-III (2013-2016, 300 Seiten zur Berliner Peripherie. Berlins Satellitenstädte und zur Elektronischen Musik in 3 PDFs und auf einer Html-Seite mit 287 großen Fotos, 11 Musikstücken und 15 Field Recordings. 2.6 GB Downloadlink, auf Anfrage).

U-ji – Trilogie THE AGGRESSIVE SOCIETY

„Ob jemand etwas will oder nicht, darf er es nicht.“

Teil 1: Ein säkulares Rauschen durchzieht die Welt und meine Träume / Endstation Helmholtzplatz (PDF 2016/2017, 36 Seiten, auf Anfrage)

Teil 2: Crypta musica (PDF 2017, 39 Seiten, auf Anfrage)

Teil 3: Bed⊋rfnisbefriedigung und Gl⊋ck (PDF 2018, 20 Seiten, auf Anfrage)

App Melody-Only (in Konstruktion, Vormerkung). Melody-Only soll es ermöglichen, Sätze aus der gesprochenen Sprache, Unterhaltungen zum Beispiel, so wiederzugeben, dass nurmehr Satzmelodie und Dynamik erhalten bleiben. Auf diese Weise sollen auf Knopfdruck per Smartphone Affekte in Gesprächen oder bei Vorträgen nachweisbar sein. Darüber hinaus soll es Spaß machen, damit umzugehen. Vielleicht lassen sich Kammermusiken aus kurzen Gesprächsverläufen generieren.

Schutzgebühr für die Pakete (Download) je 99 Cent. MimmiMess@t-online.de | Subject: Title


Links und Permalinks:

Lennie Tristano, Bill Evans und die New Age Steppers

Wynton Kelly

Alan Vega

Brian Ferneyhough – Missa Brevis

19 Musikstücke aus dem Jahr 1968 mit Anmerkungen (2018), Liste 50 Jahre 68

Brexit und die Bedeutung für die Musik im Europa der nächsten zehn Jahre

Ockeghem, Graindelavoix, Suicide

Negativliste: Unbesetzte Autoritäten 2018

Claude Lévi-Strauss, Hans-Georg Gadamer, Henri Bergson Mit der Schönheit kommt die Angst

Performanz, Valse Musette: Sous le Ciel de Paris

Neue Musik:

1. Teil: Anmerkungen zu William Doughertys The New Normal von 2017.

2. Teil: Anmerkungen zu James Tenneys Harmonium #5 (for violin, viola and cello, von 1978).

3. Teil: Anmerkungen zu Bernhard Langs Monadologie XII (3/3) von 2011 / 2013.

4. Teil: Anmerkungen zu Claude Viviers Et je reverrai cette ville étrange (1988).


Zitierkonventionen für hier gelistete Artikel

Um dem grassierenden Verbot des Zitierens von Internetinhalten besonders an den Universitäten entgegenzutreten, eine Spezifizierung der Zitierkonventionen für die hier gelisteten Artikel bei der Indiepedia: UU-ji und weitere – Artikelname (Jahr der letzten Bearbeitung oder der Bezugsversion) [link] bei der Indiepedia. Die hier auf der Benutzerseite veröffentlichten Beiträge sind insgesamt subjektiver und mehr im Rechercheflow entstanden. Konventionen: UU-ji – Benutzerseite (Bearbeitungjahr und -monat) [link] bei der Indiepedia.

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