Benutzer:UU-ji

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1995. Der 2016 im Alter von 78 Jahren verstorbene Alan Vega wird, soviel ist abzusehen, im Laufe der Geschichte der Populären Musik, besonders aufgrund seiner Verdienste für die Entwicklung des Rock'n'Roll, noch ausführlicher gewürdigt werden, als das heute der Fall ist. Es handelt sich um eine Art Freestyle-Rock'n'Roll, der sich als Unterlage unterschiedlicher Stilrichtungen bedienen kann und über die Jahrzehnte flexibel war. Dabei bezieht Alan Vega Stellung zu den von ihm verwendeten Formeln – zum einen deliriert er die mehr oder weniger assoziativen Folgen auf baudrillardsche Weise, zum anderen überblickt er das Kompendium seiner Möglichkeiten sehr genau und taucht aus scheinbar verfangenen Situationen in Rock'n'Roll-Stereotype ein, verleiht den Stücken auf diese Weise Halt und Zusammenhalt. Viele unregelmäßige Wiederaufnahmen und der hypnotische Minimalismus sind für den Livecharakter zuständig, den die meisten Aufnahmen vorweisen. Die Folgen sind nah am Vorgehen von Freestyle-Rappern. Oft nimmt sein Gesang entertainerhafte Züge an. Gleichsam neben Elvis' Qualitäten entfaltet sich Vegas Timbre und besonders das typische Tremolo vor einem trashig abgelegten und verhallten Background. Eines der klassischsten Rock'n'Roll-Alben überhaupt ist die gleichnamige erste LP von 1980: [1] bei Youtube, mit der er überzeugend vorführt, dass er das Wesen des Rock'n'Roll erfasst hat. Elvis hat er wohl live erlebt, ein Auftritt der Stooges soll für ihn ein Offenbarungserlebnis gewesen sein. Viet Vet gestaltet sich ähnlich wie Back To Vietnam von den Television Personalities, 1984, beide befinden sich ausnahmsweise in der Tradition der Doors – der Vietnamkrieg hat das Epische in der Populären Musik initiiert. Durch den Vietnamkrieg wurden Angst und Schrecken in der Populären Musik als Affektrepräsentationen möglich und, Theodor W. Adorno zufolge, von den Musikern der 1968-Bewegung bereits mehr konsumiert als verarbeitet. H-G. Gadamer sagt später, dass die Menschen es für schön erachten, dass die Welt einem etwas sage, ganz unabhängig von einem Geschmacksurteil, entsprechend lang sind dann auch die Stücke. Ob also geliebt oder gestorben wird, spielt keine Rolle, sondern die Feier der eigenen Stimme. Jetzt kann auch nicht einfach behauptet werden, es handele sich um unterschiedliche Denkrichtungen, weil eine Kollision heutzutage eine Kollision ist. Der Mangel an Vertiefung ist der Informationsstruktur des 21. Jahrhunderts zu verdanken, dem Jahrhundert der Oberfläche. Vielleicht ist das 22. Jahrhundert das Jahrhundert der vollzogenen Immersion oder der Bewegung der Immersion und das 23. Jahrhundert das der vollzogenen. Dujang Prang braucht nicht erst gegoogelt zu werden, die Worte gibt es anscheinend auch als Bezeichnungen oder Namen nicht, bei dem Namen Cheenaroka handelt es sich ebenfalls um einen Phantasienamen, der ansonsten nicht vorkommt. Zeitweise, besonders bei Hammers, klingt Alan Vega hier schon fast wie Glenn Danzig. Interessant ist, wie die merkwürdigen Distanzen zustande kommen, die seine Interjektionen prägen. Anklänge an Bryan Ferry scheinen durch, so bei min. 2:35: „Do the cheer, there a bear outside, and a sigh inside ...“ und an vielen anderen Stellen. Außerdem finden sich Referenzen in Richtung Lou Reed und The Velvet Underground wie auch Throbbing Gristle. Auch das Keyboardspiel und die Electronics von Liz Lamere sind erwähnenswert, ebenso das Engineering. Beide sind derart angelegt, dass eine Art Cocktailparty-Effekt über die Zeit immer wieder eintritt und über lange Strecken erhalten bleibt, so zum Beispiel bei Life Ain't Life ab min. 28:05. Die Folge ist eine Textur wie ein ausbalanciertes dynamisches Geflecht, bei dem nicht sicher ist, ob es die Spuren, die gehört werden, überhaupt gibt oder ob es sich um Audioillusionen im Sinne von Superimpositionen handelt. Das Vorgehen ist zugleich posttonal, indem die verwendeten Skalen und Harmonien oft wie ein Geschwätz eingesetzt werden, bei dem zum Beispiel Tonhöhen in Verläufen nicht in Folgen interpretiert, sondern wild gestapelt werden. Sollte versucht werden, die Hallräume im Verlauf einer Komposition durchzuplanen, macht sich das Problem bemerkbar, dass es dafür digitale Hallgeräte braucht, die dann aber nicht so gut klingen, wie analoge und nicht die gleichen Spielräume eröffnen.

Das 18. Jahrhundert das Metrum, das 19. das Aufwachen, das 20. die Differenz ... Fast geht es um Identitäten, wenn ich sage: Festigkeit ist eine Qualität. Aber die Macht der Geschichten versucht, sich gewaltsam Platz zu verschaffen, indem jede Logik beiseite gelassen wird und die reine Anschlussfähigkeit der Dinge als solcher, sei es mittels ihrer ureigentlichen Frequenz, zum Einsatz gebracht wird. Derart werden die Erinnerungen nicht nur idealisiert, wie Ferneyhough feststellt, sondern in ihren idealisierten und verallgemeinerten Formen Teil der Welt und weiter ausdifferenziert, bis sie materialisiert an der Oberfläche erscheinen. Die Unterbrechungen des Lebensflusses, die Ferneyhough konstatiert, korrelieren in der Tat mit der Konstitution des Ego, indem sie als spiegelhaftes Gegenüber Umwelt werden. Und finde ich auch die Formel der Welt, erschaffe ich damit gleich mein Gegenüber, das die Formel bereits falsifiziert hat. Das kann Paul K. Feyerabends Idee von Navigation als mögliche Strategie nahelegen. Alan Vega navigiert sich auch irgendwie durch die Songs, was bei Cubist Blues, einer Zusammenarbeit mit Alex Chilton und Ben Vaughn von 1996, zuweilen an CAN erinnert: [2] bei Youtube.

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Alle per Youtube eingebetteten Videos in einer Playlist: [3]

Peking-Oper? [4] bei der de.wiki. Artikel Sieg über die Sonne (Oper) [5] bei der de.wiki. Hier: Ferneyhough für Anfänger. Die Negativliste Unbesetzte Autoritäten kann, wie alle anderen Bearbeitungen dieser Seite, über die Versionsgeschichte eingesehen werden.

  • Kann es sein, dass die Populäre Musik sich genauso intensiv mit der Ausdifferenzierung von Deessentialisierungsstrategien befasst, wie die Neue Musik mit Essentialisierungsstrategien?
  • Zum Erschließen von Chartsmusik empfiehlt sich aus musikwissenschaftlicher Perspektive zuweilen eine Einstellung, die besagt: Wenn ich das Zeug nicht höre, hört es niemand in der Welt ...
  • Zur Ästhetik einer Musik jenseits der Zeit. Frequenzfreie Musiktheorie (WiP bis Dezember 2020) [9] Vorläufiges Inhaltsverzeichnis im Juni 2018 bei Wordpress.

MimmiMess@t-online.de | Subject: List



Circumferential – Berlin, Exquisite City I-III (2013-2016, 300 Seiten zur Berliner Peripherie. Berlins Satellitenstädte und zur Elektronischen Musik in 3 PDFs und auf einer Html-Seite mit 287 großen Fotos, 11 Musikstücken und 15 Field Recordings. 2.6 GB Downloadlink, auf Anfrage).

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Teil 1: Ein säkulares Rauschen durchzieht die Welt und meine Träume / Endstation Helmholtzplatz (PDF 2016/2017, 36 Seiten, auf Anfrage)

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App Melody-Only (in Konstruktion, Vormerkung). Melody-Only soll es ermöglichen, Sätze aus der gesprochenen Sprache, Unterhaltungen zum Beispiel, so wiederzugeben, dass nurmehr Satzmelodie und Dynamik erhalten bleiben. Auf diese Weise sollen auf Knopfdruck per Smartphone Affekte in Gesprächen oder bei Vorträgen nachweisbar sein. Darüber hinaus soll es Spaß machen, damit umzugehen. Vielleicht lassen sich Kammermusiken aus kurzen Gesprächsverläufen generieren.

Schutzgebühr für die Pakete (Download) je 99 Cent. MimmiMess@t-online.de | Subject: Title



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