Zomba

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Zomba
Genres: v.a. Mainstream Pop, Christliche Musik und Latin Music
Ort: erst London, England, dann new York, USA
Aktiver Zeitraum: seit 1975
Vertriebe: Sony Music Entertainment
Homepage: zombalabelgroup.com

Zomba ist heute ein Subsidary von Sony Music Entertainment, galt aber jahrelang als der größte Indie mit Zugpferden wie den Backstreet Boys, *NSYNC und Britney Spears, aber auch einem mehrheitlichen Anteil an Rough Trade Distribution.

Geschichte

Zomba Records wurde Anfang der 1970er gegründet. Über das Gründungsjahr herrscht ein wenig Unklarheit – so schwanken die Angaben zwischen einer Gründung 1971 in Südafrika[1], 1975 in London[2] und 1977 in New York. Fakt ist jedoch, dass die beiden Firmengründer Clive Calder und Ralph Simon sich spätestens 1978 in New York niederließen. Das eigentliche Geschäft von Zomba war das Musikverlagswesen. Mit Jive Records gründete Clive Calder 1981 ein erstes Label im Zomba-Konzern. Bei Jive veröffentlichten in den 80ern unter anderem A Tribe Called Quest. Währenddessen differenzierte sich die wachsende Zomba in Zomba Management und Zomba Music Publishing aus. 1988 entstand mit Silvertone ein weiteres Sublabel.

1990 machte das Major-Label EMI Anstalten, Zomba aufzukaufen. Der Kauf kam nicht zustande, jedoch kaufte Clive Calder den Firmenanteil von Ralph Simon, welcher daraufhin in San Francisco ein neues Label kaufte. Zombas Veröffentlichungen waren anfangs von Arista vertrieben worden und später von RCA. 1991 kaufte BMG 25 Prozent von Zomba und übernahm auch fortan den Vertrieb. Zomba selbst machte Anfang der Neunziger gutes Geld als Musikverlag für Michael Jackson und Bryan Adams. 1992 kaufte das expandierende Zomba Anteile an Conifer Records Ltd., einem britischen Klassik- und Spoken-Words-Vertrieb mit sechs Sublabels und 1993 wurde die Division Zomba Music Services, ein Subverlag für Filmmusik, gegründet sowie zusammen mit Portman Entertainment das Label Portman Music geschaffen.

Das rasche Expandieren setzte sich 1994 fort, als Zomba die Brentwood Music Group aufkaufte, ein Unternehmen mit einigen Sublabels, die den Bereich christliche Musik abdeckten. Während als neuer Markt ebenfalls Latin Music entdeckt wurde, verkaufte Zomba seine Anteile an Conifer Records Ltd. 1996 weiter an BMG, kaufte jedoch munter weiter Anteile und kleinere Unternehmen auf. Das Geld hierfür lieferten die jüngsten Marketing-Geniestreiche des Jive-Labels, nämlich die Backstreet Boys und Britney Spears.

1996 kaufte Zomba dreiviertel der Anteile an Windsong Exports und Pinnacle Distribution, was dazu führte, dass Zomba nun auch 80% der Anteile am deutschen Vertrieb Rough Trade Distribution und die europäischen Vetriebsaktivitäten von Rough Trade zufielen, welche zu Zomba Distribution umbenannt wurden.

Im folgenden Jahr verkaufte Zomba 20 Prozent der Anteile an seiner Labelabteilung für 25 Millionen $ an BMG. Gleichzeitig baute das Unternehmen seinen Marktanteil an christlicher Musik aus und unterschrieb einen Vertriebsvertrag mit Virgin für Lateinamerika, Asien und ein paar europäische Länder. 1998 kaufte Zomba das Label Volcano, das Bands wie Tool im Programm hatte. 1999 – Zomba expandierte rasant weiter und eröffnete Büros in zig Ländern der Welt – kam es zum Rechtsstreit zwischen BMG und Zomba, als letztere die Boyband *NSYNC unter Vertrag nahmen, die aber noch an BMG gebunden war. Gleichzeitig begannen die Backstreetboys zu revoltieren, da sie der Auffassung waren, dass Zomba nicht zwei konkurrierende Bands promoten könne. Die Backstreetboys blieben jedoch bei Zomba und machten zusammen mit Britney Spears das Unternehmen zu einem der lukrativsten Labels im Musikgeschäft. Da keines der „Big Four", galt Zomba als größtes Indie-Label. 2001 kaufte Zomba Mojo Records mit Bands wie Goldfinger und Reel Big Fish auf.

Im Jahr 2002 machte Zomba von einem 1991 abgeschlossenen Vertrag mit BMG Gebrauch und verkaufte das Unternehmen für 2,74 Milliarden Dollar an BMG. Der Preis wurde aufgrund der Gewinne von 1999 bis 2001 berechnet, aufgrund der sich näheren Musikindustriekrise galt der Preis in den Medien aber als zu hoch.[3][4] Clive Calder trat nach etwa 25 Jahren als CEO zurück; 2003 wurden die meisten Büros von Zomba geschlossen. Zomba wurde 2004 eine Division des Konzern Sony BMG Music Entertainment und gehört seit 2008 zu Sony Music Entertainment.

Auswahl an Zomba-Labels

Jive Records (seit 1981), Music for Nations (2001–2004), Our Choice (1996–2002), Silvertone (seit 1988), Volcano (seit 1998)

Quellen

  1. Zomba Records Ltd. bei fundinguniverse.com
  2. BMG schließt Zomba. Vertrieb in Herne soll bestehen bleiben, Artikel vom 17. April 2003 bei media.nrw.de
  3. Plattenlabel Zomba. Bertelsmann will Britney billig, Artikel bei Spiegel Online vom 26.09.2002
  4. Bertelsmann schließt Zomba-Kauf ab. Unabhängiges Label wird für 2,74 Mrd. Dollar Teil von BMG, Pressemeldung vom 27.11.2002