Wiglaf Droste

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Wiglaf Droste
Wiglaf Droste
Wiglaf Droste
Herkunft: Herford, Nordrhein-Westfalen
Geboren: 27. Juni 1961
Aktiver Zeitraum: seit ca. 1982
Labels: Frühstyxradio
Kunstmann
Weserlabel
Ohreule

Wiglaf Droste ist einer der bekanntesten Satiriker Deutschlands.

Biographie

Der Satiriker Wiglaf Droste ist als Buch- und Kolumnenautor sowie als Sänger (oft mit der Begleitband "Das Spardosenterzett") in Erscheinung getreten. Seine Texte zeichnen sich durch radikale Kritik an den vermeintlichen linksalternativen Gutmenschen wie auch an seinen Lieblingsfeinden aus dem rechtskonservativen und religiösen Bereich aus, dabei aber gepaart mit einem ebenso radikalen Bekenntnis zum Humanismus und zum Lebensgenuss. Seine Polemiken haben Droste schon diverse Beleidigungsklagen und Bußgeldstrafen eingebracht, gleichermaßen allerdings das Lob der Kritik und die Hingabe seiner Fans.

Wiglaf Droste hat bisher unter anderem für Titanic, taz, WoZ, tip und junge Welt geschrieben. Seit 1989 veröffentlicht er auch Bücher und CDs mit seinen Live-Lesungen, die oftmals auch von Musik begleitet werden (bisher u.a. von Funny van Dannen oder der Thüringer Punkband Geile Götter). Zu seinen Hauptreferenzen gehören die deutsche Provinz (vor allem die ostwestfälische um Bielefeld, seine Heimat), die (Meinungs-)Freiheit des Individuums, die von ihm verachtete zwanghafte Suche der Deutschen nach ihrer Identität sowie die Skepsis gegenüber jeglichen festen Weltanschauungen. Wiglaf Droste wurde 2003 mit dem Ben-Witter-Preis für gesellschaftskritischen Humor und 2005 mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis ausgezeichnet.

Musikalisch bewegt sich Wiglaf Droste – je nach Begleitmusikern – in der Tradition satirischen Liedermachertums, karibischer Klänge oder Chanson-Anleihen. Er ist als großer Verehrer von Johnny Cash und Serge Gainsbourg bekannt.

Indie- und Pop-Referenzen bei Wiglaf Droste

  • Deutsche Dogge: über die Forderung des Schlagersängers Heinz Rudolf Kunze nach einer Quote für deutschsprachige Musik im Radio, wobei Kunze unter anderem auf den "Nachwuchs" in Form von den Sternen, Mastino, Blumfeld, Caspar Brötzmann und Element of Crime verweist. Droste "tröstet" dabei die ungewollt für Kunzes Forderung vereinnahmten Bands und insbesondere Element of Crime mit dem Gedicht "Wir kämen so gerne nach Hause/und kommen bloß immer ins Heim/In dieser Stimmung tröstet uns/das Lied von Element of Crime".
  • Dr. Motte und seine Loveparade: über den Techno-Karneval und die dahinter vermutete fragwürdige Geisteshaltung ihres Initiators Dr. Motte
  • Generation XY ungelöst: über die Larmoyanz der Kurt Cobain vergeblich nachzuahmen versuchenden Generation X
  • Grönemeyer kann nicht tanzen: über den typischen Verlauf eines Herbert Grönemeyer-Konzertes, inklusive phonetischer Imitation
  • Rosen in Cellophan/Carpendale statt Howie unterwegs: über den unglaubwürdigen Wandel des Schlagersängers Howard Carpendale vom Seichtunterhalter zum ernsthaften Popschaffenden (mit der Zeile "Es gibt ein Grundrecht aufs Belogen- und Betrogenwerden")
  • Späte Rache: über die fatalen Auswirkungen von Keith Jarretts "The Köln Concert" auf die ostwestfälische Jugend der 70er Jahre
  • Über den Missbrauch des Sommers: über die Unart von Besuchern eines Neil Young & Pearl Jam-Konzertes, beinfreie Hosen und Sandalen zu tragen
  • Wer einmal aus dem Fettnapf aß: über eine Kontaktmesse für ostdeutsche Musiker, wobei Droste u.a. über Deutschrocker wie die Puhdys, City und Karat herzieht.
  • Wichtigmann Weihbreyschan: Satire auf Diedrich Diederichsen und den Schlaumeier-Stil der 90er-Spex-Redaktion (inklusive Referenzen an Morrissey, Jello Biafra, Bob Marley, Alternative Tentacles und Lard)
  • Wie ich einmal der Scorpions-Sänger Klaus Meine war: über ein schambehaftetes Erlebnis mit dem Scorpions-Heuler Wind of Change

Solo-Diskographie

  • 1989 Grönemeyer kann nicht tanzen (mit Bela B., 7", Weserlabel)
  • 1993 Supi! Supi! Supi! Seine schönsten Erfolge live (CD, Frühstyxradio)
  • 1995 Die schweren Jahre ab Dreiunddreißig (mit Funny van Dannen, CD, Frühstyxradio)
  • 1996 Wieso heißen plötzlich alle Oliver? (Live-CD und Songs, Motor)
  • 1999 Mariscos y maricones (Live-CD und Songs, Frühstyxradio)
  • 2000 Für immer (mit dem Spardosenterzett, CD, Frühstyxradio)
  • 2001 Das Paradies ist keine evangelische Autobahnkirche (Doppel-CD, Mundraub)
  • 2002 Voltaire: Candide (Lesung des Romans, 3 CDs, Kunstmann)
  • 2002 Wolken ziehn (mit dem Spardosenterzett, CD, Frühstyxradio)
  • 2003 Das große IchundDu (CD, Kunstmann)
  • 2003 Ich schulde einem Lokführer eine Geburt (CD, Mundraub)
  • 2004 Der Bär auf dem Försterball. Hacks und Anverwandtes (mit F.W. Bernstein und Rayk Wieland, CD, Ohreule)
  • 2005 Westfalian Alien (CD, Frühstyxradio)

Kollaborationen

Referenzbands

Coverversionen

Wiglaf Droste covert...

  • Hotel California (deutsche Version von Jürgen Drews) von The Eagles auf "Die schweren Jahre ab dreiunddreißig"
  • Blowin' in the Wind von Bob Dylan (als Musse feife inne Wind) auf "Die schweren Jahre ab dreiunddreißig"

Weblinks