Wellwater Conspiracy

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Wellwater Conspiracy
Wellwater Conspiracy bei David Letterman(v.l. Glenn Slater, Matt Cameron, John McBain)
Wellwater Conspiracy bei David Letterman
(v.l. Glenn Slater, Matt Cameron, John McBain)
Herkunft: Seattle, Washington, USA
Aktiver Zeitraum: 19922005
Genres: Alternative Rock, Garage Rock, Psychedelic Rock, Lo-Fi
Labels: Superelectro Sound Recordings
Third Gear
Time Bomb
TVT
Megaforce
Homepage: Offizielle Homepage
Line-Up:
Matt Cameron: Schlagzeug, Gesang, Diverses
John McBain: Gitarre, Diverses
Glenn Slater: Keyboards, Mellotron (seit 2003)
Ehemalige Mitglieder:
Ben Shepherd: Gesang, Bass (1993–1995)
Josh Homme: Bass, Gesang (1997)

Wellwater Conspiracy wurden 1992 von Soundgarden-Drummer Matt Cameron und Ex-Monster Magnet-Gitarrist John McBain gegründet.

Inhaltsverzeichnis

Bandgeschichte

Als 1992 die Grunge- bzw. Stonerrock-Hoffnungsträger Soundgarden und Monster Magnet gemeinsam auf Tour gingen, machten auch der Schlagzeuger der ersteren sowie der Gitarrist der letzteren Formation Bekanntschaft miteinander. Matt Cameron und John McBain entdeckten alsbald ihre gemeinsame Vorliebe für obskure Sounds aus den Sechzigern, und das Duo begann damit, in nämlichem Stil einige Demos auf Vierspurgerät aufzunehmen.[1] Da beide Musiker auch an dem etwa zur selben Zeit initiierten Garagenprojekt Hater von Soundgardens Bassist Ben Shepherd mitwirkten, ergab sich wiederum dessen Mitwirken als Sänger und Bassist an der mittlerweile Wellwater Conspiracy benannten Gruppe. Für McBain kam schließlich noch der Faktor hinzu, dass er keine Lust mehr auf den Rock'n'Roll-Zirkus der zunehmend populäreren Monster Magnet hatte und sich mehr der Studioarbeit widmen wollte.[2]

Das Duo plus Shepherd (der nach einiger Zeit aufgrund von "Bassisten-Egoproblemen" (McBain) allerdings nicht mehr zum festen Kern gehörte) [2] veröffentlichte bis 1995 zwei Singles und eine EP auf Superelectro Sound Recordings, dem Label des Mudhoney-Gitarristen Steve Turner, hielt sich promotionsmäßig aber bewusst unter dem Radar, um möglichst wenig Aufmerksamkeit auf ihre großkalibrigen und klanglich sehr andersartigen Hauptbands zu richten. Im Jahre 1997 wurden die bisherigen Aufnahmen durch neue Stücke ergänzt und zu einem Longplayer namens "Declaration of Conformity" zusammengefasst. Soundmäßig noch eine Ecke roher als Hater, lebten die Musiker ihre Liebe zu klassischem Sixties-Garagenrock und Psychedelic Rock aus, indem unter anderem auch die frühen Pink Floyd (mit ihrem allerersten Stück Lucy Leave) oder die japanischen Surfbands The Carnabeats und The Spiders gecovert wurden. Begleitet wurde das Ganze von mysteriösen Manifesten über Weltveschwörungen, Musikern unter Pseudonym (Cameron wurde als "Tad Dameron" – eine Referenz an den einflussreichen Jazzpianisten und -arrangeur Tadd Dameron – gelistet, Shepherd schlicht als "Zeb") und kryptischem Artwork. Im weiteren Verlauf spendierte die Band auch immer wieder einmal Stücke für die Sampler des geistesverwandten Psychedelic-Magazins Ptolemaic Terrascope, und auch das Covern mehr oder weniger obskurer Songs aus den Sechzigern sollte eine Tradition bleiben.

1998 erschien dann das zweite Album namens "Brotherhood of Electric: Operational Directive(s)", in dessen Booklet die Musiker das antikommerzielle Programm ihrer "elektrischen Bruderschaft" – denen auch "co-conspirator" Josh Homme (Ex-Kyuss) angehörte – beschrieben. Erstmals war auch eine ganze Reihe von Gastmusikern beteiligt, so neben Homme auch der Percussionist Gregg Keplinger und Matts Ehefrau April Cameron an der Viola. Das 2001 veröffentlichte "The Scroll and Its Combinations" versammelte dann mit Ben Shepherd und Kim Thayil als Gästen alle alten Soundgarden-Mitstreiter außer Chris Cornell und hatte zudem mit dem mysteriösen Wes C. Addle einen prominenten Mitstreiter, da sich hinter dem Pseudonym niemand Geringeres als Pearl Jam-Sänger Eddie Vedder verbarg. Das Jahr 2003 brachte dann die bislang größte Aufmerksamkeit für Wellwater Conspiracy, da das unbetitelte vierte Album nicht nur auf dem Groß-Indielabel Megaforce erschien, sondern die Band sogar einen Auftritt bei David Letterman im US-Fernsehen absolvieren konnte. Zudem wurde der vorherige Teilzeit-Keyboarder Glenn Slater von den Walkabouts nun festes Bandmitglied und neben dem klassischen Sixties-Sound auch Elektronik- und Stonerrock-Elemente verarbeitet.

Seit 2005 allerdings herrscht Funkstille um die Band, da John McBain nach San Francisco gezogen ist und 2006 sein Soloalbum "The In-Flight Feature" veröffentlichte. Da Matt Cameron nach wie vor mit seiner Arbeit als Songschreiber und Schlagzeuger für Pearl Jam ausgelastet ist, ist unklar, ob und wann Wellwater Conspiracy wieder etwas veröffentlichen werden. Eine offizielle Auflösung gab es jedoch nicht.

Kollaborationen und Gastmusiker

Diskographie

Alben

Singles/EPs

  • 1993 Sleeveless (7", Superelectro Sound Recordings)
  • 1993 Sandy/Nati Bati Yi (7", Superelectro Sound Recordings)
  • 1994 Trowerchord (7", Superelectro Sound Recordings)
  • 1997 Compellor/In Pursuit of Gingerbread Man (7", Superelectro Sound Recordings)
  • 2000 Tidepool Telegraph (CD-Maxi, Third Gear)
  • 2001 Of Dreams/Hal McBlaine (live) (7", TVT)

Kompilationsbeiträge

  • 1995 Germanium/Telescopic/The Solar Know auf "A Metal Creep's Portico E.P." (7", Beilage zu Ptolemaic Terrascope Nr. 19)
  • 1996 Far Side of Your Moon auf "Succour – The Terrascope Benefit Album" (Flydaddy Records)
  • 1998 My Own Personal Ladder to the Moon auf "The Dawn of a New Era" (CD, Beilage zu Ptolemaic Terrascope Nr. 25)
  • 2000 What Becomes of the Clock auf "This Is POT" (CD, Beilage zu Ptolemaic Terrascope Nr. 28)

Referenzbands

Referenzkasten

  • Der Bandname geht laut John McBain auf den ehemaligen Monster Magnet-Sänger Tim Cronin zurück:
"The story behind the name goes back to Tim Cronin. I showed up at his house for Monster Magnet practice and Tim showed me a list of band names that he came up with the night previous. On one page he had drawn a flower with the words Wellwater Conspiracy written down the side. It stuck with me. There is no Wellwater Conspiracy."[3]
  • Die Songtitel Shel Talmy, Trowerchord und Hal McBlaine beziehen sich auf drei bekannte und von McBain und Cameron verehrte Persönlichkeiten aus dem Musikbusiness. Shel Talmy konnte als Produzent in den 60er Jahren Erfolge mit u.a. The Kinks, Manfred Mann und The Who feiern und gilt als Wegbereiter des spezifischen Power-Pop-Sounds dieser Bands. Robin Trower war zunächst Gitarrist von Procol Harum und in den 70er Jahren mit seinem eigenen Powertrio erfolgreich. Hal Blaine (das an John McBain angelehnte "Mc" im Songtitel geht auf den typischen Wellwater-Humor zurück) ist einer der profiliertesten Schlagzeuger der Popgeschichte, der unter anderem für Elvis Presley, Simon & Garfunkel, Frank Sinatra und die Beach Boys trommelte und als Studiomusiker an der Aufnahme einer unwahrscheinlich hohen Anzahl von Nummer-Eins-Hits beteiligt war.

Trivia

  • Als im Jahre 2000 ein Wellwater-Auftritt auf dem 4. Terrastock-Festival des Ptolemaic Terrascope-Magazins anstand, Matt Cameron aber durch seine Tourverpflichtungen mit Pearl Jam eingebunden war, wurde die Show von der Livesektion der "Brotherhood of Electric" bestritten. Das Lineup setzte sich hierbei aus John McBain (Gitarre), Ben Shepherd (Gesang), Jack Endino (Bass) und Mudhoney-Schlagzeuger Dan Peters zusammen.
"Matt was on tour with Pearl Jam and I was itching to play at Terrastock. I grabbed Dan Peters, the nicest guy in Seattle, and Jack Endino and worked up some covers and WWC instrumentals and had at it. It was a wonderful time killer. Dan is an incredible drummer. Ben was on fire. We'll do it again in the future." [3]
  • Ex-Kyuss und jetziger QOTSA-Chef Josh Homme war für einen kurzen Zeitraum 1997 der Bassist der Band (wobei das damalige Wellwater-Lineup zu zwei Dritteln der ersten Queens-Inkarnation unter dem Alias Gamma Ray entsprach) und tauchte u.a. auf dem Album "Brotherhood of Electric" als Gastmusiker wieder auf.
  • Die (sehr kryptischen) Linernotes für die ersten drei WWC-Alben über diverse Verschwörungstheorien wurden alle von John McBain geschrieben. Eigentlich waren auch für die titellose vierte LP Linernotes vorgesehen ("We are all equally fucked"), die aber letztlich doch nicht abgedruckt wurden (warum bloß?).[4]

Coverversionen

Wellwater Conspiracy covern...

auf "Declaration of Conformity"
auf "The Scroll and Its Combinations"
auf "Wellwater Conspiracy"

MP3s

Weblinks

Quellen

  1. Conspiracy Revealed! Inside the Wellwater Conspiracy (Interview mit Matt Cameron und John McBain in The Rocket, Mai 1999) [1]
  2. 2,0 2,1 "Roadburn"-Artikel, 1999 [2]
  3. 3,0 3,1 Interview mit John McBain bei Nodzine.com, 2001 [3]
  4. Interview mit John McBain bei ChartAttack.com, 2003 [4])
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