New Wave

Aus indiepedia.de
(Weitergeleitet von Wave)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abgrenzung
Ursprünge: Punk
Herkunft: von England und den USA in den Rest der Welt
Zeitraum: ab 1978
Anders als: Post-Punk, Dark Wave, NDW, No Wave

Einführung und Geschichte

Unter den vielen Genre-Begriffen gehört New Wave sicherlich zu einem der am schwersten abzugrenzenden. Gemein ist allen New-Wave-Bands, dass sie sich aus der Punk-Bewegung heraus entwickelten oder zumindest von Punk beeinflusst waren.

In den frühen Jahren wurde New Wave gar synonym für Punk selbst verwendet (siehe The Clashs "I'm So Bored With the USA": "I salute the new wave / and I hope nobody escapes"), in der Retrospektive meint New Wave zumeist eine domestizierte, dem Punk nachfolgende Musikbewegung - zum Teil auch direkt von Plattenfirmen gesteuert, die auf das DIY-Phänomen der Punk-Ära mit dem Entstehen von unabhängigen Independent-Labels mit raschen Signings von Punkbands antworteten oder aber versuchten, eine abgemilderte, leichter an die Massen zu bringende Version des doch zu unkontrollierbaren Punk-Phänomens zu entwerfen.

Historisch kann - neben des Weitermarschierens des aber unbedeutender werdenden klassischen Punks - Ende der 70er eine Zweiteilung des Punk-Erbes gesehen werden: die eine Seite entwickelte aus der Punk-Attitude und der Einstellung, dass keine Grenzen herrschen sollten, die erheblich experimentellere und zum Teil unzugänglichere Musik des Post-Punk, die andere Seite vermischte Punk-Elemente mit den aufkommenden Synthesizern und lieferten mehr dem Radio und Mainstream zugewandten Sound - New Wave.

In den USA bezeichnete New Wave, um die Verwirrung komplett zu machen, aber auch genau die Bands, die nach britischem Verständnis eben nicht New Wave, sondern Post-Punk wären: insbesondere die Talking Heads oder Devo. Die hiesige Definition folgt der oben beschriebenen Unterteilung: aus dem Punk entwachsene Bands, die sich einer experimentelleren und mehr Rhythmus-betonten Musik verschrieben, werden als Post-Punk verstanden, die Annäherung des Punk-Sounds an den Mainstream als New Wave. Darüber hinaus brachte der New Yorker Underground mit No Wave in den späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahren auch noch eine radikale Gegenbewegung zum New Wave hervor, die sich textlich wie musikalisch explizit gegen dessen Eingängigkeit und Kommerzialität richtete.

New Wave in den 80ern

War gegen Ende der 70er der Begriff New Wave noch gleichbedeutend sowohl für Punk- wie Post-Punk als auch New Wave-Bands verwandt worden, zeigte sich die Teilung in den frühen 80ern deutlicher: nun wird unter New Wave eindeutig der oben beschriebene weniger lärmige und aggressive Ton verstanden, was sich auch in dem immer stärker zu Tage tretenden Einsatz von Keyboards an Stelle oder neben Gitarren zeigte. Nun wird der Übergang zu den frühen Synthie-Pop-Acts (wie Human League, Duran Duran) und insbesondere den New Romantics (Adam & The Ants, Spandau Ballet) fließend, die die ersten Jahre der neuen Dekade stilistisch prägten und auch als New-Wave-Bands betrachtet werden. Zum Teil flossen auch die Ende der 70er von Joy Division und Siouxsie and the Banshees entwickelten Gothic-Elemente ein, was sich wiederum in die Richtung Wave weiterentwickelte.

Durch die Geburt von MTV erlebte New Wave eine Lebensverlängerung: MTV sendete in seinen Anfangsjahren besonders viele New Wave- und Synthie-Pop-Videos, so dass die Jahre 1982 und 1983 kommerziell im Zeichen des New Wave standen.

New Wave in Deutschland

Während die Punk-Bewegung in Deutschland nur verspätet Fuß fassen konnte, war insbesondere Post-Punk als auch New Wave in Deutschland wichtig und stark. Die Szene um den Ratinger Hof in Düsseldorf (Fehlfarben, S.Y.P.H., DAF) als auch in Berlin (Einstürzende Neubauten, Neonbabies) arbeiteten sich an diesen beiden, oben beschriebenen Enden der Punkweiterentwicklung ab. Die Erfolge in England und den USA wie die lebhafte Underground-Szene in Deutschland bereitete den Boden für das große Phänomen der Neuen Deutschen Welle, die im Grunde die 1:1-Entsprechung des New Wave in deutscher Sprache ist. Ähnlich wie Punk in England mittels New Wave domestiziert wurde, war auch in Deutschland die Antwort auf das rege Treiben der Independents und des Undergrounds eine Welle von plattenfirmagepushten Bands, die auf der Grundlage der kommerziell weniger erfolgreichen oben genannten Gruppen phänomenale Erfolge feierten.

New Wave der Neuzeit

Seit dem Jahr 2001, als The Strokes und Interpol auf der Bildfläche erschienen, bildet die Musiklandschaft die Entwicklung der Punkexplosion im kleinen erneut ab. Waren um 2001/2002 insbesondere die Garage-Punk-Bands, die sich aus dem 77er Punk wie dem Proto-Punk bedienten, vorherrschend (The Strokes, The White Stripes, The Hives, The Libertines), entwickelte sich daran anschließend eine stark Post-Punk beeinflusste Szene, die 2003-2005 ihren Höhepunkt mit den Debutalben bzw. Folgealben von Interpol, Franz Ferdinand, Bloc Party oder Maxïmo Park wie den zusätzlich stark Dance-beeinflußten, vordringlich New Yorker Bands um LCD Soundsystem oder The Rapture erlebte. Parallel feierten Bands kommerzielle Höhenflüge, die sich aus den beiden vorgenannten Szenen speisten, aber deutlich radiotauglicher klangen: The Bravery, The Killers und auch zum Teil Franz Ferdinand oder Clap Your Hands Say Yeah - wie bei dem New Wave der End70er und Früh80er ist auch hier wieder schwierig, wirkliche Ähnlichkeiten herauszustellen. Zumeist sind es die Einflüsse, die sich gleichen und die aus den drei Szenen Punk, Post-Punk und New Wave kommen. Als wirklich gängiger, eigenständiger Begriff kann allerdings "New Wave" für diese Bands nicht verwendet werden. "New Wave der Neuzeit" versteht sich hier als Hinweis auf das allen Bands gemeinsame Erbe, nicht als tatsächlich gebräuchliche Genre-Bezeichnung.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands:

Wichtige Alben:

Wichtige Songs

Vorläufer