Virtuelles Idol

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Ein virtueller Star, bzw. virtueller Popstar, virtueller Rockstar, eine virtuelle Band oder aber ein virtuelles Idol ist eine audiovisuelle Re/präsentation von Interpreten zumeist auf Softwarebasis als Ikone, Animation oder Hologramm. Ähnlichkeiten mit natürlichen Personen sind entweder nicht oder nur in Anspielungen berücksichtigt oder aber ausdrücklich gewünscht, wobei dann die möglichst genaue Übereinstimmung zum Beispiel eines Hologramms mit der natürlichen Person die hauptsächliche Designmotivation ist. Eine Vorstufe sind Charaktere aus Comics, Mangas, Animes oder Storyboards sowie Maskottchen von Firmenprofilen und derart vermarktete postmoderne Ikonen, wie Kitty White (1974).[1]

Hintergrund

Audiovisuelle Re/präsentationen von Interpreten in der Musik sind historisch aus der Comickultur, dem japanischen Manga, dem Anime und auch der Computerspieleindustrie im Zusammenhang mit Populärer Musik entstanden. Die Figuren wurden mit der Zeit auf Charaktere oder Pseudo-Persönlichkeiten hinentwickelt (bzw. mit einem entsprechenden Entwicklungsbonus vorgestellt). Eine Voraussetzung ist dafür eine distanzierte Rollenrezeption, die zur Identifikation und Immersion (zum Eintauchen) einlädt, in einem Plot zum Beispiel die Vorannahme einer erfolgreichen Musikerkarriere. Die Rolle des Musikvideos (seit Mitte der 1970er Jahre) wie später auch die Aufstellung von Spartenprogrammen leisteten der Entwicklung Vorschub. Der Musikvideosender MTV wurde 1981 zuerst im Kabelnetz der USA angeboten.

In der Filmindustrie steht für die Cyber-Orientierung und beginnende Virtualisierung der Welt der Klassiker Tron (1982, Soundtrack von Wendy Carlos)[2], in der Literatur William Gibsons Neuromancer (1984)[3], in der Musik und Computerspieleindustrie die Entwicklung von Soundchips und die Fortschritte bei der Entwicklung von GUIs (grafischen Benutzeroberflächen) und Interfaces. Bei der musikalischen Gestaltung der Vocoder, mehr noch das Auto-Tune. Wie bereits in den 1950er Jahren mit der Entdeckung der elektronischen Musik und deren Popularisierung seit den 70ern, kann ab Mitte der 1990er Jahre von einem Virtualisierungsboom die Rede sein, der umwälzende Neuerungen in allen Branchen der Unterhaltungsindustrie einleitete.

Vorläufer: Virtualität in Band- und Actkontexten

  • Madonnas Rollenrezeption gehört zu den wegbereitenden Realisierungen von Virtualität in der Musik. Frühe Vorläufer virtueller Idole können bei Repräsentationen gesellschaftlicher Stereotype und kultureller Identitäten ausgemacht werden, so zum Beispiel bei den Village People.
  • Michael Jacksons Selbstinszenierung, die radikal auf die für Projektionsflächen gültigen Kriterien der Massenmedien abgestimmt war, erweiterte die Möglichkeiten der physischen Anpassung an Starideale bis hin zur Anwendung chirurgischer Eingriffe.
  • Das Virtuelle bei Kraftwerk ist die Inszenierungen einer Vision der vollständigen Synthese von Mensch und Maschine.
  • Das musikalische und künstlerische Gesamtkonzept der Residents ist auf Virtualisierung der Musiker und oft alptraumhafte, virtuelle Umgebungen ausgelegt.[4]
  • Die Musiker der Hamburger Band Der Plan haben sich mit verschiedenen Kostümierungen und virtuellen Bühnenbildern mehrfach als virtuelle Wesen dargestellt, so zum Beispiel in Ich bin ein Komputer.[5]
  • Ebenso die aus Karl-Marx-Stadt stammende AG. Geige.
  • 1997 erscheint das Musikvideo Barbie Girl von Aqua. Die Hauptprotagonistin bietet als komplett animierte Softwareheldin in einer bruchlos vorgeführten Bubblegum-Welt fast avatarische Qualitäten zur Identifikation für Mädchen.[6]
  • Der Futurismus und die New Wave sind musikalisch zum Teil mit Elementen ausgestattet, die auf virtuelle Transzendierung von Gegenständen aus anderen Stilen verweisen. Gewöhnlich erstreckt sich Transzendenz dann auch auf die Selbstdarstellung von Musikern, so zum Beispiel im Afro Futurismus von Kool Keith als Black Elvis.[7]

Moderne und postmoderne Ikonen, Maskottchen

Kitty White (Hello Kitty), La Linea (Zeichentrick), Tamagotchi (virtuelles Haustier), Michelin-Mann (Firmen-Maskottchen), Die Maus (Sendung mit der Maus)

Comic & Anime

  • Jem and the Holograms ist die Band von Jerrica Benton, einer der ersten animierten Serienstars mit komplettem Musikerinnenprofil, die zugehörige Fernsehserie Jem (Stimme: Britta Phillips) wurde 1985 bis 1988 in den USA produziert und ausgestrahlt.[8] Jerricas Auftritte als Jem sind einer Software ihres Vaters, eines berühmten Erfinders, zu verdanken. Jem ist sozusagen der Avatar von Jerrica.[9]
  • Sharon Apple ist die Hauptfigur in Shoji Kawamori's Macross Plus: The Movie (1995). Die Musik stammt von der japanischen Filmmusikerin Yoko Kanno und zeugt im Gegensatz zu vielen anderen Produkten in diesem Bereich von einer großen musikalischen Bandbreite. Eine Selbstreferenz ist auch hier enthalten, indem Sharon Apple Konzerte als Hologramm-Shows abhält.[10]
  • Mima Kirigoe von der Girlgroup Cham ist Protagonistin des Animes Perfect Blue (1997) von Satoshi Kon, der zunächst als Realfilm geplant war, dann aber mangels Budget als Anime produziert wurde, erst später kam er dann auch als Realfilm in die Kinos.[11]
  • Die Gorillaz sind seit 1998 Damon Albarns Projekt von Bandzusammenhängen als Comicstrip. Die virtuelle Band wurde mehrfach ausgezeichnet.[12][13] 2005 gab die Comic-Band bei den MTV-Awards in Lissabon das weltweit erste Hologramm Konzert, die Technik zu der Zeit noch in den Kinderschuhen.[14]
  • Im Bereich der Comics und Animes gibt es ein großes Angebot an Musik- und Musikercomics, beim größten Comicanbieter, dem Carlsen Verlag, zum Beispiel zu Johnny Cash.[15] „Comics über Geschichte und Geschichten unterschiedlicher Pop-Traditionen bilden auf dem Markt der Graphic Novel ein eigenständiges Genre. Jüngst erschienene Comics-Bände thematisieren Stile wie den griechischen Rembetiko und den Blues, aber auch Pop- und Rock-Legenden wie die Beatles oder Bob Dylan.“[16]
  • Auch die Musikindustrie ist in virtuelle Repräsentationen involviert, bewirbt ihre Produkte mit Hologrammen oder situiert ihre Produkte in Animes. In der japanischen Mangaserie K-on! (2007-2012, Keiongaku heißt in etwa Popmusik) wurden die animierten Hauptfiguren im Umgang mit nicht oder kaum veränderten Produkten präsentiert (Fender, AKG …), was dazu führte, dass die Verkäufe der entsprechenden Produkte nach Ausstrahlung der Sendungen um ein Vielfaches anstiegen.[17] Die virtuelle Band Ho-kago Tea Time erreichte als erste Anime-Band 2009 die Toppositionen der japanischen Charts.[18][19]
  • Kyary Pamyu Pamyu bewegt sich seit 2011 in einer virtuellen Mädchenwelt, in der die unterschiedlichen Möglichkeiten visueller Darstellungen kombiniert und mit zum Teil ungewohnten Inhalten ausgeschöpft werden.[20]

Avatare

„Mitte der 90er Jahre ist die Computertechnologie so vorangeschritten, dass virtuelle Kunstfiguren interaktiv und unter dem Eindruck von Echtzeit mit den Nutzern interagieren können. Dies löste einen Boom an virtuellen Idolen aus, und einige von ihnen erlangten einen hohen Marktwert und den Status eines Stars. Und ebenso wie bereits bei den Anfängen des Film-Starkultes bemerkte auch die Computerindustrie schnell, dass die Fans nach einer scheinbar authentischen Biographie voller Dramatik verlangen. So wie seit 1914 in Ausweitung der sogenannten Picture Personalities in der Filmindustrie das Image eines Stars aufgebaut wurde, wird analog bei der Entwicklung der digitalen Stars eine persönliche Biographie konstruiert, die die Vorlieben und Fähigkeiten der Figur wiedergeben.“[21]

  • Fritz Lang hat in Metropolis (1927) mit dem Maschinenmenschen, am ehesten einem Avatar der Hauptfigur Maria, einen der ersten medial vermittelten Avatare als Klon vorgestellt. Der Stummfilm wurde 1984 von Giorgio Moroder adaptiert.[22] Metropolis wurde von vielen bekannten Musikern, so zum Beispiel Jeff Mills, Laibach und George Clinton a.k.a Dr. Funkenstein ("Beneath Mo'Tropolis Imprisoned Workers Help Destroy The Funk") verarbeitet. Seit 2011 gibt es eine komplett rekonstruierte digitale Neufassung des Originals.
  • Der erste Avatar, der ein Superstar wurde, war Max Headroom, ein stotternder Musikansager des britischen Senders Channel 4, für dessen Auftritt und spezifische Ansagetechnik viele Cuts unter einer Sekunde vorgenommen wurden.[23]
  • Der bekannteste aller Avatare ist wahrscheinlich Lara Croft, die Titelmelodie für Tomb Raider (Erstveröffentlichung 1996) stammt von Graeme Revell.[24] 2001 erschien ein Film, zu dessen Soundtrack zahlreiche international anerkannte Rock- und Popmusiker beigetragen haben.[25]
  • Die bekannteste virtuelle Welt, Second Life, bietet zahlreiche Locations und Clubs, in denen die Avatare ihre Zeit verbringen können, neben Mainstream-Kneipen sind die unterschiedlichsten Stile und Substile aufgeführt.[26]
  • Zuletzt wurde der Begriff des Avatars im gleichnamigen 3D-Film von 2009 popularisiert, davor prägte Matrix mit Verweisen auf Zen und Gegenkultur, Jean Baudrillard und Erkenntnistheorie den Jahrhundertwechsel.[27] Rainer Werner Fassbinder griff mit seiner Produktion Welt am Draht bereits 1973 auf den Roman Simulacron-3 von Daniel F. Galouye zurück, bei dem sich auch Matrix bediente.[28]

Vocaloid, Miku Hatsune

Vocaloid ist ein Software Synthesizer und Editor der Yamaha Corporation, der 2003 zum erstenmal vorgestellt wurde und von dem seither zwei weitere Programmversionen, Vocaloid 2 und 3, auf den Markt kamen. Auf Sampelgrundlage erscheinen seit 2004 immer neue Stimmen, die mit der Software weiterverarbeitet werden.[29]

  • 1997 erschien als eine Vorläuferin der Vocaloid-Maskottchen Kyoko Date, das erste computeranimierte Cyber- oder virtuelle Idol. Kyoko Date bewegt sich in wirklichen Umgebungen.[30]
  • Die Repräsentationen von Vocaloids werden vom Design her auf Niedlichkeit hin optimiert, das entspricht dem in Japan sehr einflussreichen Kawaii, dem Niedlichkeitskult. Das erste, vom japanischen Mangazeichner KEI entworfene, Vocaloid-Maskottchen Miku Hatsune, in japanischer Namensfolge Hatsune Miku, ist zugleich der erste massenhaft medial vermittelte digitale Popstar der Welt, Sitmme: Saki Fujita. 2011 stand ein Sampler mit Miku Hatsune-Songs an der Spitze der japanischen Albumcharts.[31] Bei ihren Konzerten wird Miku als Hologramm von einer Backing Band aus Fleisch und Blut begleitet.

<– CV01 Hatsune Miku – World is Mine Live (2008, Semi-Hologrammshow bei Youtube)

„Nach Angaben von Crypton wurden bis 2013 über 100.000 Stücke mit Miku Hatsune als Interpretin veröffentlicht, 170.000 Videos mit ihr auf Youtube hochgeladen und etwa 1.000.000 Illustrationen mit ihr erstellt.“[32]

Hologramme

Hologramm-Shows sind ein Trend, der seit einigen Jahren verstärkt in der Öffentlichkeit zu finden ist. Eine fachspezifische Differenzierung liegt mit der technischen Umsetzung von echten Hologrammen oder Re/produktionen auf Grundlage des sogenannten Musion Eyeliners vor, bei dem eine Filmspur eingesetzt wird.[33]

Die aktuelle Entwicklungsstufe für lebensechte Hologramme ist seit 2009 die Entwicklung taktiler Displays, also zum Beispiel berührbarer Superstars.[43] Um ungewollten Entwicklungen und Reaktionen der Audienz bei Störungen während der Immersion / Identifikation vorzubeugen, stellt sich die dringliche Frage nach einer Ethik bei Hologramm-Shows. Störungen bei Hologramm-Shows thematisiert Macross: The Movie (siehe Abschnitt: Comic & Anime). Das zugrunde liegende Problem hat auch Steven Spielberg in seinem Film A.I. – Künstliche Intelligenz von 2001 auf ähnliche Art und Weise vorhergesehen. Das Problem der Entwicklung einer im Bewusstsein der Menschen verankerten Ethik im Umgang mit den Errungenschaften des digitalen Zeitalters.[44] Es ist nicht unwahrscheinlich, dass bei der Wahrnehmung auch sensibel verkörperlichter (Menschen) mit der Zeit keine wesentliche Differenz mehr zu Hologrammen gemacht wird und die Frau an seiner Seite, die sich zum Beispiel auf Art des Dita-von-Teese-Hologramms unversehens in einen riesigen diamantbesetzten Pumps verwandelt, und ähnliches im Alltag ihre Schrecken verlieren. Eine Abstumpfung der Sinneserfahrungen auch im Umgang mit echten Menschen ist vielleicht naheliegend. Die Reaktionen von Kindern zum Beispiel auf Miku Hatsune als Hologramm sind entgegen solchen Befürchtungen allerdings ausgesprochen vielfältig und unterschiedlich zu bewerten.[45]

Spiele

  • Viele Musikspiele haben das Konzept des Avatars, mit dem Plattenspieler und weiteres Equipment bedient werden, integriert.[46]
  • Bei American Idol Boardgame (2003) ist das Ziel der Spieler, als Gewinner zum Idol gekürt zu werden.[47]
  • The Idolm@ster ist eine Lebenssimulation für die Microsoft XBox 360, bei der es darum geht, eine Gruppe von Frauen und unter diesen eine Einzelne zu Pop-Ikonen zu machen (2007).[48]
  • Bei Idol Project (2011) geht es darum, eine erfolgreiche Idol-Band zusammenzustellen.[49]
  • Auf diversen Plattformen können reale oder virtuelle Stars in Dress-Up-Spielen online bekleidet und geschminkt werden.[50]

App

  • Music Idol ist eine Applikation für iPhone, iPad und iPod mit einem eigenen Forum für Resultate.[51]

Theorien

Simulakren

„Das Simulacrum ist auch ein zentraler Begriff in zeitgenössischen Theorien der Virtualität bzw. Virtualisierung insbesondere von Gilles Deleuze, Paul Virilio, Pierre Klossowski und vor allem Jean Baudrillard. Baudrillard unterscheidet verschiedene historische Formen von Simulacren (Imitation, Produktion, Simulation) und beschäftigt sich besonders mit dem Simulacrum der Simulation als dem dominanten Simulacrum der durch Massenmedien bestimmten Gegenwartsgesellschaft. Das Kennzeichen dieses modernen Simulacrums besteht nach Baudrillard darin, dass die Unterscheidung zwischen Original und Kopie, Vorbild und Abbild, Realität und Imagination unmöglich geworden und einer allgemeinen ‚Referenzlosigkeit’ der Zeichen und Bilder gewichen sei.“[52]

„Wer nicht weiter wusste, las Jean Baudrillard und versuchte, dessen Simulationstheorien zu verstehen. Die Stufen der "Simulakren", von der Imitation über die Produktion zur Simulation. Nach Baudrillard wäre Hatsune Miku ein höheres Holowesen als der erweckte Tupac.“[53]

1973

Systemtheorie

Virtualisierung ist einer der zentralen Begriffe der Systemtheorie. In manchen Animes werden autopoietische oder selbstreferentielle Systeme eröffnet (bzw. adressiert), indem Produktionsprozesse thematisiert und virtuelle Umweltbezüge in die Handlung eingelagert werden, so zum Beispiel bei Sharon Apple und Jerrica Benton (siehe oben, Abschnitt Comic & Anime).

Anthropozän

Das Anthropozän ist ein Begriff, der um die Jahrhundertwende vom Chemiker und Nobelpreisträger Paul J. Crutzen geprägt wurde und ein neues Erdzeitalter beschreiben soll, das das „zwischeneiszeitliche“ abgelöst habe. Der Beginn des Anthropozäns wird je nach Gegenstand unterschiedlich angesetzt, der Blickpunkt rückt vom Menschen, der der Umwelt ausgesetzt ist, zum Menschen, der die Umwelt (und sich selbst) konstruiert. Im Rahmen der Veranstaltung Das Anthropozän-Projekt im Haus der Kulturen der Welt spielen 2013 unter anderem Nicholas Bussmann, David Cope, Jerry Dammers' Spatial A.K.A Orchestra, Ebba Durstewitz, Tamer Fahri, Alexander Hacke, Lillevan und Artyom Kim, Andrew Pekler, David Rothenberg und Nobukazu Takemura.[54]

Werkbegriff, Autorenschaft

Implikationen hat das Thema Virtuelle Stars auch für den Werk- bis hin zum Autorenbegriff. Ebenso stellt sich die Frage nach einem Neuverstehen des klassischen Authentizitätsbegriffs als einem der zentralen Messinstrumente für qualitativ hochwertige Popmusik[55][56], vgl. auch Artikel Musikalisches Werk.

Postdigitales Zeitalter

Protagonisten einer Neubewertung von Werk- und Authentizitätsbegriff wären zum Beispiel Vertreter des seit 1998 so genannten Postdigitalen (Zeitalters), die sich mit den Errungenschaften des digitalen Zeitalters kritisch auseinandersetzen. Vergleiche dazu: Artikel Postdigital.

Siehe auch

Programme und Setups

  • Emily Howell ist ein Kompositionsprogramm des Musikwissenschaftlers David Cope, das seit den 1990ern ununterbrochen im Stil bekannter klassischer Komponisten komponiert. 2010 erschien die erste CD, 2012 die zweite.[57][58][59] Wahrscheinlich ist, dass viele Musikinteressierte sich die CDs höchstenfalls als Werk von David Cope zulegen werden, weniger als Zeugnis eines Kompositionswettbewerbs Mensch gegen Maschine / Software.
  • Max/MSP bzw. die Freevariante Pure data sind objektorientierte Programmsprachen, die vornehmlich zur Steuerung und Kontrolle zum Beispiel von Maschinen oder auch Multimediashows (Musik, Beamer usw.) eingesetzt werden. Entworfen wurde Max/MSP als Musikprogrammsprache für interaktive Computermusik von Miller Puckette Mitte bis Ende der 1980er.
  • Karaoke ist ein Musik-Setup, bei dem eine gewisse virtuelle Grundhaltung mit angeboten wird. Karaoke ist im Heimatland der meisten virtuellen Realisierungen, Japan, zuhause aber auch in vielen anderen Ländern beliebt. In Berlin gibt es zahlreiche Karaokebars.
  • Digitale Vinylsysteme greifen ausschließlich auf digitale Playlists zu.

Robotik

Bei der Robotik, besonders der Extremrobotik, ist zwar der Ansatz geradezu entgegengesetzt, wenn das Phänomen allerdings, wie es zur Zeit der Fall ist, zunächst eine Frage der Steuerung ist, zählt auch die Robotik aufgrund der Bedeutung der Steuersoftware und Programmroutinen in den Bereich der virtuellen Phänomene. Auch die Baupläne könnten als Virtualisierungen bereits Gültigkeit beanspruchen. Artikel: Survival Research Laboratories, Compressorhead

Japanische Aidoru aus Fleisch und Blut

Aktuelle Japanische Idols sind zum Beispiel Babymetal, ein Girltrio, das 2012 gegründet wurde und wie die Seitenprojekte Twinklestars und Sakura Gakuin (beide 2011) aus weiblichen Japanischen Idolen besteht (vgl. Artikel Japan).[60][61] Eine entsprechende Idol-Boyband gibt es seit 1991 mit SMAP auch. Die bekannteste Idolband der 1980er war der 52köpfige Onyanko Club, in den 1990ern war Namie Amuro das bekannteste Japanische Idol.[62] Gravure Idols oder AV Idols sind zumeist japanische Teens und Twens in Unterwäsche, selten zur Gänze entblößt.[63]

Einzelnachweise

  1. Profil Hello Kitty [1] bei Sanrio.co.jp
  2. Vor Tron hat Rainer Werner Fassbinder mit seiner Fernsehproduktion Welt am Draht von 1973 dieselbe Idee thematisiert, wie Matrix knapp zwanzig Jahre später. Das Thema Welt in der Welt wird hier im Gegensatz zu Matrix als dreistufiges Modell oder aber dreistufige Entwicklung des Hauptprotagonisten Stiller vorgestellt: Rainer Werner Fassbinder – Welt am Draht (1973) [2] Film in zwei Teilen bei Youtube, die Filmmusik von Gottfried Hüngsberg, wahrscheinlich weitgehend am Minimoog entstanden. Der Soundtrack enthält Musik von Elvis Presley, Friedrich Hollaender, Johann Strauß, Anton Karas, Fleetwood Mac, Robert Schumann und weiteren.
  3. Neben Neuromancer wird besonders auf die Romane und Kurzgeschichten Philip K. Dicks verwiesen.
  4. The Residents – This is a Man's Man's Man's World (James Brown) [3] ab 2:25 min. im legendären Eyeball-Outfit bei Dailymotion
  5. Der PlanIch bin ein Komputer (1981) [4] Video bei Youtube, Uploader: ausgeflippter
  6. Aqua – Barbie Girl (1997) [5] bei Youtube
  7. Kool Keith – Livin' Astro [6] als Black Elvis in einer virtuellen Umgebung bei Youtube: Uploader: mackube
  8. Jem and the Holograms – Only the Beginning [7] bei Youtube, Uploader: Ms. LizShadow
  9. Charaktere und Biografien [8] bei The Ultimate Jem Site, die Software ist hier selbst bereits Thema einer virtuellen Verwirklichung und wird auf diese Weise transzendiert.
  10. Macross Plus Konzertszene [9] musikalische Bandbreite bei Youtube, Uploader: xJusteBx
  11. Sebastian Klausner – Perfect Blue [10] Rezension bei DVD-forum.at
  12. Artikel Gorillaz, Abschnitt Auszeichnungen [11] bei der en.wiki
  13. Gorillaz [12] bei Tape TV
  14. GORILLAZ – MTV Europe Music Awards (Live) (2005) [13] bei Youtube
  15. Reinhard Kleist – Johnny Cash. I see a Darkness. (2006) [14] bei Carlsen, etwa 15€
  16. Frank Schäfer – Bildergeschichten zum Pop-Kanon. Musik-Comics thematisieren die Geschichte verschiedener Pop-Traditionen. [15] ausführlich bei der Neuen Züricher Zeitung
  17. K-ON!! – 2. Staffel, Episode 1 [16] „Ich mag alles, was niedlich ist und gut schmeckt!“ bei Youtube, Uploader: anime on demand
  18. Artikel K-On! [17] bei der de.wiki
  19. Profil Ho-kago Tea Time [18] bei Discogs
  20. Kyary Pamyu Pamyu – PonPonPon (2011) [19] "old school japanese weird song" (Kommentar bei Youtube), Schleichwerbung inklusive
  21. Birgit Richard – Virtuelle Idole [20] bei Birgit Richard.de
  22. Giorgio Moroder – Metropolis shift change [21] Video bei Youtube, Uploader: ColonelBlimp63
  23. The Art Of NoiseParanoimia (feat. Max Headroom) [22] bei Youtube
  24. Artikel Tomb Raider, Abschnitt Music [23] bei der en.wiki
  25. Soundtracks for Lara Croft: Tomb Raider (2001) [24] bei IMDb
  26. Musikwegweiser [25] bei Second Life
  27. Matrix – Rote oder blaue Pille? [26] bei Youtube, Uploader: repat123
  28. Rainer Werner Fassbinder – Welt am Draht (U.S. Trailer der Neuverfilmung, deutsch mit englischen Untertiteln) [27] bei Youtube, Uploader: janusfilmsnyc
  29. Artikel Vocaloid [28] mit Gesangsbeispiel bei der de.wiki
  30. Kyoko Date – Love Communication PV [29] bei Youtube, Uploader: furanku67
  31. Who is Hatsune Miku? [30] anschaulich bei Crypton.co.jp
  32. Artikel Miku Hatsune [31] bei der de.wiki
  33. Artikel Holography [32] bei der en.wiki
  34. Mariah Carey Krakow T-Mobile 17 11 2011 [33] publikumsnah bei Youtube, Uploader: MediamikserPL
  35. Musion – Black Eyed Peas Hologram [34] bei Vimeo, Dominic Faraway
  36. Paloma Faith – B.O.B festival [35] Hologrammshow bei Youtube, Uploader: pinstripeworld
  37. Dita Von Teese – Hologram at Christian Louboutin launch [36] bei Youtube, Uploader: theverysimong
  38. Pixie Lott Musion Hologram [37] bei Vimeo, Uploader: Dominic Faraway
  39. Kate Moss Hologram [38] bei Youtube
  40. 2Pac – "The Tupac Hologram" at Coachella 2012 [39] bei Vimeo
  41. Gil Kaufmann (2012) – Tupac Hologram Company Prepping Virtual Elvis. Digital Domain Media Group is working on a 'virtual' Elvis for a series of film and TV projects. [40] Artikel bei MTV
  42. Dagmar – Dr. Dre wollte Auferstehung. Das steckt hinter dem lebensechten 2Pac-Hologramm! [41] bei Promiflash
  43. Chris Davies – 3D tactile holographic display created in Japan [Video] (2009) [42] Beispielvideo bei Slashgear
  44. Steven Spielberg – A.I. - Künstliche Intelligenz (HQ-Trailer-2001) [43] bei Youtube, Uploader: Kilkenny1978
  45. Reaktionen von Kindern auf die Miku-Hatsune-Hologrammshow [44] .en bei Youtube
  46. Liste Music Games [45] eine Liste von Flash-Spielen bei Gameslist.com
  47. American Idol Boardgame [46] bei Boardgamegeek.com
  48. The Idolmaster – arcade version Promotion Video [47] Promovideo beiYoutube, Uploader: Erial Krale
  49. Profil Idol Project (2011) [48] bei Boardgamegeek.com
  50. Online Dress-Up Games for Girls [49] bei Girlsgogames oder Super Idol Girl Game [50] bei Didigames.com
  51. Music Idol (2015) [51] Produktbeschreibung bei amazon
  52. Artikel Simulacrum, Abschnitt Medientheorie [52] bei der de.wiki
  53. Michael Pilz – Die unheimliche Holo-Auferstehung des toten Tupac [53] bei Welt.de
  54. Haus der Kulturen der Welt – Unmenschliche Musik [54] beim HKW
  55. Authentizität zur Bewertung von Popmusik nach den Prinzipien des Rolling Stone: Zum Beispiel bei Wade Gordon (1997) – Never Mind The Authentic [55] PDF bei Concordia.ca
  56. „Angesichts des Virtuellen – also des nur im elektronischen Raum Stattfindenden – wird die klassische Unterscheidung von Original und Kopie obsolet.“ In: Wolfgang Ernst – Der Originalbegriff im Zeitalter virtueller Welten. (2000) [56] bei Yumpu.com
  57. Wo Computer komponieren wie Bach und Mozart [57] bei Welt.de
  58. Artikel Emily Howell [58] bei der en.wiki
  59. Emily Howell – Track 1 [59] bei Youtube, Uploader: Marco Pontello
  60. Homepage Sakura Gakuin [60] bei Sakura Gakuin.jp
  61. Babymetal – "Doki Doki Morning" full dance clip (flip-horizontal) [61] Headbanger bei Youtube, Uploader: ToysfactoryJP
  62. Artikel Japanisches Idol [62] bei der de.wiki
  63. YG Gravure Girls [63] Posting bei Dannychoo.com, virtuelle Idols: Reiter pop culture

Weblinks allgemein

Comics & Animes

  • Gorillaz [64] offizieller Kanal bei Youtube

Hologramme

  • Musion Homepage [65] "Seeing is believing", Hologramme bei Musion
  • Stephen Post – Virtuelle Events in einer 3D Welt [66] Diplomarbeit, Leseprobe online bei Grin.com, Perspektiven der Virtualität.

Emily Howell

  • Brian Blitstein (2010) – Triumph of the Cyborg Composer. David Cope’s software creates beautiful, original music. Why are people so angry about that? [67] beim Pacific Standard

Weblinks Theorien

Anthropozän-Projekt

  • Profil des HKW [68] bei Soundcloud, Eröffnungsreden zum Anthropozän-Projekt
  • Startseite Das Anthropozän-Projekt [69] beim HKW

Postdigital

  • Nicholas Negroponte: Beyond Digital (The Wired, 1998) [70]
  • Kim Cascone – The Aesthetics of Failure: 'Post-Digital' Tendencies in Contemporary Computer Music (MIT Press, 2000) [71] bei CCapitalia.net
  • Giorgio Agamben: What is a Paradigm? (Videovortrag in zehn Teilen 2002) [72] bei Youtube
  • Nicholas Negroponte: Wired-Kolumnen [73]
  • Leo Merz: Digital Vintage (Merz Akademie, Stuttgart 2007) PDF [74] (PDF; 1,5 MB)
  • Fischmarkt – Webseite mit Schwerpunkt Postdigitales Zeitalter: Post-digital ist die digitale Revolution [75]

Links im Juli 2017.