Tool

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Tool
Tool in Roskilde (2006)
Tool in Roskilde (2006)
Herkunft: Los Angeles, Kalifornien, USA
Aktiver Zeitraum: seit 1990
Genres: Progressive Rock, Experimental, Heavy Metal
Labels: Volcano Records
Homepage: Toolband.com
Line-Up:
Maynard James Keenan: Gesang
Adam Jones: Gitarre, visuelle Effekte
Justin Chancellor: Bass (seit 1996)
Danny Carey: Schlagzeug
Ehemalige Mitglieder:
Paul D'Amour: Bass (1990-1996)

Tool aus Los Angeles sind eine der eigenwilligsten und erfolgreichsten Formationen, die im Bereich der schweren alternativen Rockusik aktiv sind. Sie wurden 1990 gegründet.

Bandgeschichte

Zu den wenigen Gruppen der jüngsten Rockmusikgeschichte, die sowohl kultisch verehrt werden als auch künstlerisch kompromißlos vorgehen und es dabei trotzdem immer wieder auf die vordersten Plätze der Charts schaffen, gehört das Quartett Tool aus Los Angeles. Gegründet vom vormaligen Marineinfanteristen Maynard James Keenan, Gitarrist Adam Jones, Drummer Danny Carey und dem Bassisten Paul D'Amour, hatte sich die Band nur anderthalb Jahre nach ihrer Formierung bereits eine so gute regionale Reputation erspielt, dass ein Plattenvertrag mit dem Major-assoziierten Label Volcano Records zustandekam. Zu ihren Einflüssen zählte die Band dabei den klassischen Progressive Rock von King Crimson, Rush, Yes und Peter Gabriel, den Düster-Metal von Black Sabbath sowie Alternative-Vordenker wie Jane's Addiction und Faith No More. 1992 erschien die erste EP namens Opiate, auf der bereits eine deutliche Vorahnung späterer Großtaten ebenso wie die Wurzeln der Band zum Vorschein kamen: Düstere, komplex aufgebaute Metal-Parts verbanden sich mit psychedelischen Exkursionen und intelligenten, zutiefst sarkastischen Lyrics, die sich oftmals gegen Heuchlerei und moralisches Versagen der vermeintlich integren Schicht der religiösen Rechten richteten. Zum Markenzeichen der Band wurden alsbald auch die verstörenden Videos, die allesamt unter der Leitung des Gitarristen Adam Jones entstanden, der auch für die psychedelischen Bühnenshows der Band verantwortlich zeichnete. Einen kleinen Vorgeschmack gab ebenfalls der Gastauftritt des Tool-Sängers Keenan auf dem Debüt der befreundeten Crossover-Band Rage Against The Machine, die ebenfalls eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung der alternativen Rockmusik spielen sollte.

1993 kam dann der von Sylvia Massy produzierte erste Longplayer namens Undertow auf den Markt, auf dem Tool ihr Konzept in größerem Maßstab verwirklichen konnten. Die Singleauskopplungen Sober und Prison Sex wurden vom bereits auf Alternative umgeschwenkten Metal-Hörervolk begeistert aufgenommen, doch sorgte das Video zur zweiten Single für heftige Kontroversen, ebenso wie manche Kritiker – zum Entsetzen und totalen Unverständnis der Band – sich nicht sicher waren, ob Tool sich mit dem Song für oder gegen Gefängnisvergewaltigungen aussprachen. Spätestens jetzt gehörte die Gruppe auch zu dem zweifelhaften Club der sogenannten "gewaltverherrlichenden Bands", denen immer wieder mal vorgewurfen wurde, ihre – meist jugendlichen – Hörer zu Gewalt gegen sich selbst oder andere zu verleiten. Dessen ungeachtet konnten Tool auf dem 93er Lollapalooza-Festival ihren Bekanntheitsgrad noch weiter steigern, um sich danach erst einmal wieder aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.

Bis 1996 blieb es relativ still um die Band, und die einzige Nachricht von Bedeutung war, dass 1995 Bassist und Gründungsmitglied Paul D'Amour aufgrund musikalischer Differenzen Tool verließ, um später unter anderem mit der Coverband The Replicants wieder in Erscheinung zu treten. Sein Nachfolger wurde der Brite Justin Chancellor, der bereits seit 1991 ein Freund der Band gewesen war und bislang bei Peach gespielt hatte. Zum Herbst 1996 waren dann die Aufnahmen zum zweiten Tool-Album abgeschlossen, und das von David Bottrill produzierte Ænima erschien am 1. November, begrüßt von enthusiastischen Reaktionen bei Kritikern und Käufern. Das Tool-Konzept von progressiven, Metal-lastigen und experimentellen Parts wurde auf ein neues Level überführt, und Maynard James Keenan spuckte wie gewohnt Gift und Galle gegen Kirche, arrogante Fans (Hooker With A Penis) und Kalifornien als solches (Ænema). Das Quasi-Titelstück erhielt 1997 den Grammy als beste Metal-Performance des Jahres, und natürlich sorgten die Texte und Videos wieder für Aufsehen (u.a. wurde der Titel des Openers Stinkfist durch MTV in Track #1 geändert). Ihren ganz eigenen Humor stellten Tool mit der Nummer Die Eier von Satan unter Beweis, bei der ein deutschsprachiger Aspirant für den seinerzeit vakanten Posten des Bassisten ein Backrezept für Haschkekse auf Deutsch vortrug, untermalt von Maschinengeräuschen und in an faschistische Reden angelehntem Tonfall. Ænima wurde von vielen Kritikern als eines der besten Alben des Jahrzehnts gewertet und konnte Platz 2 der Billboard Charts erreichen.

Nach Plattenveröffentlichung und Tournee war bis auf einen sich lange hinziehenden Gerichtsstreit mit ihrem Label Volcano Records wieder einmal lange nichts von Tool zu hören, bis 2000 die erste Liveplatte der Gruppe namens Salival erschien. Diese enthielt auch ein VHS-Video bzw. eine DVD, welche alle bisher gedrehten Videos der Band sowie Coverversionen von Led Zeppelins No Quarter und Peachs You Lied enthielten. Zuvor allerdings hatten die Fans um den Fortbestand ihrer Lieblingsband bangen müssen, da Sänger Keenan mit dem Tool-Gitarrentechniker Billy Howerdel bereits 1997 den Plan zu einem Bandprojekt ausgeheckt hatte, das im Jahr 1999 als A Perfect Circle das Licht der Welt erblicken sollte. Hieran waren außer Keenan und Howerdel noch die Bassistin Paz Lechantin, der Gitarrist Troy Van Leeuwen von Failure sowie der Vandals-Schlagzeug-Tausendsassa Josh Freese beteiligt. Der zwischen Alternative Rock, progressiven und balladesken Klängen angesiedelte Sound stieß auf offene Ohren, zumal auch bei den Hörern, denen Tool oft zu heavy oder zu böse erschienen. Das Debütalbum Mer De Noms, das im Frühjahr 2000 erschien, verkaufte sich wagenladungenweise, und angesichts dessen fragten sich manche Fans, ob nun das Ende für die – wesentlich langsamer arbeitenden – Tool gekommen sei. Doch ein Jahr später hatte das Warten ein Ende, und Lateralus wurde auf die Menschheit losgelassen. Noch eine Ecke in die Breite gehend (lateral eben) und die Aufmerksamkeit des Hörers mit ellenlangen Kompositionen wie der 25-minütigen Suite Disposition/Reflection/Triad fordernd, konnte dennoch auch diese Platte eine breite Hörerschaft für sich einnehmen und als bis dato kommerziell erfolgreichstes Tool-Album (Platz 1 in den USA und weiteren Ländern) in die Bandgeschichte eingehen. Die Single Schism erhielt zudem 2001 einen Grammy als beste Metal-Performance.

Im scheinbar nun üblichen Wechsel zwischen Bandpause einerseits und Keenans Perfect Circle-Engagement andererseits (2003 folgte deren zweites Album Thirteenth Step, 2004 das Coveralbum eMOTIVe) bahnte sich nach weiteren fünf Jahren der vierte Tool-Longplayer namens 10.000 Days an, der trotz noch exzessiverer Progressive-Anteile den kommerziellen Erfolg des Vorgängers sogar noch toppen konnte. Besonderes Augenmerk fand die extrem aufwändige Verpackung der CD, in welcher eine stereoskopische Brille integriert war, durch die man die Bilder im Booklet dreidimensional betrachten konnte.

Kollaborationen

Diskographie

Alben

EPs

Singles

Sonstige

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV F NOR FIN NZ
1993 Undertow - - 50 - - - - - - -
1996 Ænima 75 - 2 - - 53 - 36 - -
2000 Salival - - 38 - - - - - - -
2001 Lateralus 5 16
1
9 31 8 21 2 11 2
2006 10.000 Days 2 4
1
1
3 2 7
1
2
1
Singles
2001 Schism - - 67 - - - - - - -
2008 Vicarious 71 - - - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Musikexpress Intro Visions Plattentests Online Spex Musikexpress Intro Rolling Stone Visions Plattentests Online
1996 Ænima
ohne Rang
-
-
-
- - - - 2 -
2001 Lateralus
20
-
4
5
41 9 9 22 2 3
2006 10.000 Days
-
49
11
-
- - 14 17 4 2
Singles
1996 Stinkfist
-
-
-
-
- - - - 5 -
2001 Schism
-
-
-
-
- - - - 6 9
2006 Vicarious
-
-
-
-
- - - - 22 8

All-Time-Charts

Ænima
Undertow
Lateralus

Referenzbands

Coverversionen

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Videoclips

Weblinks